So verläuft die motorische Entwicklung Deines Babys im ersten Lebensjahr

Elternkompass Prüfsiegel
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten oder Hebammen geprüft.Information Button

Dieser Artikel entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand sowie unseren journalistischen Leitlinien und wurde von Experten oder Hebammen geprüft.

Zu den Quellangaben

Die motorische Entwicklung verläuft nicht bei jedem Kind gleich schnell. Zwar gibt es gewisse Zeiträume und Richtlinien, zu denen die meisten Kinder bestimmte Meilensteine erreicht haben. Manche Kinder jedoch brauchen länger als andere, während andere viel früher sitzen oder laufen können.

Vergleiche die Entwicklung bei Deinem Baby nicht mit anderen Kindern und sei nicht neidisch auf das bereits mit neun Monaten laufende Kind aus der Krabbelgruppe: Auch Dein Kind wird laufen lernen und es ist absolut nicht schlimm, wenn es das auch mit 15 oder 16 Monaten noch nicht freihändig kann.

In manchen Fällen ist die Entwicklung beim Baby allerdings verzögert. Hierfür gibt es verschiedene Gründe, die sich jedoch oft mit Physiotherapie in den Griff bekommen lassen. In diesem Text kannst Du nachlesen, wann und wie Du Deinem Kind helfen kannst.

Motorische Entwicklung beginnt bereits im Mutterleib

Die Entwicklung beim Baby im Hinblick auf seine Motorik beginnt keinesfalls erst, wenn es auf der Welt ist. Die kindliche motorische Entwicklung beginnt schon viel früher, nämlich zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Bereits in der 7. SSW bis 8. SSW sind erste Kindsbewegungen im Ultraschall nachweisbar, mit etwa zwölf Wochen turnt Dein Kleines munter in Deinem Bauch herum – noch hat es ausreichend Platz dafür. Erst wenn Dein Ungeborenes größer und der Platz knapper wird, spürst Du seine Bewegungen.

Bei vielen Frauen ist dies zwischen der 18. SSW und 20. SSW der Fall. Mit diesen Übungen trainiert Dein Baby natürlich unbewusst, aber intensiv seine Muskeln und damit auch seine Motorik.

Vom Reflex zur bewussten Bewegung: Die motorische Entwicklung im ersten Lebensjahr

Dein Neugeborenes wird natürlich noch keine munteren Kapriolen schlagen, schließlich muss es sich erst an die Schwerkraft gewöhnen. Im Mutterleib schwamm es im Fruchtwasser und war dort – wie ein Astronaut im Weltall – praktisch schwerelos.

Außerdem ist es in diesem Alter noch stark durch seine Reflexe gesteuert und deshalb weniger zu bewussten Bewegungen fähig. Allerdings nimmt die motorische Entwicklung schnell Fahrt auf: Ist Dein Baby 5 Monate alt, versucht es erste Drehbewegungen und schafft es vielleicht schon, sich vom Rücken auf den Bauch (oder umgekehrt) zu drehen.

Ist Dein Baby 6 Monate, greift es schon bewusst nach einem interessanten Spielzeug und beschäftigt sich damit. Ist Dein Baby dann 9 Monate, zieht es sich an den Möbeln hoch und erkundet krabbelnd oder rutschend die Welt.

Mit etwa 13 bis 14 Monaten können die meisten Kleinkinder schließlich freihändig laufen. So rasch, wie sich die Entwicklung beim Baby vollzieht und so viele Meilensteine wie im ersten Lebensjahr es erreicht, ist in der Kindheit einmalig. Später verläuft seine motorische Entwicklung viel langsamer.

Grob- und Feinmotorik

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Grob- und Feinmotorik. „Grob“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht etwa „derb“ oder „unbeholfen“, sondern meint die großräumigen sowie die zur Fortbewegung notwendigen Körperbewegungen.

Die Feinmotorik hingegen umfasst die kleinen Bewegungen der Füße und Hände. Im ersten Lebensjahr sollte diese fein- und grobmotorische Entwicklung beim Baby erfolgen:

  • Körperkontrolle: Köpfchen alleine halten, sich aufrichten, sitzen lernen
  • Lokomotorische Fähigkeiten: robben und krabbeln lernen, laufen (an der Hand und freihändig)
  • Hand-Mund-Koordination: greifen und festhalten, loslassen
  • Geschicklichkeit: Pinzettengriff

Diese Entwicklung beim Baby geht mit der Heranbildung auch der kognitiven und sozialen Fähigkeiten einher. Ist die motorische Entwicklung Deines Babys aus irgendwelchen Gründen verzögert oder gehemmt, hat dies oft auch Auswirkungen auf seine geistigen und sozialen Kompetenzen.

