Was Du unbedingt über das Milchgebiss Deines Babys wissen musst

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Zu den Quellangaben

Das Milchgebiss begleitet Dein Kind etwa durch seine ersten zehn Lebensjahre. Die zwanzig Milchzähne wachsen nicht alle auf einmal, sondern brechen nacheinander durch. Zahnen ist bei den meisten Kindern von Fieber, Infekten und schlechter Laune begleitet.

Wann kommt der Zahn? Und wann fallen die ersten Zähne wieder aus? Antworten auf diese Fragen findest Du in diesem Artikel.

Wie unterscheidet es sich das Milchgebiss vom Gebiss eines Erwachsenen?

Bevor Dein Kind seine erwachsenen, bleibenden Zähne bekommt, wächst das Milchgebiss. Die zwanzig ersten Zähne werden als Milchzähne bezeichnet. Je 10 davon sitzen im Ober- und im Unterkiefer.

Das sind also vier Milchschneidezähne oben und vier Milchschneidezähne unten, zwei Milcheckzähne oben und zwei Milcheckzähne unten sowie jeweils vier Molaren. Als Molaren bezeichnet man die Backenzähne.

Die Milchzähne sind kleiner und weicher als die Zähne des bleibenden Gebisses, und sie brechen bei den meisten Kindern in der gleichen Reihenfolge durch. Aber nicht bei allen. Was solltest Du über das Gebiss Deines Kindes wissen?

Menschen unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht von anderen Säugetieren: Im zarten Alter von wenigen Monaten brechen bei Deinem Kind die ersten Zähne durch. Die Milchzähne sind, wie die bleibenden Zähne, schon vor der Geburt Deines Kindes im Kiefer angelegt.

Allerdings brechen nicht alle Milchzähne auf einmal durch. Sie wachsen im Lauf mehrerer Jahre nacheinander. Kaum sind sie alle durchgebrochen, fallen die ersten Milchzähne auch schon wieder aus. Sie schaffen Platz für die bleibenden Zähne. Bis das bleibende Gebiss vollständig gewachsen ist, vergehen aber insgesamt gut zwei Jahrzehnte.

Die bleibenden Zähne begleitet Dein Kind für den Rest seines Lebens, und es besteht aus insgesamt 32 Zähnen. Aber darum soll es hier nicht gehen. Wir erklären Dir, was Du über das Milchgebiss Deines Kindes wissen solltest, in welcher Reihenfolge die Milchzähne durchbrechen.

Das Milchgebiss braucht Pflege: Karies ist ansteckend

Wenn Du Deinem Kind die ersten Zähnchen mit einer Zahnbürste reinigst, ist das erst einmal eine spielerische Angelegenheit. Dein Kind wird in diesem Alter noch überwiegend mit Milch ernährt, entweder weil Du stillst es mit Muttermilch oder über Fertigmilch.

Für die Zahnpflege reicht es, wenn Dein Kind die ersten Zähne ein- bis zweimal täglich mit einem weichen Silikonbürstchen grob abreibt. Das Milchgebiss hat nur wenig Zahnschmelz: Der ist höchstens 1 mm dick.

Später ist der Zahnschmelz doppelt so dick. Auch der Mineralstoffgehalt des Zahnschmelzes ist beim Milchgebiss geringer als beim Erwachsenengebiss. Durch diesen dünnen und empfindlichen Schmelz ist das Milchgebiss viel anfälliger für Karies als das bleibende Gebiss.

Als Karies werden Bakterien bezeichnet, die nicht direkt die Zähne zerstören. Die Kariesbakterien ernähren sich von Zucker und Kohlenhydraten. Bei der Verdauung dieser Kohlenhydrate setzen die Bakterien Säuren frei, die den Zahnschmelz angreifen und nach und nach zerstören.

Der Zahnschmelz schützt normalerweise die Zahnsubstanz. Ist der Zahnschmelz zerstört, greifen diese Säuren den Zahn selbst an – es entstehen kleine Löcher, die sich schlecht reinigen lassen. Kariesbakterien sind winzig, sie sitzen in den Zahnzwischenräumen, auf den angegriffenen Flächen und am Rand zum Zahnfleisch.

