Gelbkörperschwäche – wenn es einfach nicht klappt mit dem Schwanger werden

Eine Gelbkörperschwäche ist eine Funktionsstörung des Gelbkörpers und kann der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Der Gelbkörper bildet sich im Laufe des Menstruationszyklus und produziert das Gelbkörperhormon Progesteron.

Besonders während der Schwangerschaft ist Progesteron von großer Bedeutung, da es den Körper auf die Einnistung eines Embryos vorbereitet und später auch dafür zuständig ist, die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten.

Alles was Du zur Gelbkörperschwäche wissen musst, erfährst Du hier.

Der Gelbkörper und was er mit dem weiblichen Menstruationszyklus zu tun hat

Der Gelbkörper spielt nicht nur eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft, sondern für den weiblichen Zyklus im Allgemeinen. Um also verstehen zu können, was es mit der Gelbkörperschwäche beziehungsweise dem Progesteronmangel auf sich hat, schauen wir uns zunächst die Phasen des Menstruationszyklus an.

Die wesentlichen hormonellen Veränderungen des weiblichen Zyklus laufen am Eierstock in drei Phasen ab.

Follikelphase (1. Zyklushälfte)

In dieser ersten Phase Deines Zyklus bilden sich in Deinen Eierstöcken Eibläschen, auch Follikel genannt. Aus diesen Eibläschen reifen schließlich Eizellen heran, bewirkt durch das Folikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH).

Die Hormone stimulieren zudem die Östrogenproduktion, wodurch sich die Zervixschleimqualität verbessert und die Spermien so besonders leicht zur Eizelle gelangen können. Daher bist Du in dieser Phase Deines Zyklus besonders fruchtbar.

Eisprungphase (Zyklusmitte)

In der Eisprungphase, oder auch Ovulationsphase, wird eine reife Eizelle in den Eileiter freigesetzt. Einige Tage vor dem Eisprung schüttet Dein Körper große Mengen des Hormones LH aus, um den Eisprung zu initialisieren. Die Eizelle bleibt nur für eine kurze Zeit befruchtungsfähig.

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Gelbkörperphase (2. Zyklushälfte)

In der Gelbkörperphase, die auch als Lutealphase bezeichnet wird, bildet sich aus den Zellen des entsprungenen Follikels der Gelbkörper. Der Gelbkörper produziert das Gelbkörperhormon Progesteron, dessen wichtigste Aufgabe es ist, die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorzubereiten.

Das Progesteron bewirkt zudem, dass der Zervixschleim wieder weniger durchlässig wird, weshalb diese Phase auch als unfruchtbare Phase bezeichnet wird. Wenn die Befruchtung der Eizelle ausbleibt, hört der Gelbkörper nach 12-16 Tagen auf, Progesteron zu produzieren und stirbt ab. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und die Blutung setzt ein. Danach beginnt der Zyklus wieder von vorne.

Hinweis: Im Falle einer erfolgreichen Befruchtung wird der Menstruationszyklus unterbrochen. In diesem Fall bildet sich der Gelbkörper nicht zurück, sondern bleibt erhalten und produziert in den ersten Wochen und Monaten große Mengen an Hormonen, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Danach übernimmt die Plazenta diese Aufgabe.

Was passiert bei einer Gelbkörperschwäche und wie kommt es dazu?

Eine Gelbkörperschwäche führt zwangsläufig zu einem Progesteronmangel. Das Progesteron ist ein sehr wichtiges Sexualhormon, vor allem für Frauen, die Kinder bekommen wollen. In der zweiten Hälfte des weiblichen Zyklus ist es das dominierende Hormon.

Es bereitet den Körper auf die Schwangerschaft vor und erhält sie nach erfolgreicher Befruchtung aufrecht. Wenn sich der Gelbkörper in der Lutealphase nicht richtig bildet, schafft er es nicht, genügend Progesteron zu produzieren und das befruchtete Ei kann sich nicht richtig in der Gebärmutter einnisten. Es kommt dann erst gar nicht zur Schwangerschaft oder sie endet in einer frühen Fehlgeburt. Mediziner sprechen daher von einer hormonell bedingten Unfruchtbarkeit.

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Doch wie kommt es überhaupt erst zu einer Gelbkörperschwäche? In der Regel liegt die Ursache in einer unzureichenden Reifung der Follikel. Wie Du bereits weißt, entsteht der Gelbkörper aus einem entsprungenem Follikel.

Wenn sich dieser in der ersten Zyklushälfte nicht richtig entwickelt, kann der Gelbkörper also nicht richtig gebildet werden und es kommt zum Progesteronmangel. Die Ursachen für die unzureichende Reifung des Follikels können vielfältig sein.

Beispielsweise können Erkrankungen der Schilddrüse oder auch Diabetes dahinterstecken. Auch ein Defizit der Hormone FSH und LH kann eine Gelbkörperschwäche, beziehungsweise einen Progesteronmangel, auslösen. Diese Hormone werden nämlich normalerweise in der ersten Zyklushälfte ausgeschüttet und stimulieren den Wachstum der Follikel.

Wenn Du bisher mit der Pille verhütet hast, kann nach dem Absetzen der Pille ebenfalls kurzfristig eine Gelbkörperschwäche entstehen. Das hat damit zu tun, dass sich der Hormonhaushalt erst einmal wieder regulieren muss. In diesem Fall verschwindet das Problem innerhalb weniger Monate meist von selbst.