Der Grund hierfür ist dieser: Ein in seiner Motorik eingeschränktes Kind kann nur wenig anregende Erfahrungen mit seiner Umwelt machen, was wiederum auf die anderen Entwicklungsbereiche ausstrahlt. Behalte daher stets die motorische Entwicklung Deines Kindes genau im Blick und sprich bei Unsicherheiten lieber zu früh als zu spät mit eurem Kinderarzt.

Ist Dein Baby 6 Monate alt, so sollte es beispielsweise ein Spielzeug mit einer Hand halten sowie dieses von einer Hand in die andere geben können. Ein 6 Monate altes Kind kann etwa eine Rassel schütteln und sich an dem Klang des Spielzeugs erfreuen. Sofern das Baby 5 Monate alt ist, hat es diese Fähigkeit in der Regel noch nicht erlernt bzw. übt noch.

Wann Dein Kind lernt, seine Hände und Finger zu benutzen

Die motorische Entwicklung umfasst auch die feinmotorische Entwicklung beim Baby. Die folgende Tabelle gibt Dir einen Überblick darüber, in welchem Lebensalter Dein Kind bestimmte Kompotenzen erwirbt.

Vergiss aber bitte nicht, dass die motorische Entwicklung vor allem bei Kindern im ersten Lebensjahr sehr unterschiedlich verlaufen kann und dies vollkommen normal ist. Deshalb geben Kinderärzte immer Toleranzen an, da Kinder eben keine kleinen Maschinen sind.

Mache Dir deshalb keine Sorgen wenn in der Krabbelgruppe ein Baby, 6 Monate alt, schon alleine robben kann, während Deines sich damit noch etwas Zeit lässt. Vergleiche Dein Kind auf keinen Fall mit Kindern, die mit allen Entwicklungsschritten besonders früh dran sind – das kommt nur sehr selten vor. Der weitaus größte Teil der Kinder hält sich eher an diesen Fahrplan:

Neugeborenes

Reagiert mit angeborenem Greifreflex, umfasst etwa bei Berührung einen Finger.

Babys bis 3 Monate

Entdecken ihre Hände und Finger, betrachten und bewegen diese, saugen an ihnen.

Baby bis 5 Monate

Greift gezielt nach Spielzeugen, umfasst diese mit beiden Händen.

Baby 6 Monate bis 7 Monate

Nimmt Spielzeuge auch einzeln in die Hand, wechselt die Hände, bewegt Spielzeuge.

Baby bis 8 Monate

Wendet Scherengriff an, nimmt kleinere Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger.

Baby 9 Monate bis 12 Monate

Kann einen Ball mit beiden Händen umfassen.

Baby bis 12 Monate

Wendet den Pinzettengriff an, greift winzige Dinge mit den Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger.

Wie Du siehst, ist die Entwicklung beim Baby nicht starr geradlinig, sondern kann sich durchaus mit anderen Entwicklungsschritten überschneiden.

Wann sollte mein Kind was können?

Was nun die motorische Entwicklung der gröberen körperlichen Fähigkeiten im ersten Lebensjahr betrifft, so folgen étwa 80 bis 90 Prozent der Kinder diesem Fahrplan:

Baby 3 Monate

Kann in Bauchlage sein Köpfchen selber halten.

Baby 3 Monate bis Baby 6 Monate

Beginnt sich eigenständig zu drehen, erst zur Seite, dann vom Bauch auf den Rücken und zum Schluss vom Rücken auf den Bauch.

Baby 6 Monate bis Baby 10 Monate

Beginnt sich selbstständig fortzubewegen: kriechend, robbend, rollend, schlängelnd, auf allen Vieren.

Baby 10 Monate

Dein Baby kann frei sitzen.

Baby 9 Monate bis 15 Monate

Zieht sich an Möbeln und Gegenständen hoch, läuft an diesen entlang.

Baby 9 Monate bis 18 Monate

Lernt an der Hand oder frei zu gehen.

Kleinkind 18 Monate

Dein Baby kann frei gehen.

