Die Brust ausstreichen: So funktioniert es am besten

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Das Brust ausstreichen ist für Still-Mamis sehr wichtig. Dadurch können sie die Schmerzen, die sie beim Stillen mitunter empfinden, auf natürliche Weise lindern. Durch falsches Anlegen, Entzündungen in der Brust oder bei einem Milchstau spannen oder verhärten sich die Brüste.

Somit kann der Vorgang des Stillens für die Mutter sehr schmerzhaft werden. Durch das Brust ausstreichen wirst Du rasch eine Besserung verspüren – und davon wird insbesondere auch Dein Baby profitieren.

Die Brust ausstreichen – deshalb ist es so wichtig

Es fühlt sich wie eine sanfte Massage an, wenn du Deine Brust ausstreichen möchtest. Du kannst es entweder regelmäßig vor dem Anlegen Deines Kindes tun, um so den Milchfluss zu erleichtern. Oder aber Du massierst Deine Brust auch zwischendurch, um einer Mastitis vorzubeugen.

Allerdings solltest Du beim Brust ausstreichen auf ein paar Dinge achten.

Wann solltest Du die Brust ausstreichen?

In den ersten drei bis vier Tagen nach der Geburt ist die Brust der Mutter extrem empfindlich. Diese Sensibilität betrifft sowohl den Brustwarzenhof, als auch die gesamte Hautpartie. Erst nach etwa einer Woche hat sich bei der frisch gebackenen Mama der so genannte Milchspendereflex eingestellt.

Bis es aber so weit ist, müssen manche Mütter den Milcheinschuss „in Eigenregie“ anregen, was meist durch das Brust ausstreichen geschieht.

Nicht nur bei einem Milchstau ist das Brust ausstreichen hilfreich

Auch ein Milchstau kann am besten durch das Brust ausstreichen gelindert werden. Überdies kommt es beim Abstillen vor oder wenn der Milchbedarf des Kindes aufgrund längerer Durchschlafphasen geringer ist, zu schmerzenden Brüsten.

Das Brust ausstreichen ist auch dann eine wohltuende Unterstützung und kann dabei helfen, die Schmerzen zu lindern. Wie das Brust ausstreichen bei einem Milchstau richtig geht und welche Vorteile Du und Dein kleiner Schatz dadurch haben werden – das und vieles mehr verrät Dir dieser Artikel.

Warum das Brust ausstreichen so wohltuend sein kann:

Manchmal haben Frauen unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes Probleme mit dem Stillen. Die Gründe dafür können wunde Brustwarzen oder eine Schwellung der Brustdrüsen sein.

Wenn der Milcheinschuss noch nicht erfolgt ist, kann die Bildung des Kolostrums durch das Brust ausstreichen angeregt werden.

Hinweis

Colostrum wird auch als Erst- oder Vormilch bezeichnet. In Fachkreisen spricht man überdies von der Kolostralmilch. Es handelt sich dabei um die erste Flüssigkeit, die innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach der Geburt in den weiblichen Milchdrüsen generiert, über den Milchkanal geleitet und dann über die Brustwarzen abgegeben wird.

Die Vormilch zeichnet sich durch einen extrem hohen Gehalt an Antikörpern aus, die von besonderer Wertigkeit für das Immunsystem Deines Kindes sind. Selbst wenn Mütter nicht stillen wollen, aus Angst vor Schmerzen oder aus anderen Gründen, so entscheiden sich viele von ihnen dennoch dazu, zumindest diese kostbare Erstmilch abzupumpen.

Denn sie wissen, dass sie ihrem kleinen Liebling damit das Beste mit auf den Weg geben können, das sie ihm überhaupt geben können. Mit dem Brust ausstreichen kannst Du den Milchspender-Reflex auf eine sanfte Art auslösen.

Das Stillen wird dadurch in der Anfangszeit erleichtert. Darüber hinaus profitieren auch Babys davon, denen das Trinken bzw. Saugen an der Mutterbrust zunächst noch schwer fällt. Bei einem Milchstau oder gar bei einer Mastitis ist das Brust ausstreichen oft hilfreich.