Merke: In jedem Fall ist es wichtig, den individuellen Ursachen für die Gelbkörperschwäche auf den Grund zu gehen, um eine adäquate Therapie einleiten zu können.

Symptome einer Gelbkörperschwäche

Wenn Du große Schwierigkeiten hast, schwanger zu werden, besteht die Möglichkeit, dass Du an einer Gelbkörperschwäche leidest. Als Hauptmerkmal gilt eine verkürzte zweite Zyklushälfte, die statt 14 Tagen nur 12 Tage oder sogar noch weniger dauert.

Grund dafür ist die Funktionsstörung des Gelbkörpers, durch welche er nicht genügend Progesteron produzieren kann. Das hat zur Folge, dass sich der Gelbkörper schnell wieder zurückbildet und die Monatsblutung verfrüht einsetzt.

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Ist die Gelbkörperphase zu kurz, kann sich die befruchtete Eizelle nicht erfolgreich in der Gebärmutter einnisten. Neben dem unregelmäßigen Zyklus gibt es aber noch weitere mögliche Symptome, die auf eine Gelbkörperschwäche hindeuten könnten.

Es soll allerdings gesagt sein, dass sie bei jeder Frau anders ausfallen können. Wenn einige Symptome auf Dich zutreffen, ist das allein daher noch kein Indiz für eine Gelbkörperschwäche. Dein Gynäkologe wird am besten beurteilen können, was die Ursachen für Deine Unfruchtbarkeit sind. Zu den möglichen Symptomen zählen:

Wie stellt man eine Gelbkörperschwäche fest?

Hormontests

Mithilfe eines Speichel- oder Bluttests kann Dein Gynäkologe Deinen Progesteronspiegel messen. Diese Hormontests werden in der zweiten Zyklushälfte durchgeführt, wenn sich der Gelbkörper bereits gebildet hat. Unterdurchschnittliche Werte können auf eine Gelbkörperschwäche hindeuten.

Wenn Dein Zyklus jedoch besonders lang oder unregelmäßig ist, kann es vorkommen, dass Du Dich noch in der Eireifungsphase befindest, in der ein niedriger Wert vollkommen normal ist. Die Diagnostik funktioniert daher nur dann, wenn Du Dich in dem Moment mit absoluter Sicherheit in der zweiten Zyklushälfte befindest.

Um sicher zu gehen, kannst Du dafür regelmäßig Deine Basaltemperatur messen und zusätzlich die Qualität Deines Zervixschleimes überprüfen. Häufig werden neben dem Progesteronspiegel auch andere Hormonwerte gemessen, insbesondere das Östrogen, da ein Progesteronmangel in der Regel mit einer sogenannten Östrogendominanz einhergeht.

Weitere Tests

Neben der Messung der Hormonspiegel wird Dein Gynäkologe ebenfalls überprüfen, ob Deine Nebenniere geschwächt ist und ob überhaupt ein Eisprung stattfindet. Im Anschluss ist es sinnvoll, nach den Ursachen für die Gelbkörperschwäche zu suchen, falls diese unbekannt sind.

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Gelbkörperschwäche – nie wieder Kinder?

Eine Gelbkörperschwäche zu haben, bedeutet nicht, dass man nie Kinder haben werden kann. Wenn sie nämlich erst einmal diagnostiziert wurde, kann sie meist auch gut behandelt werden. Bei der sogenannten Hormontherapie werden Hormone verabreicht, – als Kapseln, Cremes oder Pflaster – die die Reifung der Follikeln unterstützen sollen.

Wenn sich die Follikel nämlich in der ersten Zyklushälfte gut bilden, bildet sich im Anschluss auch ein qualitativ hochwertiger Gelbkörper, der genügend Progesteron produzieren kann, um die Gebärmutter auf eine potenzielle Schwangerschaft vorzubereiten.

In der Regel werden Progesteron oder ähnliche Hormone verschrieben, um den Progesteronmangel auszugleichen. Es können aber auch hormonelle Medikamente wie Clomifen und Utrogest zum Einsatz kommen. Wenn Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsen-Erkrankungen der Auslöser sind, werden diese behandelt.

Dein Arzt wird sich um eine individuelle Diagnostik und Behandlung kümmern, die auf Dich und Deine Probleme zugeschnitten sind. Damit sich der Kinderwunsch im Anschluss auch erfüllt, ist es wichtig, die verschriebenen Medikamente in der richtigen Dosierung und zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen.

Falls die Diagnose Gelbkörperschwäche bei Dir also schon feststeht, solltest Du Deine Hoffnungen auf ein Baby noch keineswegs begraben. Eine Gelbkörperschwäche ist keine Erkrankung, sondern eine hormonelle Funktionsstörung.

Der Progesteronmangel lässt sich mit Medikamenten sehr gut behandeln und sobald Dein Hormonhaushalt wieder im Gleichgewicht ist, dürfte Deinem Kinderwunsch nichts mehr im Wege stehen.

Quellen

https://www.eltern.de/kinderwunsch/gelbkoerperschwaeche

https://www.cyclotest.de/gelbkoerperschwaeche/

https://www.familie.de/kinderwunsch/gelbkoerperschwaeche-progesteron/

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