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Schwangerschaft



Schwangerschaft

 

Ich bin schwanger! Dieser Satz löst nicht nur enorme Freude aus, auch stellen sich schnell viele Fragen und oft bekommt man auch etwas Angst. Wie wird die Schwangerschaft verlaufen? Worauf muss ich alles achten? Wie bereite ich mich optimal auf die Geburt vor? Fragen über Fragen häufen sich in Deinen Gedanken. Aber keine Panik! Gerne helfen wir Dir mit vielen Infos und Artikeln rund um Schwangerschaft, Babys, Geburt und Co.

Was bedeutet Schwangerschaft?

Als Schwangerschaft versteht man die Zeit zwischen der Befruchtung der Eizelle im Körper einer Frau und die Geburt des Babys. Durchschnittlich dauert sie etwa 38 Wochen. Nach der Befruchtung bis zur 8. Schwangerschaftswoche wird das wachsende Kind als Embryo bezeichnet. Ab der neunten SSW bilden sich die inneren Organe aus und die Bezeichnung Fetus wird verwendet.

Erste Anzeichen einer Schwangerschaft

Spätestens wenn die Regelblutung ausbleibt, kann dies als erstes Anzeichen einer Schwangerschaft gedeutet werden. Hier kann ein Schwangerschaftstest schnell für Gewissheit sorgen. Zwei Tage nach dem Ausbleiben kann ein Urintest meist schon die Frage nach der Befruchtung beantworten. Handelsübliche Schwangerschaftstests sind meist bis zu 99% sicher. Auch körperliche Anzeichen wie Übelkeit, Heißhunger, Ziehen in den Brüsten, Müdigkeit und häufiger Harndrang sind oft die ersten Boten der hormonellen Umstellung. Da die Schwangerschaftsanzeichen von Frau zu Frau verschieden sind, sollte ein Arzt die Vortests mit Blutuntersuchung und Ultraschall komplett bestätigen.

Verlauf der Schwangerschaft

Äußerlich verändert sich der Körper in den ersten Schwangerschaftswochen noch nicht sehr viel. Doch mit dem Augenblick der Befruchtung ändern sich die Hormonverhältnisse im gesamten Organismus. Der Körper der Frau passt sich in kurzer Zeit den neuen Anforderungen an. So stellt das mütterliche Blut alle notwendigen Nährstoffe für die Bildung des Mutterkuchens bereit. Um den wachsenden Embryo versorgen zu können, erhöht sich der Stoffwechsel der Frau um etwa 20%. Auch ihr Blutplasma nimmt zwischen 30 und 40% zu.

Nicht nur körperlich, auch gefühlstechnisch werden einige Änderungen auf Dich zukommen. Zunächst produziert die Plazenta mit den Eierstöcken unterschiedliche Hormone. Östrogen, HCG und Progesteron regulieren verschiedene körperliche Vorgänge, lösen aber gleichzeitig eine Reihe Gefühle aus. So sind Gefühlsschwankungen und ständiges Auf und Ab völlig normal – aber oft anstrengend. Aber keine Sorge: Meist stabilisiert sich die hormonelle Situation im zweiten Schwangerschaftsdrittel und Du wirst wieder ausgeglichener.

Im zweiten Schwangerschaftsabschnitt verschwinden meist auch Übelkeit und Heißhunger. In Verbindung mit der Hormonstabilisierung wird diese Zeit meist als sehr angenehm empfunden. Auch das Risiko einer Fehlgeburt ist nun wesentlich geringer und viele Frauen können sich jetzt besser entspannen. Hinzu kommen die ersten Bewegungen des Fötus. Spontane Bewegungen von Kopf, Armen und Beinen lassen das Mutterherz gleich leuchten.

Bis zum dritten Schwangerschaftsabschnitt sind nun schon deutliche Veränderungen eingetreten. Die große Kugel und die größeren Brüste bringen schon mal Rücken-, Fuß- und Gelenkschmerzen mit sich. Zusätzliches Gewicht ist auch durch Wassereinlagerungen in Armen und Beinen bedingt. Das Baby ist jetzt zwar noch nicht ausgereift, könnte aber unter Umständen als Frühchen bereits überleben.

