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Liebe und Beziehung

Schmetterlinge im Bauch: die erste Liebe

Egal zu welcher Jahreszeit und an welchem Ort: immer und überall liegt Liebe in der Luft. Im Frühling finden sich […]

Schmetterlinge im Bauch: die erste LiebeAsian teenage couple spending romantic time with each other.

Egal zu welcher Jahreszeit und an welchem Ort: immer und überall liegt Liebe in der Luft. Im Frühling finden sich bei Vögeln, Säugtieren und anderen Tierarten „verliebte“ Männchen und Weibchen zusammen, nachdem die Herzen der Tier-Damen durch Kämpfe oder stolzierendes Verhalten erobert wurden.

Auch wir Menschen sitzen lieber zu zweit unter der Sonne, als alleine. Im Winter kuscheln wir uns gerne zusammen unter die Decke, um einander zu wärmen. Anlässe wie Weihnachten oder Ostern bringen uns einander näher und bieten Gelegenheit, die eigenen Eltern mit dem neuen Schatz bekannt zu machen.

Wie fühlt man sich, wenn man verliebt ist? Was sollte man wissen, wenn man zum ersten Mal eine Liebesbeziehung führt? Warum verlieben sich Menschen eigentlich ineinander? Das und mehr möchten wir dir beantworten.

Es kribbelt im Körper. Warum eigentlich?

Wenn man sich zu einem Menschen auf eine ganz besondere Art hingezogen fühlt, dann kribbelt es so komisch im Körper. Man ist aufgeregt, das Herz schlägt schneller. Es ist eindeutig: man hat sich verliebt. Wir Menschen fühlen zwar oft Liebe. Verstehen können wir diese Gefühle aber nicht wirklich. Deshalb haben Wissenschaftler versucht, mehr über die Liebe herauszufinden. Dieser Abschnitt erzählt mehr darüber, was sie herausgefunden haben.

Verliebtheit ist Stress

Wenn man die Reaktion des Körpers auf Verliebtheit betrachtet, kommt man zu einem interessanten Schluss: Verliebtheit führt zu einer Stressreaktion beim Menschen.

Die plötzliche Hormonausschüttung führt dazu, dass man ein „Flattern“ im Bauch spürt, weil der Magen quasi außer Rand und Band ist. Weiche Knie oder Übelkeit sind ein typisches Anzeichen dafür, dass man bis über beide Ohren verliebt ist.

Dann ist es, als würde man den Boden unter den Füßen verlieren. Manche können gar nicht mehr klar denken oder spüren ständig ein Kribbeln im Bauch.

Das Stresshormon Adrenalin versetzt den Körper in Anspannung und hält uns nachts wach, wenn wir verträumt an unseren großen Schwarm denken.

Diesen positiven Stress hält man gut aus, im Gegensatz zum Stress, den man bekommt, wenn ein Referat ansteht.

Stressreaktionen, die wir aufgrund der Verliebtheit zu Spüren bekommen, sind derzeit die einzige Art, wie man Liebe wissenschaftlich messen kann. Denn sie macht sich im ganzen Körper bemerkbar – egal ob man das möchte oder nicht.

Angst, Aufgeregtheit und Vorsicht

Möchte man das Objekt der Begierde ansprechen, fehlen einem mitunter die Worte. Das ist so, weil man einerseits unter Stress steht. Andererseits versetzt einen diese neue Situation in Alarmbereitschaft.

Ähnlich, wie bei einer mündlichen Prüfung, kann man richtig nervös werden. Vielleicht vergisst man sogar schlagartig, was man eigentlich sagen wollte. Dann stellt man sich richtig blöd an und bekommt es mit der Angst zu tun. Man möchte keine Abfuhr erhalten und hat panische Angst davor, abgelehnt zu werden. Außerdem könnte es ja sein, dass man ausgelacht oder gehänselt wird. Denn, Gefühle zu zeigen ist keine leichte Sache.

