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Alkohol und Drogen

Was sind eigentlich Designerdrogen?

Viele Drogen sind illegal. LSD, Heroin und Ecstasy zählen dazu. Um ständig neue Drogen zu kreieren, die (noch) nicht verboten […]

10 Fakten für Kids rund um Drogen

Viele Drogen sind illegal. LSD, Heroin und Ecstasy zählen dazu. Um ständig neue Drogen zu kreieren, die (noch) nicht verboten sind, mischen „Drogendesigner“ verschiedene, teils kaum bekannte Substanzen zusammen. Sie bewegen sich damit in einem rechtlichen Graubereich, bis diese neuen Drogen ebenfalls vom Gesetzgeber verboten werden. Solche Drogen bergen allerdings das Risiko, dass man die Langzeitfolgen noch nicht kennt. Die Auswirkungen dieser Substanzen können, speziell in Bezug auf den Konsum durch Kinder, kaum eingeschätzt werden. Designerdrogen gibt es schon recht lange. Der Wirkstoff MDMA wurde zum Beispiel erstmals 1912 hergestellt. Er wurde erst als Appetithemmer verwendet und galt später, um 1960 als Aufputschmittel.

Mittlerweile geht man davon aus, dass rund jede Woche eine neue Designerdroge auftaucht.

Seit 2010 werden Designerdrogen vermehrt in Asien hergestellt. Diese Pulver nennt man auch „Badesalze“ weil sie dementsprechend aussehen. Die Folgen einer Einnahme solcher Pulver kann verheerend sein. Es kann zu tagelangen (!) Halluzinationen, Angstzuständen und Verfolgungswahn kommen. Darüber hinaus wurde von Herz-Kreislaufbeschwerden und Fieber berichtet.

Gesellschaftsdroge Alkohol

Alkoholische Getränke sind in den meisten Ländern ab einem Alter von 16 Jahren erlaubt. Dennoch ist Alkohol keine Sache, die man unterschätzen sollte. Denn diese Droge ist für zahlreiche Todesfälle und Suchterkrankungen verantwortlich. Die meisten Menschen in Europa trinken regelmäßig Alkohol. So nimmt die Droge den Platz Nr. 1 unter den Partydrogen ein und ist ein gesellschaftlich akzeptiertes Rauschmittel.

Darum kann man Alkohol in fast jedem Supermarkt kaufen. Viele Jugendliche greifen recht früh zum Alkohol, weil sie durch ältere Kids leichten Zugriff darauf haben. Leider wissen die meisten nicht, dass Alkohol sehr negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Körpers haben kann, wenn man erst 15 Jahre oder jünger ist. Denn das kindliche Nervensystem reagiert viel empfindlicher auf die Droge. Deshalb können Kids bereits ab einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille im Blut bewusstlos werden. Das passiert umso schneller, ne geringer das Körpergewicht des Kindes ist. Weil Kids selten einen Rauschzustand erleben, sondern recht schnell in eine tiefe Betäubung fallen, ist der Übergang vom harmlosen Rausch zur Alkoholvergiftung leicht zu übersehen. Außerdem kann sich das Gehirn von Jugendlichen nicht richtig entwickeln, wenn sie Alkohol trinken.

Du siehst also: Die Gesetze rund um Alkohol und dem damit in Verbindung stehenden Jugendschutz sind nicht ohne Grund relativ streng geregelt.

Alptraum Heroinsucht

Heroin wirkt sechs bis zehnmal stärker als Morphin. Weil der Rauschzustand nur recht kurz anhält, braucht der Süchtige aber drei bis vier Portionen davon pro Tag. Heroin macht sehr schnell abhängig. Weil es bei Anwendung gegen Ängste und Spannungszustände wirkt, fühlen sich heroinsüchtige glücklich, solange sie unter der Droge stehen. Diese gut klingenden Effekte werden allerdings von äußerst negativen Erscheinungen begleitet. So kann es sein, dass man unter Verwirrung und Erinnerungslücken leidet, nachdem man Heroin genommen hat. Die Reduktion der Atemfrequenz auf 2-4 Atemzüge pro Minute kann sogar recht schnell tödlich wirken.

