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Geburt



Die Geburt

Vom Schwangerschaftstest bis zur Entbindung: Die Neun Monate sind fast um und die Geburt steht vor der Tür! Dies kann schon mal große Vorfreude auslösen, endlich den kleinen Menschen kennenzulernen. Aber auch Panik steigt auf! Damit Du bestens auf die Ankunft deines Nachwuchses vorbereitet bist, haben wir Dir alle wissenswerten Artikel zusammengestellt.

 

Vorbereitung auf die Geburt

Verschaffe Dir zunächst einen Überblick, welche Möglichkeiten Du hast, um Dir und deinem Baby die Geburt so angenehm wie nur möglich zu machen. Viele Krankenhäuser, Arztpraxen und Geburtshäuser bieten eine ambulante Entbindung an. Meist kannst du wenige Stunden nach der Geburt dein Baby mit nach Hause nehmen.

Packe vorher eine Tasche, die Du immer griffbereit hast. So bist du stets vorbereitet. Darin enthalten sollten relevante Unterlage, wie der Mutterpass, die Krankenversicherungskarte, ein Allergieausweis und ggf. noch der Personalausweis sein.

Bequeme Kleidung sollte ebenfalls nicht fehlen. Hier bieten sich besonders kuschelige Pyjamas an, die vorne aufgeknöpft werden können. Unterwäsche, Socken und Hausschuhe tragen zum Wohlfühlen bei.
Ob Du sie im Endeffekt brauchen wirst oder nicht, aber mit Zahnbürste, Haarbürste, Haargummi, Handtuch und Waschlappen im Gepäck fühlst Du dich wesentlich besser.

Für kleine Energielieferanten eignen sich Snacks wie Traubenzucker, Müsliriegel oder auch etwas Schokolade. Bis es zur tatsächlichen Geburt kommt, kannst Du auch deine Lieblingsmusik oder ein Hörbuch gebrauchen.

Für das Baby brauchst Du zunächst nicht besonders viel. Windeln werden meist im Krankenhaus gestellt. Damit ihr aber gleich lernt, eure ausgesuchten Marken anzuwenden, kann euch das Personal oder die Hebamme bei mitgebrachten Windeln direkt zeigen wie es geht. Ansonsten fehlen jetzt nur noch Body, Strampler und Spucktücher.

Für den Heimweg sollte unbedingt ein Autositz, Tragetuch oder auch Kinderwagen organisiert sein, damit ihr den Weg nach Hause sicher bestreiten könnt.

 

Kliniken

Die meisten Frauen entscheiden sich heute für die Geburt in der Klinik. Der größte Faktor ist dabei der Sicherheitsaspekt im Falle von Komplikationen schnell eine Mannschaft an Ärzten um sich haben zu können. Außerdem wird die Mutter nach der Geburt meist noch vom Krankenhauspersonal versorgt und kann sich im Kreißsaal noch etwas ausruhen. Frage am besten bei der Klinik deiner Wahl nach, welche Möglichkeiten sie anbietet.

Allerdings bietet die Klinik keine besonders entspannende Atmosphäre und ist häufig von gestresstem Personal und kranken-feeling geprägt.

 

Hausgeburt

Seit Tausenden von Jahren bekommen Frauen ihre Kinder zu Hause im Kreise der Familie. Vor, während und nach der Geburt steht Dir eine Hebamme zur Seite und übernimmt die Betreuung von Dir und Deinem Baby. Wenn die Geburt vorbei ist, wird ein Kinderarzt hinzugezogen, der Deinen kleinen Schützling untersucht.

Zu erwähnen ist hierbei aber der Mangel an Hebammen, die noch Hausgeburten anbieten. Da die Versicherungssumme für die Hebammen bei Hausgeburten extrem hoch ist, gibt es nur noch wenige, die dies anbieten.

Geburtshaus

Geburtshäuser sind die Mischung aus Klinik und Hausgeburt. Dabei entstanden die ersten dieser Einrichtung in den 80er Jahren. Heute schließen allerdings wegen Hebammen-, Geld- und Personalmangel nach und nach viele Einrichtungen. In den größeren Städten gibt es meist noch welche. Geburtshäuser sind kleine Einrichtungen, die von Hebammen geleitet werden. Sie bieten eine ruhige Atmosphäre, ohne den typischen Krankenhaus-Flair. So wird die Geburt als natürliches und nicht medizinisches Ereignis erlebt.

Außerdem bieten Geburtshäuser meist ein umfangreicheres Spektrum an Möglichkeiten. Gebärbecken für Wassergeburten, natürliche Schmerzlinderung und Hilfsmittel wie Ball, Matte, Hocker oder Seil sind meist immer vorhanden.

