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Liebe und Beziehung

Ab wann darf man Kinder bekommen?

Wenn sich zwei Menschen gern haben, dann bekommen sie irgendwann möglicherweise einmal das Bedürfnis, miteinander eine Familie zu gründen. Solltest […]

35. SSW: Geburt aufhalten oder Geburt einleiten

35. SSW: Geburt aufhalten oder Geburt einleiten

Wenn sich zwei Menschen gern haben, dann bekommen sie irgendwann möglicherweise einmal das Bedürfnis, miteinander eine Familie zu gründen. Solltest du noch nicht wissen, woher die Babys kommen, dann lies bitte zuerst den Artikel „Woher kommen die Babys?“, bevor du hier weiterliest.

Es ist ganz natürlich und Okay, dass man miteinander ein Baby zeugen möchte. Allerdings sollte man dazu einige Voraussetzungen erfüllen. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob er nun ein Baby bekommen möchte, obwohl er diese Voraussetzungen nicht erfüllt. Allerdings muss man dann damit rechnen, dass es ordentlich ins Auge gehen kann. Weil ein Baby ein Lebewesen wie du und ich ist, sollte man nicht vorschnell darüber entscheiden, eines in die Welt zu setzen. Immerhin hat es ein tolles Leben verdient, in dem es alles bekommt, was es braucht, meinst du nicht auch?

Egal, wie alt du bist – dieser Artikel betrifft alle Teenager. Denn speziell die Mädels unter euch machen sich ab und zu Gedanken über das Thema Baby, wenn zum ersten Mal Mutter- und Familiengefühle aufkommen.

Ab wann darf man Kinder bekommen?

Sofern du und dein Partner in etwa gleich alt sind und ihr beide mindestens 15 Jahre alt seid, dürft ihr grundsätzlich ein Baby bekommen. Allerdings müsst ihr dann damit rechnen, dass sich die Jugendwohlfahrt in euer junges Familienleben einmischen wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eure Eltern oder ein anderer Erwachsener in eurem Umfeld das Sorgerecht für das Baby bekommen wird. Das Sorgerecht beschreibt, wer die „elterliche Gewalt“ über das Kind hat. In Österreich wird das Sorgerecht auch Obsorge genannt. Wer die Obsorge hat, der hat auch das Recht, über alles informiert zu werden, was das Kind betrifft. Der Obsorgeträger (also derjenige, der das Sorgerecht hat), darf über wesentliche Teile des Lebens des Kindes entscheiden. Außerdem muss er sich um das Kind kümmern und muss dafür sorgen, dass es sich bestmöglich entwickeln kann.

Aber auch, wenn du das Sorgerecht nicht bekommst, hast du einige Mindestrechte als biologischer Elternteil des Kindes. Wie diese Sache in deinem Land geregelt ist, kannst du bei der Jugendwohlfahrt in deinem Ort erfragen. In jedem Fall steht es dir zu, das Kind zu sehen. Außerdem musst du über alles informiert werden, was das Kind betrifft und darfst deine Meinung dazu äußern (zum Beispiel, wenn eine medizinische Behandlung ansteht). Das letzte Wort bleibt allerdings beim Obsorgeträger.

Du siehst: Grundsätzlich kann man niemandem verbieten, ein Kind zu zeugen. Allerdings ist es sehr wohl geregelt, ob du den vollen Zugriff auf das Kind haben wirst oder nicht. Daher empfiehlt es sich für Teenager, erst ein Kind zu zeugen, wenn sie selbst in der Lage sind, sich alleine um das Kind zu kümmern. Dazu braucht es nicht nur Geld, sondern eine gewisse geistige Reife und Belastbarkeit. Was das genau bedeutet möchten wir dir nun näher erklären.

Abgeschlossene Ausbildung

Es ist immer gut, die eigene Ausbildung abzuschließen, bevor man ein Kind bekommt. So bereut man später nicht, so früh ein Baby bekommen zu haben und bleibt vom Partner unabhängig. Sobald das Kind in den Kindergarten geht oder von einer Tagesmutter betreut wird (in der Regel ab dem 2. Lebensjahr), kann man arbeiten gehen. Das ist deshalb so wichtig, weil man nie weiß, wie lange eine Beziehung hält.