Also überall dort, wo die Zahnbürste nicht gut hinkommt. Denn an den Stellen, die die Zahnbürste verfehlt, sammeln sich Speisereste und damit auch die Kohlenhydrate, von denen die Bakterien leben.

Karies ist, wie jede bakterielle Infektion, ansteckend. Haben die Bakterien einen Zahn befallen, sind auch die übrigen nicht mehr sicher. Wichtig zu wissen: Karies kann vom Milchgebiss auf jeden im Durchbruch begriffenen Zahn des bleibenden Gebisses übergreifen.

Woher kommen die Bakterien?

Kariesbakterien werden von Mensch zu Mensch übertragen. Das passiert, wenn Du mit Deinem Kind aus der gleichen Tasse trinkst. Wenn Ihr eine gemeinsame Zahnbürste benutzt oder wenn Du Dein Kind von Deiner Gabel oder Deinem Löffel essen lässt, kannst Du die Bakterien ebenfalls übertragen.

Sogar über den Schnuller ist die Infektion übertragbar: Du solltest niemals den Schnuller Deines Kindes in den Mund stecken, um ihn zu reinigen, und ihn dann Deinem Kind geben. Selbst wenn Du gerade keine akute Kariesinfektion hast, kann es sein, dass die Bakterien in Deinem Mund leben und das empfindliche Milchgebiss Deines Kindes angreifen.

Aus diesem Grund sollte Dein Kind von Anfang an sein eigenes Essbesteck benutzen, immer nur alleine aus seiner Flasche oder seinem Becher trinken und eine eigene Zahnbürste benutzen. Achte darauf, dass Dein Kind seine persönlichen Gegenstände auch nicht mit anderen Kindern teilt, beispielsweise unter Geschwistern oder mit Freunden.

So kannst Du eine Infektion mit Kariesbakterien vermeiden. Auch Kindertageseinrichtungen und Tageseltern achten in der Regel sehr genau auf die Einhaltung solcher grundsätzlicher Hygienemaßnahmen.

Die ersten Milchzähne wachsen im Alter von vier Monaten

Bei den meisten Kindern bricht der erste Zahn im Alter von etwa vier bis sechs Monaten durch. Oft wachsen die Schneidezähne unten und oben zuerst, aber der erste Zahn bricht unten durch und wird sichtbar.

Dann kommt abwechselnd oben und unten im Laufe mehrerer Monate immer mal wieder ein Zahn dazu. Anschließend brechen die Eckzähne durch, wenn Dein Kind etwa eineinhalb Jahre alt ist. Die Backenzähne kommen erst danach an die Reihe. Bei vielen Kindern ist das Milchgebiss im Alter von zwei bis drei Jahren komplett.

Bei manchen Kindern kann das länger dauern. Und es kommt natürlich auch vor, dass das Milchgebiss erst im Alter von vier Jahren komplett ist – bei manchen Kindern wackelt dann schon der ein oder andere Schneidezahn und macht Platz für die bleibenden Zähne.

Auch wenn die Mehrheit der Kinder zuerst einen Schneidezahn unten bekommt, muss das bei Deinem Kind nicht so sein. Die Reihenfolge, in der die Milchzähne durchbrechen und wachsen, ist kein Naturgesetz. Tatsächlich wissen wir bis heute nur aufgrund von Erfahrungen, in welchem Alter die ersten Milchzähne durchbrechen und in welcher Reihenfolge sie das meistens tun.

Mach Dir also keine Sorgen, wenn Dein Baby mit 8 Monaten erst seinen ersten Zahn bekommt oder vielleicht schon im Alter von dreieinhalb Monaten erste weiße Flecken auf der Kauleiste sichtbar werden.

Die ersten bleibenden Zähne sind oft Backenzähne

Das bleibende Gebiss wächst ab einem Alter von etwa sechs Jahren. Bei vielen Kindern (nicht allen) brechen zuerst Backenzähne durch, die es im Milchgebiss gar nicht gibt. Es fällt also kein Milchzahn aus, sondern der bleibende Zahn wächst an einer Stelle, an der vorher kein Zahn war.