In einer Klinik gebären 83% liegend. In einem Geburtshaus entscheiden sich die meisten Frauen für eine stehende oder hockende Position. Hier beträgt der liegende Teil bei nur rund 10%. Der größte Vorteil gegenüber der Klinik ist wohl die 1:1 Betreuung der Hebamme. Diese hat Dich schon vor der Entbindung beraten, begleitet Dich während der Geburt und hilft Dir auch in der Zeit danach.

 

Methoden zur Schmerzlinderung

Eine PDA oder Schmerzmittel sind wohl die gängigsten Mittel zur Schmerzlinderung während der Geburt. Es gibt aber auch natürliche Wege, die Schmerzen zu verringern.

Zunächst kannst Du verschiedene Positionen ausprobieren. Für viele Frauen ist die liegende Position, die man in Film und Fernsehen eigentlich immer sieht, unbequem. Dreh und wende dich ruhig bis du eine geeignete Lage gefunden hast.

Massagen von deinem Mann oder deiner Begleitung im unteren Rückenbereich kann die Ausschüttung von Endorphinen bewirken, die zur Linderung beitragen. Allerdings kann es auch sein, dass Du während der Geburt nicht berührt werden möchtest. Probiere aus, was für Dich in Frage kommt.

Wärmflasche, Körnerkissen und Co können Schmerzen im Rücken lindern. Auch andere Stellen bieten sich dafür an. Dammschnitte können manchmal verhindert werden, wenn dort die Muskulatur zunächst mit einem warmen Tuch gelockert wird.

Frauen wählen auch die Wassergeburt. Im warmen Wasserbad können die Wehen wesentlich erträglicher erscheinen. Hier werden die Muskeln weicher und der Beckenboden elastischer.

Auch Atemübungen können die Schmerzen lindern. Deine Hebamme kann Dir sagen, wie Du dich am besten auf das Ausatmen konzentrieren und Druck abbauen kannst.

Welche Mittel es noch zur Schmerzlinderung gibt, erfährst du in diesem Artikel.

 

Kaiserschnitt

Nur selten kann in Geburtshäusern ein Kaiserschnitt vorgenommen werden. Sollte es dazu kommen, wird die werdende Mutter in eine Klinik gebracht. Meist liegen Geburtshäuser nicht weit von Krankenhäusern entfernt. Bei schwierigeren Geburten wird eher zunächst die Saugglocke oder Zange eingesetzt.

31% der deutschen Frauen gebären ihre Kinder per Kaiserschnitt. Dabei ist nur bei jeder 8. Geburt ein Kaiserschnitt notwendig. Für Kliniken ist diese Methode kontrollier- und planbarer, weniger zeitaufwendig und durch die Krankenkassen auch lukrativer. Für einen Kaiserschnitt bezahlen Krankenkassen mehr als das Doppelte als für eine natürliche Geburt.

 

Wann wird ein Kaiserschnitt vorgenommen?

Kaiserschnitte sind grundsätzlich nur bei Ausnahmefällen notwendig. Wenn das Baby zum Beispiel in der Steißlage oder quer liegt. Auch wenn eine Vorerkrankung oder Abnormität des Babys festgestellt wurde, wird der Kaiserschnitt durchgeführt. Auch bei mehr als zwei Babys stellt die Geburt ein Risiko da, sodass die natürliche Entbindung meist nicht in Frage kommt.

Wenn die Plazenta so tief in der Gebärmutter sitzt, dass sie den Ausgang für das Baby versperrt, muss ebenfalls ein Eingriff vorgenommen werden. Auch wenn die Mutter unter einer Herpesinfektion im Genitalbereich leidet, kommt eine vaginale Geburt nicht in Frage, da sich das Baby anstecken könnte.

Spontane Kaiserschnitte können durch auffällige Herztöne des Babys, eine zu große Größe des Babys oder das vorzeitige Abrutschen der Nabelschnur ausgelöst werden. Wickelt sich die Nabelschnur um den Hals des Babys oder löst sich die Plazenta zu früh ab, wird in der Regel auch ein Kaiserschnitt durchgeführt. So wird die Gesundheit von Mutter und Kind gewährleistet.

 

Durchführung bei einem Kaiserschnitt

Die Ärztin oder der Arzt macht einen Einschnitt durch den Bauch in die Gebärmutter der Frau. Dann holt sie/er das Baby heraus. Während des Eingriffs kann der Vater des Kindes dabei sein. Nur wenn es ein echter Notfall ist, bei dem die Gesundheit der Mutter auf dem Spiel steht, wird die Begleitung meist hinausgeschickt.