Selbst, wenn man sich sehr gut verträgt und ineinander verliebt ist, kann sich bei einer jungen Beziehung innerhalb kürzester Zeit vieles verändern. Darum sollte man als Mutter dazu in der Lage sein, im Notfall selbst Geld zu verdienen.

Das Leben als Alleinerzieher ist nicht gerade leicht. Umso schwieriger wird es, wenn man keine abgeschlossene Ausbildung hat und die Kosten für die Lebenserhaltung der kleinen Familie nur schwer decken kann. Natürlich ist der andere Elternteil unterhaltspflichtig und muss dir monatlich einen Anteil seines Einkommens überweisen. Verdient er oder sie selbst nicht viel, dann reicht der Unterhalt aber auch nicht aus, um das Kind ordentlich zu versorgen.

Finanzielle Lage

Ein Kind kostet Geld. Diese Feststellung ist bestimmt nichts Neues für dich. Was das allerdings genau bedeutet, kannst du weiter unten nachlesen.

Frage dich, ob du in der Lage bist, deine eigenen Lebenserhaltungskosten (Nahrungsmittel, Wohnung, Auto oder Öffi-Tickets usw.) alleine zu tragen. Wenn ja, dann ist das schon einmal gut. Darüber hinaus solltest du mit deinem eigenen Geld dafür sorgen können, dass das Baby alles nötige bekommt und auf nichts verzichten muss. Selbst, wenn du einen Partner hast, musst du selbst etwas dazu beisteuern, damit ihr es schaffen könnt.

Sei also ehrlich zu dir selbst und besprich mit deinem Freund bzw. deiner Freundin, wieviel Geld euch beiden insgesamt zur Verfügung steht und ob ihr euch ein Baby überhaupt leisten könntet.

Natürlich bekommt man im Idealfall (speziell am Anfang) reichlich finanzielle Unterstützung von der Familie. Es ist aber nicht Sinn der Sache, deinen (Schwieger-) Eltern mit dem Baby auf der Tasche zu liegen.

Liebevolle Partnerschaft

Kinder brauchen einen Papa und eine Mama, damit sie gut aufwachsen können. Denn von beiden Elternteilen schauen sie sich vieles für ihr eigenes Leben ab. Das ist sehr wichtig für die Entwicklung des Kindes. Daher hat jedes Kind ein Recht auf beide Elternteile.

Überlegt euch, ob ihr euch vorstellen könnt, ein Leben lang zusammen zu bleiben. Man kann natürlich nicht wissen, was das Leben so bringt. Scheidungen sind heutzutage kein Beinbruch mehr. Vermutet man allerdings bereits in jungen Jahren, dass die Beziehung nicht lange halten wird, dann sollte man auf das Zeugen eines Babys verzichten.

Bedenkt bitte auch, dass das Kind selbst eine ungeheure Belastung für eure Beziehung darstellen wird. Mehr dazu erzählen wir euch ein wenig später.

Du denkst, die Ehe ist altmodisch und unnötig? Überdenke diese Sache bitte noch einmal. Es hat einen ganz bestimmten Sinn, zu heiraten, bevor man Kinder bekommt. Denn die Ehe schweißt euch nicht nur enger zusammen. Sie bietet dem Kind außerdem eine gewisse Sicherheit. Sollte einer von euch aus irgendeinem Grund zum Alleinerzieher werden, dann hat er nämlich Anspruch auf Witwen- und Waisenpension beziehungsweise Unterhalt. Die Witwenpension bekommt man aber nur, wenn man verheiratet ist. Nicht selten stehen Mamas oder Papas vor einem riesigen finanziellen Problem, wenn der geliebte Partner auf einmal nicht mehr da ist. Nicht nur, dass man unter der Trauer leidet. Man muss sich dann auch noch ums eigene Überleben kümmern.

Alles das könnte passieren und niemand kann dir garantieren, dass ihr ein problemloses, glückliches Familienleben führen werdet. Beziehe also bitte auch diesen Aspekt in deine Entscheidung für bzw. gegen ein Baby mit ein.

Unterstützung in der Familie

Wie werden eure Eltern darauf reagieren, dass ihr ein Kind bekommen möchtet? Auch die Meinung deiner Familie spielt eine Rolle. Denn gerade am Anfang hilft es ungemein, wenn man das Baby für einige Stunden bei Mama oder Papa „deponieren“ kann, um selbst wieder zu Kräften zu kommen.

