Vena-cava-Syndrom: Welche Risiken bestehen für Mutter & Kind?

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Zu den Quellangaben

"Das Vena-cava-Kompressionssyndrom oder Vena-Cava-Syndrom ist eine Komplikation, die in der Schwangerschaft auftreten kann. Durch hohen Druck auf die Vena cava inferior kommt es zur Unterbrechung des Blutkreislaufs und dies kann eine Unterversorgung des Kindes zur Folge haben.

Viele Schwangere fürchten zudem das erhöhte Risiko für Thrombosen. Wir erklären Dir, welche Gefahren drohen, wie Du Thrombose-Anzeichen erkennst und wie Du diese Risiken minimieren kannst.

Vena cava – was ist das?

Du verfügst über zwei große Hohlvenen:

  • Vena cava superior = obere/vordere Hohlvene
  • Vena cava inferior = untere/hintere Hohlvene

Mit einem Durchmesser von rund 2 cm sind sie die größten Venen in Deinem Körper und transportieren das venöse (sauerstoffarme) Blut zurück zum Herzen.

Abhängig von Herzaktion, Atmung, Körperlage und weiteren Faktoren variieren der Querschnitt der Hohlvenen und das Flüssigkeitsvolumen.

Der zentrale Venendruck (ZVD = venöser Blutdruck) beträgt ca. 0-15 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Die Druckschwankungen des ZVD sind durch die Aktion des Herzens bedingt und werden als Venenpuls bezeichnet.

Vena cava superior & Vena cava inferior

Die obere Hohlvene ist die Vena cava superior, die keine Venenklappen besitzt. Sie verläuft in der Brusthöhle und mündet direkt in den rechten Vorhof Deines Herzens.

Ihre Aufgabe ist der Transport des venösen Blutes aus den oberen Extremitäten sowie aus dem Kopf- und Halsbereich zum Herzen.

In Brust- und Bauchhöhle befindet sich die untere Hohlvene, die den Namen Vena cava inferior trägt. Sie transportiert venöses Blut aus dem unteren Körperbereich (Bauch-, Becken- und Beinregion) zum Herzen.

Im Bereich des achten Brustwirbels durchstößt diese Hohlvene das Zwerchfell und verläuft in der Brusthöhle zur rechten Pleurahöhle des Herzens.

Vena-cava-Syndrom: Ursache & Symptome

Dein ungeborenes Kind wächst und gedeiht, es wird größer und Dein Bauchumfang nimmt immer weiter zu. Wenn der Bauch wächst, ist die Rückenlage für viele Frauen unangenehm und Sie drehen sich automatisch auf die Seite.

Warum ist das so? Hinter der Gebärmutter verläuft die große Hohlvene Vena cava inferior und transportiert das venöse Blut zum Herzen. Bei fortschreitender Schwangerschaft steigt das Risiko für das Kompressionssyndrom deutlich an.

Wenn Du auf dem Rücken liegst, übt das Gewicht des Kindes einen hohen Druck auf die Hohlvene aus. Dies führt dazu, dass weniger venöses Blut zum Herzen fließt und sich im unteren Körperbereich staut.

Durch diese Unterbrechung kann es nach einiger Zeit zu Kreislaufproblemen kommen. Glücklicherweise lassen sich die typischen Symptome des Vena-cava-Syndroms gut zuordnen:

  • Blutdruck fällt plötzlich ab
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Blässe
  • Kältegefühl im Nacken
  • Schweißausbruch (kalter Schweiß)
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Ohnmacht (selten)

Entlastung der Hohlvene

Mit steigendem Gewicht des Kindes erhöht sich im dritten Trimester der Druck auf die Vena cava inferior. Etwa ab der 28. bis 30. SSW  steigt das Risiko, dass die Hohlvene bei längerem Liegen auf dem Rücken abgedrückt wird.

Bemerkst Du die vorab geschilderten Anzeichen, solltest Du umgehend reagieren. Wenn Du dich in eine aufrechte Position aufsetzt, führt dies zu einer Entlastung der Hohlvene.

In manchen Fällen genügt es, wenn Du Dich einfach auf die linke Seite drehst. So verlagert sich die Gebärmutter und die leicht auf der rechten Seite verlaufende Hohlvene wird umgehend entlastet.

Zeigt sich durch das Aufsetzen oder die Umlagerung keine Besserung, kann es im weiteren Verlauf zu einem Herz-Kreislauf-Schock kommen.

In diesem Fall muss umgehend der Notarzt gerufen werden, damit im Krankenhaus der Kreislauf der Schwangeren stabilisiert werden kann.

Zusätzlich erfolgt eine Untersuchung des ungeborenen Kindes und per Kardiotokografie (CTG) wird der kindliche Herzschlag kontrolliert.

War die Blutzufuhr zu lange unterbrochen, kann zur Sicherheit ein Kaiserschnitt erforderlich sein.

Vena-cava-Syndrom: Gefahr für das Ungeborene?

