Die Saugglocke: Wann kommt diese Geburtshilfe zum Einsatz?

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Dein Kinderwunsch hat sich erfüllt – und stehst Du unmittelbar vor der Geburt Deines Kindes? Dann ist es gut, wenn Du Dich im Vorfeld über den Geburtsverlauf informierst. Sollten Komplikationen auftreten, ist es denkbar, dass eine Saugglocken- oder Zangengeburt erforderlich ist.

Bei der Saugglocke handelt es sich um ein medizinisches Instrument, das bei der Geburtshilfe zur Anwendung kommt. Bei einer normalen vaginalen Geburt ist der Einsatz der Saugglocke nicht erforderlich. Sofern es jedoch Schwierigkeiten bei der Entbindung gibt, müssen Arzt und Hebamme unverzüglich reagieren und die Vakuumextraktion in Erwägung ziehen.

Wenn die Saugglocke zur Anwendung kommt

Erst durch den Einsatz der Saugglocke ist es manchmal möglich, dem Baby schnell und sicher auf die Welt zu helfen. Mittels dieser so genannten Vakuumextraktion kann das Ungeborene bei seinem Weg durch den Geburtskanal optimal unterstützt werden.

Falls das Leben des Babys oder der Mutter aufgrund von Komplikationen auf dem Spiel steht, ist eine Saugglockengeburt in vielen Fällen unerlässlich. Lebensgefahr besteht unter anderem, wenn in der so genannten Austreibungsphase ein Sauerstoffmangel beim Säugling festgestellt wird.

Auch wenn bei der werdenden Mutter körperliche Probleme auftreten, könnten diese lebensbedrohlich sein, sodass die Saugglocke zur Anwendung kommen muss.

Der Einsatz der Saugglocke ist nicht immer sinnvoll

Eine Saugglockengeburt ist nur dann von Vorteil, wenn sich das Kind bereits weit vorne im Geburtskanal befindet. Ist das noch nicht der Fall, ist eine Zangengeburt häufig eine adäquate Alternative.

Die Geburtszange kann tiefer als die Saugglocke in die Vagina eingeführt werden. Deshalb ist sie oft eine effektivere Unterstützung bei schwierigen Geburten. Was Du über die Saugglocke wissen solltest und welche Risiken mit einer Saugglockengeburt einhergehen können – das erfährst Du in diesem Artikel.

Deshalb ist die Saugglocke in vielen Fällen so wichtig

Die Saugglocke ist bereits seit vielen Jahren ein wesentlicher Bestandteil in der Geburtshilfe. Verglichen mit anderen Methoden, wie zum Beispiel dem Kaiserschnitt oder der Zangengeburt ist eine Saugglockengeburt eher selten. Hochgerechnet sind es in Deutschland gerade einmal fünf Prozent, bei denen die Vakuumextraktion durchgeführt wird.

Wenn Mutter oder Kind in Gefahr schweben

Sobald eine Geburt ins Stocken gerät, weil beispielsweise die Kräfte der werdenden Mutter schwinden, ist Handlungsbedarf erforderlich. Wenn die Schwangere die Wehen bzw. Presswehen aufgrund ihrer Erschöpfungszustände nicht mehr vollends ausnutzen kann, besteht in der Regel eine Erstickungsgefahr für das Kind.

Denn ohne einen entsprechenden Kraftaufwand seitens der werdenden Mama ist es für das Ungeborene schwierig, seinen Weg durch den Geburtskanal zu bahnen. Es droht eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff.

Eine Geburt ist sicherlich stets mit einem gewissen Risiko für Mutter und Kind verbunden. In vielen Fällen ist eine normale vaginale Geburt nicht möglich. Unter diesen Umständen ist eine Saugglockengeburt oder eine Zangengeburt mitunter unausweichlich.

Währenddessen wird das Baby aber keineswegs „mit Gewalt“ aus dem Mutterleib „herausgezogen“. Vielmehr hat die Saugglocke hierbei eine unterstützende Funktion. Man will durch den Einsatz der Saugglocke erreichen, dass es dem Kleinen leichter gelingt, durch den Geburtskanal „das Licht der Welt „zu erblicken.