In psychischer, finanzieller und auch gesundheitlicher Hinsicht habt ihr bessere Voraussetzungen, wenn ihr euch auf die Unterstützung eurer Familien verlassen könnt.

Geistige Reife

Wenn Kinder selbst zu Eltern werden, obwohl sie eigentlich noch zu unreif sind, kann das einige Probleme mit sich bringen.

Denn Eltern sollten eine gewisse geistige Reife mitbringen, um das Kind richtig erziehen zu können. Lässt man dem Kind alles durchgehen, so hat man es später recht schwer, mit ihm klar zu kommen. Wer selbst noch ein Kind ist neigt aus Überforderung dazu, dem Kind zu viele Freiheiten zu lassen.

Andererseits kann es passieren, dass man völlig an der Aufgabe Erziehung verzweifelt und das Kind aus Hilflosigkeit heraus schlägt. Das ist nicht nur verboten, sondern schadet dem Kind und ist deshalb keine Option. Außerdem ist es für dich selbst nicht gut, wenn du dein eigenes Kind schlägst.

Stellt euch ganz ehrlich die Frage, ob ihr wisst, wie man Kinder erzieht. Habt ihr ein Gespür für Kinder? Könnt ihr mit den psychischen Belastungen, die es mit sich bringen wird umgehen? Fühlt ihr euch selbst noch als Kinder oder könnt ihr auf das Teenagerleben verzichten?

Zur geistigen Reife gehört es nämlich auch, das Wohl des Kindes vor die eigenen Bedürfnisse zu stellen. Du darfst das Baby weder alleine lassen, noch seine Hilferufe ignorieren, wenn du keine Lust hast, dich darum zu kümmern.

Wenn du lieber um die Häuser ziehst, anstatt Zuhause beim Baby zu bleiben, dann bist du noch nicht reif genug für ein Kind.

Platz für das Baby

Das Baby wird viel Platz benötigen. Selbst, wenn du nur ein Kind bekommen möchtest, brauchst du ein Kinderzimmer dafür. Die Wiege, der Wickeltisch, eine Kiste mit Spielzeug sowie eine Kommode für Klamotten und sonstige Dinge lassen sich nur schwer im eigenen Schlafzimmer unterbringen.

Bedenke daher bitte, dass eure Wohnung groß genug sein sollte, um ein Kinderzimmer darin unterzubringen. Für junge Familien eignen sich 3-Zimmerwohnungen am besten. Es kann sein, dass du dann zugunsten des Babys zum Beispiel auf einen begehbaren Kleiderschrank oder ein Partyzimmer verzichten musst.

Ist eure derzeitige Wohnung zu klein, dann werdet ihr wohl oder übel umziehen müssen, wenn ihr tatsächlich ein Kind bekommen wollt. Plant ihr mehr als nur eine dreiköpfige Familie zu gründen, dann zahlt sich eine Wohnung mit mindestens 90m² früher oder später auf jeden Fall für euch aus. Übrigens könnt ihr einen Antrag auf Wohnbeihilfe stellen. Als Familie habt ihr noch bessere Chancen darauf, einen Zuschuss zu bekommen.

Mit diesen Belastungen muss man rechnen

Nun hast du schon eine ungefähre Ahnung davon bekommen, welche Voraussetzungen man mitbringen sollte, wenn man plant, ein Kind zu bekommen.

Im Folgenden erzählen wir dir, wozu genau diese Voraussetzungen nötig sind. Dabei gehen wir genauer darauf ein, was auf dich als junger Elternteil zukommen wird. Denn ein Baby bringt zwar viele Freuden mit sich, bedeutet aber auch Anstrengung.

Kosten vor der Geburt

Bereits in der Schwangerschaft kommen Kosten auf dich zu, die es in sich haben können. Zahlreiche Untersuchungen, Ultraschall und gegebenenfalls 3D-Bilder vom Säugling sind nicht gerade günstig. Je nachdem, bei welchem Gynäkologen ihr seid, übernimmt die Krankenkasse einen Teil davon.