Selbst wenn die Brüste stark schmerzen, wird das Brust ausstreichen für viele betroffene Still-Mamis als eine echte Erleichterung empfunden. Stauungen werden gelöst, die Milchkanäle befreit, sodass die angestaute Milch abfließen kann. Der Druck, welcher sich zuvor in den Brüsten angestaut hatte, wird durch das Brust ausstreichen gelockert.

Was hat es mit dem Brust ausstreichen auf sich?

Beim Brust ausstreichen handelt es sich um eine sehr sanfte Massage, bei der Du mit Deinen Händen von oben nach unten, also bis zur Brustwarze, über Deine Brüste streichelst. Dadurch wird die Durchblutung in jeder Brust angeregt und der Milcheinschuss gefördert.

Das solltest Du beim Brust ausstreichen beachten

Es ist mit Blick auf eine gute Hygiene sehr wichtig, dass Du vor dem Brust ausstreichen Deine Hände gründlich wäschst. Schon allein dadurch kannst Du verhindern, dass Keime, Bakterien, Pilze und andere Krankmacher durch die Brustwarzen bzw. durch die sensible Haut in die Muttermilch gelangen – und in der Konsequenz auf Dein Baby übertragen werden.

Um den Milcheinschuss zu fördern bzw. um die Durchblutung zu intensivieren, kannst Du warme Kompressen auf die Brüste legen. Mache das am besten unmittelbar vor dem Brust ausstreichen und nimm Dir dafür etwa fünf Minuten Zeit. Die Wärme der feuchten Kompressen macht das Gewebe der Brust weich, sodass sich in der Folge auch die Milchkanäle leichter leeren können.

Vor dem Brust ausstreichen empfiehlt es sich, die Brüste kurz zu schütteln. Dadurch lockert sich das Gewebe zusätzlich, ein wenig Milch kann abfließen, sodass bereits vor dem Brust ausstreichen etwas Druck aus der angespannten oder geschwollenen Brust genommen werden kann.

Sanft und mit etwas Druck – so streichst Du die Brüste richtig aus

In Anlehnung an die so genannte Plata-Rueda-Methode kannst Du zunächst eine Deiner Brüste zwischen Deine Hände nehmen. Presse sie sanft zusammen, indem Du sie mit den Händen zunächst von oben nach unten und dann von rechts nach links bewegst.

Eine Hand kann die Brust dabei von unten sanft unterstützen, während die Fingerkuppen der anderen Hand leicht das gespannte und schmerzende Brustgewebe in kleinen Bewegungen massieren. Wichtig ist, dass die Massage in kreisförmigen „Streicheleinheiten“ erfolgt. Dabei umkreisen die Finger jeweils einmal die Brustwarze.

Gehe bei der anderen Brust genauso vor. Nimm Dir für das wohltuende und angenehme Prozedere gerne ein paar Minuten Zeit und konzentriere Dich auf das, was Du tust. Danach sind Deine Brüste sehr gut auf das Stillen bzw. das Abpumpen vorbereitet.

Selbst wenn das Brust ausstreichen zunächst ungewohnt ist und sich befremdlich anfühlt – bleibe unbedingt am Ball. Du wirst sehen, dass Dir das Brust ausstreichen schon bald ganz problemlos gelingen wird.

Tipp

Geübtere Still-Mamis sind nach einiger Zeit sogar in der Lage, ihre Brüste mit den Händen gleichzeitig auszustreichen. Einen möglichen Milchstau kannst Du durch das Brust ausstreichen beseitigen, indem Du nach der Massage zum Entleeren der Brüste wie folgt vorgehst:

Lege Deinen Daumen und den Zeigefinger im so genannten C-Griff hinter die Brustwarze auf der Hautoberfläche ab. Achte dabei auf einen Abstand zum Warzenhof von etwa drei bis vier Zentimetern. In eben diesem Bereich befindet sich der größte Teil des Drüsengewebes, in dem die Muttermilch gebildet wird.

