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Untersuchungen in der Schwangerschaft



Untersuchungen

Jede werdende Mutter möchte, dass es ihrem Schützling im Bauch rundum gut geht! Um das zu gewährleisten gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die in der Schwangerschaft anstehen. Dies sind sowohl Vorsorge- als auch Nachsorgechecks. Welche Untersuchungen während der Schwangerschaft angeboten werden und welche wirklich nützlich sind, erfährst du auf dieser Seite in interessanten Artikeln.

Doch nicht alle angebotenen Untersuchungen sind wirklich notwendig und manche können zudem ein erhöhtes Risiko für Mutter oder Kind darstellen.

 

Routineuntersuchungen

Zu den Routineuntersuchungen während der Schwangerschaft gehören die Blutuntersuchung, der Ultraschall und vaginale Untersuchungen vom Gynäkologen. Diese Untersuchungen sind allesamt kostenlos und ungefährlich.

 

Untersuchungen zu Beginn der Schwangerschaft

Zunächst wird die Schwangerschaft mittels eines Schwangerschaftstests oder einer Blutuntersuchung festgestellt. Bei der Blutentnahme werden gleich Blutgruppe und Rhesusfaktor bestimmt. Der vaginale Abstrich soll eine Chlamydieninfektion ausschließen.

Weiterhin wird der Schwangeren ein HIV-Test angeboten. Dieser wird nur bei Zustimmung durchgeführt, ist aber kostenlos. Sollte die Mutter mit HIV infiziert sein, ist das Risiko sehr hoch, dass eine Übertragung auf das Kind stattfindet. Durch rechtzeitige Maßnahmen kann dies aber verhindert werden.

 

Die Blutuntersuchung – Routine

Die Untersuchung des Mamabluts wird sowohl am Anfang als auch mehrmals im Verlauf der Schwangerschaft durchgeführt. Hierbei wird einfach Blut abgenommen und im Labor untersucht. Dabei wird besonders auf Erreger der Syphilis oder Röteln getestet. Denn beide Krankheiten können erhebliche Auswirkungen auf das Ungeborene und die Schwangerschaft haben.

Ab dem sechsten Monat wird der Test auf die Hämoglobinwerte mehrmals wiederholt. Hier soll besonders eine Anämie festgestellt werden. Auch wird bei der Erstuntersuchung ein Antikörpersuchtest vorgenommen, um im Blut der Mutter bestimmte Antikörper feststellen zu können. Diese können vor allem nach einer Bluttransfusion vorkommen und dem Kind schaden.

Weiterhin werden diverse Mangelerscheinungen schnell ausfindig gemacht. Häufig leiden Schwangere unter eher ungefährlichen Mängeln, die sie mit ihrer Ernährung wieder in den Griff bekommen und ihr Baby optimal versorgen können.

Diese aufgeführten Tests gehören zur Routineuntersuchung, sind kostenlos und dazu sehr wichtig.

Toxoplasmose-Erreger können durch rohes Fleisch, Rohmilch oder Kontakt zu Katzen übertragen werden. Erwachsene merken von einer Infektion meist nichts, fürs Ungeborene hingegen kann es zu schweren Schäden führen. Um diese zu verhindern, kann ein Toxoplasmose-Test bei der Blutuntersuchung integriert werden. Meist führen die Testergebnisse allerdings zu weiteren Tests. Der Test kostet bei unbegründetem Verdacht etwa 15€.

 

Schwangerschaftsdiabetes

Etwa in der 22. SSW kann die Schwangere einen Zuckertest durchführen lassen. Hier trinkt die Frau eine Zuckerlösung. Nach einer Stunde wird ihr Blut abgenommen und der Zuckerspiegel bestimmt. Ist der Wert daraufhin unauffällig, liegt kein Schwangerschaftsdiabetes vor. Ist der Zuckerspiegel aber erhöht, wird ein weiterer Test durchgeführt. Auf nüchternen Magen wird der Frau zunächst Blut abgenommen, bevor sie erneut eine Zuckerlösung trinkt. Nun wird wieder Blut abgenommen und die Werte verglichen.

Schwangerschaftsdiabetes erhöht das Risiko auf Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt. Wird er aber rechtzeitig entdeckt, kann der Diabetes durch Ernährungsumstellung oder Insulinspritzen behandelt werden. Die Gefahr auf Komplikationen wird damit deutlich gesenkt. Die Kosten werden bei diesem Test von der Krankenkasse übernommen.

 

Der Ultraschall

Ein ganz besonderer Moment: Die Eltern können ihr Baby zum ersten Mal auf dem Ultraschallmonitor sehen. Zu Beginn ist es oft nur ein kleiner Punkt oder ein ungenauer Fleck. Aber doch löst dieses kleine Etwas viele Emotionen aus. Der Nachwuchs wird real. Und umso größer der ungenaue Fleck wird, desto spannender ist jede Ultraschall-Untersuchung. Immer mehr wächst das Baby und passt irgendwann nicht mehr auf den kleinen Bildschirm.