Außerdem kann es sein, dass ihr Nahrungsergänzungsmittel einkaufen müsst. Denn die werdende Mutter braucht unter anderem mehr Folsäure, als zuvor. Damit das Baby sich bestmöglich entwickeln kann und gesund zur Welt kommt sollte man nämlich auf eine ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft achten. Dazu gehört eine erhöhte Vitamin- und Mineralstoffzufuhr. Deshalb wirst du wahrscheinlich mehr Geld für Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel ausgeben, als zuvor.

Wenn du zum ersten Mal ein Baby bekommst, wirst du dir vielleicht ein paar Bücher zum Thema Schwangerschaft und Kindererziehung kaufen wollen. Zu den gedruckten Infomaterialien kommen Kosten für den Geburtsvorbereitungskurs hinzu.

Die Zeit der Schwangerschaft kann man prima nutzen, um das Kinderzimmer einzurichten. Du brauchst ein Babybettchen, eine Wickelunterlage oder besser einen Wickeltisch, eine Kommode sowie Vorhänge und eventuell einen neuen Anstrich für das Zimmer bzw. einen neuen Boden.

Babykleidung bekommt man meistens von Freunden und Verwandten geschenkt. Daher kann es sein, dass du dafür gar kein Geld ausgeben musst. Allerdings wirst du noch eine Wickeltasche und einen Kinderwagen brauchen. Besonders den Kinderwagen kann man ohne Bedenken gebraucht kaufen. Damit spart man eine Menge Geld.

Kosten nach der Geburt

Während das Baby gestillt wird, braucht man keine Babynahrung zu kaufen. Nicht nur deshalb, sondern auch zugunsten seiner Gesundheit, sollte man das Baby so lange wie möglich stillen.

Was man allerdings auf jeden Fall kaufen muss sind Windeln und Pflegeartikel wie Feuchttücher und Babypuder. Dafür wirst du im Monat rund 50 € brauchen.

Kleine Babys brauchen Untersuchungen und Impfungen. Auch das kostet Geld. Hier bekommst du Unterstützung von deiner Krankenkasse.

Psychische Belastung vor und kurz nach der Geburt

Junge Mütter haben’s nicht leicht. Kurz vor der Geburt überkommen dich möglicherweise Angstzustände oder sogar Panik, weil du nicht weißt, was nun auf dich zukommen wird. Das trifft für werdende Mütter wie Väter gleichermaßen zu. Trotzdem solltet ihr so gut füreinander da sein, wie es euch möglich ist.

Die Geburt selbst ist eine sehr anstrengende Sache und wird ihre Spuren hinterlassen. Es ist normal, dass man nach der Geburt einige Tage bis hin zu Wochen unter dem sogenannten Wochenbett leidet. Das ist eine Phase, währenddessen es der Mutter nicht gut geht. Sie leidet dann unter Verstimmungen, fühlt sich allgemein nicht wohl und ist sehr müde. Das liegt einerseits an der hormonellen Umstellung im Körper. Andererseits bist du mit Gedanken rund um das Baby konfrontiert, die dich kurzzeitig überfordern können. Die plötzliche Verantwortung für ein kleines, menschliches Lebewesen kann einem ganz schön Angst einflößen. Auch während des Wochenbetts müssen Mama und Papa einander unterstützen, indem sie sich abwechselnd um das Kind kümmern, wenn es schreit.

Zu Beginn hat man noch kein so gutes Gefühl dafür, was das Baby wann braucht. Nach einer Weile bekommst du aber ein Gespür dafür, was es dir mit seinem Schreien nun genau sagen möchte. Spätestens dann wird es etwas leichter für dich. Vergiss nicht, dass ihr beide einige Zeit brauchen werdet, um euch an die neuen Umstände zu gewöhnen.

In der ersten Zeit werdet ihr möglicherweise unter chronischem Schlafmangel leiden. Weil das Baby nun einmal oft schreit und deine Aufmerksamkeit braucht, ist dagegen leider noch kein Kraut gewachsen.

Sei dir aber bewusst, dass auch diese schwierige Zeit irgendwann vorüber ist und es zunehmend leichter für dich werden wird, mit dieser neuen Situation umzugehen. Du wirst sozusagen immer besser in deine Rolle als Elternteil „hineinwachsen“, je mehr Zeit seit der Geburt vergangen ist.