Im letzten Trimester hat Dein Baby ein Gewicht zwischen 2,5 und 3 Kilo. Du hast wahrscheinlich etwa 10 bis 15kg zugenommen. Gegen Ende der 36. SSW tritt der Kopf des Kinds in das kleine Becken ein und die Gebärmutter senkt sich nach unten. Nun hat das Kind bereits die richtige Geburtslage mit dem Kopf nach unten. Da Dein Nachwuchs nun weniger Platz hat, fallen ihm Drehungen, Tritte und Bewegungen wesentlich schwerer.

In den Wochen vor der Schwangerschaft nimmt das Baby an Gewicht zu und wiegt in der Regel zwischen 2800g und 4000g. Meist misst ein gesund entwickeltes Kind bei der Geburt ca. 48cm bis 54cm. Die Geburt kündigt sich mit dem Einsetzen der Eröffnungswehen an. Diese sind daran zu erkennen, dass etwa alle 10 Minuten über einen Zeitraum von einer bis zwei Stunden Wehen mit der Dauer von 30 bis 60 Sekunden auftreten.

Beschwerden in der Schwangerschaft

Da sich die Gebärmutter im Verlauf der Schwangerschaft immer weiter dehnt, haben andere Organe weniger Platz. So auch der Magen- und Darmtrakt. Die Folgen sind häufig Magen- und Verdauungsprobleme wie Völlegefühl und saures Aufstoßen. Auch Hormone spielen zusätzlich eine Rolle. Gegen Sodbrennen kann morgens ein Stück Zwieback helfen, sowie gelegentlich ein paar Mandeln zu kauen. Neben Pflaumen- und Apfelsaft regen auch Spaziergänge die Darmtätigkeit an.

Um den Bauch auszugleichen gehen viele Frauen sehr ins Hohlkreuz. Hier kann das richtige Verhältnis zwischen Bewegung und Entspannung mögliche Rückenschmerzen vorbeugen. Besonders bieten sich Gymnastik und Schwimmen für eine schnelle Minderung an. Zurzeit werden auch Yogakurse speziell für Schwangere angeboten. Auch können Stillkissen zum Schlafen verwendet werden. Dadurch kann die perfekte Schlafposition ausgerichtet werden.

Schwangerschaftsstreifen

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper enorm und häufig bleiben später Spuren dieser Zeit. Bei Schwangerschaftsstreifen handelt es sich um Dehnungsblutergüsse, die bei einer schnellen Gewichtszunahme auftreten. Um diese vorzubeugen empfiehlt sich eine gesunde Ernährung, um nicht sehr schnell zuzunehmen. Außerdem kann die Haut durch Ölmassagen, regelmäßige Bewegung und Kalt-Warm-Reize unterstützt werden. Trockene Haut neigt eher zum Einreißen als eine, die gut mit Feuchtigkeit ausgestattet ist.

Auch nach der Schwangerschaft helfen Pflegeprodukte, die Haut wieder zu beruhigen. Allerdings können Dehnungsstreifen ohne Eingriffe nur in Maßen zurückgebildet werden. Bei extremen Überdehnungen können dann Laserbehandlungen, Mikrodermabrasion und Micro-Needling helfen. Für eine umfangreichere Information kannst du den Artikel Schwangerschaftsstreifen – was kann ich dagegen tun lesen.

Ernährung in der Schwangerschaft

Die Faustregel besagt, dass der Frauenkörper in der Schwangerschaft im Durchschnitt etwa 250 Kalorien täglich mehr benötigt als zuvor. Dies bedeutet aber auch, sich nicht jeden Tag einen Burger oder eine Pommes zu essen. Denn „für 2 essen“ sollte nicht für 2 Erwachsene stehen und wird gerne als Ausrede für eine fett- und zuckerhaltige Ernährung benutzt.

