Kaiserschnitt – Pro und Kontra

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Jede fünfte Geburt in Deutschland ist inzwischen ein Kaiserschnitt. Ein Grund für […]

Geburt auf Bestellung – Das Für und Wider eines Wunsch-Kaiserschnitts

Jede fünfte Geburt in Deutschland ist inzwischen ein Kaiserschnitt. Ein Grund für die zunehmenden Zahl ist sicher, dass nicht jede Frau auf die gute alte Weise gebären möchte. Etwa sechs Prozent aller werdenden Mütter lassen ihr Kind auch nach einer problemlosen Schwangerschaft per Operation holen. Was in Ländern wie Südamerika oder England längst alltäglich ist, sorgt hierzulande immer noch für Diskussionsstoff.

 

Sollen werdende Mütter einen Arzt wirklich veranlassen können, ihr Baby ohne medizinische Notwendigkeit herauszuoperieren? Seit gut sechs Jahren räumen deutsche Mediziner ihren Patientinnen in dieser Hinsicht mehr Mitspracherecht ein. Einer der Hauptgründe, die bei einer Frau den Wunsch nach einem Kaiserschnitt – medizinisch Sectio – auslösen, ist die Angst vor den Geburtsschmerzen. Viele Frauen fürchten auch die Überanspruchung der Beckenbodenmuskulatur bei der vaginalen Geburt, die für spätere Rückbildungsprobleme, Blasenschwäche oder sexuelle Probleme verantwortlich sein kann. Gespräche mit Hebammen und Ärzten können jedoch viele Ängste der Frau ausräumen und sie zum Beispiel über die guten medizinischen Möglichkeiten für eine natürliche, aber schmerzarme Geburt informieren.

Kaiserschnitt fürs Wunschkind

Vor allem prominente und karrierebewusste Frauen à la Madonna, Claudia Schiffer oder Verona Feldbusch bevorzugen für ihren Nachwuchs die termingerechte Geburt auf dem OP-Tisch. Geht es um das Wunschkind, wollen generell immer mehr Paare möglichst wenig dem Zufall überlassen. Sie sehen in einem Kaiserschnitt das geringste Risiko für ihr Baby. Es erlebt weniger Geburtsstress und mögliche Komplikationen wie Sauerstoffunterversorgung, ein Nabelschnurvorfall oder der Einsatz von Saugglocke oder Zange sind ausgeschlossen.

Entscheidender als sämtliche Vor- und Nachteile zu gewichten sind jedoch die persönlichen Überlegungen der werdenden Mutter. Gerade bei der Geburt spielen Psyche und Einstellung eine große Rolle. Sofern sie die Bereitschaft hat, unter der Geburt zu arbeiten und vielleicht auch zu leiden, sind andere Voraussetzungen geschaffen, als wenn sie gegen ihren Willen gebärt. Denn dann fehlt es an wichtiger und treibender Energie, was möglicherweise zu Komplikationen führt. Die Ärzte dürfen auf einen Wunschkaiserschnitt aber nicht eingehen, ohne die Frau zuvor über mögliche Risiken aufzuklären. In einigen Fällen wird den Medizinern allerdings vorgeworfen, sie würden die Beweggründe der Mütter nicht ausreichend hinterfragen, manchmal eine mögliche Indikation erst suchen oder konstruieren. Viele Kliniken mussten sich deshalb des Verdachts erwehren, sie steigerten ihre Kaiserschnittrate aus wirtschaftlichen Interessen. Denn immerhin kostet ein Kaiserschnitt mit rund 1.600 Euro fast das Dreifache einer normalen Geburt. Die Kassen kommen für die Wunschsectio allerdings nicht auf: Die Differenz zu einer normalen Geburt muss die Frau selbst zahlen.

