Mastitis: Erfahre alles über die Brustentzündung in der Stillzeit

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Du hast vor Kurzem Dein Baby bekommen, stillst es und bemerkst einige unangenehme Veränderungen in einer oder beiden Brüsten? Du hast starke Brustschmerzen, hohes Fieber, fühlst dich sehr krank? Deine Brust ist geschwollen und rot? Dann könnte eine Mastitis, auch Brustentzündung genannt, die Ursache sein.

Erfahre hier alles rund um das Thema Mastitis und was Du dagegen tun kannst.

Was ist eine Mastitis?

Als Mastitis oder Mastadenitis wird eine Entzündung der Brustdrüse bezeichnet. Der Begriff wird aus dem griechischen Wort „mastos“ (Brustdrüse) und der griechischen Endung „itis“ (Entzündung) abgeleitet. Die Mastitis ist eine Mastopathie, also eine gutartige Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Meist sind stillende Mütter im Wochenbett, nämlich innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Geburt, betroffen. In dieser Zeit nennt man die Brustentzündung Mastitis puerperalis.

Von dieser Art Mastitis abzugrenzen sind die Mastitis non puerperalis, also die Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts, sowie die periduktale Mastitis. Ganz selten können auch Männer erkranken. In diesem Artikel wird speziell die Mastitis puerperalis behandelt.

Wie kommt es zu einer Mastitis?

Zu dieser Mastopathie (Erkrankung der Brustdrüsen) kommt es in der Stillzeit meist durch einen Milchstau. Wenn Dein Baby weniger trinkt, als du Milch produzierst, wird die Menge in der Brust immer mehr.

Daher ist es sehr wichtig, dass Du einerseits richtig anlegst und andererseits überflüssige Anteile regelmäßig ausstreichst. Dies funktioniert hervorragend, indem du die Brust zuerst wärmst, sanft massierst und dann zur Brustwarze hin streichst.

Alternativ kannst Du die Milch auch mit einer manuellen oder einer elektrischen Pumpe absaugen. Es ist auch möglich, dass ein Keim über wunde Brustwarzen oder kleine Verletzungen an der Brust in die Milchgänge gelangt. Vermehrt sich der Keim, sorgt er für eine Entzündung. Ist die Brustentzündung einmal im Gange, geht es oft ganz schnell.

Daher solltest Du bei den ersten Anzeichen bereits zum Arzt gehen, damit die Schmerzen in der Brust nicht zu stark werden. Das Mittel der Wahl sind heute stillfreundliche Antibiotika, die die Entzündung gezielt bekämpfen. Manchmal hat sich ein Abszess (mit Eiter gefüllter künstlicher Hohlraum) gebildet, welcher operativ eröffnet und mit Antibiotika gespült werden muss.

Die gute Nachricht ist, dass Du trotz einer Mastitis in der Regel nicht abstillen musst. Die Antibiotika werden so gewählt, dass Dein Baby sie nicht über die Muttermilch bekommt, und das Kleine kann sich üblicherweise auch bei den Keimen nicht anstecken.

Du kannst und Du sollst sogar weiterstillen, damit Dein Kind weiterhin die wertvollen Nährstoffe in der Muttermilch bekommt und die Brust regelmäßig leer getrunken wird, um einem weiteren Milchstau vorzubeugen. Gegen starke Brustschmerzen gibt es auch Schmerzmittel, die trotz Stillens genommen werden dürfen.

Hierzu befrage bitte immer deinen Arzt. Eine Mastitis ist meist eine sehr schmerzvolle und unangenehme Erkrankung, ist aber bei frühzeitiger Diagnose leicht behandelbar und ein Abstillen ist in den meisten Fällen überhaupt nicht nötig.

Wenn Du schnell auf die typischen Symptome reagierst, ersparst Du dir auf jeden Fall schlimme Brustschmerzen. Am besten ist es, wenn Du generell einem Milchstau vorbeugst, damit es gar nicht so weit kommen kann.

Mastitis als Komplikation in der Stillzeit

Eine Mastitis innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Geburt ist gar nicht so selten. Sicher hast auch Du schon in deinem Bekanntenkreis davon gehört. Diese äußerst schmerzhafte Entzündung sollte so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden, da sie einerseits sehr unangenehm ist und andererseits das Stillen erheblich beeinträchtigen kann.

Entzündliche oder infektiöse Mastitis?

Die Mastitis kann abhängig von ihrer Ursache in zwei Kategorien unterteilt werden:

Entzündliche Mastitis

Diese Form wird auch Stauungsmastitis oder parenchymatöse Mastitis genannt und entsteht in der Regel durch einen Milchstau. Zu einem Milchstau kommt es häufig in den ersten Wochen nach der Geburt, wenn die Brust mehr Milch produziert als der Säugling trinkt.

Wird die Brust nicht durch häufiges Anlegen oder Abpumpen regelmäßig entleert, so staut sich die Milch in den Milchgängen zurück und bietet freie Bahn für eindringende Keime.