Auch hier ist das Tempo der Entwicklung bei jedem Baby sehr unterschiedlich: Während so manches Baby, 6 Monate alt, schon robben kann, beginnt ein anderes damit erst mit 10 Monaten. Besonders auffällig wird dieser Unterschied beim freien Laufen.

Manche Kinder gehen bereits mit 9 Monaten frei, während andere erst mit 17 oder gar 18 Monaten dazu in der Lage sind. Hier ist die motorische Entwicklung oftmals genetisch programmiert: Ein Kind von Eltern, die selbst sehr früh oder sehr spät gelaufen sind, entwickeln sich oft in demselben Tempo.

Der erste Meilenstein: Herumdrehen und Rollen

Ist Dein Baby bis 6 Monate alt, schafft es den ersten Meilenstein seiner motorischen Entwicklung. Etwa zwischen dem fünften bis sechsten Lebensmonat schaffen es die meisten Kinder,

  • Sich selbst um die eigene Achse zu drehen
  • Sich selbst vom Bauch auf den Rücken zu drehen
  • Oder umgekehrt vom Rücken auf den Bauch – das allerdings ist schwieriger

Wenn Dein Baby, 6 Monate alt, dazu noch keine Anstalten macht oder ihm das Drehen etwas schwer fällt, kannst Du es dabei unterstützen. Halte Dein Kind hierzu behutsam in Rückenlage an seinen Händen und drehe es sanft in die Seitenlage. Auch kannst Du versuchen, es mit Hilfe einer Spieluhr (oder eines anderen interessanten Gegenstandes) zum Drehen auf die Seite zu motivieren.

Sind die Muskeln durch häufiges Üben gekräftigt, dreht sich das Baby zwischen 6 Monate und 7 Monaten von ganz allein in alle Richtungen. An diesem Punkt ist die motorische Entwicklung Deines Kindes bereit für die nächsten Schritte: das Baby versucht, sich selbstständig fortzubewegen.

Mit 8 Monaten sollte Dein Kind sich drehen können. Kann es das noch nicht, suche bitte euren Kinderarzt auf. Doch keine Sorge: Die motorische Entwicklung ist kein strikt linearer Prozess. Manche Kinder lassen diesen Meilenstein auch aus, um gleich zu sitzen und zu krabbeln.

Niemand kann so genau voraussagen, wie schnell sich die Entwicklung beim Baby vollzieht. Lasse es daher bitte niemals unbeaufsichtigt – auch nicht nur ganz kurz! – auf der Couch oder dem Wickeltisch liegen. Habe immer eine Hand am Körper Deines Kindes, um einen Sturz durch plötzliches starkes Strampeln oder Umdrehen zu verhindern.

Der zweite Meilenstein: Sitzen

Die motorische Entwicklung Deines Kindes schreitet mit großen Schritten voran, wenn Dein Baby alleine sitzen kann. Diese Entwicklung beim Baby erfolgt meist zwischen dem siebten und dem neunten Lebensmonat und zeigt damit eine recht große zeitliche Bandbreite.

Sitzenkönnen heißt bei Babys übrigens, dass sie sich allein hinsetzen und die aufrechte Position ohne Hilfe halten. Lass Dein Baby möglichst nicht sitzen, bevor es das nicht von allein gelernt hat: Das frühe Sitzen hat später häufig Haltungsschäden zur Folge und sollte daher unterbleiben.

Allerdings kannst Du mit Deinem Baby üben: Lass es sich in Rückenlage an Deinen Händen hoch ziehen. Die Kraft dafür muss allerdings von Deinem Kind kommen, so dass es sich langsam und Wirbel für Wirbel aufrichtet. Dabei trainiert es seine Muskulatur, die wichtig ist für seine weitere motorische Entwicklung.

Der dritte Meilenstein: Krabbeln

Ist Dein Baby zwischen 6 Monate und 10 Monaten alt, beginnt es, sich fortzubewegen: Zunächst kriechen oder schlängeln viele Kinder, bevor sie richtig Krabbeln lernen. Der Vierfüßlergang ist ein gewaltiger Fortschritt in der Entwicklung beim Baby.

Jetzt kann es auf eigene Faust die Welt erkunden und erreicht nach etwas Übung durchaus erstaunliche Geschwindigkeiten. Allerdings ist das mit dem Krabbeln nicht so einfach: Zunächst schwanken die Kinder im Vierfüßlerstand hin und her, finden aber noch keine Möglichkeit der weiteren Fortbewegung.

