Wie zuverlässig ist ein Frühschwangerschaftstest wirklich?

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Du wünschst Dir schon lange ein Kind und willst wissen, ob es geklappt hat? Oder Du bist irritiert, weil Deine Periode ausnahmsweise nicht pünktlich ist? Vielleicht hast Du eine künstliche Befruchtung gemacht und bist neugierig?

Ein Schwangerschaftsfrühtest gibt Dir Gewissheit. Ist der HCG-Wert im Urin hoch genug, zeigt Dir das der Frühschwangerschaftstest an.

Frühschwangerschaftstest: Ab wann kannst Du einen Schwangerschaftstest machen?

Der Frühschwangerschaftstest funktioniert im Prinzip wie der klassische Schwangerschaftstest: Du hast einen Teststreifen, Du gibst etwas Urin an einer bestimmten Stelle auf den Streifen, und Du wartest. Nach einiger Zeit verfärbt sich ein Teil des Streifens – herzlichen Glückwunsch, Du bist schwanger.

Der Teststreifen ist mit Antikörpern versehen, die auf das Hormon HCG reagieren. Humanes Choriongonadotropin, kurz HCG, wird ausschließlich bei einer bestehenden Schwangerschaft gebildet. Dann ist es im Urin vorhanden. Ganz zu Beginn der Schwangerschaft ist noch sehr wenig davon im Urin vorhanden.

Im Verlaufe der Schwangerschaft steiget die Konzentration von HCG. Der Frühschwangerschaftstest reagiert bereits auf kleine Mengen des Hormons, er ist empfindlicher als ein klassischer Schwangerschaftstest. Wie viel HCG wann im Urin vorhanden ist, zeigt die HCG Tabelle an.

Du findest den Frühschwangerschaftstest von unterschiedlichen Herstellern und in unterschiedlichen Graden der Empfindlichkeit auf dem Markt. Jede Drogerie, jede Apotheke und zahlreiche Supermärkte führen die Tests. Schau Dir die HCG Tabelle auf der Packung an, wenn Du wissen willst, wie empfindlich der Schwangerschaftsfrühtest ist.

Oft zeigen die Tests schon bei einer geringen Konzentration von 10 mIU/ml HCG im Urin an, dass Du schwanger bist. Die Abkürzung mIU steht für milli International Units und wird je Milliliter Urin gemessen. Andere Frühschwangerschaftstests reagieren erst ab Konzentrationen von 20 mIU/ml.

Der klassische Schwangerschaftstest reagiert dagegen erst ab 25 mIU/ml. Wie zuverlässig ist der Frühschwangerschaftstest? Und ab wann kannst Du diesen Test machen?

HCG Tabelle gibt Aufschluss über die Zuverlässigkeit

Wie sicher ist ein Schwangerschaftstest, vor allem ein Frühschwangerschaftstest? Je empfindlicher der Test ist, desto sicherer kannst Du Dich auf das Ergebnis verlassen. So zumindest die Theorie. Du solltest natürlich auch darauf achten, dass der klassische Teststreifen vorhanden ist.

Manchmal sind die auf chemischen Indikatoren basierenden Tests fehlerhaft. Deshalb haben die meisten Schwangerschaftstests zwei Testfelder. In dem einen Feld sollte sich immer und auf jeden Fall ein kleiner Streifen (manchmal auch ein Balken) verfärben.

Das zeigt an, dass der Test funktioniert und Dein Urin tatsächlich bis in das Testfeld in den Streifen eingezogen ist. Nur im zweiten Testfeld reagiert der Test auf HCG. Erscheint hier ein Streifen, ist in Deinem Urin HCG vorhanden.

Erscheint kein Streifen, ist der HCG Wert zu niedrig, um erfasst zu werden, oder Du bist nicht schwanger und es ist kein HCG in Deinem Urin vorhanden. In welcher Schwangerschaftswoche der HCG Wert wie hoch ist, zeigt Dir die HCG Tabelle. Allerdings basiert diese HCG Tabelle auf Durchschnittswerten, auf Erfahrungswerten.