Wer regelmäßig Heroin konsumiert wird über kurz oder lang eine sogenannte Toleranz gegenüber der Droge entwickeln. Das bedeutet, dass man immer mehr davon einnehmen muss, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Damit wird die Sucht immer teurer. Schließlich konzentriert sich das ganze Leben des Süchtigen auf das Heroin.

Kokain – Das Pulver aus dem Coca-Strauch

Umgangssprachlich wird das weiße Pulver auch Koks genannt. Es handelt sich dabei um eine Rauschdroge, die ein riesiges Abhängigkeitspotential birgt. So kann es sein, dass man bereits nach dem ersten Kokainkonsum davon abhängig wird. Vor längerer Zeit galt die mittlerweile illegale Droge als gängiges Schmerzmittel. Denn Kokain ist die älteste und gefährlichste Droge der Welt. Damit hat sie schon zahlreiche Leben ruiniert.

Das Pulver wird geschnupft und löst ein Hochgefühl aus, das recht schnell in Unruhe, Niedergeschlagenheit und Nervosität übergeht. Man möchte das Glücksgefühl so schnell wie möglich wieder verspüren und braucht deshalb noch mehr Kokain.

Crack ist eine Form des Kokains, kann allerdings geraucht werden. Diese Art ist wesentlich stärker und damit noch gefährlicher.

Kokain wirkt sich folgendermaßen aus:

  • Appetitlosigkeit

  • schnelle Atmung und Puls

  • Halluzinationen

  • Übelkeit

  • Angst

  • Depressionen

  • Panik, Verfolgungswahn

  • Orientierungslosigkeit

  • Passivität und Erschöpfung

  • Schäden an der Nasenschleimhaut und Zahnausfall

Viele Kokainsüchtige, für die sich alles nur noch um die Drogensucht dreht, geraten auf die Schiefe bahn, begehen kriminelle Aktivitäten oder prostituieren sich. Sie tun das, um sich ihre Sucht finanzieren zu können.

Medikamente können abhängig machen

Nicht wenige Menschen sind von Medikamenten oder Medizinprodukten abhängig. Sie können ohne Schlaftabletten nicht einschlafen oder fühlen sich schrecklich, wenn sie keine Schmerzmittel eingenommen haben. Sehr viele Menschen sind von Antidepressiva abhängig. Das sind Medikamente, die gegen Depressionen wirken.

Nicht nur Tabletten können gefährlich sein. Grundsätzlich kann man von nahezu jeder Substanz abhängig werden. Harmlos wirkende Mittelchen sind sogar noch gefährlicher, weil wir sie als unbedenklich betrachten. Daher kann es durchaus passieren, dass man zum Beispiel nicht mehr ohne Nasentropfen leben kann. Es fällt dann sehr schwer, ohne das Medikament klar zu kommen. Darum ist es wichtig, Medikamente nicht länger einzunehmen bzw. anzuwenden, als auf der Packungsbeilage angegeben ist.

Beachte immer den Verwendungszeitraum des Medikaments! Steige notfalls auf ein anderes Medikament um, wenn deine Beschwerden nach Überschreiten des Zeitraums noch immer vorhanden sind. In jedem Fall solltest du dann mit einem Arzt darüber sprechen.

Tabak – auch für die Krankenkassen ein teurer Spaß

Nicht nur für den privaten Geldbeutel des Rauchers, sondern auch auf die durch Rauchen verursachten Krankenkassenkosten wirkt sich diese schlechte Angewohnheit negativ aus. Man geht derzeit davon aus, dass Rauchen für 40-45 % aller Krebstodesfälle verantwortlich ist. Beim Lungenkrebs sind die Zahlen sogar noch deutlicher. Rund 95 % aller an Lungenkrebs erkrankten Menschen hat zuvor geraucht. Das Gesundheitsrisiko für Raucher ist also nicht nur eine vage Annahme, sondern ein belegter Fakt. Die Folgen des Tabakkonsums können ungeheure Ausmaße annehmen und zerstörten bereits so manches Familienleben.