Drücke mit den beiden Fingern in Richtung Brustkorb. Hernach führst Du Deinen Daumen und den Zeigefinger vorsichtig, aber dennoch mit einem gewissen Druck jeweils aufeinander zu. Sobald sich danach der Brustwarzenhof leicht zusammenschiebt, wird bereits etwas Milch ausfließen. Bitte berücksichtige, dass Deine Finger beim Drücken nicht über die behandelte Hautpartie gleiten dürfen.

Wenn Du nun ein Gefühl für die richtige Vorgehensweise bekommen hast, kannst Du den Vorgang rhythmisch jeweils im selben Bereich wiederholen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Du so aus verschiedenen Brustarealen Muttermilch herausholen kannst.

Tipp

Wechsle gelegentlich die Hand, um zu gewährleisten, dass möglichst alle Milchkanäle so gut wie es geht entleert werden. In der Regel dauert diese Art der Massage bei einer Brust rund 15 bis 20 Minuten. Manchmal ist es möglich, den Milchfluss zu unterstützen, indem Du Dich leicht nach vorne beugst.

Auch der so genannte Vierfüßlerstand bietet sich dafür unter Umständen an. Ein unbehandelter Milchstau kann zu einer schweren Mastitis führen. Selbst sanfte Berührungen sind aufgrund der Entzündungen und der Schwellungen extrem schmerzhaft.

Das Stillen wird für die betroffene Mutter ein Problem, und auch beim Geschlechtsverkehr mit dem Partner kommt es in dieser Phase häufig zu Schwierigkeiten. Auch aus diesen Gründen ist es wichtig, den Milchstau bzw. die Entzündungen in der Brust frühestmöglich zu behandeln.

Was ist eine Mastitis?

Bei einer Mastitis handelt es sich um eine krankhafte, bakterielle Entzündung der Brustdrüse. Sie tritt vorwiegend während der Stillzeit auf und wird in der Regel durch Bakterien ausgelöst. Dementsprechend liegt in vielen Fällen eine unzureichende Brusthygiene zu Grunde.

Eine solche Brusterkrankung geht meist mit starken Brustschmerzen einher. Der Geschmack der Muttermilch verändert sich; die Brustmilch wird salzig. Viele frisch gebackene Mütter scheuen sich, bei einer schmerzhaften Brustentzündung ihr Kind weiter zu stillen, weil sie befürchten, ihr Kind mit den Bakterien anstecken zu können.

Darüber hinaus haben sie Angst vor möglichen Schmerzen beim Stillen. Dabei kann das Brust ausstreichen sowie insbesondere das Stillen eine Entlastung für die Still-Mami sein.

Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, wie Du Dein Baby richtig anlegt, damit das Stillen für Euch beide zu einem angenehmen Erlebnis wird, das Eure Verbindung stärkt, bitte Deine Hebamme um Rat. Um Deine Brüste zu schonen, kannst Du alternativ einige Tage die Milch mit einer Milchpumpe abpumpen.

Mit einem elektrischen Gerät erfolgt das Abpumpen gleichmäßig und kontinuierlich. Während Babys mitunter genussvoll auf der Brustwarze herum knabbern, was als extrem schmerzhaft empfunden wird, wenn eine Mastitis vorliegt, ist das Abpumpen zeitweise eine echte Entlastung.

Die Milchkanäle werden geleert, der Druck in den Brüsten gemildert und die Entzündung wird langsam abklingen.

Fazit

Das Brust ausstreichen erfordert zwar in der Anfangszeit nach der Geburt ein wenig Übung. Aber es gibt viele Mütter, die das Brust ausstreichen schon nach kurzer Zeit „mit links“ machen.

Ob zur Förderung des Milcheinschuss‘, bei Milchstau oder gar bei einer entzündlichen Brusterkrankung – das Brust ausstreichen hilft und wird von Still-Müttern sogar bei schmerzenden Brüsten als eine echte Erleichterung wahrgenommen.

Quellen

https://www.hallo-eltern.de/baby/brust-ausstreichen/

https://www.netdoktor.de/baby-kleinkind/brust-ausstreichen/

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