In der Regel wird die Mutter mit einer Epidural- oder Spinalanästhesie narkotisiert. So bleibt sie wach und kann das Baby direkt nach der Geburt kennenlernen. Wenn sie vollständig narkotisiert ist wird der Bauch an einer kleinen Stelle aufgeschnitten, das Gewebe weiter eingerissen, das Baby geholt, die Plazenta entfernt und die Nabelschnur abgetrennt. Durchschnittlich dauert ein Kaiserschnitt rund 30 Minuten.

 

Das Abenteuer beginnt

Die Geburt kündigt sich zunächst mit Vorwehen an, die den Körper auf das vorstehende Ereignis vorbereitet. Sie können unterschiedlich stark und unregelmäßig ausfallen. Erst allmählich stellen sich dann Geburtswehen ein. Diese sind wesentlich schmerzhafter und regelmäßiger als ihre Vorläufer. Die Abstände zwischen den Wehen verkürzen sich, umso näher die Geburt rückt. Die Wehen bewirken eine Öffnung des Muttermundes, sodass das Baby Platz hat. Dann wird die Fruchtblase platzen. Durch Mitpressen hilft die Mutter dem Baby auf dem Weg nach draußen.

Ist der Muttermund also weit genug geöffnet, beginnt die Austreibungsphase. Der Kopf des Kindes liegt hierbei im Geburtskanal. Dies löst dann den Pressreiz bei der Mutter aus. Dann dreht sich das Kind durch den Kanal und wird geboren.

Die Geburtsdauer wird mit den ersten Vorwehen bis zur vollständigen Entbindung gemessen. Von Frau zu Frau kann das zwischen 10 und 24 Stunden dauern, manchmal kürzer oder länger. Beim zweiten Kind dauert es durchschnittlich rund 7-8 Stunden. Die wirkliche Austreibungsphase aber ist zwischen einer halben bis höchsten zwei Stunden abgeschlossen. Bei mehrfachgebärenden Frauen kann sie sogar nur ein paar Minuten andauern. Die Dauer der Geburt sagt nichts über die Schwere aus. Viele Frauen wünschen sich eine schnelle Geburt – verständlich! Allerdings können die Schmerzen durch die schnelle Öffnung des Muttermundes und dem damit ausgelösten Wehenansturm wesentlich stärker ausfallen. Bei längeren Geburten gibt es meist Erholungspausen zwischen den Wehen.

Ein Tipp: Mal Dir keine Horrorszenarien über die Geburt aus. Lass am besten das Erlebnis ganz unvoreingenommen auf dich zukommen. Und denk immer daran: Es haben schon Milliarden von Frauen vor dir geschafft!

 

Nach der Geburt

Zunächst legt die Hebamme das Baby auf die Brust der Mutter. Dies ist ein sehr emotionaler Moment und stellt einen Meilenstein in der Beziehung zwischen den beiden da. Die Nabelschnur wird durchtrennt und das darin enthaltene Blut untersucht. Dann wird das Baby gründlich untersucht. Zunächst prüft die Hebamme, dann der Arzt. Das Neugeborene wird gebadet und angezogen, wobei der Vater oft helfen darf. Danach kann die Mutter das Kind zum ersten Mal stillen. Die Hebamme gibt hier hilfreiche Tipps.

 

Zu Hause angekommen

Zunächst nehmt euch sehr viel Ruhe und plant ein bis zwei Wochen Zeit richtig anzukommen, um sich in den Babyalltag zurecht zu finden. So könnt ihr euch ganz entspannt kennenlernen. Auch das Stillen will gelernt sein. Dabei hilft Dir aber bestimmt deine Hebamme und hat passende Tipps parat. Der neue Tages- und Schlafrhythmus wird anstrengend für die junge Familie werden, sodass es sinnvoll ist, dass auch der Vater des Kindes während der ersten Woche zu Hause unterstützt. So kann sich die Mutter von der Geburt erholen.

Neben der häuslichen Geborgenheit stehen auch Dokumentbeantragungen und Gänge zu Ämtern und Ärzten an. Geburtsurkunde, Mutterschaftsgeld und Arbeitgeber sind dabei weitere Stichpunkte zur Orientierung.

Sind die ersten Wochen überstanden, spielt sich allmählich der Alltag mit Routinen ein. So könnt ihr den Familienalltag in der Regel gut bewältigen und ganz entspannt die Zeit mit dem Nachwuchs genießen.

 

Quellen

www.sueddeutsche.de/thema/Geburt

www.familienhandbuch.de/eltern-werden/rund-um-die-geburt/index.php