Makrosomie: Darum bringen manche Frauen riesige Babys auf die Welt

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Makrosomie – Immer wieder hört oder liest man von Säuglingen, die bereits bei der Geburt sechs oder sieben Kilo wiegen. „Sumo-Säuglinge“ oder „Riesen-Babys“ werden diese überdurchschnittlich großen Neugeborenen auch umgangssprachlich genannt.

Mediziner sprechen von fetaler Makrosomie, sobald das Geburtsgewicht eines Säuglings mehr als 4.350 Gramm beträgt. Ein normalgewichtiges Neugeborenes wiegt durchschnittlich 3.300 bis 3.500 Gramm. In Extremfällen kann so ein makrosomes Baby also durchaus doppelt so schwer werden wie ein normales Baby.

Makrosomie – eine schwere Geburt

Jeder weiß, dass ein besonders niedriges Geburtsgewicht ein großer Risikofaktor für eine Vielzahl von physischen und psychischen Problemen ist. Über ein besonders hohes Geburtsgewicht machen sich jedoch nur die Wenigsten Gedanken.

Immerhin sieht Babyspeck doch ganz süß aus. Trotzdem kann auch ein überdurchschnittlich hohes Gewicht mit großen Problemen für Mutter und Kind verbunden sein, allein was die Geburt betrifft.

Ein 5, 6 oder gar 7 Kilogramm schweres Kind zu gebären, ist für keine Mutter ein angenehmer Gedanke. Häufig ist der Geburtskanal für makrosome Babys zu eng, da sie schlichtweg zu groß sind. Viele Mütter entscheiden sich daher für eine vorzeitige Einleitung der Geburt oder eine Entbindung per Kaiserschnitt.

Von einer vaginalen Geburt wird in der Regel abgeraten, vor allem dann, wenn es sich um ein besonders schweres Baby handelt. Durch die enorme Größe eines makrosomen Babys kann es bei der Geburt zu schweren Verletzungen kommen, wenn der Geburtskanal beziehungsweise die Gebärmutter überdehnt werden. Solche Verletzungen können zu starken bis hin zu lebensbedrohlichen Nachblutungen führen.

Auch der Dammriss kann schwerwiegender sein als bei normalen Geburten. Mit steigendem Geburtsgewicht erhöht sich daher die Häufigkeit von vaginal-operativen Entbindungen und Kaiserschnitten. Es läuft aber nicht nur die Mutter Gefahr sich zu verletzen.

Auch beim Baby kann es während der Geburt zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Wenn es zu groß für den Geburtskanal ist, kann es stecken bleiben und sich verletzen. Mögliche Geburtskomplikationen sind:

Schulterdystokie

Die Schulterdystokie beschreibt eine gefürchtete Geburtskomplikation, bei der das Baby nach der Geburt des Kopfes mit den Schultern im Becken der Mutter hängen bleibt. Dadurch kommt es zum Geburtsstillstand.

Durch gezielte Bewegungen können die Schultern des Babys wieder gelöst werden. Bei makrosomen Babys ist das Risiko einer Schulterdystokie erhöht, da der Geburtskanal oftmals viel zu eng für sie ist. Das kann zu Knochenbrüchen oder einer Plexusparese führen.

Knochenbrüche

Wenn das Kind bei seiner Geburt gegen die knöchernen Strukturen der Mutter stößt, kann es bei ihm selbst zu Knochenbrüchen kommen. Häufig ist das Schlüsselbein davon betroffen, da der Schulterbereich von makrosomen Babys zu breit für den Geburtskanal ist.

Plexusparese (Verletzung des Plexus brachialis)

Bleibt das Kind bei der Geburt im Geburtskanal hängen, ist die Gefahr von Nervenverletzungen groß. Das passiert oft bei der Schulterdystokie. Wenn die Schulter des Babys steckenbleibt und manuell gelöst werden muss, können durch Dehnung und Zerrung die Nerven im Arm verletzt werden.

Das kann zu einer Störung der Armsensibilität führen. Unter Umständen kann es sogar zu einer Lähmung kommen.

Aufgrund der möglichen Komplikationen wird häufig eine vorzeitige Einleitung der Geburt in Betracht gezogen. Wenn das Baby vor der 40. SSW entbunden wird, ist es oft noch nicht ganz so groß.

Wie kann ich feststellen, ob mein Kind makrosom ist?

Die korrekte Diagnose der Makrosomie bereits vor der Geburt zu stellen, gestaltet sich schwierig. Obwohl klinische Messungen Aufschluss über die Größe des Kindes geben können, kann das tatsächliche Gewicht des Babys erst nach der Geburt bestimmt werden.

