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Gesundheit in der Schwangerschaft

Dammschnitt

Ein Dammschnitt während der Geburt ist oft leider nicht zu vermeiden. Das ist aber an sich nicht weiter schlimm. Hier […]

Geburt

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Ein Dammschnitt während der Geburt ist oft leider nicht zu vermeiden. Das ist aber an sich nicht weiter schlimm. Hier findest Du alles rund um das Thema und ein paar Tipps, damit er schneller verheilt.

 

Ängste vor einem Dammschnitt

Wenn die Geburt bevor steht werden viele werdende Mütter ein wenig panisch. Eine Angst besteht aus der Gefahr einen Dammschnitt während der Geburt zu erleiden. Vielleicht hast Du bereits von anderen schon Horrorerfahrungen gehört, dass sie wegen den schmerzen der Dammnaht mehrere Tage auf einem Schwimmring saßen. So schlimm wie sich diese Geschichte anhören ist es aber meist nicht. Also keine Panik! Um deine Angst vor dem Dammschnitt ein bisschen zu nehmen habe ich Dir ein paar wichtige Fakten gesammelt.

 

Dammmassage als Vorbeugung

Die Dammmassage – darauf schwören Hebammen! Der Damm sollte möglichst gut auf die Geburt vorbereitet sein. Deshalb solltest du schon Wochen vor der Geburt mit der Dammmassage beginnen. Hier erfährst du, wie es geht!
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gewebe bei der Geburt heil bleibt kann durch eine Massage erhöht werden. Durch eine Dammmassage wird das Gewebe weicher und flexibler. Es ist allerdings nicht nötig das Gewebe von Anfang an zu massieren. Etwa sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin reichen völlig aus.

Was Du für die Dammmassage benötigst

Ein natürliches Öl ( Oliven- oder Weizenkeimöl ) reicht schon aus. Besonders eignen sich spezielle Damm-Massageöle (z.B von Weleda).

Wie funktioniert die Dammmassage?

Stell Dein Bein auf einen Stuhl oder den Wannenrand und führe zunächst einen, dann zwei oder drei Finger in die Vagina ein und massiere U-Förmig mit leichtem Druck Richtung Darm. Eine Massage pro Tag reicht völlig aus.

Zusätzlich kannst Du den Damm durch einfache Übungen trainieren. Stelle Dich mit dem Rücken zum Sofa oder Bett, gehe breitbeinig in die Hocke und lehne den Rücken an. Deine Füße stehen dabei flach auf dem Boden. Umso länger du die Position hältst, desto besser. Diese Übung kannst du mehrmals am Tag machen.

Eine Garantie, dass dein Damm den Druck unter der Geburt wirklich aushält, obwohl du diese zwei Sachen regelmäßig durchgeführt hast, gibt es jedoch nicht.

 

Tipps zur Schmerzlinderung

Falls es also doch passieren sollte, dass du einen Dammschnitt oder Dammriss bekommst hier ein paar Tipps zur Linderung:

Liegen entlastet den Damm und auch die frische Dammnaht
– Vor allem in den ersten 24 Stunden ist es sinnvoll die Dammnaht zu kühlen. Lege dir also einen Waschlappen gefüllt mit Eiswürfeln auf die Dammnaht.
Frische Luft tut der Naht gut. Lege dich also so oft es geht ohne Höschen ins Bett und stelle die Beine auf, so bekommt der Damm genug Luft.
Homöopathische Mittel (z.B. Arnika) soll die Wundheilung fördern.
Sitzbäder mit Kamillen- oder Eichenrindenextrakt aus der Apotheke werden schnell Linderung verschaffen. Tipp: Föhne es trocken, so bleibt die heilende Substanz auf der Dammnaht

Frage am besten deine Hebamme, welche Tipps für Dich geeignet sind!

 

Dammriss oder Dammschnitt? Wo liegt der Unterschied?

Ein Dammschnitt wird deinem Baby helfen leichter auf die Welt zu kommen, da die Öffnung größer wird. Das kleine Köpfchen muss schließlich hindurch passen. Ein Schnitt im richtigen Moment tut nicht weh. Dennoch gibt es geteilte Meinungen zur Hilfe mit der Schere. Ohne Schnitt kann das Gewebe zwar reißen, aber auch nur so viel wie es reißen muss, damit der Kopf durch passt. Wenn es dann gut genäht wird, heilt der Dammriss oft besser als der Dammschnitt.

 

Wird bei jeder Geburt ein Dammschnitt durchgeführt?