Schlafmangel und wenig Zeit für dich selbst

Der bereits erwähnte Schlafmangel belastet dich psychisch und gesundheitlich. Du wirst dich kraftlos fühlen und Zeit für dich selbst wollen. Wenn es dir zu viel wird, dann versuche bitte, dir von deiner Familie Hilfe zu holen. So kannst du in Ruhe ein Bad nehmen oder ein wenig Spazieren gehen.

Achte in dieser Zeit darauf, dir immer wieder helfen zu lassen. Das gilt natürlich speziell für Mamis. Versuche nicht, alles selbst zu schaffen. Das kostet Nerven und kann dazu führen, dass du irgendwann völlig „ausbrennst“.

Stelle dich darauf ein, dass du nun nur noch sehr wenig Zeit für dich selbst haben wirst, in der du alleine bestimmst, was du tust. Meistens wirst du dich danach richten müssen, was das Baby braucht.

Belastungsprobe für die Beziehung

All die belastenden Faktoren, die wir dir bisher beschrieben haben, wirken sich natürlich auch auf die Beziehung zwischen dir und deinem Partner aus. Es kann sein, dass man gereizt reagiert und einander anschreit oder öfter streitet als sonst, wenn das Baby da ist.

Das dürft ihr nicht persönlich nehmen. Versucht, Verständnis füreinander aufzubringen und erinnert euch immer wieder daran, dass diese Zeit nun einmal eine wahre Probe für eure Beziehung darstellt. Habt ihr sie überstanden, dann gibt es nichts mehr, das euch auseinander bringen könnte. Seht es als Herausforderung an, diese Zeit so gut wie möglich miteinander zu überstehen.

Akzeptiert gelegentliche Meinungsverschiedenheiten und gönnt euch ab und zu eine Auszeit, indem ihr jemanden bittet, auf das Baby aufzupassen. Dann könnt ihr gemeinsam etwas unternehmen, romantisch essen oder tanzen gehen und dabei die Beziehung pflegen.

Solltet ihr das Gefühl haben, es gar nicht mehr miteinander auszuhalten, dann denkt an das Baby. Versucht, eure Streitigkeiten auf die Reihe zu bekommen, um dem Kind das zu geben, was es verdient: zwei Elternteile, die zusammen leben und einander lieben.

Ein Baby bringt Freude, weil…

Warum ist es uns Menschen eigentlich so wichtig, Nachkommen in die Welt zu setzen? Während manche Leute nie Kinder haben wollen, können es andere gar nicht erwarten, ein Baby zu bekommen.

Das liegt einerseits an unserer „inneren Uhr“, also den Hormonen, die ab einem gewissen Alter sozusagen verrückt spielen. Das Bedürfnis, ein Baby zu bekommen kann dann so groß werden, dass man sich unglücklich fühlt, wenn es doch nicht klappt.

Doch nicht nur die Hormone sind für den Glücksrausch junger Eltern verantwortlich. Babys bringen viele Sorgen, aber auch viele Freuden mit sich. Als junge Eltern werdet ihr für eure Liebe zum Kind reich belohnt werden. Lest weiter, um mehr darüber zu erfahren.

Familienzusammenhalt spüren

Wenn ihr ein Baby bekommt, dann wird euch das noch mehr zusammenschweißen. Die Verantwortung, die ihr dann für das Baby tragt, bindet euch noch mehr aneinander. Das ist ein Grund, warum besonders Jungs nicht selten Angst davor haben, eine Familie zu zeugen.

Nicht ohne Grund: Auf gewisse Freiheiten werdet ihr als Teil einer jungen Familie dann verzichten müssen. In Anbetracht der tollen Zeit, die euch und eurem Kind bevorsteht, zahlt sich das allerdings aus.

Es ist etwas sehr Heilsames, wenn man den Zusammenhalt der eigenen Familie spürt und jeden Tag in die dankbaren Augen eines kleinen Kindes blickt, das einen heiß und innig liebt.

Ein Lebewesen großziehen

Der Grund, warum sich Menschen Haustiere halten, ist ein ganz ähnlicher wie der, warum sie Kinder bekommen möchten: Das Bedürfnis, sich um etwas oder jemanden zu kümmern.

Zieht man ein Baby groß, dann fühlt man sich stolz und innerlich erfüllt. Mit jedem Schritt, den das Baby in seiner Entwicklung macht, freut man sich. Weil das Kind stolz auf sich selbst ist, teilt man seine Freude.