Trotzdem können sowohl äußere Untersuchungen, zum Beispiel durch die Hebamme, sowie Ultraschalluntersuchungen Hinweise darauf geben, ob es sich um ein besonders großes Baby handelt. Es gibt verschiedene Formeln, anhand derer sich das Geburtsgewicht schätzen lässt.

Ergänzend zur Ultraschalldiagnostik ist es sinnvoll, auch die mütterlichen Risikofaktoren zu evaluieren. Wenn Erkrankungen wie Diabetes beziehungsweise Schwangerschaftsdiabetes bestehen, ist das Risiko für Makrosomie erhöht. Dasselbe gilt für andere Konditionen wie Übergewicht und extreme Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.

Obwohl verschiedene Methoden existieren, um das Geburtsgewicht zu schätzen, ist keine von ihnen akkurat. Bisher wurden weder Formeln noch Variablen entdeckt, mit denen man das Gewicht des Babys genau voraussagen könnte. Es besteht daher immer die Möglichkeit, dass das Kind bei der Geburt nicht makrosom ist, obwohl vorher alles danach aussah.

Umgekehrt kann es ebenfalls passieren, dass das Kind bei der Geburt plötzlich unerwartet groß ist. Trotzdem ist die pränatale Diagnostik von Makrosomie wichtig, um Komplikationen bei der Geburt zu verhindern.

Vorzeitige Einleitung der Geburt oder Kaiserschnitt?

Das Gebären eines über 4 Kilo schweren Kindes ist sicher kein Kinderspiel. Wenn die Diagnose Makrosomie bei Deinem Kind feststeht, solltest Du daher anfangen, Dir Gedanken über die Entbindung zu machen.

Kaiserschnitt, vorzeitige Geburtseinleitung oder doch lieber normale Geburt? Die meisten Ärzte empfehlen bei Makrosomie eine Entbindung per Kaiserschnitt, vor allem dann, wenn das Baby besonders groß ist.

So sollen sowohl mütterliche als auch kindliche Geburtstraumata vermieden werden. In der Regel wird eine Kaiserschnittentbindung ab einem geschätzten Gewicht von 5000 Gramm empfohlen, bei Diabetikerinnen schon ab einem Gewicht von 4.500 Gramm.

Wer sein Kind nicht per Kaiserschnitt gebären möchte, hat außerdem die Möglichkeit, eine Einleitung der Geburt vor dem eigentlichen Geburtstermin vornehmen zu lassen. Durch eine vorzeitige Einleitung der Geburt, kann verhindert werden, dass das Baby im Mutterleib noch größer wird. Wenn es noch nicht ganz so groß und schwer ist, ist die Geburt weniger kompliziert.

Außerdem ist die Gefahr von Komplikationen wie der Schulterdystokie dadurch weniger groß. Eine Einleitung der Geburt kann nach Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche in Erwägung gezogen werden. Das erfolgt stationär mithilfe von speziellen Medikamenten, die die Wehen fördern.

Hinweis: Wenn bei Deinem Baby ein Verdacht auf Makrosomie besteht, wird Dir Dein Arzt vermutlich eine Entbindung per Kaiserschnitt empfehlen. Trotzdem ist eine vaginale Geburt nicht unmöglich. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit einer vorzeitigen Einleitung der Geburt. In jedem Fall solltest Du Dich gut beraten lassen, bevor Du eine Entscheidung triffst.

Welche Rolle spielt Diabetes dabei?

Es kommen verschiedene Faktoren als Ursachen für Makrosomie in Frage. Häufig kann keine entscheidende Ursache identifiziert werden. Als größter Risikofaktor gilt jedoch der mütterliche Diabetes Mellitus. Dieser kann bereits vor der Schwangerschaft bestehen oder aber in der Schwangerschaft erstmals auftreten.

Das wird dann auch als Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes bezeichnet. Weltweit nimmt die Häufigkeit von Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes zu. Das ist dem zunehmenden Alter und Gewicht der Mütter geschuldet.

Mütterlicher Diabetes kann dem ungeborenen Kind schaden, vor allem, wenn er unbehandelt ist. Er verursacht nämlich einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel im Körper. Die erhöhten Blutzuckerwerte gehen über die Plazenta auf das Kind über.

Das reagiert darauf mit Insulinausschüttung, um den Zucker abzubauen. Das Insulin wirkt jedoch auch wachstumsfördernd. Es kommt zu einer Größenzunahme des Kindes und zu vermehrter Fetteinlagerung.

Was also tun bei Diabetes? Egal ob bereits bestehender Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes – die Erkrankung muss behandelt werden. In der Regel findet zunächst eine ausführliche Schulung der Betroffenen statt.