Infektiöse Mastitis

Diese Art ist auch als bakterielle oder interstitielle Mastitis bekannt und wird durch Keime wie Staphylokokken (über 90%), Streptokokken oder Pseudomonas verursacht. Die Erreger werden dabei entweder beim Stillen vom Säugling oder durch unzureichende Händehygiene über wunde Brustwarzen und kleine Verletzungen in den Körper eingebracht.

Wie wird eine Mastitis diagnostiziert?

Eine Brustenzündung zu erkennen, ist nicht besonders schwierig, da sie erhebliche Brustschmerzen hervorruft. Die Entzündung entwickelt sich relativ rasch und geht weiters mit Rötungen, Schwellungen in der Brust und im Achselbereich (Lymphknoten!) und einem starken Krankheitsgefühl einher.

Hast Du starke Schmerzen in der Brust, wunde Brustwarzen oder sogar hohes Fieber, solltest Du umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser untersucht dein Blut auf weiße Blutkörperchen, die sich bei Infektionen stark vermehren, und begutachtet die Brust visuell und palpativ (Abtasten).

Außerdem kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um Entzündungsherde einzugrenzen. Eine Brustentzündung kann nicht unbemerkt bleiben, da sie zu großen Schmerzen und einem extremen Krankheitsgefühl führt.

Wichtig bei der Diagnose ist es außerdem, andere mögliche Ursachen wie etwa ein Mammakarzinom (Brustkrebs) auszuschließen. Dazu kann es nötig sein, eine Mammographie, also eine Röntgenuntersuchung der Brust, durchzuführen.

Dies beeinträchtigt die Milchproduktion nicht und die Milch wird dabei auch nicht verstrahlt, wie viele Frauen befürchten. Dein Baby kann keinen Schaden nehmen, wenn es nach der Mammographie wieder an deiner Brust trinkt.

Wie wird eine Mastitis behandelt?

Noch vor einigen Jahren war die erste Maßnahme, sofort abzustillen, um eine weitere Reizung der Brust sowie eine Infektion des Kindes mit dem Keim zu verhindern. Von dieser Vorgehensweise wird heute in den meisten Fällen abgeraten, da sie überflüssig ist und sogar zu einer Fortleitung der eingedrungenen Keime führen kann, da die Milch nicht weiter abrinnt.

Außerdem besteht keine Infektionsgefahr für den Säugling. Die Methode der Wahl ist heutzutage eine konservative Antibiotikagabe. Hierbei wird ein Antibiotikum gewählt, das nicht milchgängig ist – somit nimmt Dein Säugling das Medikament beim Trinken nicht zu sich.

Dein Baby sollte unbedingt weiter gestillt werden, da es einerseits die Muttermilch für eine gesunde Entwicklung braucht und andererseits die Milch weiterhin kontinuierlich abrinnen soll. Hat sich bereits ein Abszess (mit Eiter gefüllter künstlicher Hohlraum) gebildet, wird in der Regel manuell nachgeholfen in Form von Drainagen oder Punktionen.

Das heißt, das Abszess wird chirurgisch geöffnet, um den Eiter ablaufen zu lassen und den Hohlraum mit einem flüssigen Antibiotikum zu spülen. Prinzipiell gilt Bettruhe, da der Körper sich erholen muss, besonders bei starken Brustschmerzen und Fieber.

Sind die Brustschmerzen schwer erträglich, ist es auch möglich, bestimmte Schmerzmittel einzunehmen – immer in Absprache mit Deinem Arzt, da die falschen Medikamente Deinem Baby schaden könnten. Kühle Auflagen helfen ebenso, die Brustschmerzen erträglich zu machen.

Einer Mastitis kannst Du vorbeugenUm die Wahrscheinlichkeit einer Brustenzündung zu senken, gibt es einige Dinge, die Du beachten solltest. Wesentlich ist es, einem Milchstau vorzubeugen. Dies erreichst Du durch regelmäßiges und richtiges Anlegen, sodass Dein Baby oft und viel abtrinken kann. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, solltest Du unbedingt regelmäßig Milch abpumpen.

Auch solltest Du keine zu enge Kleidung tragen, damit die Milchgänge nicht abgedrückt werden. Außerdem erhöht ein schwaches Immunsystem das Risiko für die schnelle Ausbreitung eines Keims.

Daher sorge auch in der Stillzeit für viele Vitamine und genügend Bewegung an der frischen Luft. Auch die Einnahme von Probiotika nach Absprache mit Hebamme und Arzt kann sinnvoll sein.

Dieses Präparat sorgt für die richtige Balance der physiologischen Bakterienbesiedelung in den Brüsten. Regelmäßiges Wärmen und Massieren der Brüste hilft ebenso, einem Milchstau vorzubeugen.

Quellen

https://www.netdoktor.at/krankheit/brustentzuendung-7412

https://www.windeln.de/magazin/baby/stillen/brustentzuendung-mastitis.html

https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/nach-der-geburt/das-wochenbett-von-a-bis-z/stillen-von-a-bis-z/brustentzuendung-mastitis/

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