Interessant zu wissen:

Der letzte Abschnitt einer Geburt, die Austreibungsphase, ist für die werdende Mutter extrem stressig und meist sehr schmerzhaft. Diese Phase stellt aber vor allem auch für das Baby eine erhebliche Belastung bzw. Stresssituation dar.

Wissenschaftler sprechen in dem Zusammenhang sogar davon, dass dieser Teil zu den stressigsten und belastendsten Situationen für einen Menschen überhaupt zählt. Wenn die Presswehen eingesetzt haben, ist meist eine Folge, dass die Plazenta und die Gebärmutter weniger mit Blut und Sauerstoff versorgt werden.

Das bedeutet für das Kind, das möglicherweise im Geburtskanal feststeckt, dass jetzt das Risiko eines erheblichen Sauerstoffmangels auftreten kann.

Die spannendste Phase der Geburt

In der Konsequenz erhöht sich auch die Gefahr, dass das Gehirn des Ungeborenen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Das liegt unter anderem auch daran, dass das Köpfchen jetzt einem sehr hohen Druck ausgesetzt ist. Ebenso ist es möglich, dass sich die Herzfrequenz verlangsamt.

Auch dies geht fast unmittelbar mit einer geringeren Sauerstoffversorgung des Gehirns einher. Spätestens dann ist es an der Zeit, die Geburt zu beenden. Um Mutter und Kind zu schützen, wird in manchen Situationen die Saugglockengeburt eingeleitet.

Auch die Zangengeburt kommt in Betracht. So können beide Hilfsmittel selbst dann zum Einsatz kommen, wenn die Schwangere kraftlos und vollkommen erschöpft ist. Um aber die Saugglocke benutzen zu können, ist es wichtig, dass der Muttermund vollständig geöffnet ist und dass sich das Kind in der richtigen Position befindet.

Die Schädellage ist dabei elementar, wohingegen die Beckenendlage für die Saugglockengeburt nicht in Frage kommt.

Der Einsatz der Saugglocke

Sobald die Fruchtblase geplatzt ist und die übrigen Voraussetzungen für die Verwendung der Saugglocke erfüllt sind, kann die Glocke angesetzt werden. Der Arzt bzw. die Hebamme achten darauf, dass der Kopf des Babys in der Mitte des Beckens liegt.

Die Positionierung oberhalb der Beckenmitte macht den weiteren Verlauf der Geburt allerdings noch einfacher. Die Ausrichtung des Köpfchens zum Beckenausgang hin ist ebenfalls von Vorteil. Bevor die Saugglockengeburt in die Wege geleitet werden kann, muss die Blase der Schwangeren mit Hilfe eines Katheters entleert werden.

Eine volle Blase hingegen stellt ein erhebliches Hindernis für das Baby dar, das mit der Saugglocke durch den Geburtskanal gezogen werden soll. Im Anschluss wird eine Lokalanästhesie verabreicht.

Meist kommt diesbezüglich die Peridualanästhesie bzw. die PDA zur Anwendung. Ohne eine örtliche Betäubung würde die Schwangere bei der Saugglockengeburt zu starke Schmerzen verspüren. Nach einer nochmaligen Überprüfung des Muttermundes gilt es, die Positionierung des Kindes in Augenschein zu nehmen.

Steht einer weiteren Vorgehensweise nichts entgegen wird der Damm betäubt, um einen Dammschnitt zu setzen. Hernach bringt der Arzt die Saugglocke in die Vagina ein, um sie sogleich auf dem Hinterkopf des Babys zu fixieren.

Lediglich durch Abtasten und Nachfühlen ist es möglich zu eruieren, ob die Saugglocke richtig sitzt oder nicht. Eine unsachgemäße Anbringung des Vakuumextraktors könnte dazu führen, dass die Weichteile bzw. Schleimhäute der Schwangeren eingeklemmt oder beschädigt werden.