Damit gibt man einen Teil von sich Preis, der recht verletzlich ist. Das tut man nur selten – ein Liebesgeständnis ist nichts Alltägliches. Kein Wunder also, dass man in dieser Sache als Teenager recht ungeübt ist.

Es ist okay, vorsichtig zu sein. Zu viel Schüchternheit kann sich aber mit der Zeit nachteilig auswirken. Denn wer keinen Laut von sich gibt, wird oft nicht bemerkt.

Manchmal ist es besser, sich ein Herz zu fassen und allen Mut zusammenzukratzen, den man aufbringen kann. Dann ist es leichter, den neuen Schwarm anzusprechen.

Hat Liebe einen Sinn?

Die Liebe ist eine rätselhafte Sache. Manchmal verstehen wir sie gar nicht. Speziell dann, wenn ein geliebter Mensch etwas tut, das wir nicht nachvollziehen können.

Doch warum lieben wir eigentlich? Was ist der Sinn der Sache?

Liebe gibt es nicht erst seit gestern. Sie ist so alt wie der Mensch selbst. Sie ist seit jeher in uns „einprogrammiert“ und stellt damit eines der menschlichsten Gefühle überhaupt dar. Im Laufe der menschlichen Entwicklung haben wir sogar gelernt, wie man intuitiv den richtigen Partner finden kann. Tut man etwas intuitiv, dann braucht man dabei nicht nachzudenken. Man weiß einfach, wie es geht, weil es ein Teil des Menschseins ist.

Verliebte sind tatsächlich sehr „hormongesteuert“. Das mag unromantisch klingen, ist aber die Wahrheit. Denn die Gefühle selbst sind ein chemischer Vorgang im Körper. Entspricht ein Junge oder ein Mädchen deinen unterbewussten Vorstellungen des idealen Partners, dann kommen die Hormone so richtig in Fahrt. Die Liebe beginnt also im Gehirn. Botenstoffe in diesem Organ entscheiden dann darüber, ob uns jemand sympathisch ist oder eben nicht.

Wusstest du, dass es sogar ein sogenanntes Beziehungshormon gibt? Oxytocin ist dafür verantwortlich, dass man sich an einen Partner binden möchte. Dieses Hormon hat großen Einfluss darauf, ob ein Paar für lange Zeit zusammen bleibt. Denn es steuert Gefühle wie Treue in den Menschen.

Nun möchten wir aber noch einmal zur Sinnfrage zurück kommen. Weil Liebe den Sinn hat, dass wir uns als Menschen fortpflanzen, ist sie etwas so bedeutendes für uns. Alle Lebewesen haben es sich zum obersten Ziel gesetzt, Nachkommen zu zeugen, die ihre Gene weitertragen. Deshalb bildet das Thema Liebe einen zentralen Punkt im Leben jedes Menschen. Jeder möchte einen Partner finden, mit dem er kuscheln, knutschen und mehr kann. Ist man alt genug, entsteht aus der Beziehung ein Kind, das die Eigenschaften der beiden Eltern in sich vereint.

Verliebtheit oder Liebe?

Fast jeder Mensch ist mindestens einmal im Laufe seines Lebens in eine andere Person verliebt. Je nachdem, was uns gefällt, fühlen wir uns von ganz unterschiedlichen Reizen angesprochen. Es kann die Art sein, wie ein Mensch lacht, spricht oder sich insgesamt gibt, die das Kribbeln im Bauch auslöst. Vielleicht gefällt dir das Gesicht deines neuen Schwarms so sehr, dass du bei seinem bzw. ihrem Anblick immer grinsen musst.

Wird man zum Lachen gebracht, fühlt sich mit jemandem gedanklich auf einer Ebene oder ist sich irgendwie ähnlich, dann kann Liebe entstehen. Diese erste Liebe ist aber etwas anderes als die Liebe zwischen einem alten Ehepaar. Es macht einen Unterschied, ob man frisch verliebt ist oder sich schon längere Zeit aus ganzen Herzen liebt. Wenn man länger zusammen ist, muss die Beziehung auch schwierige Zeiten überstehen. Und genau hier unterscheiden sich Verliebtheit und Liebe.