Dein Körper ist individuell, und Dein Hormonhaushalt ist es ebenfalls. Manche Frauen produzieren schon in der Frühschwangerschaft sehr viel von dem Hormon, bei anderen läuft die HCG Produktion nur langsam an oder bleibt niedrig. Deshalb bietet Dir die HCG Tabelle auch nur Anhaltspunkte.

Ist jeder Schwangerschaftstest gleich?

Die Funktion ist bei jedem Schwangerschaftstest gleich, und auch der Frühschwangerschaftstest funktioniert immer nach dem gleichen Prinzip. Allerdings hast Du die Wahl zwischen Teststreifen und Testkassetten, die beide analog funktionieren. Daneben gibt es Tests mit einer digitalen Anzeige. Alle Tests messen den HCG Wert im Urin.

Digitale Tests kannst Du im Normalfall nur einmal verwenden. Beim Frühschwangerschaftstest findest Du dagegen meist mehrere Teststreifen in der Packung, so dass Du mehr als einmal einen Schwangerschaftstest machen kannst. Das ist bei den kleinen Kassetten ebenfalls der Fall.

Teststreifen und die kleinen digitalen Tests hältst Du kurz beim Urinieren in den Strahl. Bei der Kassette liegt eine Pipette bei, mit der Du einige Tropfen Urin aufnimmst und auf die entsprechen gekennzeichneten Testfelder gibst.

Die wichtigste Frage: Ab wann ist der Schwangerschaftstest sinnvoll?

Das Hormon HCG bildet Dein Körper nur während der Schwangerschaft. Etwa eine Woche nach der erfolgreichen Befruchtung (wenn also Samen und Eizelle verschmolzen sind) nistet sich die Zygote in der Gebärmutter ein. Zwei Tage nach dem Einnisten beginnt der Embryo, HCG zu bilden.

Vorher ist der Schwangerschaftstest sinnlos, denn die bereits bestehende Schwangerschaft kann nicht nachgewiesen werden. Ab wann ist also ein Schwangerschaftstest machbar oder zuverlässig? Natürlich erst ab dem Zeitpunkt, wenn das Hormon HCG produziert wird. Übrigens wird das Hormon tatsächlich vom Embryo gebildet, auch wenn immer von Deinem Körper die Rede ist.

HCG wird gebildet, weil damit der Gelbkörper stimuliert wird. Der Gelbkörper beginnt dann, Progesteron und Östrogen zu produzieren. Diese beiden Hormone signalisieren der Gebärmutterschleimhaut, dass eine Schwangerschaft vorliegt. Von einer Gelbkörperschwäche ist dann die Rede, wenn zu wenige Hormone produziert werden.

Damit wird die Monatsblutung verhindert, so dass sich der Embryo entwickeln kann. Laut HCG Tabelle verdoppelt sich der HCG Wert alle zwei Tage. Aber auch hier gibt die HCG Tabelle nur durchschnittliche Werte an.

Laut HCG Tabelle steigt der Wert sehr schnell

Zehn Tage nach der Befruchtung der Eizelle liegt der HCG Wert laut HCG Tabelle bei im Schnitt 2 mIU/ml. Vier Tage später, also zwei Wochen nach der Befruchtung, gibt die HCG Tabelle den Wert mit 34 mIU/ml an, und nach einer weiteren Woche soll der Wert laut HCG Tabelle bei 260 mIU/ml liegen. Der Höchststand ist in der zwölften Schwangerschaftswoche erreicht.

Ab wann ist der Schwangerschaftstest zuverlässig? Ab dem zehnten Tag nach der Befruchtung ist überhaupt erst HCG im Urin vorhanden. Laut HCG Tabelle liegt der Wert dann allerdings noch bei 2 mIU/ml, ist also unter dem Wert, der für einen zuverlässigen Nachweis der Schwangerschaft benötigt wird.

