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Politik und Gesellschaft

Gibt es Gott wirklich?

Wie du dir bestimmt schon denken kannst, ist es keinem Menschen möglich, diese Frage zu beantworten. Viele Menschen glauben an […]

Gibt es Gott wirklich?

Wie du dir bestimmt schon denken kannst, ist es keinem Menschen möglich, diese Frage zu beantworten.

Viele Menschen glauben an Gott. Weil sie ihn gespürt, gehört oder erlebt haben, glauben sie mitunter sogar sehr doll daran. Für sie steht fest: Gott hat mich geschaffen, passt auf mich auf und lässt mich nach dem Tod wieder auferstehen.

Es gibt aber einen Unterschied zwischen glauben und wissen. Während es toll sein kann, an Gott zu glauben, weiß niemand mit absoluter Sicherheit, dass er existiert. Manche meinen, es zu wissen. Sie können es aber nicht beweisen.

Wenn man wirklich an Gott glaubt, dann ist es einem ziemlich egal, dass man seine Existenz nicht beweisen kann. Denn dann ist man zufrieden damit, sich von ihm behütet zu fühlen. Manchmal erleben Kinder dieses Gefühl viel intensiver, als Erwachsene. Denn Kids tun sich noch leichter damit, an etwas zu glauben, ohne es tatsächlich zu wissen.

Je nachdem, wie du aufgewachsen bist, glaubst du an Gott, das Gute in der Welt, viele Naturgötter und -geister oder einfach den Sinn des Lebens. Manche Menschen glauben sozusagen an gar nichts und verlassen sich nur auf das, was sie mit ihren Sinnen erfassen und erleben können.

Das Ziel dieses Artikels ist es nicht, zu analysieren, ob es nun wahrscheinlich ist, dass Gott existiert. Vielmehr möchten wir dir einen Blick auf verschiedene Glaubensrichtungen bieten und dir damit zeigen, dass sie alle ihre Berechtigung haben. Es ist okay, jüdisch zu sein, ebenso wie es okay ist, in die christliche Kirche zu gehen und dort zu Jesus zu beten. Auch, wenn man nicht an Gott glaubt, dann darf man dafür nicht schlecht gemacht werden.

Verschiedene Glaubensrichtungen

Auf der ganzen Welt glauben die Menschen an verschiedene Götter, Mythen und Geschichten. Sie alle haben ihre Gründe dafür, die meist weit in der Geschichte zurück liegen. Manche haben heilige Bücher, heilige Stätten und ganz bestimmte religiöse Bräuche.

Während einige Religionen auch andere Glaubensrichtungen akzeptieren, gibt es manche, die sich für besser als der Rest halten. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, dass es nur für ihre Anhänger ein Leben nach dem Tod geben würde.

Das kann man nun so im Raum stehen lassen oder darüber streiten. Für uns gilt jedenfalls: Jeder soll das glauben, was er möchte oder schlicht und einfach gewöhnt ist. Normalerweise entscheiden die Eltern darüber, welcher Religion das Kind angehört. Denn mittels einer Taufe oder ähnlichen Zeremonien wird das Kind zum Anhänger derselben Glaubensgemeinschaft wie die Eltern. Erst viel später stellt man sich dann die Frage, ob man wirklich dieser Religion angehören möchte oder sich doch zu einer anderen Glaubensrichtung hingezogen fühlt. Viele Menschen verlassen ihre Kirche, wenn sie erwachsen werden. Das ist heute kein Tabu mehr und im Falle des Christentums kaum mit unmittelbaren Konsequenzen verbunden.

Der Glaube an einen Gott

Den Glauben an einen einzigen Gott nennt man auch Monotheismus. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Eingottglaube (Monos: allein und Theos: Gott). Ein paar der heutigen Weltreligionen sind monotheistisch. Darunter: Judentum, Christentum sowie Islam. Im Unterschied zu verschiedenen Naturreligionen und östlichen Traditionen wie Buddhismus und Hinduismus, glauben Christen, Juden und Moslems an einen einzigen Gott.

Es gibt zwar Propheten, die über Gott und seine Wunder berichten. An oberster Stelle steht allerdings nur ein Gott. Im Christentum werden zahlreiche Heilige verehrt, die in der Vergangenheit gute Taten vollbracht haben sollen. Auch sie sind aber, ebenso wie die Propheten, keine Götter.

