Alkoholkonsum in der Schwangerschaft: FASD

Wahrscheinlich ist Dir schon bekannt, dass Alkohol ein gefährliches Zellgift ist und er viele gesundheitliche Probleme Deines Babys auslösen kann. Schon vor mehreren Jahrzehnten wurden erste Studien mit möglichen Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft veröffentlicht. Trotzdem trinken viele werdenden Mamas Alkohol, da sie die Folgen unterschätzen oder nicht kennen. Wir haben die wichtigsten Fakten über das Trinken von Alkohol in der Schwangerschaft und während der Stillzeit zusammengefasst und helfen Dir dabei, das Thema besser zu verstehen.

Laut der KiGGS-Studie des Robert Koch Instituts kommt ein gelegentlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft mit einem Anteil von 14 % in einer ähnlichen Größenordnung vor wie das Rauchen. Dass dieses Verhalten zu massiven Schäden des Säuglings führen kann, ist nicht allen Müttern bewusst. Unter dem Begriff Fetale Alkohol Spektrum Störung (FASD- Fetal Alcohol Spectrum Disorders) werden fast alle Schädigungen, die durch den Alkoholverzehr hervorgerufen werden, zusammengefasst. Zwischen 4-6 Kinder von 1000 Geburten in Deutschland kommen mit fetalen Alkohol Spektrum Störungen zur Welt. Damit ist sie eine der häufigsten angeborenen geistigen Behinderungen und liegt noch vor dem Down-Syndrom.

Fetale Alkohol Spektrum Störung (FASD) – Ein Überblick

Entstehung

Durch den Alkoholkonsum gelangt der Alkohol nicht nur in die Blutbahn der werdenden Mutter, sondern über die Plazenta direkt in den kleinen Körper des Kindes. Der Alkoholgehalt bleibt hierbei beinahe der Gleiche und nimmt nur unwesentlich ab. Bei einem Embryo und Fetus sind die Organe noch nicht vollständig entwickelt, weshalb der Abbau des Alkohols deutlich länger dauert. Werden große Mengen an Alkohol getrunken, wie es zum Beispiel beim sogenannten Binge-Drinking der Fall ist, werden Ungeborene besonders stark geschädigt. 

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Das Entwicklungsstadium von Embryos ist hierbei besonders ausschlaggebend. In den ersten 11. Schwangerschaftswochen ist der Einfluss von Alkohol besonders schädigend und Fehlbildungen entstehen schon in diesem frühen Stadium. Doch auch noch nach der 11. Woche führt das Trinken von Alkohol zu neuronalen Störungen, da in die Gehirnentwicklung des Babys eingegriffen wird. 

Was ist eine FASD?

Die Schäden einer FASD lassen sich in drei Bereiche einteilen: Wachstumsstörungen, Anzeichen von Fehlbildungen und Störungen des zentralen Nervensystems. Die Erkrankung kann in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen vorkommen. Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) bezeichnet dabei die volle Ausprägung der Symptome. Hier liegen in allen drei möglichen Bereichen Auffälligkeiten vor, was laut Expertenschätzung bei etwa 10 % der erkrankten Kinder der Fall ist. Wurde der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft nachgewiesen, liegen jedoch nicht in allen drei Bereichen Auffälligkeiten vor, spricht man von einem partiellen Fetalen Alkoholsyndrom (pFAS). 

Nicht immer lassen sich die Symptome einer FAS erkennen, weshalb es sehr wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer an erkrankten Kindern gibt. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Ausprägungen der Krankheit. Das Gehirn des Embryos reagiert besonders empfindlich, deshalb führt der Alkoholkonsum besonders häufig zu neurologischen Veränderungen. Diese sind, anders als körperliche Merkmale, nicht auf den ersten Blick erkennbar.

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Welche Symptome können bei einer FASD auftreten?

Erkrankte Kinder haben meist folgende Symptome:

  • Sie sind zu klein
  • Sie haben einen kleinen Kopf
  • Verschiedene Auffälligkeiten im Gesicht (schmale Oberlippe, hoher Gaumen)
  • Verhaltensauffälligkeiten wie Sprach-, Hör- und Essstörungen, da ihr zentrales Nervensystem geschädigt ist
  • Schädigungen der Organe (Herzfehler und Nierenschäden sind sehr häufig)

Welche Langzeitfolgen haben die Kinder?