Ein Frühschwangerschaftstest kann so geringe Werte nicht messen. Daher solltest Du wenigstens zwei Tage länger warten, bevor Du einen Frühschwangerschaftstest machst. Da Dein Körper sich nicht zwangsläufig an die Durchschnittswerte und die HCG Tabelle hält, bist Du allerdings auch dann noch nicht auf der sicheren Seite.

Ist der Schwangerschaftstest am zehnten oder zwölften Tag nach der Befruchtung positiv, bist Du sicher schwanger. Ist er negativ, solltest Du gegebenenfalls zwei bis vier Tage später noch einmal einen Schwangerschaftstest machen.

Macht ein Frühschwangerschaftstest überhaupt Sinn?

Wenn Du den Schwangerschaftsfrühtest erst am vierzehnten Tag nach er Befruchtung mit einem wirklich sicheren Ergebnis machen kannst, macht es dann überhaupt Sinn, einen Frühschwangerschaftstest zu machen? Oder kannst Du einen ganz normalen, klassischen Schwangerschaftstest machen? Tatsächlich ist der Schwangerschaftsfrühtest sinnvoll.

Der Unterschied liegt in der Empfindlichkeit des Tests. Während der klassische Schwangerschaftstest in der Regel ab 25 mIU/ml HCG im Urin eine Schwangerschaft anzeigen kann, ist der Frühschwangerschaftstest empfindlicher und kann bereits ab 10 mIU/ml HCG im Urin eine Schwangerschaft zuverlässig anzeigen.

Vor allem dann, wenn Du tatsächlich schwanger werden willst, ist jeder Tag der Unsicherheit quälend. Der Frühschwangerschaftstest kann also nicht nur früh, sondern bei einer niedrigen Hormonproduktion auch später noch zuverlässig eine Schwangerschaft anzeigen, wenn der klassische Schwangerschaftstest versagt.

Trotzdem musst Du natürlich nach der Befruchtung der Eizelle einige quälende Tage lang warten: Erst am fünften Tag vor dem errechneten Einsetzen Deiner Periode ist der Test überhaupt in der Lage, eine Schwangerschaft festzustellen.

Und selbst zu diesem Zeitpunkt ist ein negativer Test nicht zuverlässig, denn vielleicht ist die Hormonproduktion einfach noch zu schwach. Übrigens kann ein falsch-negativer Frühschwangerschaftstest auch auf einen nicht korrekt berechneten Eisprung zurückzuführen sein. Bei einem negativen Test ist es immer sinnvoll, den Test ein paar Tage später noch einmal zu machen.

Einige Gründe sprechen gegen den Frühschwangerschaftstest

Der frühe Zeitpunkt, zu dem der Test gemacht werden kann, hat auch Schattenseiten. Ein negatives Ergebnis kann psychisch stark belasten. Wenn Du nun weißt, dass gerade der Schwangerschaftsfrühtest oft falsch-negative Ergebnisse generiert, kann Dich so ein negatives Ergebnis auch in ein tiefes Loch fallen lassen und belasten.

Wartest Du einfach eine paar Tage länger, ist der Test zuverlässiger. Falsch-positive Ergebnisse gibt es ohnehin nicht. Jede Schwangerschaft ist im sehr frühen Stadium noch instabil. Es gibt tausende Gründe, warum der Körper den Embryo abgehen lassen kann.

Sehr, sehr häufig kommt es vor, dass bei den ersten Zellteilungen „Fehler“ passieren, dass der Embryo aus dem einen oder anderen Grund nicht lebensfähig ist, sich nicht richtig einnistet oder an einer falschen Stelle einnistet. In solchen Fällen bricht der Körper die Schwangerschaft selbständig ab, bevor größere Mengen HCG produziert werden.

Mit einem klassischen Schwangerschaftstest bekommst Du davon gar nichts mit, denn Deine Periode setzt ungefähr zum gewohnten Zeitpunkt ein. Machst Du schon einige Tage vor dem voraussichtlichen Einsetzen Deiner Periode einen Frühschwangerschaftstest, ist ein positives Ergebnis natürlich sehr erfreulich.