 

 

Risiken und Nebenwirkungen

Die Sterblichkeit der Mütter nach einem Kaiserschnitt ist heute zwar nur noch sehr gering – etwa 1 von 60.000. Doch er ist eine Operation am offenen Bauch mit allen Operationsrisiken. So können anschließend Thrombosen (Blutpfropfbildung) oder Embolien (Blutgefäßverschluss) entstehen, die Wunde kann sich infizieren oder unschön verheilen. Die Heilung verläuft zudem natürlich langsamer als nach einer vaginalen Geburt. Die Mutter kann sich also nicht sofort ganz um ihr Baby kümmern. Allerdings sind die Operationsnähte inzwischen sehr fein und die Schnitttechniken schonend. So arbeiten die meisten Kaiserschnitt-Operateure sich heute nach der israelischen Misgav-Ladach-Technik (nach einem Krankenhaus in Jerusalem benannt) zum Ungeborenen vor: Bei dieser „sanften Sectio“ wird lediglich ein kleiner Schnitt am Unterbauch angesetzt und der Rest des Gewebes mit den Fingern eröffnet. Dadurch wächst es schneller natürlich zusammen und im Körper der Frau verbleibt weniger Nahtmaterial. Dennoch ist die Gebärmutter nach einem Kaiserschnitt nicht mehr unversehrt. Bei jeder folgenden Schwangerschaft können daher vermehrt Probleme auftreten: von Plazentastörungen, Gebärmutterriss, einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter bis hin zu einer Fehlgeburt.

Konsequenzen für das Kind

Wenn das Kind nicht den natürlichen Weg durch den Geburtskanal nimmt, kann es nach der Geburt unter einer so genannten „feuchten Lunge“ oder dem gefährlichen Atemnotsyndrom RDS leiden. Oft werden die Kinder zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin geholt, also bevor ihre Lunge ganz ausgereift ist – und zudem aus dem noch wehenlosen Uterus. Bei einer normalen Geburt wird während der Wehen und auf seinem Weg durch den Geburtskanal zudem das Fruchtwasser aus der Lunge des Ungeborenen herausgepresst. Erst dadurch kann sich die Lunge anschließend mit Luft füllen. Bei einer Kaiserschnittgeburt wird die kindliche Lunge nicht auf die Außenbedingungen vorbereitet. Die Kinder müssen daher manchmal mehrere Tage beatmet werden, bevor sie selbst dazu in der Lage sind. Sie müssen also ähnlich wie Frühgeborene behandelt werden, die zusätzliche Lungenreifungs-Medikamente bekommen. Darüber hinaus weisen Hebammen darauf hin, dass auch die Bindungsaufnahme zwischen Mutter und Baby und das erste Stillen nach einem Kaiserschnitt oft nicht so gut klappen.

Ein unwiederbringliches Erlebnis

Der natürliche Geburtsbeginn am Ende einer Schwangerschaft ist in der Regel der optimale Zeitpunkt für das Baby, auf die Welt zu kommen. Verläuft die Geburt ohne große Eingriffe und wird sie einfühlsam begleitet, ist sie ein wundervolles und intensives Erlebnis für Mutter und Kind. Das Kind aus eigener Kraft auf die Welt zu bringen kann einer Frau große innere Kraft und Selbstvertrauen geben. Das wiederum ist eine wichtige Vorbereitung auf die neue Rolle als Mutter. Wir sehen es deshalb als eine unserer wichtigsten Aufgaben an, die Frauen zu ermutigen, auf ihre eigenen, natürlichen Gebärfähigkeiten zu vertrauen.

Hintergrundwissen: „Schnitt für einen Kaiser“

Noch bis vor Kurzem glaubte man fälschlicherweise, Gaius Julius Cäsar sei als erster überlebender „Schnittling“ aus dem Bauch seiner Mutter geholt worden und wurde so zum Namenspatron der „sectio caesarea“ (lat.: caedere = schneiden). Die Schnittentbindung galt unter Adeligen der Renaissance daher als Königsweg der Geburt: der Kaiserschnitt.

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