Der Ultraschall bietet darüber hinaus auch die Chance frühzeitig Risiken zu erkennen. So können weitere Maßnahmen schnell ergriffen werden. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

 

So funktioniert´s

Seit rund 30 Jahren gibt es bereits die Ultraschalluntersuchung. Sie ermöglicht das ungeborene Baby im Bauch der Mutter zu sehen und auf seine Gesundheit zu überprüfen. Hierbei werden Ultraschallwellen in den Uterus gesendet. Die Wellen werden dann zurückgeworfen und auf einen Bildschirm visuell projiziert. Da der Ultraschall also ein „Hörbild“ zustande bringt, wird er auch Echographie genannt.

Fledermäuse benutzen Ultraschallwellen, um sich zu verständigen und zu orientieren. Sie senden Wellen, um Beute oder Hindernisse in der Dunkelheit zu orten. Das gleiche Prinzip wird auch durch Echolote in der Schifffahrt angewandt.

Der moderne Ultraschall wird über ein spezielles Gel auf dem Bauch der Schwangeren und durch einen Schallkopf in den Uterus der Frau übertragen. Der sensible Schallkopf nimmt auf dem Rückweg der Wellen ihre Schwingungen wieder auf und wandelt sie in elektrische Impulse um. So kann das visuelle Bild auf dem Monitor entstehen. Der Arzt hat jetzt einen Einblick in die räumliche Lage und Größe des Kindes.

 

Ultraschall während der Schwangerschaft: Das steht an!

Insgesamt sind drei Untersuchungen per Ultraschall in der Schwangerschaft angelegt. Im ersten Trimester wird zwischen der 8. und der 12. Schwangerschaftswoche meist noch sehr wenig zu sehen sein. Doch das geübte Fachauge erkennt in der Regel Dinge, die wir nicht sehen können.

Zwischen der 19. und 22. SSW steht die zweite Ultraschalluntersuchung an. Die dritte und letzte wird dann zwischen der 29. und der 32. SSW durchgeführt. Hier werden neben der reinen Ultraschalluntersuchung auch Blutdruck, Urin und Gewicht der Mutter überprüft.

Beim vaginalen Ultraschall misst der Arzt die Scheitel-Steiß-Länge des Babys. Da in der Embryonalstellung meist nicht die Maße bis zu den Fersen ermittelt werden kann, nimmt man bis zur 20. SSW den Steiß als Messgrenze.

Zusätzlich wird die Herzfrequenz, Lage und Bewegung durch den Ultraschall überprüft. Ob es sich um eine Einling- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt, wird auch meist durch den Ultraschall festgestellt. Lese dazu die Artikel über Zwillinge und Drillinge.

Der Ultraschall kann zudem auch die Entwicklung von Gehirn, Organen und Gliedmaßen überprüfen und mit vorherigen Aufnahmen vergleichen.

Beim einfachen Ultraschall können zudem Länge des Oberschenkelknochens und genaue Position der Plazenta ermittelt werden. Der erweiterte Ultraschall bietet zudem noch einen genauen Blick auf Organe und Glieder des Kindes geworfen werden, sodass Missbildungen oder Komplikationen schnell zu erkennen sind.

 

Ultraschall – eine Gefahr fürs Baby?

Ultraschallwellen sind klar von radiologischer Strahlung wie beim Röntgen zu unterscheiden. Die Schallwellen sind für den Menschen nicht hör- oder spürbar. Mit einer Frequenz von drei bis zehn Megahertz haben sie keine Auswirkungen auf das Kind. Da die Technik bereits seit mehreren Jahrzehnten angewendet wird, wurde sie sehr weit entwickelt und auf ihre Ungefährlichkeit überprüft.

Nichtsdestotrotz sollte die Ultraschalluntersuchung nur von Fachleuten durchgeführt werden. Gynäkologen müssen dafür ein Zertifikat bei der „Fetal Medicine Foundation“ erwerben und sich in dem Bereich regelmäßig fortbilden. Weiterhin hat die „Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin“ drei Qualifikationsstufen entwickelt. Die erste ist die einfache Basisausbildung. Die zweite Stufe befähigt Absolventen zur Feindiagnostik. Experten auf dem Gebiet gehören zur dritten Stufe der wissenschaftlichen Expertise. Frage gerne Deinen Gynäkologen, welche Qualifikation er besitzt und ob er eine detaillierte Fehlbildungsdiagnostik durchführen kann.

 

Der 3D-Ultraschall

Der 3D-Ultraschall bietet heute die Möglichkeit das ungeborene Baby bereits viele Wochen vor der Geburt erkennen zu können. Durch einen neu entwickelten Ultraschallkopf können dreidimensionale, plastische Bilder aus der Gebärmutter gemacht werden. Der Computer wandelt dann verschiedene Schichtaufnahmen zu einer 3D-Darstellung um. Auch sind hierdurch Videoaufnahmen des Ungeborenen möglich.