Dadurch bemerken viele Eltern den Wechsel vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss gar nicht richtig. Aber auch das ist kein Naturgesetz: Bei anderen Kindern wackeln tatsächlich erst Schneidezähne und fallen sogar aus, bevor die bleibenden Backenzähne wachsen.

Die Reihenfolge, in der die Milchzähne ausfallen, ist nicht fest und kann variieren. Bei vielen Kindern ist der Zahnwechsel im Alter von elf Jahren abgeschlossen. Sind alle Milchzähne ausgefallen und durch bleibende Zähne ersetzt, brechen noch einmal bleibende Backenzähne durch.

Und als letztes wachsen die Weisheitszähne, die oft erst im Erwachsenenalter sichtbar werden. Allerdings bekommen nicht alle Menschen Weisheitszähne. Bei manchen sind diese Zähne nicht angelegt.

Der Zeitpunkt des ersten Zahndurchbruchs, die Reihenfolge, in der die Milchzähne und bleibenden Zähne durchbrechen, und der Zeitpunkt des Zahnwechsels sind individuell sehr verschieden.

Normalerweise ist es nicht mit gesundheitlichen Problemen verbunden, wenn Dein Kind sich nicht an die „übliche Reihenfolge“ hält oder früher oder später als andere Kinder zahnt. Wenn Du unsicher bist, solltest Du mit Deinem Kind einen Kinderarzt und/oder einen Kinderzahnarzt aufsuchen.

Nimm Dein Kind von Anfang an zum Zahnarzt mit

Wenn Du zum Zahnarzt geht, muss Dein Kind nicht bei der Oma bleiben, zum Babysitter gehen oder in der Tagesstätte sein. Nimm es einfach mit. In jeder Zahnarztpraxis findet sich jemand, der während der Behandlung kurz auf Dein Kind aufpasst. Es ist wichtig, dass Dein Kind Dich schon früh beim Zahnarzt erlebt.

So sieht Dein Kind, was beim Zahnarzt passiert. Kinder, die schon als Baby immer mal wieder mit Mama oder Papa (idealerweise beiden) beim Zahnarzt waren, kennen die Behandlungsräume und das Personal.

Sie sind später entspannt beim Zahnarzt und haben keine Angst. Der Zahnarzt oder die Zahnärztin können schon bei Durchbruch der ersten Milchzähne einen Blick in den Mund Deines Kindes werfen.

Dein Kind sitzt dabei normalerweise auf Deinem Schoss. Deine Fragen zum Zahnwechsel wird der Zahnarzt oder die Zahnärztin gerne beantworten. Und sie werden Dir auch gerne erklären, auf was Du bei der Zahnpflege Deines Kindes achten solltest.

Das macht gesunde Zähne aus

Für ein gesundes Milchgebiss und später ein gesundes bleibendes Gebiss kannst Du bei Deinem Kind viel tun. Tatsächlich ist die Zahnpflege von Anfang an wichtig – Dein Kind sollte sich so früh wie möglich an den Gebrauch der Zahnbürste gewöhnen. Allerdings sind sich Zahnärzte heute auch einig, dass eine gute Zahnhygiene alleine nicht ausreicht.

Der neueste Stand der Forschung ist, dass die Zahnpflege nur zu etwa 30 % für die Zahngesundheit verantwortlich ist. Die übrigen 70 % werden auf die Ernährung zurückgeführt. Wie sollte eine Ernährung für Dein Kind aussehen, die ab dem ersten Zahn ein gesundes Zahnwachstum garantiert?

Zahnärzte raten von zuckerhaltigen und fruchtsafthaltigen Getränken ab. Dein Kind sollte über den Tag verteilt nur Wasser und ungesüßten Tee trinken. Du darfst Deinem Kind natürlich zum Frühstück ein Glas leckeren, frisch gepressten Orangensaft reichen – aber es sollte in der Kindertagesstätte oder im Kindergarten keine Saftschorlen oder Limonaden trinken.

Denn was den Zahnschmelz dauerhaft schädigt, ist die permanente Anwesenheit von Zucker im Mund. Zu den Mahlzeiten sollte Dein Kind, wenn es schon selbst isst, natürliche Lebensmittel ohne Zuckerzusatz bekommen. Obst und Gemüse sowie (Vollkorn-) Getreideprodukte enthalten von Natur aus Zucker und schmecken süß. Das reicht, mehr Zucker kann der menschliche Körper ohnehin dauerhaft nicht verkraften und dabei gesund bleiben.

