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Sehschwäche erkennen: Braucht dein Kind eine Brille?

Die Augen sind eines der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen – wenn nicht sogar das Wichtigste. Sie bestimmen zu großen Teilen […]

Sehschwäche erkennen: Braucht dein Kind eine Brille?

Sehschwäche erkennen: Braucht dein Kind eine Brille?

Die Augen sind eines der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen – wenn nicht sogar das Wichtigste. Sie bestimmen zu großen Teilen darüber, wie wir die Welt wahrnehmen. Gutes und klares Sehen ist für Kinder in ihrer Entwicklung dementsprechend wichtig. Eine eventuelle Sehschwäche sollte deshalb frühzeitig untersucht und behoben werden. Die Frage für Eltern lautet dabei: Wie und wann kannst du eine Fehlsichtigkeit bei deinem Kind erkennen?

Ein Kind muss das (scharfe) Sehen erst erlernen

Die Antwort lautet: Ab etwa dem zweiten bis dritten Lebensjahr lässt sich durch die Eltern feststellen, ob das Kind altersgemäß sieht. Altersgemäß deshalb, weil sich das Auge in diesem Alter noch in der Entwicklung befindet und somit auch das Sehvermögen noch nicht vollständig ausgereift ist. Zwar kann ein gesundes Kind von der Geburt an sehen, allerdings erst einmal nur unscharf in Form von Hell-Dunkel-Kontrasten und ohne räumliches Sehvermögen.

Im Laufe des ersten Lebensjahres entwickeln sich die Augen aber schnell: Am ersten Geburtstag besitzt das Kind im Normalfall rund 50 Prozent seiner Sehschärfe und die Fähigkeit zum räumlichen Sehen nimmt langsam zu. Anschließend schreitet die Weiterentwicklung langsamer voran, bis das Kind mit rund neun Jahren dasselbe räumliche Sehvermögen hat wie ein Erwachsener – allerdings ist das Gesichtsfeld noch um etwa 30 Prozent kleiner. Als vollends ausgereift ist das Auge bei einer gesunden Entwicklung erst zwischen etwa zehn bis zwölf Jahren.

Eine schwere Sehschwäche kann also etwa ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr festgestellt werden. Allerdings solltest du als Mutter oder Vater von Beginn an die Augen offenhalten und dein Kind sorgfältig beobachten. Denn neben einer relativ harmlosen Sehschwäche in unterschiedlichen Ausprägungen, kann dein Kind natürlich auch an angeborenen oder organischen Erkrankungen der Augen leiden. Im Extremfall kommt es blind zur Welt – was sich nicht immer direkt bei der Geburt feststellen lässt.

Sehschwächen müssen so früh wie möglich erkannt werden

Du solltest dein Kind also – wie bereits erwähnt – von Beginn an beobachten und gegebenenfalls von einem Augenarzt untersuchen lassen. Denn schätzungsweise jedes zehnte Kind in Deutschland ist von einer Sehstörung betroffen. Allerdings bleiben fast zwei Drittel der Fälle für eine zu lange Zeit unentdeckt. Zu lange deshalb, weil Sehschwächen bei Kindern in jungen Jahren oft noch problemlos behoben werden können. Manchmal reicht es schon aus, eines der Augen für einen gewissen Zeitraum abzudecken und dadurch sozusagen das andere Auge zu trainieren. Wird ein Sehfehler wie das Schielen hingegen erst nach dem fünften Lebensjahr behandelt, stehen die Heilungschancen schlecht. Auch andere Sehschwächen wie die klassische Kurz- oder Weitsichtigkeit sollten bereits in früher Kindheit behandelt werden. Ansonsten manifestieren sie sich bis ins Erwachsenenalter und das Sehvermögen wird häufig sogar zunehmend schlechter.