Daher ist die beste Möglichkeit, sich nach wie vor gesund zu ernähren und lediglich rund 250 Kalorien zusätzlich aufzunehmen. Viel Obst und Gemüse versorgt Dich und Dein Baby rundum. Fertigprodukte und verarbeitete Nahrungsmittel sollten dagegen vermieden werden, da sie kaum über Nährstoffe verfügen. Wenn Frau aber besonders Lust auf etwas ganz Bestimmtes hat, was vielleicht aber nicht in die sonst gesunde Ernährungsweise passt: Iss es trotzdem! Du musst nicht auf Gelüste und die Befriedigung verzichten. Iss auf was du Lust hast – nur eben in Maßen und nicht durchgehend. Lediglich auf Innereien, nicht durchgegartes Fleisch, rohe Eier und roher Fisch und nicht pasteurisierte Milchprodukte sollte immer verzichtet werden. Durch regelmäßige Blutkontrollen kann Dir Dein Arzt stets mitteilen, ob Du genug Nährstoffe und Mineralien zu Dir nimmst.

Übrigens ist eine vegetarische oder vegane Ernährung in der Schwangerschaft genauso möglich. Du musst nur ein paar Dinge mehr beachten. Lese dazu den ausführlichen Artikel hier.

Gesundheit in der Schwangerschaft

Untersuchungen

Damit es Dir und Deinem Kind immer rund um gut geht, gibt es einige Untersuchungen, die dies sicherstellen können. Vorsorgechecks und zusätzliche Tests kann man beim Frauenarzt durchführen lassen. Bei Blutuntersuchungen können besonders Mangelerscheinungen und Erreger diagnostiziert werden. Diese Tests gehören zur Routineuntersuchung und sind kostenlos.

In der Regel werden alle 4 Wochen gynäkologische Untersuchungen durchgeführt. Durch vaginale Untersuchungen, Gewichtsmessungen, Kontrollen der kindlichen Herztöne, Blutdruckmessungen und Urin Tests gehören zum Standartprozedere. So können Schwankungen im Gesundheitszustand der Mutter und des Kindes überwacht werden.

Auch gehören die Ultraschalluntersuchungen zur Routine während der Schwangerschaft. Hier steht besonders die Gesundheit und Entwicklung des Kindes im Vordergrund. Auch kann zu Beginn die Schwangerschaft bestätigt werden. Später erkennt man auch das Geschlecht des Babys.

Durch rohes Fleisch, ungewaschenes Gemüse und Katzen können Toxoplasmose-Erreger übertragen werden. Ein Test kann Schäden beim ungeborenen Kind hervorrufen, während eine Infektion bei Erwachsenen meist unbemerkt bleibt. Dieser Test kostet meist 50€ und führt zu weiteren Untersuchungen, da das Ergebnis nicht aussagekräftig genug ist.

Ein kostenloser Zuckertest wird der Frau um die 22. Schwangerschaftswoche angeboten, um Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen.

Genetische Veränderungen können durch Fruchtwasseruntersuchungen festgestellt werden. Hier belaufen sich die Kosten allerdings auf etwa 300 bis 500€ und stellen ein Risiko für das Kind da. Die Entnahme kann das Baby verletzen und im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen. Allerdings liegt hier das Risiko bei 0,5%.

Bei der Nackentransparenzmessung kann zwischen der 11. Und 14. SSW Flüssigkeit in der Nackenregion des Kindes gemessen werden. Hier kann man unter Umständen feststellen, ob das Kind eine Chromosomenstörung, wie Trisomie 21 hat. 100 bis 250€ kostet diese Untersuchung.

Wasser in den Beinen

Während der Schwangerschaft leiden werdende Mütter häufig unter Wassereinlagerungen. Ödeme kommen besonders in den Beinen vor. Frauen, die viel sitzen oder stehen, bemerken die Einlagerungen häufig am Ende des Tages oder bei warmen Wetter. Unterschenkel, Knöchel und Füße können hierbei sehr anschwellen. Auch in Gesicht, Händen und Armen können Wassereinlagerungen auftreten.

Meist sind Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft völlig normal und kein Grund zur Sorge. Durch Hormone werden Blutgefäße geweitet und sind dann lockerer als zuvor. Da das Blutvolumen während der Schwangerschaft steigt, muss dies auch durch den Körper gepumpt werden. Da tut sich der Körper schon mal etwas schwerer, das Blut aus den unteren Regionen wieder hoch zu pumpen. So setzt sich im Bindegewebe zusätzlich Flüssigkeit ab. Daher kann es auch zu Krampfadern und Besenreißern kommen.

