Nesselsucht – die lästigen Quaddeln in den Griff bekommen

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Bei der Nesselsucht, im medizinischen Bereich auch als Urtikaria bezeichnet, handelt es sich um eine häufig auftretende Hautkrankheit. Neben den klassischen Symptomen wie Quaddelbildung und starkem Juckreiz gibt es weitere Symptome. Unterschieden wird zwischen der chronischen und der akuten Form der Krankheit.

Woran Du die Erkrankung erkennst und wie Du sie am besten behandelst, erfährst Du im folgenden Artikel.

Die wichtigsten Ursachen für Nesselsucht

Warum es zur Entstehung der Erkrankung kommt, ist nicht in einem Satz geklärt. Es gibt zahlreiche Ursachen für Urtikaria. Bekannt ist in der Medizin, dass die juckende Haut dadurch entsteht, dass die Mastzellen des Körpers gewisse Botenstoffe ausschütten.

Diese Botenstoffe fördern die Entstehung von Entzündungen. Einer davon ist das bekannte Hormon Histamin, was auch für Allergien verantwortlich ist. Histamin verursacht juckende Haut, Rötungen und Quaddelbildung.

Die Reaktion der Mastzellen können auf eine Allergie zurückzuführen sein, allerdings ist Nesselfieber nicht immer allergisch ausgelöst. Es gibt weitere Ursachen, warum es zur akuten und auch zur chronischen Form von Urtikaria kommen kann.

Die unterschiedlichen Arten von Nesselsucht

Nicht jeder Hautausschlag ist gleich Nesselsucht und nicht jeder Fall von Nesselfieber verläuft gleich. Es wird in drei Formen von Urtikaria unterschieden:

  • Spontan auftretendes Nesselfieber
  • Physikalische Nesselsucht
  • Chronisches Nesselfieber

Je nach Typ hat der Hautausschlag andere, potentielle Ursachen und es bedarf einer anderen Therapie.

Spontan akut aufgetretene Nesselsucht und ihre Ursachen

Wenn der Hautausschlag ganz plötzlich, ohne eine erkennbare Ursache auftritt, wird von einer spontanen, akuten Nesselsucht gesprochen. Das Phänomen verschwindet innerhalb von sechs Wochen wieder.

Der Auslöser kann in diesem Fall nur selten gefunden werden. Studien allerdings zeigen, dass viele Patienten unter einer Atemwegsinfektion oder einer Überreaktion des Verdauungstrakts leiden. Es ist daher recht wahrscheinlich, dass der Hautausschlag damit zusammenhängt.

Möglich ist auch eine Unverträglichkeit gegenüber einigen Nahrungsmitteln (Histamin, Laktose etc.) Auch eine Medikamentenunverträglichkeit kann für den Ausschlag verantwortlich sind. Häufig stehen Schmerzmittel wie ASS und Ibuprofen im Verdacht. Hierdurch kann eine pseudoallergische Reaktion mit einem Ausschlag hervorgerufen werden.

Bedrohlich ist die akute Form der Nesselsucht nur dann, wenn sich ein Angioödem ausbildet. Hierbei schwillen die Schleimhäute im Rachenbereich an und die Atmung wird erschwert. In diesem Fall kann eine Behandlung unter ärztlicher Beobachtung im Krankenhaus erforderlich werden.

Spontan auftretende chronische Nesselsucht und ihre Ursachen

Wenn der Hautausschlag länger als sechs Wochen besteht, bezeichnen Ärzte die Krankheit als spontane, aber chronische Nesselsucht. In einigen Fällen bleibt der Hautausschlag permanent, bei anderen Patienten tritt er immer wieder schubweise auf, mit dazwischen liegenden Phasen ohne Symptome.

Die Auslöser für die chronische Nesselsucht ähneln denen der akuten Form. Es können auch verschiedene Ursachen dafür verantwortlich sein, dass Du unter Urtikaria leidest. Am häufigsten liegen folgende Gründe vor:

  • Chronische Infektionen der Nebenhöhlen, Mandeln oder Abszesse im Bereich des Kiefers.
  • Infektion des Magens mit dem Keim Heliobacter pylori
  • Chronische Entzündung der Zahnwurzel
  • Autoimmunreaktionen diverser Herkunft
  • Überempfindlichkeit auf Zusatzstoffe in Arznei oder Lebensmitteln

Die physikalische Nesselsucht und ihre Ursachen

Die dritte Variante der Nesselsucht ist die physikalische Variante. Hierbei sind äußere Reize dafür verantwortlich, dass Du einen Hautausschlag entwickelst. Meist entwickelt sich der Ausschlag direkt an der Stelle, wo die physikalische Reizung stattgefunden hat.

Es gibt auch Fälle, wo andere Körperregionen betroffen sind. Auch im Bereich der physikalischen Nesselsucht gibt es verschiedene Unterarten:

Urticaria factitia – ausgelöst durch Scherkräfte

Beim sogenannten, urtikariellen Dermografismus entsteht der Ausschlag Deiner Haut durch Scherkräfte. Darunter werden Kräfte verstanden, die meist von Dir selbst ausgehen. Kratzen, Scheuern oder Reiben der Haut ist der Auslöser, für diese Form des Nesselfiebers.

Übrigens, Du musst Dich nicht aktiv kratzen, auch eine reibende Naht an der Jeans kann verantwortlich für die Erkrankung sein.