Aber wie fühlst Du Dich, wenn dann doch Deine Menstruation einsetzt wie geplant? Der Schwangerschaftstest lügt nicht – die Schwangerschaft hat tatsächlich bestanden, und Du hast das Kind verloren.

Viele Frauen machen sich dann schwere Vorwürfe. Sie führen den Abgang des Embryos auf ungesunde Ernährung, zu viel oder zu wenig Sport, zu viel oder zu wenig Stress zurück. Sie geben sich selbst die Schuld für den Abbruch.

Auch das geht mit einer hohen psychischen Belastung einher, die unter Umständen so schwer ist, dass eine erneute Schwangerschaft verhindert wird. Die Fakten dazu: 80 % aller Fehlgeburten passieren in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen, davon der weitaus größte Anteil in den ersten drei Wochen.

Das sind genau die Wochen, in denen der Frühschwangerschaftstest schon angewendet werden kann, der klassische Test aber aufgrund der niedrigeren Empfindlichkeit noch kein positives Ergebnis generieren kann.

Frühschwangerschaftstest ist problematisch bei künstlicher Befruchtung

Bei einer künstlichen Befruchtung müssen manchmal zur Stimulation der Eizellenreifung Medikamente mit HCG verabreicht werden. Diese Medikamente enthalten unterschiedlich hohe Mengen des Hormons.

Wenn Du bei einer künstlichen Befruchtung solche Medikamente vorbereitend genommen hast, solltest Du auf die HCG Tabelle achten: Wie hoch waren die Medikamente dosiert? Du wirst das enthaltene HCG auf jeden Fall mit dem Urin ausscheiden.

Ein Frühschwangerschaftstest reagiert schon auf kleinste Mengen des Hormons. Es kann also gut sein, dass Du in diesem Fall ein falsch-positives Ergebnis bekommst. Die künstliche Befruchtung stellt also ein Sonderfall dar – wirst Du auf natürlichem Weg schwanger, gibt es eigentlich keine falsch-positiven Ergebnisse.

Fazit: Schwangerschaftstest besser nicht zu früh machen

Der Frühschwangerschaftstest sollte in seiner empfindlichsten auf dem Markt verfügbaren Form ab dem 10. Tag nach der Empfängnis eine Schwangerschaft zuverlässig anzeigen. Soweit zumindest in der Theorie. In der Praxis ist es besser, zwölf bis vierzehn Tage nach der Befruchtung den Test durchzuführen.

Wenn Du große Hoffnungen oder Ängste bezüglich des Testergebnisses hast, kann es auch besser sein, noch länger zu warten. Denn der Frühschwangerschaftstest generiert häufig falsch-negative Ergebnisse.

Das liegt daran, dass der menschliche Körper eben nicht wie ein Uhrwerk funktioniert, dass Du den Zeitpunkt des Eisprungs und der Befruchtung nicht genau vorhersagen kannst. Ein Ovulationstest kann helfen.

Aber es bleibt eine kleine Unsicherheit, denn wie viel HCG Dein Körper wann genau produziert, ist immer noch individuell verschieden. Die HCG Tabelle gibt einen Hinweis, wie hoch genau der HCG Wert zu welchem Zeitpunkt der Frühschwangerschaft sein sollte. Aber auch das ist kein garantierter Wert.

Dazu kommt eine weitere Unsicherheit: Viele Schwangerschaften kommen zwar zustande, werden vom Körper selbst aber frühzeitig abgebrochen. Ein Frühschwangerschaftstest stellt die Schwangerschaft fest, aber unter Umständen geht der Embryo ab – nach nur einer Woche oder zwei Wochen.

Mit einem konventionellen Schwangerschaftstest kannst Du zu so einem frühen Zeitpunkt noch gar kein zuverlässiges Testergebnis erhalten und sparst Dir die belastende Situation.

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