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Familie & Erziehung

Diese Auswirkung haben Casting-Shows wie „The Voice Kids“ auf Kinder

„Du hast so schön gesungen, bitte komm in mein Team!“ Oder „Ich kann noch was von dir lernen!“ sind die […]

Kinder-und-Casting-Shows

„Du hast so schön gesungen, bitte komm in mein Team!“ Oder „Ich kann noch was von dir lernen!“ sind die Standard-Sätze bei der Casting-Show „The Voice Kids“. Hier treten Kinder zwischen 8 und 14 Jahren auf und zeigen, wie auch bei „The Voice of Germany“ ihre schönen Stimmen. Wenn sie die Juroren überzeugen, drücken diese ihren roten Knopf und „battlen“ sich dann (mit den oben genannten Standardsätzen) um die kleinen Kandidaten.

Doch, wie auch bei anderen Casting-Shows kann es auch bei „The Voice Kids“ nur einen Gewinner oder eine Gewinnerin geben – ergo, der Rest der kleinen Bewerber und Bewerberinnen wird zwangsläufig verlieren. Dass diese Enttäuschung fatale Folgen für die Psyche der Kinder, auch noch lange nach der Sendung haben kann, ist vielen nicht bewusst.

Schein und Sein – Enttäuschung ist vorprogrammiert

Natürlich sehen Kinder nicht, dass es sich bei Casting-Shows um inszenierte Sendungen handelt. Sie können meist nicht einschätzen, was es heißt, öffentlich vermarktet und zur Show gestellt zu werden.

Abgesehen davon übt es natürlich enormen Druck und Stress auf die Kinder aus, vor einem Millionenpublikum zu stehen und zu singen. Paula Honkanen-Schobert, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, trifft es auf den Punkt, wenn sie über „The Voice Kids“ sagt:

„Casting-Shows produzieren sehr viele Verlierer, und nur einer kann gewinnen. Aber Kinder sollen ja individuell ihre Stärke zeigen. In diesem Konzept ist die Enttäuschung vorprogrammiert.“

Das trifft ebenfalls auf andere Sendungen dieser Art zu. Von „Germany’s Next Top Model“ und dessen Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein von Mädchen möchte ich hier gar nicht erst anfangen.

Deshalb sollten Eltern Ihre Kinder nicht zu Casting-Shows schicken

Klar, man möchte als Eltern die Wünsche der Kinder unterstützen. Abgesehen davon bin ich mir sicher, dass bestimmt die ein oder anderen Eltern ihren eigenen Wunsch nach Ruhm auf Ihre Kinder projizieren, die dann zu solchen Casting-Shows geschickt werden.

Kinder verlieren bei sowas leicht den Realitäts-Bezug und denken wirklich, dass sie dadurch endlich berühmt werden. Aber jetzt mal ehrlich – welcher Gewinner irgendeiner „The Voice of Kids“ hat es wirklich geschafft? Also ich meine wirklich. Ich kann mich zumindest an keinen erinnern.

Dem Gewinner oder der Gewinnerin wird übrigens ein Ausbildungsvertrag über 15.000 € versprochen, ebenso ein Plattenvertrag. Die Eltern dürfen dann darüber entscheiden, ob dieser angenommen wird oder nicht.

Und was ist mit der Schule? Da wird dann wohl in kauf genommen, das Schuljahr noch einmal zu wiederholen. Wenn sie wieder kommen, sie die Teilnehmer bekannt wie ein bunter Hund – und können wahrscheinlich nicht mal ungestört über den Schulhof laufen.

Dieses Erlebnis hat auf jeden Fall einen Einfluss auf die Kindheit und braucht Verarbeitungszeit – das sollte und darf man als Eltern nicht unterschätzen.

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Über Kim Riehl

Kim ist 29 Jahre alt und wohnt mit ihrer einjährigen Tochter Mila in Mainz. Sie gehen regelmäßig gemeinsam zum Babyschwimmen oder bauen Sandburgen im Sandkasten. Wenn die Autorin nicht gerade für den Elternkompass schreibt, liebt sie es zu fotografieren.

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