Karpaltunnelsyndrom: Die schmerzhafte Engstelle im Handgelenk

Elternkompass Prüfsiegel
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten oder Hebammen geprüft. Information Button

Dieser Artikel entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand sowie unseren journalistischen Leitlinien und wurde von Experten oder Hebammen geprüft.

Zu den Quellangaben

Es fängt alles harmlos an. Bei Belastung entsteht ein Kribbeln in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Die Finger werden taub, nach kurzem Ausschütteln ist alles wieder in Ordnung. Vielleicht denkst Du, dass Du Dir einen Nerv eingeklemmt hast.

Es könnte auch eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk dahinter stecken. Wenn die Symptome aber chronisch werden, ist meist das Karpaltunnelsyndrom verantwortlich für die Beschwerden. Welche Behandlungsmethoden es gibt und wodurch das Karpaltunnelsyndrom entsteht, erfährst Du hier.

Das Karpaltunnelsyndrom im Überblick

Ein Karpaltunnelsyndrom entsteht, wenn im Karpaltunnel ein Nerv eingeklemmt ist. Dieser Nerv ist für mehrere Bereiche Deiner Hand verantwortlich und wenn er dauerhaft abgeklemmt ist, entstehen Symptome. Hierzu gehören beispielsweise Schmerzen, Missempfindungen wie Kribbeln und im späteren Verlauf Lähmungserscheinungen.

Anfangs erinnern die Symptome an eine akute Sehnenscheidenentzündung, doch diese verschwindet nach einer Zeit wieder. Durch eine dauerhafte Verengung im Karpaltunnel können sich die Symptome einer chronischen Sehenscheidenentzündung der Hand ausbilden.

Der Karpeltunnel befindet sich im Handgelenk. Durch seine Mitte verläuft der Nervus medianus, der mittlere Armnerv. Er beginnt in der Schulter, verläuft über den Oberarm und mündet schließlich in die Hand. Er ist für die Muskelbewegungen und den Tastsinn der Hand verantwortlich.

Wird der Karpaltunnel verengt, wird der Nerv eingeklemmt und dadurch dauerhaft gereizt. Die Beschwerden treten am Anfang sporadisch auf, manifestieren sich aber schnell. Du solltest daher rechtzeitig zum Arzt gehen, denn im frühen Stadium ist eine Therapie oft schon durch eine Schiene des Handgelenks möglich.

Die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms

Es gibt verschiedene Ursachen, die die Entstehung des Karpeltunnelsyndroms wahrscheinlich machen. Frauen sind grundsätzlich häufiger betroffen, da sie von Natur aus einen engeren Karpaltunnel haben. Doch auch weitere Ursachen sind möglich:

  • Vererbte, anatomische Engstellung des Karpaltunnels.
  • Fehlbelastungen des Handgelenks
  • Verletzungen sind ebenfalls ein Auslöser, so zum Beispiel ein Speichenbruch.
  • Sehnenscheidenentzündung, wenn sie mit Schwellungen einhergehen.
  • Dauerhafte Sehnenscheidenentzündung der Hand
  • Rheumatische Erkrankungen.
  • Eine chronische Schwäche der Nieren mit Dialysepflicht.
  • Wassereinlagerungen, die von außen auf die Bänder drücken und den Nerv belasten.

Das Karpaltunnelsyndrom und seine Symptome

Die meisten Betroffenen denken bei ersten Symptomen nicht an ein Karpaltunnelsyndrom. Auch die Sehnenscheidenentzündung wird häufig nicht ernstgenommen, obwohl sie der Auslöser des Engpasses im Karpaltunnel sein kann.

Mit Sport wird versucht gegen die Symptome vorzugehen, doch gegen eine Engstelle hat Bewegung keine Chance.

Die Symptome in der Frühphase

Es gibt klassische Symptome, die auf ein Karpaltunnelsyndrom hinweisen. Zu Beginn der Erkrankung ist es vor allem das nächtliche Einschlafen der Hände und Finger, was für den Betroffenen spürbar ist. Oft ist es in diesem Stadium ausreichend die Hände kurz auszuschütteln und dann weiterzuschlafen.

Schmerzhaft ist das zu Beginn noch nicht, die Hand braucht nur eine kurze Bewegung und die kribbelnden Störungsgefühle sind verschwunden.

Im späteren Stadium hingegen sind starke Schmerzen im Handgelenk möglich, die bis in die Finger und die Schultern ziehen. Es kann mehrere Minuten dauern, bis sich die Schmerzen kurzfristig bessern, wenn die Hand umgelagert wird.