Dein Kind ist über die Nabelschnur mit Dir verbunden und wird über die Plazenta mit Sauerstoff versorgt. Kommt es zum Vena-cava-Syndrom wirkt sich dies gleichermaßen auf Mutter und Kind aus.

Der plötzliche Abfall des Blutdrucks kann zu Durchblutungsstörungen der Plazenta führen. In der Folge verlangsamen sich die Herztöne des Kindes und es kann langfristig zu einer Unterversorgung kommen.

In diesem Fall ist ein Kaiserschnitt nahezu unvermeidlich. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden schnell beheben, daher besteht lediglich in extremen Ausnahmefällen eine Lebensgefahr für Mutter und Kind.

Vorbeugen ist besser als Nachsorge

Das Risiko für das Vena-cava-Syndrom kann deutlich minimiert werden, wenn Du auf die Rückenlage verzichtest. Im letzten Trimester ist empfehlenswert, nicht längere Zeit flach auf dem Rücken zu liegen. So kannst Du auch Rückenschmerzen in der Schwangerschaft vermeiden.

Meist legen sich Schwangere intuitiv auf die linke Seite und sorgen so automatisch für eine Entlastung der unteren Hohlvene. Wenn Du den Babybauch mit einem kleinen Kissen oder Stillkissen abstützt, wird die Seitenlage deutlich komfortabler.

Thrombose – Anzeichen, Ursachen & Symptome

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel und kann unterschiedliche Symptome hervorrufen. Grundsätzlich kann eine Thrombose in jedem Blutgefäß entstehen, in den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine Thrombose der Venen.

Über 90 Prozent treten im Bein- und Beckenbereich auf.

Schwangere sind einem zehnfach erhöhten Risiko für die Entstehung einer Thrombose ausgesetzt.

Diese Komplikation tritt vergleichsweise häufig auf und kann im schlimmsten Fall zu einer akuten Durchblutungsstörung der Lunge führen Lungenembolie.

Da das Blut in den Beinen langsamer fließt, ist eine Thrombose in den Bein-Venen eine vergleichsweise häufig auftretende Komplikation. Die Venenentzündung (Phlebitis) gilt als Vorstufe der Thrombose.

Anzeichen sind:

  • Gefühl der Schwere in den Beinen
  • Schwellungen an den Beinen
  • Hervortreten der Venen (Warnvenen)
  • Ziehen in den Waden
  • Wärmegefühl der Haut
  • Rötung
  • Spannungsgefühl

Unter Medizinern gilt die Venenentzündung als Alarmsignal für die Thrombose.

Diese Anzeichen minimieren sich meist in liegender Position. Thrombose-Symptome wie beispielsweise eine druckempfindliche Wade, schmerzhaftes Anschwellen des Beins oder eine blau-violette Verfärbung sind ernste Hinweise für eine Thrombose im Bein.

In diesen Fällen solltest Du umgehend einen Arzt aufsuchen.

Es kommt allerdings relativ häufig vor, dass keine sichtbaren Thrombose-Anzeichen vorhanden sind. Eine Thrombose bildet sich in den meisten Fällen in den tiefer gelegenen Bein- und Beckenvenen, daher wird sie auch als tiefe Venen-Thrombose bezeichnet.

Thrombophlebitis, tiefe Venenthrombose & weitere Thromboseformen

Bei der Thrombophlebitis sind die unmittelbar unterhalb der Hautoberfläche liegenden Venen betroffen. Dies ist eine typische Komplikation bei Krampfadern und zeigt klassisch folgende Thrombose-Anzeichen:

  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • Überwärmung
  • Rötung

Tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose

In den meisten Fällen entsteht das Blutgerinnsel Thrombus in den Venen der Wadenmuskeln.

Kleinere Gerinnsel vergrößern sich rasch und können zu einem Gefäßverschluss führen. Erreicht die Thrombose die tiefe Kniekehlenvene und wandert anschließend in die tiefe Oberschenkelvene weiter, entsteht eine tiefe Beinvenenthrombose.

Typische Thrombose-Anzeichen sind Schwellungen, druckartige Schmerzen und bläuliche Verfärbungen.

Kommt es zu einer Thrombose der unteren Hohlvene Vena cava inferior ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nahezu unvermeidbar.

Als klassische Thrombose-Symptome gelten in diesem Fall deutliche Schwellungen in beiden Beinen.

Als Schwangere bist Du einem erhöhten Thrombose-Risiko ausgesetzt. Die Entstehung einer Thrombose wird durch unterschiedliche Faktoren begünstigt, insbesondere Bewegungsmangel ist ein wichtiger Aspekt.

Aufgrund der gesteigerten Blutgerinnung besteht das erhöhte Risiko für mehr als 12 Wochen nach der Geburt weiter. Das Gerinnungssystem normalisiert sich erst nach und nach wieder, daher lohnt sich auch nach der Entbindung ein sensibler Blick auf mögliche Thrombose-Anzeichen.

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