Während man sich recht schnell in jemanden verlieben kann, obwohl man ihn oder sie noch nicht richtig gut kennt, ist das mit der Liebe ein wenig anders. Wird’s ernst in der Beziehung, dann zieht man vielleicht irgendwann zusammen. Dann kann es sein, dass man sich ab und zu streitet oder sich gegenseitig auf die Nerven geht. Gerade die erste Zeit nach dem Umzug ist mitunter recht anstrengend. Das stellt die Beziehung auf die Probe. Wenn man sich liebt, nimmt man das aber in Kauf. Das wirft eine Frage auf. Welche Abstufungen von Liebe gibt es eigentlich genau?

Jemanden gut leiden können

Nun, wenn man jemanden leiden kann, dann hat das eigentlich noch kaum etwas mit Liebe zu tun. Damit meint man lediglich, dass man jemanden Okay findet. Ob man nun gerne Zeit miteinander verbringt, ist damit noch nicht gesagt. In jedem Fall kann man sich mit Menschen, die man gut leiden kann, auch gut unterhalten. Sie sind ein wenig so wie man selbst. Darum findet man sie in Ordnung.

Jemanden mögen

Wenn man jemanden mag, dann schätzt man seine Anwesenheit. „Ich mag dich!“ bedeutet nicht, dass man verliebt ist. Denn auch Freunde oder Geschwister mögen einander (oder eben nicht). Mag man jemanden, dann trifft man sich öfters miteinander, um gemeinsame Hobbys zu betreiben oder sich das allerneueste zu erzählen.

Jemandem, den man mag, tut man ab und zu einen Gefallen. Wenn er oder sie Hilfe braucht, ist man bereit, sich zur Verfügung zu stellen.

Freundschaft ist aber immer von einem gegenseitigen Geben und Nehmen abhängig. Beide müssen einander wertschätzen und mögen, wenn die Freundschaft langfristig Bestand haben soll.

Jemanden gern haben

Du hast jemanden gern? Dann fehlt er oder sie dir vielleicht sogar, wenn ihr getrennt seid. Du wünscht dir, dass es dieser Person gut geht und du noch lange mit ihr befreundet sein wirst. Habt ihr euch länger nicht gesehen, dann ist die Vorfreude auf ein Treffen groß. Diese Person tut dir gut. Du freust dich, wenn sie an deiner Seite ist.

Freunde können einander gern haben. Manchmal entsteht daraus mit der Zeit eine erste, kleine Verliebtheit.

Jemanden lieb haben

Bemerkungen wie „Ich hab‘ dich lieb!“ haben auch nicht immer etwas mit Liebe zu tun. Speziell Mädels sagen das gerne zu ihren Freundinnen. Wenn man sich gegenseitig SMS schickt, schreibt man oft HDL am Schluss. Das bedeutet nicht, dass man in diese Person verliebt ist.

Die meisten Kids haben ihre Eltern und Großeltern lieb. Das gilt natürlich auch umgekehrt.

In jemanden verliebt, verschossen, verknallt sein

Manche Menschen meinen, dass es einen Unterschied zwischen verknallt und verliebt sein gibt. Letzten Endes sind sich diese Dinge aber recht ähnlich.

Wenn man in jemanden verliebt ist, möchte man ständig mit dieser Person zusammen sein. Man fühlt sich dann ganz kribbelig und seltsam, wenn man ihn oder sie sieht. Schüchterne Kids trauen sich gar nicht, ihren Schwarm direkt anzusprechen. Manche beginnen zu stottern oder laufen rot an.

Eifersucht zeugt auch von Verliebtheit oder Liebe. Man möchte den anderen nicht verlieren. Darum will man der oder die Einzige für den anderen sein. Ein klein wenig Eifersucht ist also normal und steckt in jedem von uns von Natur aus. Allerdings darf man es damit nicht übertreiben.

Man kann glücklich oder unglücklich verliebt sein. Erwidert der andere die Liebe, weil er seinerseits auch verliebt ist, dann kann es sein, dass man „miteinander geht“. Dann ist man glücklich verliebt. Händchenhalten, kleine Küsschen und mehr zeigen auch den anderen, dass man zusammen gehört.