Das muss zunächst geübt werden und zwar am besten, indem die Füßchen Deines Kindes sich beispielsweise an einer Wand abdrücken können. Du kannst Dein Baby vielleicht mit einem Spielzeug locken und schauen, ob es sich nicht in Deine Richtung bewegt.

Zwar warten viele Eltern sehnsüchtig darauf, dass ihr Baby endlich krabbeln kann, wichtig für seine weitere motorische Entwicklung ist diese Art der Fortbewegung allerdings nicht. Manche Kinder lassen diesen Meilenstein sogar ganz aus und laufen lieber gleich.

Andere wiederum finden sehr kreative Formen der Fortbewegung: Diese Kinder rutschen etwa auf dem Po vorwärts oder rollen. Das alles ist vollkommen normal und kein Grund zur Besorgnis.

Der vierte Meilenstein: Laufen

Die ersten Schritte zum selbstständigen Laufen macht Dein Kind, wenn es sich an Möbeln und Gegenständen hochzieht und beginnt, an diesen entlangzulaufen. Schraube deshalb die Möbel möglichst an der Wand fest und sorge dafür, dass etwa ein Stuhl nicht umkippen kann.

In dieser Phase der Entwicklung beim Baby kannst Du es mit einem Spielzeug dazu bringen, nach diesem zu greifen und sich somit nur noch mit einer Hand festzuhalten. Damit übt Dein Baby seinen Gleichgewichtssinn. Aus demselben Grund ist es sinnvoll, wenn Dein Kind Dinge durch die Wohnung schieben kann: etwa einen Puppenwagen, einen Wäschekorb oder seinen Kinderstuhl. Hierfür eignet sich auch ein Lauflernwagen prima.

Irgendwann kommt der Punkt in der Entwicklung beim Baby, an dem es einfach loslässt und frei steht. Die ersten freien Schritte sind nun nicht mehr weit, meist laufen Kinder diese zunächst unbedingt (etwa aus dem Stand heraus auf die Eltern zu) und erschrecken dann.

Mit diesem Punkt ist die motorische Entwicklung im Babyalter abgeschlossen – und Dein Kind in der Lage, sich selbstständig fortbewegend die Welt zu entdecken und neue Eindrücke zu gewinnen.

Die besten Produkte für dich und dein Baby.

Babyphone

Mit einem Babyphone kannst Du Deine Zeit flexibel nutzen, nachts beruhigt schlafen und weißt trotzdem jederzeit, dass es Deinem Baby gut geht.

Stillkissen

Ein gutes Stillkissen hat einige Vorteile, denn es hilft Dir nicht nur beim Stillen, sondern auch beim Einschlafen und eignet sich auch als Nestche.

Wickeltaschen

Eine Wickeltasche bietet Dir viel Stauraum, damit Du auch unterwegs alles Dabei hast, was Du für Dein Baby brauchst – von der Wickelauflage bis hin zum Fläschchen.

Pucksack

Ein Pucksack gibt Deinem Baby das Gefühl von Geborgenheit, wie im Mutterleib, und unterstützt so einen ruhigen und erholsamen Schlaf.

Fahrradanhänger

Fahrradanhänger können in Kombination mit einer Babyschale schon kurze Zeit nach der Geburt benutzt werden. Sie sind nicht nur sicherer als Kindersitze sondern auch komfortabler.

Laufstall

Ein Laufgitter kann im Alltag sehr praktisch sein! Welches Modell passend zu Deinen Bedürfnissen ist, kannst Du in meinem Ratgeber nachlesen.

Babybett

Das erste Bett begleitet dein Kind Jahre lang. Zum Glück gibt es Betten, die mit deinem Kind mitwachsen. Ich habe mich für Dich auf die Suche nach den 5 besten Babybetten gemacht.

Kinderwagen

Ein Kinderwagen ist eine lohnenswerte Anschaffung. Doch gibt es die verschiedensten Modelle auf dem Markt. Finde heraus, welcher der richtig.

Heizstrahler

Heizstrahler spenden deinem Kind die nötige Wärme, wenn es beim Wickeln, oder nach dem Baden friert.

Beistellbett

Beistellbetten sind sehr praktisch und bieten sowohl Mutter als auch Baby jede Menge Vorteile, denn für Babys ist es vor allem in den ersten Lebensmonaten beruhigend neben den Eltern schlafen zu können.

Unsere neuesten Artikel

Scroll to Top