Schon im Säuglingsalter sind Babys meist ruhelos und leicht reizbar. Die Symptome werden oft mit ADHS verwechselt. Der Grund hierfür ist das Fehlen von körperlichen Auffälligkeiten der Kinder und die fehlende Aussage der Mutter, ob sie Alkohol konsumiert hat oder nicht. 

Im Alltag fällt es den Kindern schwer, Handlungen zu planen oder zu organisieren. Konzentrationsschwächen, auffälliges Verhalten und Entwicklungsstörungen sind dabei nur drei der möglichen Folgen.  

Das Krankheitsbild endet nicht einfach im Erwachsenenalter. Die Schäden sind irreversibel, können nicht geheilt werden und Menschen mit FASD sind ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen.

Wie kann eine FASD verhindert werden?

Wie der Name schon sagt, treten Fetale Alkohol Spektrum Störungen nur auf, wenn während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert wird. Wird während der Zeit der Schwangerschaft auf dieses Zellgift verzichtet, kann es zu keinen Schädigungen durch Alkohol kommen. Besonders Frauen, die den Wunsch haben schwanger zu werden oder sich schon in der konkreten Schwangerschaftsplanung befinden, sollten auf das Trinken von Alkohol verzichten. In den meist unbemerkten ersten Wochen einer Schwangerschaft richtet Alkohol starke Schäden an, die ein Leben lang anhalten. 

Wie wirkt sich der Alkoholkonsum während der Stillzeit aus?

Während der Stillzeit fragen sich viele Mütter, ob ein Glas Wein, Sekt oder Bier schädlich für ihr Baby ist. Die Auswirkungen sind hier, anders als bei dem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft, noch nicht umfassend untersucht. Aus ethischen Gründen kann man keine Forschungen durchführen und nicht genau sagen, wie viel Promille Babys über die Muttermilch aufnehmen. Wichtig ist, der Alkohol gelangt vom Blut der Mutter in die Muttermilch und wird beim Stillen auf jeden Fall an das Baby weitergegeben.

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Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist in einer Übersichtstabelle Folgendes zu finden: Trinkt eine Mutter während der Stillzeit ein Glas Wein (250 ml) hat sie anschließend etwa 0,59 Promille im Blut, bei ihrem Baby ab 3 Monaten sind es nach dem Stillen 0.0034 Promille. Im Vergleich dazu hat ein Fötus 0,35 Promille im Blut, nachdem die Schwangere ein Glas Wein getrunken hat. 

Die Wissenschaftler des BfR gehen davon aus, dass bei den gestillten Babys keine heftigen Schäden wie bei dem Trinken in der Schwangerschaft auftreten, allerdings kann auch ein Neugeborenes den Alkohol nur sehr langsam abbauen. Deshalb ist es sehr ratsam während der gesamten Zeit des Stillens auf Alkohol zu verzichten. Falls doch ein Glas Alkohol getrunken wird, ist es empfehlenswert, dies erst einige Monate nach der Geburt zu tun. Denn gerade in den ersten Wochen kann nur schwer abgeschätzt werden, wann das Baby seine nächste Mahlzeit braucht. 

Selbst wenn man die Zeit zur nächsten Mahlzeit relativ gut einschätzen kann, ist es von Vorteil, die Muttermilch vor dem Trinken von Alkohol abzupumpen. Die abgepumpte Milch kann bis zur nächsten Mahlzeit sicher im Kühlschrank aufgehoben werden. 

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Nach einem Glas Alkohol sollte mindestens ein bis zwei Stunden eingeplant werden, bis wieder gestillt wird, damit sich der Alkohol im Blut und der Milch abbauen kann. Sammelt sich in der Zeit zu viel Milch an, kann auch hier Gebrauch von einer Milchpumpe gemacht werden. 

Fazit

Für den Alkoholkonsum gibt es keine Untergrenze. Hier gilt das Prinzip, jeder Schluck Alkohol ist zu viel. Sowohl während als auch nach der Schwangerschaft ist die Entwicklung des Babys durch Alkohol beeinträchtigt. Fetale Alkohol Spektrum Störungen haben einen starken Einfluss auf das spätere Leben des Kindes und können nur durch den 100 % Verzicht von Alkohol verhindert werden. Nicht nur während und nach der Schwangerschaft ist ein Verzicht von Alkohol mehr als empfehlenswert. Besonders Frauen in der Schwangerschaftsplanung und mit aktuellem Schwangerschaftswunsch sollten auf ihn verzichten, damit sie nicht unwissentlich in den ersten Wochen der Schwangerschaft Alkohol trinken und somit ihrem Kind schaden.  

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