Druckurtikaria – durch Druck entstehend

Die verzögerte Druckurtikaria ist eine andere Form der Nesselsucht. Hierbei ist länger anhaltender Druck der Auslöser. Allerdings bildet sich der Hautausschlag nicht unmittelbar, sondern oft erst bis zu 12 Stunden nachdem der Auslöser bereits verschwunden ist. Es ist daher schwer, rückwirkend noch den Zusammenhang zu erkennen.

Kältekontakturtikaria – durch Kälte entstehend

Kälte schadet der Haut, das ist allgemein bekannt. Ob Wind oder kalte Flüssigkeit, der Kontakt kann zur Entstehung vom Hautausschlag führen. Vor allem im Winter sind unbedeckte Körperstellen gefährdet.

Hilfreich ist es, die Haut gut einzucremen und vor Kälte zu schützen. Auch durch Wärmeeinwirkung kann es zur Nesselsucht kommen. Die Luft des Föhns ist beispielsweise oft ein Auslöser.

Die Sonderformen von Nesselfieber

Neben der klassischen Nesselsucht gibt es noch einige, seltene Sonderformen, die bei entsprechenden Auslösern auftreten können. Hier gibt es drei weitere Unterarten:

  • Cholinergische Nesselsucht
  • Anstrengungsinduzierte Urtikaria
  • Kontakturtikaria

Die cholinergische Nesselsucht im Überblick

Die cholinergische Form des Hautausschlags entsteht, wenn sich Deine Körpertemperatur erhöht. Selbst wenn die Erhöhung nur kurzfristig ist, kann Dein Körper mit einem Hautausschlag reagieren.

Für eine kurzfristige Temperaturerhöhung sorgen beispielsweise scharfe Lebensmittel oder ein heißes Bad. Der entstehende Hautausschlag zeichnet sich dadurch aus, dass er binnen einer Stunde wieder verschwunden ist. Am häufigsten leiden junge Menschen unter der cholinergischen Form des Nesselfiebers.

Die anstrengungsinduzierte Nesselsucht im Überblick

Durch körperliche Belastung kann es zu einer anstrengungsinduzierten Form des Nesselfiebers kommen. Diese Form zeichnet sich durch besonders große Hautläsionen aus und es kommt häufig zu Allgemeinsymptomen.

Hierzu gehören Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel, bis hin zu einem Schock. Eine dauerhafte, körperliche wie seelische Anstrengung kann den Körper schwächen, bis die Mastzellen schließlich ihre entzündungsfördernden Botenstoffe ausschütten.

Die Kontaktnesselsucht im Überblick

Eine Kontaktnesselsucht tritt vor allem dann auf, wenn Du Kontakt zu Substanzen hast, gegen die Du allergisch bist. Das können beispielsweise Nahrungsmittel sein, aber auch Latex und andere Substanzen.

Doch auch unabhängig von einer Allergie können Reizsstoffe zum Hautausschlag führen. Hierzu gehören Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Pflanzen. Ein gutes Beispiel sind Reaktionen, die durch den Kontakt mit der Brennnesselpflanze entstehen.

Die typischen Symptome des Nesselfiebers

Unabhängig vom Auslöser sind die Symptome des Nesselfiebers bei jeder Variante nahezu identisch. Es gibt drei Leitsymptome, an denen ein erfahrener Arzt das Krankheitsbild identifizieren kann:

  • Hautrötungen
  • Starker Juckreiz mit Quaddelbildung
  • Schwellungen der Schleimhäute und der Haut

Die Ursache für das Auftreten der Symptomatik ist der Botenstoff Histamin. Durch die vermehrte Ausschüttung weitet der Stoff die Blutgefäße in der Haut, was zur typischen Rötung führt.

Die Blutgefäße werden durchlässig, es kommt zum Übertritt Wasser ins Gewebe. Das führt zur Bildung der typischen Urtikaria Quaddeln. In der Regel verschwinden diese Quaddeln binnen 24 Stunden von allein wieder.

Die Quaddeln können nur partitiell, an wenigen Stellen oder am gesamten Körper auftreten. Quälend ist vor allem der starke Juckreiz, der sich nur mit Reibung minimal lindern lässt. Kratzen hingegen hilft nicht, daher ist bei den meisten Menschen die Haut trotz Fieber intakt.

Bei schweren Fällen der Nesselsucht kann es zur Ausbildung von Angioödemen kommen. Hierbei handelt es sich um starke Schwellungen der Haut und der Schleimhäute. Diese Schwellung kann bis zu 72 Stunden andauernd und wird gefährlich, wenn die Atemwege betroffen sind.

Wichtig: Die richtige Behandlung von Nesselsucht

Die Therapie des Nesselfiebers basiert auf mehreren Bausteinen. Welcher Therapieansatz der beste ist, hängt von der bestehenden Art des Hautausschlags ab. Auch wie schwer die Symptome ausgeprägt sind, spielt natürlich eine Rolle.

Der wichtigste Bestandteil der Therapie ist es, die Auslöser zu vermeiden. An Medikamenten wird bei Nesselsucht Antihistaminika gegeben. Dieses Mittel wird auch bei Allergien wirkungsvoll gegen die Auslöser der Allergie gegeben. Der Botenstoff Histamin wird zurückgedrängt und die Symptome bessern sich.

Quellen

https://www.hautwende.de/nesselsucht/definition-und-symptome-der-nesselsucht

https://www.allergieratgeber.de/allergiearten/nesselsucht

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/wandernde-quaddeln/

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