Die Kosten dieser Untersuchungen liegen dabei bei etwa 50 bis 150€ und werden von der Krankenkasse nur übernommen, wenn ein begründeter Verdacht auf Fehlbildung oder Wachstumsstörung vorliegt.

Vorteile des Ultraschalls

Der größte aller Vorteile des Ultraschalls ist die frühe Diagnose einer Fehlbildung. Diese können oftmals schon vor der Geburt operiert werden. So wird ein Überleben des Kindes erst gewährleistet. Auch kann die Frau bei Wissen über eine Fehlbildung in einer Spezialklinik entbinden und sich früh genug auf mögliche Komplikationen oder spätere Einschränkungen vorbereiten.

 

Kardiotokographie (CTG)

Der Herzton-Wehenschreiber zeichnet Herzfrequenz des Babys und Deine Wehentätigkeit auf. Die CTG wird regelmäßig durchgeführt und gehört ab der 30. Woche zur Routineuntersuchung. In der Regel wird sie im 2 Wochen Rhythmus durchgeführt.

Besonders aufregend wird es für Eltern, da sie den Herzschlag ihres Kindes mitverfolgen können.

 

Optionale Untersuchungen

Nicht alle Untersuchungen werden von der Krankenkasse übernommen, da sie nicht als notwendig erachtet werden. Trotzdem können sie privat durchgeführt werden. Lediglich wenn ein bestimmter Verdacht auf eine Fehlbildung oder eine Komplikation vorliegt, werden die Untersuchungen bezahlt.

Das Ersttrimester-Screening (Nackentransparenzmessung)

Zwischen der 12. und der 14. SSW kann das Ersttrimester-Screening, was auch als Nackentransparenzmessung bekannt ist, durchgeführt werden. Hier schaut ein Arzt mit spezieller Zusatzausbildung das Kind per Ultraschall an. Dabei misst er die Flüssigkeitsansammlung unter der Haut des kindlichen Nackens. Ist diese vergrößert, ist das Risiko für eine Chromosomenstörung wie Down-Syndrom (Trisomie 21) oder eine Fehlbildung erhöht.

Bei rund 75% der Kinder konnte durch die Messung ein Down-Syndrom erkannt werden. Allerdings bietet der Test lediglich eine Einschätzung des Risikos und keine Diagnose.

Die Kosten sind von Arzt zu Arzt unterschiedlich, liegen aber meist im dreistelligen Bereich zwischen 100 bis 250€.

Seit 2012 ist auch ein Bluttest auf dem Markt, der auf das Down-Syndrom testen kann. Hier wird der Mutter Blut abgenommen. Dieses enthält auch kindliche Zellen, die mit einer neuen Methode herausgefiltert und im Labor auf Abweichungen untersucht werden. Bei invasiven Untersuchungsmethoden könnte das Baby verletzt werden. Dies ist der große Vorteil dieser Blutuntersuchung. Allerdings werden derzeit die ethischen Auswirkungen des Tests diskutiert. Kritiker befürchten einen Anstieg der Abtreibungen, wenn der Test das Downsyndrom bestätigt.

Der Test gehört nicht zur Routineuntersuchung und kostet die Eltern rund 500€.

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Während der Schwangerschaft kann durch eine Amniozentese Erkrankungen des Babys erkannt werden. Sie kann bereits ab der 10. SSW erfolgen, wird aber meist zwischen der 13. und der 17. durchgeführt. Die Fruchtwasseruntersuchung gehört nicht zur Routine, wird nicht übernommen und ist in vielen Fällen nicht notwendig.

Durch die Bauchdecke der Schwangeren wird mithilfe einer langen Kanüle Fruchtwasser aus der Fruchtwasserhöhle entnommen. Dieses wird dann im Labor untersucht. Da Krankheiten oft durch Schäden am Erbgut entstehen, werden nun die Chromosomen untersucht. Das Ergebnis ist dabei zu 99% sicher.

Allerdings ist durch die Untersuchung das Risiko auf eine Fehlgeburt erhöht. Auch können vaginale Blutungen oder eine Infektion in Folge der Untersuchung auftreten. Bewegt sich das Baby während der Untersuchung plötzlich oder wird die Nadel nicht richtig gesetzt, kann es auch zu Verletzungen des Babys kommen.

Sollte der Test eine Schädigung des Baby-Erbgutes hervorbringen, hat die Schwangere die Möglichkeit sich umfangreich auf die Behinderung des Kindes vorzubereite oder die Schwangerschaft abzubrechen. Dabei ist es meist allerdings nicht mehr möglich, die Abtreibung durch Absaugen oder Ausschaben zu vollziehen. Ist die Schwangerschaft weit fortgeschritten, muss das Baby auf natürlichem Weg auf die Welt gebracht werden. Dazu werden künstliche Wehen eingeleitet.

Eltern müssen bei invasiven Untersuchungsmethoden stets gemeinsam mit ihrem Arzt eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abschätzung vornehmen. Dabei sollte immer die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind an einer genetischen Krankheit leidet mit dem Risiko einer Verletzung durch die Untersuchung abgewogen werden.

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