Mit Insulinspritzen allein ist es bei Diabetes nämlich nicht getan. Eine Ernährungsumstellung, regelmäßige Bewegung und regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte sind wichtige Therapieschritte.

Eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sollte vermieden werden. In der Regel erfolgt eine Insulineinstellung der Schwangeren erst dann, wenn sie ihre Zuckerwerte über die oben genannten Lebensstilmaßnahmen nicht selbst senken kann.

Schwangere mit Diabetes sollten vor und während der Geburt von einem Expertenteam betreut werden. Die Entbindung, egal ob per Kaiserschnitt oder per vorzeitiger Geburtseinleitung, sollte bestenfalls in einer speziellen Geburtsklinik erfolgen.

Diese Ursachen können auch zu Makrosomie führen

Neben bereits bestehendem Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes kommen auch folgende Faktoren als Ursache für Makrosomie in Frage:

  • Extreme Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
  • Mütterliche Adipositas
  • Verlängerte Schwangerschaft
  • Kindliche Syndrome (z.B. Sotos-Syndrom)

Trotzdem können auch normalgewichtige und gesunde Mütter ein makrosomes Kind zur Welt bringen. Einige Mütter haben schlichtweg eine erbliche Veranlagung dafür, beispielsweise wenn sie selbst ein hohes Geburtsgewicht hatten. Außerdem tendieren vor allem männliche Föten dazu, besonders groß und schwer auf die Welt zu kommen.

Wenn bei Deinem Baby also Makrosomie festgestellt worden sein sollte, bedeutet das nicht automatisch, dass du an Diabetes leidest oder übermäßig zugenommen hast. Trotzdem solltest du Dich auf Erkrankungen, insbesondere auf Schwangerschaftsdiabetes, untersuchen lassen.

Ein leichter Schwangerschaftsdiabetes verursacht nämlich nicht immer Symptome, kann aber trotzdem zu allerlei Problemen führen, wenn er übersehen wird.

Wie entwickeln sich makrosome Babys später?

Du fragst Dich jetzt vielleicht, ob Makrosomie mit Spätfolgen für das betroffene Kind verbunden ist. Wird es sich anders entwickeln als normale Babys? Um diese Frage zu beantworten, muss man zwischen langfristigen und kurzfristigen Folgen unterscheiden.

Nach der Entbindung kann es passieren, dass das Baby kurzfristig an Unterzucker leidet. Das bezeichnet man auch als Hypoglykämie und passiert oft, wenn die Mutter Diabetes hat.

Ursache für die Unterzuckerung ist eine zu hohe Insulinproduktion. Wie Du bereits weißt, führt mütterlicher Diabetes zu sehr hohen Blutzuckerwerten, die auch auf das Baby übergehen. Das Baby produziert viel Insulin, um diesen Zucker abzubauen. Wenn es dann zur Welt kommt und die Nabelschnur abgeklemmt wird, erhält es plötzlich keinen Blutzucker mehr von der Mutter.

Die Insulinwerte sind aber immer noch erhöht. Es kann also passieren, dass der Blutzuckerspiegel des Babys stark absinkt. Daher ist es wichtig, dass Babys von Diabetikerinnen in den ersten 48 Stunden nach der Geburt gut überwacht werden. Der Blutzuckerspiegel sollte regelmäßig kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass das Baby nicht unterzuckert ist.

Und wie sieht es mit den langfristigen Folgen aus? Studien weisen darauf hin, dass die Gewichtsprobleme von makrosomen Babys oft von Dauer sind. Sie haben später eher Probleme mit Fettleibigkeit und haben außerdem vermehrt mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck und Diabetes zu kämpfen.

Trotzdem solltest Du Dir keine Sorgen machen, wenn bei Deinem Baby Makrosomie diagnostiziert wurde. Fetale Makrosomie ist zwar ein Risikofaktor für Probleme wie Fettleibigkeit und Diabetes im späteren Leben, aber trotzdem nur einer von vielen. Viel wichtiger ist, dass Dein Baby gesund zur Welt kommt und es zu keinen Komplikationen kommt.

Bei einer besonders starken Makrosomie solltest Du Dich daher über die Möglichkeiten einer vorzeitigen Einleitung der Geburt beziehungsweise eines Kaiserschnittes informieren.

Quellen

https://www.babymarkt.de/ratgeber/schwangerschaft/geburt/makrosomie/

https://www.hallo-eltern.de/schwangerschaft/makrosomie/

https://www.medizinpopulaer.at/archiv/medizin-vorsorge/details/article/schwere-geburt.html

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