Auch Missempfindungen gehören zu den Frühsymptomen. Im Anfangsstadium kribbeln vor allem die Handflächen, später weiten sich die Symptome auf die Finger aus. Charakteristisch sind nur Daumen, Zeige- und Mittelfinger betroffen. Der kleine Finger und große Teile des Ringfingers werden vom Nervus radialis versorgt, ein anderer Armnerv.

Schmerzen wie bei einer Sehnenscheidenentzündung treten am Anfang der Erkrankung kaum auf. Lediglich bei dauerhafter Fehlbelastung, wie zum Beispiel häufigem Computerspielen kann es zu Schmerzen kommen.

Erst später treten die schmerzhaften Episoden auch außerhalb von Belastung auf. In Folge der dauerhaften Fehlbelastung kann es außerdem zu einer chronischen Sehnenscheidenentzündung der Hand kommen.

Die Symptome im späten Stadium

Bleibt der Druck auf den Karpaltunnel bestehen, wird der Nerv dauerhaft eingeklemmt und mehr und mehr geschädigt. Die kribbelnden Missempfindungen in den Fingern gehen mit der Zeit zurück, stattdessen tritt eine Lähmung in Erscheinung.

Der Daumenmuskel, der vom Nervus medianus versorgt wird, bildet sich schrittweise zurück. Bei einem ausgeprägten Karpaltunnelsyndrom entsteht im Laufe der Zeit eine deutliche Atrophie des Daumenballens.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die Daumenfunktion eingeschränkt. Der Finger kann nicht mehr abgespreizt werden, auch ist es nicht mehr möglich eine Flasche zu umgreifen. Wenn diese Symptome auftreten, ist bereits eine starke Schädigung des Nerven eingetreten. Im schlimmsten Fall kann die Gefühllosigkeit in den Fingern dauerhaft bestehen bleiben.

Die Diagnoserstellung beim Karpaltunnelsyndrom

Sind die Symptome zu stark geworden, suchen die meisten Patienten freiwillig den Arzt auf. Oft gehen sie mit dem Verdacht auf eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk zu ihrem Hausarzt, werden dann aber zum Neurologen weitergeleitet. Im ersten Schritt erfolgt die Anamnese. Erblich bekannte Fälle werden abgefragt, außerdem wird nach typischen Belastungen gefragt.

Es gibt drei einfache Tests, mit denen der Arzt die Beschwerden von einer Sehnenscheidenentzündung abgrenzen kann:

  • Daumenfunktionstest
  • Sensibilitätstest
  • Tasttest

Beim Daumenfunktionstest wird der Patient aufgefordert, eine Flasche mit den Fingern zu umschließen. Das Karpaltunnelsyndrom zeigt sich unter anderem dadurch, dass der Daumen nicht mehr abgespreizt werden kann. Bei einer Sehnenscheidenentzündung ist das zwar schmerzhaft, aber noch möglich.

Der Sensibilitätstest zeigt dem Arzt, ob die Oberflächensensibilität der Hand noch vorhanden ist. Mit einer Feder oder einem Wattebausch wird über die Handinnenfläche gestrichen. Kann der Patient die Berührung nicht spüren, ist die Sensibilität bereits gestört.

Beim Tasttest ist es die Aufgabe des Patienten, Büroklammern oder andere kleine Gegenstände mit den Fingerspitzen aufzuheben. Durch das Karpaltunnelsyndrom tritt eine Gefühllosigkeit auf, die diese Aufgaben erschwert oder unmöglich macht.

Karpaltunnelsyndrom mit Provokationstests nachweisen

Neben der Anamnese und ersten Tests gibt es außerdem die Möglichkeit zwei Provokationstests durchzuführen. Sind diese Tests positiv, erhärtet sich der Verdacht auf das Karpaltunnelsyndrom.

  • Hoffman-Tinel-Test
  • Phalen-Test

Beim Hoffman-Tinel-Test klopft der Arzt auf die Haut, die sich über dem Karpaltunnel befindet. Ein stromschlagähnlicher Schmerz lässt die Vermutung stärker werden, dass ein Karpeltunnelsyndrom besteht.

Beim Phalen-Test werden beide Hände mit dem Handrücken gegeneinander gelegt. Durch die Beugung des Handgelenks werden die Schmerzen bei einem Karpaltunnelsyndrom verstärkt. Der Phalen-Test ist allerdings auch bei einer Sehnenscheidenentzündung positiv.

Jetzt wirds ernst: Die Diagnosestellung beim Neurologen

Eine endgültige Abgrenzung zwischen Sehnenscheidenentzündung und Karpaltunnelsyndrom kann nur der Neurologe vornehmen. Hierfür wird eine Elektroneurographie, kurz ENG, durchgeführt.