Vermeiden könnt ihr die unangenehmen, aber meist ungefährlichen Einlagerungen, indem ihr nicht zu lang sitzt oder steht. Treten allerdings noch weitere Beschwerden wie hoher Blutdruck, Kopfschmerzen, Schwindelattacken und Augenflimmern auf, sollte unbedingt eine ärztliche Untersuchung ausgemacht werden. Diese Anzeichen deuten auf eine Schwangerschaftsvergiftung.

Auf Entwässerungskuren und salzarmer Ernährung, sowie Medikamente sollten Schwangere verzichten. Eine gesunde Schwangerschaft zeichnet sich durch eine nährstoffreiche Ernährung aus mit hoher Flüssigkeitszufuhr. Durch Kuren werden Mutter und Kind häufig Nährstoffe entzogen und sind somit nicht für Schwangere geeignet.

Nach der Geburt

Die ersten Stunden nach der Geburt sind meist überwältigend für die frischgebackenen Eltern. Besonders nach der Anstrengung der Geburt ist das Halten des Babys für die Mutter ein ganz bedeutender Moment. Bereits im Kreissaal haben sie den ersten Kontakt außerhalb des Körpers. Das Baby muss sich nach dem warmen, schützenden Körper der Mutter erst einmal an die neuen Gegebenheiten wie Schwerkraft, Licht, Kälte, Hunger und Durst gewöhnen. Damit sich die Lungenbläschen richtig entfalten, sind zunächst ein paar Atemzüge notwendig.

Meist legt die Hebamme noch vor oder direkt nach dem Abnabeln das Baby auf die Brust der Mutter. Mit einem warmen Tuch bedeckt kann es den gewohnten Herzschlag der Mutter hören, die Wärme spüren und bereits jetzt eine innige Bindung außerhalb des Körpers aufbauen. Meist sind die vorher erlebten Schmerzen der Geburt in diesem Moment so zweitrangig, dass sie nicht mehr als so schlimm empfunden werden. Mutter und Kind können sich nun das erste Mal nach dem Geburtserlebnis ausruhen.

Mit der Nabelklemme wird die Schnur zwischen Kind und Mutter durchtrennt. Aus ein paar Tropfen Blut aus der Nabelschnur wird dann der PH-Wert des Kindes ermittelt und informiert über die Sauerstoffversorgung vor und während der Geburt.

Arzt und Hebamme überprüfen dann den gesundheitlichen Stand des Babys. Dabei wird die Atmung, der Herzschlag, Muskel- und Bewegungsfunktionen und Reflexe überprüft. Nun hat die Familie einige Momente für sich und einem ersten Kennenlernen mit Papa steht nichts entgegen.

Die Hebamme nimmt dann das Baby nochmal genauer unter die Lupe. Sie überprüft Gesichtsmerkmale, Körperproportionen und Schädelnähte. Weiterhin tastet sie Brust, Bauch und Wirbelsäule ab, zählt Finger und Zehen und schaut sich Geschlechtsorgane und Darmausgang an. Nachdem der Schädelumfang gemessen und die Greifreflexe getestet sind, bekommt das Baby ein Namensschild ums Handgelenk und schon geht es zurück zur neuen Familie. Beim Baden und Anziehen darf oftmals der Vater helfen, während sich die Mutter noch ausruhen kann. In der Regel bleiben Mutter und Kind noch ein bis zwei Stunden zur Beobachtung im Kreißsaal. Die Hebamme gibt jetzt meist noch ein paar Tipps, z.B. zum richtigen Stillen. Wenn es Mutter und Kind gut geht, spricht nichts dagegen, nach der Geburt nach Hause zu fahren. Außer wenn das Baby per Kaiserschnitt geboren wurde, sollten Ärzte die Entscheidung zur Entlassung treffen.

Und damit ist die Schwangerschaft komplett abgeschlossen und Eurem Familienleben steht nichts mehr entgegen.

 

Quellen

www.medizin-netz.de/die-normale-schwangerschaft/

www.lecturio.de/lexikon/schwangerschaft