Nein! Das Gewebe rund um den Damm wird zwar bei der Geburt stark belastet, aber in der Schwangerschaft bereitet sich der Körper auf die Geburt vor. Durch die Hormone wird das Gewebe weich und elastisch. Obwohl bei vielen Frauen nur oberflächliche Risse entstehen, liegt in Deutschland die Dammschnitt-Rate bei 60%.

 

Wann ist ein Dammschnitt überhaupt nötig?

Früher schnitten viele Ärzte einfach drauf los, da sie dachten, Risse vorzubeugen würde eine Heilung erleichtern. Heute weiß man es besser: Ein natürlicher Dammriss heilt schneller als ein Dammschnitt. Es gibt aber Situationen, in denen ein Dammschnitt nicht zu vermeiden ist:

-Das CTG verschlechtert sich, die Herztöne des Kindes fallen ab und die Geburt muss beschleunigt werden.

-Wenn der Kopf des Babys weniger Druck bekommen sollte, da es noch nicht ganz ausgereift ist.

-Wenn die Geburt mit der Glocke oder Zange beendet wird, muss der Arzt schneiden, da die Instrumente Platz benötigen.

 

Wie schädigend ist ein Dammschnitt für den Körper?

Niemand kann voraussagen wie die Geburt verlaufen wird. Es ist aber kein Drama, wenn es zu einem Dammriss kommt. Es ist eine von der Natur vorgesehene „Sollbruchstelle“, die sich im Ernstfall teilt, damit das Kind gesund zur Welt kommen kann. Und dies ist schließlich das wichtigste oder?!

 

Wie wird der Gang zur Toilette nach dem Dammschnitt erträglicher?

Das Fragen sich viele Frauen. Der Gang zur Toilette wird nach dem Dammschnitt sehr unangenehm sein. Es hilft hierbei eine ausgewogene Ernährung, die den Stuhlgang weicher macht. Außerdem können weiches Trockenobst, einen Joghurt täglich und zwei Liter Wasser am Tag den Stuhlgang erträglicher machen. Eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn kann helfen und krampflösend wirken.
Übrigens: Auch bei großem Druck kann die Dammnaht nicht einfach so aufplatzen!

 

Wie lange dauert es bis ein Dammschnitt verheilt?

Es gibt hierbei zwei Faktoren von denen es abhängt, wie lange ein Dammschnitt oder ein Dammriss braucht bis er verheilt ist.

– Wie groß ist die Wunde?

Die Dammverletzungen sind meistens ersten oder zweiten Grades. Meist sind die Beschwerden nach etwa zwei Wochen kaum noch zu spüren. Schwieriger wird es bei Dammverletzungen dritten- und vierten Grades. Hierbei ist nämlich der Schließmuskel des Afters verletzt und braucht einige Zeit bis die Muskelfunktion sich wieder normalisiert hat.

– Wie gut wurde genäht?

Ein Dammschnitt oder -riss wird immer unter Betäubung genäht und mit selbstauflösenden Fäden versorgt. In den Nachuntersuchungen beim Frauenarzt oder auch bei den Überprüfungen durch die Hebamme wird eine optimale Heilung überprüft.

 

Welche Komplikationen kann es beim Dammschnitt geben?

Ab und zu gibt es auch beim Dammschnitt Komplikationen. Wird zu Stramm oder am Scheideneingang zu eng genäht, wird es Dir später beim Sex wehtun oder es ziept dauerhaft. Viele Nähte mit vielen Knoten verursachen auch viel ärger, denn durch sie entstehen viele Narben.

 

Wird die Hebamme sich um Deinen Dammschnitt bei der Nachsorge kümmern?

Es ist sogar sehr wichtig, dass die Narbe von der Nachsorge-Hebamme regelmäßig angeguckt wird. Dort überprüft sie ob sich die Blutergüsse zurückbilden, es Entzündungen gibt oder sogar eine Korrektur nötig ist.

 

Denke immer daran: Ein Dammriss bzw. -schnitt ist völlig normal bei der Geburt. Es muss dir weder vor den Ärzten (für die ist es sowieso Normalität) unangenehm sein, noch solltest Du Dir zu viele Gedanken darüber machen. Sehr viele Frauen haben dies schon vor Dir erlebt und ohne Probleme überstanden. Eine Geburt ist eben immer eine Herausforderung für den Körper, von der er sich aber in der Regel vollständig erholt. Und das wichtigste ist doch, dass dein Kind gesund und ohne Probleme auf die Welt kommen kann.

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Über Kim Riehl

Kim ist 29 Jahre alt und wohnt mit ihrer einjährigen Tochter Mila in Mainz. Sie gehen regelmäßig gemeinsam zum Babyschwimmen oder bauen Sandburgen im Sandkasten. Wenn die Autorin nicht gerade für den Elternkompass schreibt, liebt sie es zu fotografieren.

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