Es werden Elektroden auf der Haut angebracht, die schließlich mit elektrischen Impulsen den Nerv ansprechen. So kann die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden. Für den Patienten ist die Untersuchung schmerzfrei.

In einigen Fällen ist außerdem ein Nadel-ENG notwendig. Hierfür müssen feine Nadeln in die Nähe des Nervus medianus gestochen werden, die dann für die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sorgen. Auch diese Behandlung ist nahezu schmerzfrei, lediglich etwas unangenehm für den Patienten.

Operation oder konservative Therapie beim Karpaltunnelsyndrom?

Wenn das Karpaltunnelsyndrom zweifelsfrei bewiesen wurde, steht die Frage nach der Therapie im Raum. Ist eine Operation wirklich nötig oder funktioniert die Behandlung noch manuell? Es gibt Indikatoren, die eine Operation nötig machen:

  • Kein Erfolg bei konservativer Therapie
  • Starke, nächtliche Schmerzen
  • Chronische Taubheit im betroffenen Finger
  • Herabgesetzte Nervenleitgeschwindigkeit

Ablauf der Operation beim Karpaltunnelsyndrom

Auch wenn der Begriff Operation für die meisten Patienten erstmal erschreckend ist, lässt sich der Karpaltunnel recht einfach operieren. Es ist in den meisten Fällen keine Vollnarkose nötig, der Eingriff erfolgt ambulant.

Der behandelnde Chirurg durchtrennt zunächst das Karpalband. Außerdem wird dem Sehnenfach das Gewebe entnommen, welches für die Einengung des Nerven verantwortlich ist. Der Nerv ist in Folge dessen nicht mehr eingeklemmt und die Sehnen können sich erholen.

In vielen Fällen wird die Operation endoskopisch durchgeführt, es bleibt kaum eine sichtbare Narbe zurück. Wenn eine offene Operation notwendig wird, erfolgt der Schnitt in der Hohlhand. Aufgrund der Handstruktur ist die Narbe später kaum zu sehen.

Nach der Operation wird dem Patienten noch für zwei Wochen eine Schiene zur Stabilisierung angelegt. Die Schmerzen verschwinden nach der Operation sofort, lediglich die Sensibilitätsstörungen können länger anhalten. Bei einer sehr späten Behandlung können Sensibilitätsstörungen sogar für immer bestehen bleiben.

Die besten Produkte für dich und dein Baby.

Babyphone

Mit einem Babyphone kannst Du Deine Zeit flexibel nutzen, nachts beruhigt schlafen und weißt trotzdem jederzeit, dass es Deinem Baby gut geht.

Stillkissen

Ein gutes Stillkissen hat einige Vorteile, denn es hilft Dir nicht nur beim Stillen, sondern auch beim Einschlafen und eignet sich auch als Nestche.

Wickeltaschen

Eine Wickeltasche bietet Dir viel Stauraum, damit Du auch unterwegs alles Dabei hast, was Du für Dein Baby brauchst – von der Wickelauflage bis hin zum Fläschchen.

Pucksack

Ein Pucksack gibt Deinem Baby das Gefühl von Geborgenheit, wie im Mutterleib, und unterstützt so einen ruhigen und erholsamen Schlaf.

Fahrradanhänger

Fahrradanhänger können in Kombination mit einer Babyschale schon kurze Zeit nach der Geburt benutzt werden. Sie sind nicht nur sicherer als Kindersitze sondern auch komfortabler.

Laufstall

Ein Laufgitter kann im Alltag sehr praktisch sein! Welches Modell passend zu Deinen Bedürfnissen ist, kannst Du in meinem Ratgeber nachlesen.

Babybett

Das erste Bett begleitet dein Kind Jahre lang. Zum Glück gibt es Betten, die mit deinem Kind mitwachsen. Ich habe mich für Dich auf die Suche nach den 5 besten Babybetten gemacht.

Kinderwagen

Ein Kinderwagen ist eine lohnenswerte Anschaffung. Doch gibt es die verschiedensten Modelle auf dem Markt. Finde heraus, welcher der richtig.

Heizstrahler

Heizstrahler spenden deinem Kind die nötige Wärme, wenn es beim Wickeln, oder nach dem Baden friert.

Beistellbett

Beistellbetten sind sehr praktisch und bieten sowohl Mutter als auch Baby jede Menge Vorteile, denn für Babys ist es vor allem in den ersten Lebensmonaten beruhigend neben den Eltern schlafen zu können.

Unsere neuesten Artikel

Scroll to Top