Wie sich die Augen auf die Kindesentwicklung auswirken

Folgen von Sehschwäche bei Kindern

Folgen von Sehschwäche bei Kindern

 

Eine Störung des Sehvermögens rechtzeitig zu erkennen, ist auch insofern wichtig, als dass sie sich ansonsten negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann. Sie beeinträchtigt die Konzentration, das Leistungsvermögen und seine Motivation. Häufig klagen Kinder auch über Kopfschmerzen, vor allem bei Weitsichtigkeit. Dadurch werden im weiteren Verlauf die Lebensqualität und das Selbstbewusstsein deines Kindes eingeschränkt. Das Lernen ist oft verzögert, manchmal sind sogar die Schulnoten schlecht, wenn die Fehlsichtigkeit so lange unerkannt bleibt.

Kein Wunder, denn alltägliche Herausforderungen wie beispielsweise die Hausaufgaben sind für Kinder mit Sehschwäche eine größere Belastung als für ihre gut sehenden Gleichaltrigen. Um deinem Kind solche Erfahrungen also zu ersparen und seine Entwicklung positiv zu beeinflussen, ist es deine Verantwortung als Mutter oder Vater, eine Fehlsichtigkeit rechtzeitig zu erkennen und zu korrigieren.

Welche Arten von Sehschwäche gibt es überhaupt?

Wie bereits erwähnt, können bei Kindern natürlich auch angeborene Sehschwächen, Extremfälle wie eine Blindheit oder schweres Schielen auftreten. Diese lassen sich häufig schon früh erkennen – allerdings leider nicht in jedem Fall ausreichend behandeln. Liegen also folgende Risikofaktoren vor, solltest du dein Kind bereits in einem Alter von sechs bis neun Monaten dem Augenarzt vorstellen:

  • Du weißt, dass es in eurer Familie erbliche Augenerkrankungen gibt.
  • Dein Kind war eine Frühgeburt.
  • Du, dein/r Partnerin oder Geschwister deines Kindes haben eines starke Fehlsichtigkeit oder leiden beziehungsweise litten unter einem Schielen.

Doch auch, wenn dein Kind glücklicherweise nicht zu dieser Risikogruppe zählt, sollte es spätestens im Alter von zwei bis drei Jahren erstmalig und anschließend regelmäßig augenärztlich untersucht werden. Häufige Fehlsichtigkeiten sind nämlich auch schon im Kindesalter…

  • …eine Kurzsichtigkeit, sprich das Kind sieht auf die Nähe gut, allerdings in der Entfernung verschwommen. Diese Kurzsichtigkeit kann nur leicht sein und somit keine Einschränkung für das Kind bedeuten. Doch auch starke Fälle sind möglich, in welchen sogar Dinge in der Nähe nur unscharf wahrgenommen werden. Die Kurzsichtigkeit ist bei kleinen Kindern eher selten, tritt dann aber vermehrt im Schulalter auf.
  • …eine Weitsichtigkeit, wobei die Nähe unscharf erscheint, dafür aber die Entfernung scharf. Eine leichte Weitsichtigkeit ist im Kindesalter alles andere als ungewöhnlich und oftmals nicht behandlungsbedürftig. In vielen Fällen gleicht die Linse des Auges die Weitsichtigkeit aufgrund ihrer Elastizität im Kindesalter noch von selbst aus. Untersucht und beobachtet werden sollte die Weitsichtigkeit aber dennoch, damit sie sich nicht manifestiert oder verschlimmert. Ein Sonderfall ist außerdem die Alterssichtigkeit, welche bei vielen Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter eine Lesebrille notwendig macht.

Eine Sehschwäche in „normalem“ Ausmaß ist eigentlich nicht weiter schlimm und kann durch eine Brille oder Kontaktlinsen also gut korrigiert werden – bestenfalls entwickeln sich die Augen nach der Behandlung sogar gesund, sodass die Fehlsichtigkeit früher oder später verschwindet.

Wie lassen sich Fehlsichtigkeiten bei Kindern erkennen?