Momente wie die ersten Worte, die ersten Schritte oder die Einschulung des Kindes sind etwas ganz Besonderes im Leben der Eltern und verleihen ihrem Leben unvergessliche Momente.

Spätestens, wenn die Kinder groß geworden sind, wird man für die Jahre lange, mitunter nervenaufreibende und anstrengende Erziehungsarbeit belohnt. Man sieht, dass das einst noch kleine Kind mittlerweile zu einem eigenständigen Erwachsenen geworden ist und seinen eigenen Weg geht. Schlägt es eine berufliche Karriere ein oder zeugt schließlich selbst ein Kind, dann merkt man, dass man alles richtig gemacht hat und ist glücklich.

Es ist schön, alt zu werden, wenn man eine Familie hat. Großeltern, die von ihren Enkeln besucht werden, sind glücklicher, als einsame Rentner. Auch das ist ein Grund, warum wir den Drang haben, Kinder zu zeugen. Weil es etwas Tolles ist, im Kreise einer liebevollen Familie zu altern, in der man sich aufeinander verlassen kann und jeder für den anderen da ist.

Den Sinn des Lebens finden

Irgendwann beginnt bei uns allen, die innere Uhr zu ticken. Speziell Frauen haben irgendwann das große Bedürfnis, ein Kind zu bekommen. Dabei kann es sein, dass sie sich leer fühlen und spüren, dass es an der Zeit ist, eine Familie zu gründen.

Erfüllt man alle Voraussetzungen, um auch langfristig eine glückliche Familie zu sein, dann ist die Familiengründung eine wunderschöne Sache. Viele Menschen entdecken darin den Sinn ihres Lebens und genießen es, Verantwortung für ein kleines Lebewesen zu übernehmen.

Man ist motiviert, sein Bestes dafür zu geben, dass es einem anderen Menschen möglichst gut geht. Dieser kleine Mensch wird dich dann sehr glücklich machen. Besonders dann, wenn du seine Liebe und Dankbarkeit zu spüren bekommst.

Diese Unterstützung werdet ihr bekommen

Die Familiengründung ist speziell beim ersten Kind eine so große finanzielle Belastung, dass sie ohne die Hilfe des Staates für manche Leute nicht zu bewältigen wäre.

Weil dein Land daran interessiert ist, Familien zu unterstützen, bietet es dir eine Reihe von Sozialleistungen für Familien. Wie die Leistungen in deinem Land genau aussehen, an welche Bedingungen sie geknüpft sind und mit welcher Höhe du rechnen darfst, kannst du bei der Jugendwohlfahrt oder dem Finanzamt erfragen.

Einige grundlegende Dinge, die den meisten Europäern zur Verfügung stehen, stellen wir dir nun ganz kurz vor.

Kinderbetreuungsgeld, Mutterschutz und Karenz

Als Arbeitnehmer hat man Anspruch auf Karenz. Das bedeutet nichts anderes, als dass du weiterhin von deinem Arbeitgeber bezahlt wirst, wenn du einige Jahre vom Arbeitsplatz abwesend bist, um dein Kind groß zu ziehen. Mittlerweile haben beide Elternteile Anspruch auf Karenz. Also kann entweder der Mann oder die Frau in Karenz gehen. Mitunter ist es sogar so, dass man noch länger Anspruch auf Karenz hat, wenn sich beide abwechseln.

Kurz vor der Geburt geht man in Mutterschutz. Denn dann wäre es zu gefährlich, weiterhin am Arbeitsplatz zu bleiben. In den letzten Monaten und Wochen vor der Geburt muss die Mutter nämlich besonders gut auf sich Acht geben, damit das Kind nicht zu früh zur Welt kommt. Dazu sollte sie sich schonen und es ruhig angehen lassen. Das geht natürlich nur, wenn sie nicht mehr arbeiten geht. Deshalb ist es gesetzlich geregelt, dass Mütter in Mutterschutz gehen dürfen. Der genaue Zeitpunkt kann bei der Arbeiterkammer oder der Jugendwohlfahrt erfragt werden.

