Gründe für einen Kaiserschnitt – auf Wunsch oder unvermeidbar?

Viele Kinder werden – egal ob geplant oder ungeplant – per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Doch was sind die Gründe für einen Kaiserschnitt? Und darf ich selbst darüber entscheiden. Alles zum Thema Kaiserschnitt erfährst Du in diesem Beitrag.

Zwingende Gründe für einen Kaiserschnitt

Sogenannte absolute Indikationen machen einen Kaiserschnitt unumgänglich:

  • Eine Kindslage, die eine natürliche Geburt unmöglich machen würde (beispielweise eine Querlage)
  • Wenn der Kopf des Babys nicht durch das mütterliche Becken passt
  • Ein bevorstehender Gebärmutterriss
  • Ein Mutterkuchen, der vor dem Muttermund liegt, und somit den Geburtsweg versperrt
  • Ein Nabelschnurvorfall
  • Eine Infektion der Eihöhle

Hierbei ist es also möglich, bereits vor der Geburt schon festzulegen, dass das Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht wird.

Jedoch kann es unter gewissen Bedingungen auch dazu kommen, dass während der Geburt unerwartete Komplikationen auftreten, die ein sofortiges Ende des natürlichen Geburtsvorgangs fordern. Die Rate der absoluten Indikatoren bei Kaiserschnitten ist in Deutschland relativ gering. Man spricht hierbei von etwa zehn Prozent. In den meisten Fällen erfolgt die Operation aufgrund von relativen Indikatoren, das heißt, es liegen nicht unbedingt zwingende medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt vor.

Nicht zwingende Gründe für einen Kaiserschnitt

Hierbei spricht man von relativen Indikatoren. Diese gelten zwar als Risikofaktoren, die bei einer vaginalen Geburt zu möglichen Komplikationen führen könnten, jedoch passiert dies nicht zwangsläufig.

  • Eine Beckenendlage des Kindes – es liegt hierbei also nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Po voran in der Gebärmutter
  • Die Geburt von Mehrlingen
  • Ein vorheriger Kaiserschnitt
  • Ein Geburtsstillstand
  • Auffällige Herztöne des Kindes, die während der Geburt anfallen
  • Erschöpfung der Mutter
  • Eine stark verlängerte Geburt

In diesen Fällen wird mit Dir zusammen besprochen, welches Vorgehen – Vaginalgeburt oder Kaiserschnitt – für Dich und Dein Kind die größte Sicherheit bietet.

Geplanter Kaiserschnitt

Immer mehr werdende Mütter entscheiden sich für einen geplanten Kaiserschnitt. Gründe dafür sind untere anderem, dass die Frauen sich zunächst darauf vorbereiten können. Sie erhoffen sich eine entspanntere Entbindung mit weniger Komplikationen.

Wird der Termin allerdings zu früh geplant, kann dies gefährlich für das Baby sein. Meist wird der Termin für den bevorstehenden Kaiserschnitt etwa zwei oder sogar mehrere Wochen vor dem errechneten Tag der Geburt angesetzt, doch welche Gründe hat das?

Manchmal gibt es dafür medizinische Gründe, manchmal liegt es auch einfach nur an der Planung der Klinik. Denn je mehr der Abstand zum errechneten Geburtstermin zunimmt, desto mehr sinkt das Risiko von plötzlich eintretenden Wehen. Die Frau müsste also spontan operiert werden, und die Organisation der Geburtsstationen würde durcheinandergebracht werden.

Ungeplanter Kaiserschnitt

Ein ungeplanter Kaiserschnitt entsteht meist aus einer kritischen Geburtssituation heraus. Die Geburt hat zwar bereits begonnen, kann aber nicht problemlos weitergeführt werden, ohne eine Gefahr für Mutter und Kind darzustellen. Liegt beispielsweise ein Geburtsstillstand vor, die Herztöne des Kindes verschlechtern sich oder die Mutter leidet plötzlich unter Bluthochdruck, kann eine „normale“ vaginale Geburt nicht mehr zustande kommen.

Zwar kann ein ungeplanter Kaiserschnitt bei der werdenden Mutter zunächst Angst oder Panik hervorrufen, jedoch ist dies vor allem heute eine Routine-Operation und Du musst keine Angst um Dich und Dein Baby haben.

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Kaiserschnitt auf Wunsch – ist das möglich?

Falls Du Dir bereits Gedanken um deine Entbindung gemacht hast, gibt es zwei Möglichkeiten: eine natürliche, vaginale Geburt oder ein Kaiserschnitt.

Da man eine vaginale Geburt oft mit hohen Schmerzen und eventuell auftretenden Komplikationen verbindet, ist es völlig nachvollziehbar, wenn Du aus persönlichen Gründen lieber einen Kaiserschnitt in Betracht ziehst. Dieser muss jedoch – solange keine medizinischen Gründe vorliegen – selber bezahlt werden. Die Krankenkasse übernimmt nur solche Eingriffe, wenn sie unumgänglich sind und das Wohl von Mutter und Kind gefährden würden.

Jedoch ist die Rate der Wunschkaiserschnitte relativ gering. Diese liegt nur bei etwa zwei bis vier Prozent.
Ein Grund dafür könnte der finanzielle Aspekt sein. Zudem ist es so, dass werdende Mütter sich oftmals für diese Entscheidung rechtfertigen müssen, da ihnen Bequemlichkeit unterstellt wird. Tatsächlich sind aber medizinische Gründe meist der Grund der zu dieser Entscheidung führt. 

Mit welchen Risiken muss ich bei einem Kaiserschnitt rechnen?