Mit dem Rauchen aufzuhören wirkt sich hingegen sofort positiv auf den Körper aus. Bereits nach 2 Tagen verfeinern sich Geschmacks- und Geruchssinn. Um das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen auf das Level eines Nichtrauchers zu reduzieren muss man hingegen schlappe 15 Jahre lang nicht rauchen. Das Lungenkrebsrisiko entspricht nach 10 Jahren dem eines Nichtrauchers, während man nach 2 Jahren ohne Rauchen ein ebenso großes Herzinfarktrisiko hat, wie Nichtraucher. Nach 3 Monaten erhöht sich die Lungenkapazität immerhin um 30 %. Und diesen Effekt bekommt man zu spüren. Bereits wenige Monate nachdem man den Ausstieg geschafft hat, kann man freier durchatmen, riechen und schmecken.

Noch interessanter: Wusstest du, dass

  • die amerikanischen Tabakkonzerne 1999 schuldig gesprochen wurden, die Ergebnisse ihrer eigenen Forschungen verschwiegen zu haben? Denn diese ergaben, dass Rauchen süchtig und krank macht. Die Folge: Eine Zahlung von 300 Milliarden Dollar sowie die Verpflichtung, Kampagnen gegen das Rauchen finanziell zu unterstützen.

  • Menschen, die mit einem Raucher bzw. einer Raucherin zusammen leben ein mindestens 30 % höheres Risiko haben, an Lungenkrebs zu erkranken?

  • man im Schnitt um 8,3 Jahre früher stirbt, wenn man mehr als 20 Zigaretten am Tag raucht? Diese Studie ist gut belegt und wurde an 1,2 Millionen Amerikanern (!) durchgeführt.

Cannabis hinterm Steuer?

THC ist die psychoaktive Substanz im Cannabis. Psychoaktiv bedeutet, dass sie ihre Wirkung im Gehirn entfaltet und so den psychischen Zustand des Menschen beeinflusst. Dadurch reagiert man weniger stark auf Reize von außen. Gewisse Hirnstrukturen werden hingegen stark angeregt. Hunger und Gefühlsintentsität steigen an. Cannabiskonsum verstärkt die Verfassung des Konsumenten. In jedem Fall beeinflusst Cannabis die Wahrnehmung und das Zeiterleben. Im Gegensatz zum Alkohol gibt es bei der Substanz THC keine körperliche Abhängigkeit. Wenn man tagtäglich kifft verändert sich aber das Wesen. Es kann sein, dass man Gedächtnisstörungen entwickelt, passiv und letztlich unproduktiv wird. Darüber hinaus kann es auch zu Cannabis-Psychosen kommen.

Wird man bekifft im Auto erwischt, kann es sein, dass man den Führerschein abgeben muss. Das passiert dann, wenn Fahruntüchtigkeit vermutet wird. Dazu reicht es aus, seltsame Sprüche an den Tag zu legen oder nur schwer bzw. langsam auf die Fragen eines Polizisten antworten zu können reichen nach einem Entscheid des Landesgerichtes Coburg aus, um den Führerschein eines nicht angegurteten Cannabiskonsumenten zu entziehen.

Ecstasy und das Gehirn

US-Neurologen stellten vor längerer Zeit fest, dass diese Partydroge sogar Depressionen auslösen kann. Bisher war bekannt, dass die Droge die Leistung beeinflusst und zu Gedächtnisstörungen führt. Nun weiß man, dass ihre Auswirkung auf die Gesundheit noch wesentlich schlimmer ist, als angenommen. Er wirkt auf die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Dieser Stoff reguliert die Stimmungen des Menschen. Die meisten Depressionen haben mit einem Ungleichgewicht des Serotoninhaushaltes im Gehirn zu tun. Im schlimmsten Fall müssen depressive Menschen Medikamente nehmen, um morgens überhaupt aus dem Bett zu kommen. Denn Depressionen machen schlapp, motivationslos und können sogar zum Suizid führen. Man spricht von Suizid, wenn sich jemand selbst das Leben nimmt.