Darüber hinaus bekommst du in den ersten Lebensjahren deines Kindes Kinderbetreuungsgeld bzw. Elterngeld. Das ist eine Unterstützung, die dir als Mutter zusteht – egal ob du vor der Geburt erwerbstätig warst oder nicht. Sie soll dir das Auskommen mit deinem Kind in der ersten Zeit sichern, in der du aufgrund der Mutterschaft nicht arbeiten gehen kannst. Zum Kinderbetreuungsgeld darf man nur eine gewisse Summe dazuverdienen. Achte also bitte darauf, die Zuverdienstgrenze nicht zu überschreiten.

Die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes hängt davon ab, wo du wohnst. In Österreich ist es zum Beispiel so, dass man grundsätzlich Anspruch auf 80 % des vorangegangenen Einkommens hat. War man nicht erwerbstätig oder würde sich daraus ein Tagsatz unter 33 € (1000 € im Monat) ergeben, dann bekommt man das pauschale Kinderbetreuungsgeld von 33 € bis 66 €, je nachdem über welchen Zeitraum verteilt man es bekommen möchte (je kürzer, umso höher der Tagsatz).

Familienbeihilfe

Neben dem Kinderbetreuungsgeld steht euch die Familienbeihilfe zu. Dieser Betrag von rund 150 € pro Monat ist dafür gedacht, Dinge für das Baby bezahlen zu können. Mit jedem Kind steigt die Familienbeihilfe an. So bekommt man mit zwei oder drei Kindern wesentlich mehr Familienbeihilfe, als mit nur einem.

Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Dein Bezirk unterstützt dich dabei, ab dem zweiten Lebensjahr des Kindes wieder ein wenig arbeiten zu gehen, wenn du das möchtest oder aufgrund deiner finanziellen Lage musst. Es gibt Kinderkrippen und Tagesmütter, die sich ein paar Stunden pro Tag um dein Kind kümmern können. Je nach der Höhe deines Einkommens wirst du einen Zuschuss vom Staat für die Kinderbetreuungskosten bekommen.

Ab dem dritten Lebensjahr darf dein Kind in den Kindergarten gehen. Du selbst musst entscheiden, ob du das Kind in einen Landes- oder Privatkindergarten gibst. Der Unterschied liegt nicht nur im Angebot, sondern auch in den Kosten, die dir dadurch entstehen. Frage am besten direkt bei den Kindergärten in deiner Nähe nach, mit welchen Kosten du rechnen musst und welche Unterstützungen vom Staat dir dafür zustehen.

Weitere Vergünstigungen

Wenn du in deiner Familie der Alleinverdiener (einzige Person im Haushalt, die arbeiten geht) bist, dann stehen dir steuerliche Vergünstigungen zu, die sich mitunter richtig auszahlen können. Allerdings musst du dich darüber informieren und dich selbst darum kümmern, diese Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen. Ein unverbindliches Gespräch mit dem Steuerberater kann weiterhelfen.

Aber auch, wenn du kein Alleinverdiener bist, stehen deiner Familie gewisse Vergünstigungen zu. So kann es sein, dass du außergewöhnliche Belastungen bei der Einkommensteuer absetzen kannst, um Geld zu sparen. Außerdem gibt es einen steuerlichen Freibetrag für Mehraufwendungen bei Kindern mit Behinderungen. Die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer sowie Vorteile bei der Pensionsversicherung dürfen ebenfalls nicht unterschätzt werden.

In manchen Städten und Bundesländern gibt es spezielle Familienkarten, die dir einen vergünstigten Eintritt in Museen, bei Ausflugszielen und Veranstaltungen ermöglichen. Informiere dich bei deiner Gemeinte bzw. deinem Magistrat darüber und nütze diese Vorteile so gut wie möglich, um eure Freizeitgestaltung günstiger zu gestalten.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.

Was bedeutet…

  • Sorgerecht

  • Wochenbett

  • Mutterschutz

  • Karenz

  • Kinderbetreuungsgeld

  • Alleinverdiener

  • Familienbeihilfe

2) Welche Voraussetzungen sollte man als Paar mitbringen, wenn man plant, ein Baby zu zeugen?

3) Warum haben wir Menschen das Bedürfnis, eine Familie zu gründen? Welche schönen Momente warten auf Eltern, die eine Familie gegründet haben?

4) Welche finanziellen Unterstützungen für Eltern gibt es in deinem Land? Recherchiere im Internet nach zusätzlichen Informationen.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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