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Entwicklung und Förderung des Kleinkinds

Durchschlafen bei Kleinkindern: ein Reifungsprozess im Gehirn

Babys schlafen anders als wir Eltern. Ihr Wechsel zwischen den Schlafphasen (Tiefschlaf und Traumphasen) ist viel kürzer, sie fallen also […]

Durchschlafen bei Kleinkindern: ein Reifungsprozess im Gehirn

Durchschlafen bei Kleinkindern: ein Reifungsprozess im Gehirn

Babys schlafen anders als wir Eltern. Ihr Wechsel zwischen den Schlafphasen (Tiefschlaf und Traumphasen) ist viel kürzer, sie fallen also schneller in den erholsamen Tiefschlaf als wir. Deshalb gilt für ein Baby im ersten Jahr auch ein kontinuierlicher Schlaf von sechs Stunden schon als Durchschlafen!

Durchschlafen: Babys Schlaf ist anders

Mal wieder Geschrei im Babyphone – Schläft das eigene Kind noch immer nicht durch, sind die Empfehlungen zu Schlaftrainings oft nicht weit. Erschöpfte Eltern möchte ich aber bitten, ihre Kinder nicht allein zu lassen, sondern ihnen bei ihrer Entwicklung auch nachts noch liebevoll zur Seite zu stehen. Denn Durchschlafen ist nicht trainierbar, sondern ein Reifeprozess des Gehirns. Zum Trost für all die Eltern mit Schlafdefiziten sei gesagt: Beim Durchschlafen ist keinesfalls die Rede davon, dass Kinder von acht bis acht durchschlafen, sondern von sechs Stunden am Stück!

Die Schlafforschung hat auf jeden Fall ergeben, dass erst gewisse Entwicklungsprozesse im Gehirn für eine gleichmäßige Verteilung und einen fließenden Übergang zwischen diesen Phasen sorgt. Ohne wachen Kinder bei jedem Wechsel auf anstatt durchgehend zu schlafen. Und beim Wachsen neuer Zähne oder anderer Ausnahmesituationen ist an ein Durchschlafen schon mal gar nicht zu denken!

Der Zusammenhang zwischen Schlafbedarf und Durchschlafen

Sowieso variiert auch das gesamte Schlafbedürfnis extrem: zwischen knapp zehn Stunden pro Tag inklusive der Tagsschlafe und 20 Stunden liegt die Streubreite der benötigten Schlafstunden für Kinder von 0-24 Monate. Deshalb sollte bei Kindern, die nachts nicht nur einfach Aufwachen und Trost oder etwas zu Trinken brauchen, sondern statt durchzuschlafen spielen und stundenlang wach bleiben, überlegt werden, ob sie vielleicht insgesamt zu lange im Bett liegen?

Zum annähernden Durchschlafen benötigt mein Kleiner mit knapp zwei Jahren zur Zeit zum Beispiel nur eine Stunde Schlaf zum Mittag und nachts etwa 9,5 Stunden! Würde ich ihn also früher ins Bett legen, “weil Kinder eben um acht schlafen gehen sollen”, ihn aber trotzdem erst um sieben wecken, um zur Kita zu gehen, wäre er nachts etwa ein bis zwei Stunden wach.

 

Babys Durchschlafen könnte auch gefährlich sein!

Einige Forscher behaupten auch, dass nicht durch zu schlafen eine Art Sicherheitsvorkehrung für die Kleinsten ist. Je jünger Kinder sind, desto häufiger haben sie nachts noch Atemaussetzer. Bis zu 15 Sekunden den Atem auszusetzen ist wohl noch normal, länger kann es aber – je nach Sauerstoffgehalt im Blut – gefährlich werden. Der plötzliche Kindstod lauert! Statt also erstickt weiter zu dämmern (oder “endlich durchzuschlafen!”), wachen Babys auf und atmen bewusst weiter.

Das sei in Tierversuchen festgestellt worden. Die Fähigkeiten bei solchem Alarm aufzuwachen, wird geringer, wenn das Baby zu warm eingepackt ist, es Fieber hat oder es sauerstoffarme Luft schon vorher geatmet habe (z.B. Bauchlage, Decke überm Kopf). Mehr Informationen dazu bietet unter anderem rabeneltern.org unter diesem link.

Fazit

Durchschlafen sollte nicht erwartet werden, sondern es sollte sich mit dem Schlafverhalten des Kindes eingerichtet werden. Auf keinen Fall darf den Ratgebern zum Schlafenlernen geglaubt werden, wie sehr sie auch propagiert werden (hier etwa im Focus). Immerhin hat dieser Artikel auch zum Inhalt, dass nur 50% der Kinder bis zwei Jahre durchschlafen und noch 38% aller Kinder bis drei nachts zu ihren Eltern krabbeln. Ist doch tröstlich, wir sind nicht allein!

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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