Darüber hinaus stellten Wissenschafter fest, dass die im Ecstasy enthaltenen Stoffe bestimmte Zellen im Gehirn zerstören können. Dabei handelt es sich um jene Zellen, die Wohlbefinden und gute Laune auslösen. Durch das Ecstasy kann also das Glückszentrum im Gehirn geschädigt werden. Damit macht die Droge selbst ganz und gar nicht glücklich oder „gut drauf“. Bei ständigem Ecstasykonsum muss man mit abnehmender Intelligenz rechnen und geht das Risiko einer Depression ein.

Beliebt in der Rave- und Technoszene: Amphetamin

Diese Designerdroge ist eine künstlich hergestellte Mischung von Substanzen. Das weiße Pulver zählt zu den harten Drogen und wird auch Speed genannt. Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Position unter starkem Stress stehen, nehmen häufig Speed, um den Anforderungen gerecht zu werden. So können sie möglichst lange konzentriert und wach bleiben. Um nach einer Speed-Nacht überhaupt einschlafen zu können, nehmen die Süchtigen häufig Beruhigungsmittel oder rauchen Cannabis.

Man schnieft es mit einem Papierröhrchen in die Nase, löst es in Tablettenform auf oder nimmt es mit einem Getränk ein. Die mittlerweile sehr bekannte Droge Crystal Meth ist ebenfalls eine Form des Amphetamins. Es handelt sich dabei um eine sehr gefährliche Partydroge, die unmittelbar zur Sucht führt und den Körper nach und nach regelrecht zerfrisst. Meth-Abhängige leiden an Hautschäden und überleben ihre Sucht oftmals nicht.

So wirkt Speed:

  • löst Hyperaktivität aus
  • hält wach
  • erhöht Konzentration und Leistungsfähigkeit
  • unangenehmes Unruhegefühl nach sechs bis acht Stunden
  • Schlaflosigkeit, Übelkeit und Krämpfe können folgen
  • Zahnausfall, Organschädigungen Schlaganfall, Herzinfarkt, Psychosen und Depressionen sind keine Seltenheit

Jungle Juice und Poppers

Damit werden in der Drogenszene die billigen Schnüffelstoffe aus Klebstoffen, Lacken, Lösungs- und Verdünnungsmitteln genannt. Manchmal wird sogar Benzin zum Schnüffeln verwendet. Besonders davon betroffen sind Entwicklungsländer, in denen Armut und Hunger herrschen. Manchmal fangen dort bereits 8-jährige Kids zu schnüffeln an.

Der kurze Rausch tritt ein, nachdem man das Mittel eingeatmet hat. Dabei treten Halluzinationen auf. Schnüffelstoffe zerstören die Schleimhäute und Atemwege. Es kann zu Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheit kommen. Schlimmstenfalls verschluckt man den Stoff unabsichtlich und begibt sich durch die auftretende Vergiftung in Lebensgefahr.

Die oft noch jungen Organe der von Poppers Abhängigen leiden stark unter dem Drogenkonsum. Es kommt zu Hirnschäden, Konzentrationsschwäche, Atemstillstand und psychotischen Bildern im Kopf.

Arbeitsblatt zum Text

1) Hast du dir gemerkt, was man unter dem Begriff „Desingerdroge“ versteht? Erkläre kurz, worum es sich handelt.

2) Warum können Medikamente gefährlich sein? Was ist zu beachten?

3) Drogen zerstören viele junge Leben. Erkläre, warum Drogenkonsum so gefährlich ist und beschreibe, wozu eine Abhängigkeit führen kann.

Foto: Creativa / bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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