Harte Lebensmittel wie rohe Äpfel und Möhren sowie Nüsse sind vollkommen in Ordnung für die Zähne, solange Dein Kind gut kauen kann. Allerdings darfst Du diese Sachen erst geben, wenn Dein Kind sich daran nicht mehr verschluckt.

Süßigkeiten sind nicht völlig verboten, sollten aber auf einmal täglich beschränkt sein. Die Zuckerflut im Mund sollte schnell wieder vorbei sein und nicht dauerhaft bestehen. Idealerweise reinigst Du mit Deinem Kind die Zähne nach dem Essen.

Aber bitte nicht sofort: Direkt nach dem Essen ist der Zahnschmelz weich und angegriffen von den im Essen enthaltenen Säuren. Du solltest etwa eine Viertelstunde bis eine halbe Stunde nach dem Essen warten, damit sich der pH-Wert im Mund wieder neutralisiert.

Dann kannst Du mit der Zahnbürste und gegebenenfalls einer kindgerechten Zahnpasta das Milchgebiss reinigen, ohne dass der Zahnschmelz noch weiter angegriffen wird.

Extra Zahnpasta für Kinder muss sein

Der Zahnschmelz wird widerstandsfähiger, wenn Dein Kind ausreichend mit Fluorid versorgt ist. Das Spurenelement kommt in einigen Nahrungsmitteln vor, wird häufig bei Leitungswasser zugesetzt und kann auch im Haushaltssalz zugesetzt sein.

Zu viel Fluorid ist gesundheitsschädlich, denn der Körper muss es wieder ausscheiden. Allerdings sollte die Zahnpasta Deines Kindes durchaus fluoridiert sein. Denn das Fluorid kann beim Zähneputzen direkt auf den Zahnschmelz einwirken.

Dein Kind sollte die Zahnpasta allerdings nicht herunterschlucken, sondern ausspucken. Achte darauf, dass der Fluoridgehalt der Zahnpasta auf das Alter Deines Kindes angepasst ist. Ein zu hoher Fluoridgehalt kann zu Flecken auf den Zähnen und Verfärbungen führen.

Solange Dein Kind die Zahnpasta und den beim Zähneputzen entstehenden Schaum nicht ausspuckt, kannst Du selbstverständlich auch eine fluorfreie Zahnpasta verwenden. Anfangs kannst Du Deinem Kind natürlich auch die Zähne ohne Zahnpasta die Zähne putzen. Einfaches Leitungswasser ist ausreichend, um die Zahnbürste anzufeuchten.

Kleine, weiche Zahnbürsten für kleine Kinder, etwa mittelharte für größere Kinder

Du wirst die Milchzähne Deines Kindes etwa bis zum Alter von acht oder neun Jahren nachputzen oder zumindest regelmäßig nach dem Putzen kontrollieren müssen. Das ist normal. Denn korrektes Zähneputzen erfordert, vor allem in Zeiten des Zahnwechsels und mit Wackelzähnen, herausragende motorische Fähigkeiten.

Unterstütze Dein Kind, so gut es geht. Für kleine Kinder werden weiche und ultraweiche Zahnbürsten empfohlen, weil Kinder ihre Kraft oft nicht einschätzen können und sich mit härtere Borsten am Zahnfleisch verletzen können. Ab etwa Grundschulalter darf die Zahnbürste dann eine mittlere Härte haben.

Der Bürstenkopf sollte grundsätzlich so klein sein, dass Dein Kind auch die Backenzähne gut erreichen kann, ohne sich den Kiefer auszurenken. Den meisten Kindern macht Zahnpflege Spaß, sie kümmern sich ab dem ersten Milchzahn gerne um Sauberkeit und Gesundheit im Mund.

Quellen

https://www.kzbv.de/das-natuerliche-gebiss.45.de.html

https://www.deutsche-familienversicherung.de/ratgeber/artikel/milchzaehne-und-milchzahngebiss-aufbau-funktion-pflegetipps/

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