Die ersten Schritte bei der Saugglockengeburt

Die Saugglocke ist über einen schmalen Schlauch mit einer Pumpe verbunden. Damit kann nun die Luft, die sich zwischen der Scheibe des Extraktors und dem Schädel des Babys angesammelt hat, abgesaugt werden. Durch das Ansaugen wird eine Art Unterdruck generiert, durch den das Baby weitgehend sanft und vorsichtig durch den Geburtskanal geleitet werden kann.

Hinweis:

Vor dem Ansetzen der Saugglocke muss der Mediziner die nächste Presswehe abwarten. Sobald die Mutter presst, kann die Hebamme oder der Arzt an der Pumpe der Saugglocke ziehen. Ist das Köpfchen zu sehen, kann der Vakuumextraktor entfernt werden.

Fingerspitzengefühl ist dabei oberstes Gebot, weil die Kopfhaut bzw. der Schädel des Neugeborenen extrem empfindlich sind. Nichtsdestotrotz ist an der meist kreisrunden, leicht geschwollenen Stelle am Kopf des Kindes erkennbar, auf welche Weise bzw. mit welchem Hilfsmittel die Geburt erfolgt ist.

Gut zu wissen:

Die Rötungen sowie die geschwollene Hautpartie wirken zwar auf den ersten Blick mitunter erschreckend. Aber Du brauchst nicht zu befürchten, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen für Deinen kleinen Schatz damit einhergehen. Vielmehr sind die optischen Veränderungen schon in ein paar Tagen kaum noch sichtbar.

Die unterschiedlichen Arten der Saugglocke

Man unterscheidet grundsätzlich diese beiden Saugglocken-Varianten:

Bei der Kiwi-Saugglocke handelt es sich stets um eine so genannte Einmal-Glocke. Das Gerät ist lediglich mit einem Handgriff ausgestattet, der über einen Unterdruck-Vakuummesser verfügt.

Während der Anwendung der Kiwi-Saugglocke wird der erforderliche Unterdruck mit der Hand generiert. Der Druckaufbau dauert im Vergleich zur elektrischen Saugglocke etwas länger. Dafür ist diese Methode schonender für das empfindliche Köpfchen des Babys.

Der klassische Vakuumextraktor verfügt über einen kleinen Elektromotor, welcher den benötigten Unterdruck in Eigenregie erzeugen kann. Meist werden Saugglocken dieser Art aus hochwertigem Silikon, Gummi oder Kunststoff hergestellt. Noch bis vor wenigen Jahren war es üblich, die Geburtshelfer aus Metall anzufertigen.

Hinweis:

Erfahrungsgemäß ist es einfacher, die Kiwi-Saugglocke anzusetzen, weil der Aufsatz meist kleiner ist, als bei der elektrischen Saugglocke. Nichtsdestotrotz ist die Saugglockengröße zweitrangig.

Egal, ob sie über einen Durchmesser von 40, 50 oder 60 Millimetern verfügt – die Saugglockengeburt ist im Gegensatz zur Zangengeburt deutlich schonender. Und zwar sowohl für die Schwangere, als auch für das Kind.

Die Saugglockengeburt vs. Zangengeburt

Komplikationen während einer Geburt können im schlimmsten Fall zum Tod des Babys führen. Auch das Wohl der Mutter ist bei einer schwierigen Niederkunft möglicherweise in erheblicher Gefahr. Aus diesen Gründen ist es aus medizinischer Sicht unerlässlich, vorausschauend zu handeln und „im Fall der Fälle“ die Saugglocke oder die Zange anzusetzen.

Beide Geburtshilfsmittel – sowohl die Zange, als auch die Saugglocke – eignen sich erfahrungsgemäß gut, um eine schnelle Geburt bei Komplikationen herbeizuführen. Sowohl die Saugglockengeburt, als auch die Zangengeburt gelten als unbedenklich, sofern die Anwendung durch professionelle Ärzte bzw. Hebammen erfolgt. Insgesamt präferieren die meisten erfahrenen Mediziner die Saugglocken- bzw. die Zangengeburt gegenüber einem Kaiserschnitt.

Quellen

https://www.hallo-eltern.de/schwangerschaft/saugglockengeburt/

https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/saugglockengeburt/

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