Anders ist es, wenn man unglücklich verliebt ist. Dann hat man das Gefühl, unbedingt mit jemandem zusammen sein zu wollen, obwohl dieser das seinerseits ganz anders sieht. Vielleicht ist er oder sie schon mit jemand anders zusammen. Diese Situation kann für die verliebte Person recht unangenehm sein. Tränen, Schmerz und Trauer dauern aber meist nicht allzu lange an. Denn früher oder später verliebt man sich in jemand anderen und die Liebe hat eine neue Chance, zu wachsen und gedeihen.

Weil man sich recht schnell verlieben kann, hat das Verliebtsein an sich keine so große Bedeutung wie eine länger anhaltende Liebe. Die Phase der ersten Verliebtheit ist aber etwas Wunderschönes, das man als frisch verliebtes Pärchen unbedingt auskosten sollte.

Jemanden lieben

Pärchen, die bereits zusammen sind, lieben einander irgendwann. Liebe ist eine intensivere Sache, als das Verliebtsein. Trotzdem sagen viele Teenager „Ich liebe dich.“ obwohl sie tatsächlich „Ich hab dich lieb.“ meinen. Das liegt wohl daran, dass sie sich selbst beweisen möchten, dass ihre Beziehung etwas für die Ewigkeit ist. Außerdem fällt es anfangs nicht ganz leicht, zwischen lieb haben und Liebe zu unterscheiden. Erst, wenn die erste Beziehung in die Brüche gegangen ist, wird man etwas vorsichtiger mit der Art eigener Liebesbekundungen.

Wie merkt man, dass man jemanden liebt? Am besten kann man das Gefühl damit beschreiben, dass Liebe auch etwas mit Verzicht zu tun hat. Wenn man jemanden liebt, dann tut man manchmal jemandem etwas zu Liebe, das für einen selbst Verzicht bedeutet. Man möchte, dass es dem anderen gut geht. Dafür würde man fast alles geben. Darum ist Liebe eine sehr selbstlose Sache.

Liebe bedeutet auch, dass man einander treu ist und ehrlich miteinander umgeht. Wenn man jemanden nur ausnutzt und insgeheim mit einer anderen Person fremdgeht, dann ist das Egoismus aber keine Liebe.

Je länger man zusammen ist, umso mehr wandelt sich die Verliebtheit zur Liebe. Man hat sich schon ein wenig aneinander gewöhnt und möchte nicht, dass sich irgendetwas ändert. Man schätzt den anderen und möchte, dass er immer ein Teil des eigenen Lebens bleibt.

Es kann sein, dass man dann nicht mehr so viel knutscht oder ein wenig seltener Sex miteinander hat, als zu Beginn. Trotzdem bedeutet man einander sehr viel. Das Band zwischen zwei liebenden ist nur schwer zu beschreiben. Darum muss jeder selbst die Erfahrung machen, wie sich das anfühlt.

Wenn eine Liebe endet, dann ist das meist folgenschwerer, als bei einer Verliebtheit. Man ist schon länger zusammen, teilt sich vielleicht eine Wohnung oder hat sogar Kinder miteinander. Entsprechend schlimm ist der Verlust all dieser Dinge, wenn man nach langer Zeit verlassen wird oder jemanden verlassen muss.

Arbeitsblatt zum Text

1) Was bedeutet das Wort intuitiv? Erkläre es kurz anhand des Textes.

2) Was passiert im menschlichen Körper, wenn man sich verliebt hat? Wie bekommt man es zu spüren, dass man verliebt ist?

3) Warst du schon einmal verliebt? Wie war das für dich? Schreibe einen Aufsatz über deine erste, eigene Liebesgeschichte. Solltest du noch nie verliebt gewesen sein, dann überlege dir, wie es wohl sein könnte. Denke dir eine Geschichte zum Thema „erste Liebe“ aus.

 

Foto: Ammentorp / bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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