Zunächst ist ein Kaiserschnitt mittlerweile eine Routine-Operation.Jedoch kann es wie bei jeder Operation zu möglichen Komplikationen kommen. Hier findest Du einige Risiken:

Infektionsrisiko

Wie bei allen Operationen besteht die Gefahr einer Infektion. Dies kann zu Fieber im Wochenbett führen. Um dem entgegenzuwirken, werden bereits während der Operation Antibiotika verabreicht.

Gewebeverletzungen

Es kann zu Verletzungen und feinen Rissen an Blase, Darm oder Blutgefäßen kommen. Mögliche Folgen sind Narbenbildungen oder Verwachsungen.

Wundheilungsstörungen

Wenn die Wundnähte schlecht verheilen, kann dies Schmerzen oder später eine ästhetisch störende Narbe bilden. Bei manchen Frauen macht sich die Narbe zum Beispiel durch Wetterumschwung bemerkbar.

Komplikationen durch Narkosemittel

Falls Du unter einer Allergie auf das Narkosemittel leidest, können Übelkeit oder Hautausschläge auftreten. Eine Vollnarkose ist allerdings nur selten nötig.

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Thromboserisiko

Wie bei jeder Operation, besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden können. Diese werden durch unvermeidbare Verletzungen, und anschließende Bettruhe hervorgerufen. Je früher Du Dich also wieder bewegen kannst, desto geringer ist das Thromboserisiko.

Wie kann ich mir den Ablauf eines Kaiserschnitts vorstellen?

Für die Operation stehen verschiedene Arten der Narkose zur Verfügung, wobei eine Vollnarkose sehr selten durchgeführt wird. Meistens werden die Betäubungsverfahren Spinalanästhesie oder Periduralanästhesie verwendet. Hierbei bist Du bei vollem Bewusstsein. Du wirst zwar Druckgefühle spüren, aber keine Schmerzen. So entgehst du auch den Risiken einer Vollnarkose.

Sobald die Betäubungsmittel wirken, wird ein Schnitt oberhalb der Schamhaargrenze gesetzt, und die Bauchdecke für Schritt für Schritt geöffnet. Nachdem auch die Gebärmutter geöffnet wurde, wird das Baby vorsichtig herausgehoben. Danach werden die Gebärmutter und die einzelnen Bauchschichten wieder sorgfältig vernäht.

Hat ein Kaiserschnitt mögliche Auswirkungen auf weitere Schwangerschaften und Geburten?

Wie Du bereits weißt, kann ein Kaiserschnitt operationsbedingte Risiken mit sich bringen. Zudem kann ein Kaiserschnitt auch auf weitere Schwangerschaften und Geburten Folgen haben. Demnach ist es so, dass die Eröffnung der Gebärmutter sowie die Narbenbildung ein Risiko darstellen kann.

In den seltensten Fällen kann es passieren, dass die Gebärmutter während einer Geburt reißt. Dabei spricht man auch von einer Uterusruptur. Die weitverbreitete Meinung „einmal Kaiserschnitt – immer Kaiserschnitt“ ist falsch. Eine Frau kann durchaus auch nach einem Kaiserschnitt wieder normal gebären.

Mögliche seelische Folgen eines Kaiserschnitts

Neben der körperlichen Belastung durch die Operation können Frauen durchaus darunter leiden, keine „normale“ Geburt erlebt, beziehungsweise „geschafft“ zu haben. Zudem können die Angst um das Kind, die unerwartete Operation oder überraschende Komplikationen Mütter und auch Väter psychisch belasten.

Solange die Wehen noch nicht stattgefunden haben, sind der Körper und die Seele noch nicht wirklich bereit für eine Geburt. Das Geburtserlebnis fehlt also, sowie die Erfahrung und das eigene Erleben ein Kind auf die Welt gebracht zu haben. Falls Du merkst, dass es Dir oder Deinem Partner nach der Geburt psychisch nicht gut geht, könnt ihr euch an einen pränatalen Psychologen wenden.

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Kaiserschnitt: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Kaiserschnitt ist ratsam, falls eine normale Geburt Dich oder Dein Kind in Gefahr bringen kann
  • Der Eingriff gehört zu den Routine-Operationen
  • Auch nach einem Kaiserschnitt kannst Du weiterhin normal gebären, in den seltensten Fällen ist dies nicht möglich
  • Der Eingriff könnte für Dich und Deinen Partner vielleicht psychische folgen haben, hierbei sind pränatale Psychologen die besten Ansprechpartner
  • Risiken für Dich und Dein Kind können aufkommen, sind relativ gering und stellen prinzipiell kaum eine Lebensgefahr dar
  • Es gibt zwingende, sowie nicht zwingende Gründe für einen Kaiserschnitt. Lass Dich am besten vom Deinem Arzt beraten
  • Kaiserschnitte auf Wunsch sind kein Problem, den Eingriff musst Du allerdings selbst zahlen

FAQ: Kaiserschnitt

Was sind die Risiken eines Kaiserschnitts?

Risiken für Kinder nach einem Kaiserschnitt können Probleme mit der Atmung oder Schläfrigkeit sein. Risiken für Mütter können ein hohes Infektionsrisiko, Gewebeverletzungen, Wundheilungsstörungen, Komplikationen durch Narkosemittel und ein hohes Thromboserisiko sein.

Wann ist ein Kaiserschnitt notwendig?

Ein Kaiserschnitt ist notwendig, wenn bei der Mutter oder dem Kind große gesundheitliche Probleme vorliegen. Durch einen Kaiserschnitt kann man das Kind auch in Notsituationen schnell auf die Welt holen.

Wie lange darf man nach einem Kaiserschnitt nicht heben?

Meistens bleibt die Mutter nach einem Kaiserschnitt drei bis sechs Tage im Wochenbett. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollte man sich die nächsten sechs Wochen schonen und keine schweren Dinge heben.

Quellen

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