Fehlsichtigkeiten bei Kindern erkennen

Fehlsichtigkeiten bei Kindern erkennen

 

Das Problem an der Sache ist aber, dass das Kind nicht einfach zu dir kommt und sagt „Ich sehe verschwommen“ – oder so ähnlich. Schließlich kennt es die Welt nur aus seiner Perspektive und weiß oftmals gar nicht, dass etwas nicht stimmt. Oder das Kind kann sein Problem nicht artikulieren. Es ist daher deine Aufgabe als Elternteil, auf folgende Anzeichen für Sehprobleme mit deinem Sohn oder deiner Tochter zu achten:

  • Das Kind beginnt nicht im Alter von drei bis vier Monaten, nach weiter entfernten Dingen zu greifen.
  • Du beobachtest bei deinem Kind ein Schielen (auch nach sechs Monaten noch), Augenzittern, „Aufreißen“ der Augen oder ständiges Reiben mit den Fingern.
  • Es streckt nicht nach rund sieben Monaten die Hände nach Dingen außerhalb seiner Reichweite aus.
  • Auch Augen, die oft tränen oder verklebt sind, können auf eine Sehstörung hindeuten.
  • Dein Kind scheint interessante Dinge in seiner Nähe oder Entfernung nicht wahrzunehmen und versucht dementsprechend auch nicht, dorthin zu gelangen.
  • Ein Alarmsignal ist zudem das Verdrehen der Augen, ohne dabei etwas Bestimmtes anzusehen.
  • Zwischen sieben und neun Monaten erkundet es Gegenstände immer noch nur mit den Händen und dem Mund – nicht aber zusätzlich mit den Augen.
  • Bleiben die Pupillen trotz Lichteinfall groß und starr, sollten die Augen dringend untersucht werden. Ebenso bei einem gelblichen oder weißlichen Aufleuchten.
  • Bei kleinen Kindern lassen sich Augenprobleme zudem manchmal durch ein häufiges Grimassenschneiden, keine Reaktion auf Licht oder eine extreme Lichtscheue, ein ständiges
  • Schiefhalten des Kopfes, eine getrübte Hornhaut oder das Vorbeigreifen an Gegenständen erkennen.

Diese Anzeichen gelten natürlich ebenfalls für größere Kinder, allerdings gibt es dann meist noch weitere Hinweise darauf, dass mit den Augen beziehungsweise dem Sehvermögen etwas nicht stimmen könnte:

  • Dein Kind hat oft gerötete Augen oder du beobachtest ein häufiges Blinzeln beziehungsweise Stirnrunzeln.
  • Immer wieder klagt dein Kind über Kopfschmerzen.
  • Du beobachtest ein auffälliges Stolpern, Vorbeigreifen an Dingen, schlechtes Einschätzen von Entfernungen oder Probleme beim Ballspielen.
  • Auch Balancestörungen oder ein ständiges Anstoßen an Möbeln & Co kann auf eine Sehstörung hindeuten.
  • Dein Kind hat Konzentrationsprobleme und ermüdet schnell bei Tätigkeiten wie dem Lesen, Schreiben oder Malen. Vielleicht hat es auch offensichtliche Probleme bei solchen Aktivitäten oder beim Basteln, Ausschneiden, etc.
  • Im Schulalter sind Schwierigkeiten beim Lesen wie das langsame und fehlerhafte Lesen, Verrutschen in der Textzeile, Auslassen von Wörtern, Verwechseln von Buchstaben und Zahlen oder auch ein auffälliges Schriftbild wichtige Hinweise.
  • Manchmal zeigen sich Probleme mit den Augen auch in einem sehr geringen Abstand zum Buch, Fernseher, Display, usw.
  • Schlechter werdende Schulnoten, ein sozialer Rückzug, übersteigerte Aktivität, Ungeduld und Zappeligkeit können ebenfalls aus Augenproblemen resultieren – können aber auch andere Auslöser haben.

Beobachtest du solche oder ähnliche Auffälligkeiten bei deinem Kind, solltest du unmittelbar einen Augenarzt aufsuchen. Aber auch, wenn nicht, empfehlen sich trotzdem regelmäßige Untersuchungen ab etwa zwei bis drei Jahren. Liegt ein Sehfehler vor, berät dich der Arzt bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten. Am häufigsten kommen dann eine Brille, Sportbrille oder Kontaktlinsen zum Einsatz.

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