Manche monotheistischen Glaubensgemeinschaften gehen davon aus, dass nur die Anhänger ihrer Religion einmal in den Himmel kommen werden. Deshalb grenzen sie sich ganz klar nach außen hin ab.

Streng christliche Glaubensrichtungen, die von Nonnen und Mönchen in Klostern gelebt werden, verbieten sogar den Kontakt zur Außenwelt. Es gibt Klöster, deren Nonnen nicht einmal mit den „weltlichen“ Menschen sprechen. Weltlich bedeutet, dass man in der Welt mit all ihren Verführungen und Sünden lebt.

Auch Moslems leben einen sehr strengen Glauben. Sie möchten beispielsweise nicht, dass ihre Kinder sich mit Anhängern anderer Religionen verheiraten. Bei den Muslimen herrscht nämlich ein enger, familiärer Zusammenhalt.

Monotheistische Religionsführer möchten ihren Glauben verbreiten und können dabei mitunter recht aggressiv vorgehen. Denk nur an die Kreuzzüge im Mittelalter, in denen Muslime und Christen verbittert Schlacht um Schlacht gegeneinander führten, um die wertvollen Glaubensstätten in Jerusalem für sich zu beanspruchen und ein Zeichen des Glaubens zu setzen.

Für diese kriegerischen Auseinandersetzungen wird die christliche Kirche bis heute kritisiert. Man wirft ihr unter anderem vor, Heidenvölker (die an viele Götter glaubten) ausgerottet und deren Kultstätten zerstört zu haben. Auch die Hexenverbrennungen sind ein Thema, das man der christlichen Kirche bis heute nachträgt.

Lieber viele Götter, als nur einen?

Vor langer Zeit gab es über den ganzen Erdball hinweg verstreute Kulturen, die an Naturgötter, Geister und Traum- sowie Fantasiewesen glaubten.

Der Glaube an diese Götter entstand aus Situationen, die man sich damals noch nicht erklären konnte. So wurde der griechische Zeus für das Schleudern der Blitze verantwortlich gemacht, während in den Sagas der Nordmänner der legendäre Gottessohn Thor die Blitze beherrschen soll.

So gab es Naturgötter für das Meer, den Wind und das Feuer. Auch Götter des Zorns, des Krieges oder des Weins wurden vor langer Zeit verehrt. Um den Gottheiten zu huldigen, schuf man große „Denkmäler“. Während das weithin bekannte Stonehenge vermutlich an vergangene Druidenkulte erinnert, sind die eindrucksvollen, ägyptischen Pyramiden eng mit dem antiken Totenkult verbunden.

So vielfältig wie die Natur- und Vielgottrelgionen selbst, waren auch die Gründe für ihr Verschwinden. Nur noch wenige, auch polytheistisch genannte Vielgottreligionen existieren bis heute.

Allerdings erleben Heidentum und Hexenwerk heute eine Art Wiederauferstehung. Viele Menschen fühlen sich mit der Natur verbunden und zählen sich daher zu Hexenzirkeln, Heidenstämmen oder modernen Kulten wie den Wicca. Weil die Informationen über alte Kulte nahezu völlig frei zugänglich sind und eine seltsame Faszination auf die Menschen ausüben, entscheiden sich auch viele Christen dafür, ihren ursprünglichen Glauben zugunsten einer Naturreligion abzulegen.

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Dieser uralte Satz entstammt dem Philosophen Sokrates, der viele Hundert Jahre vor Christi Geburt im antiken Griechenland lebte.

Mit der Philosophie, die wir dir nun beschreiben werden, hat er allerdings nicht wirklich etwas zu tun. Sein bekannter Ausspruch „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ beschreibt die Denkweise der Agnostiker recht gut.

Das sind Menschen, die weder behaupten, dass es höhere Kräfte (Götter) gibt, deren Existenz aber auch nicht grundsätzlich verneinen. Die Agnostiker bestehen darauf, dass die Existenz von Gott für uns grundsätzlich nicht beweisbar ist. Ein Agnostiker kann durchaus an Gott glauben. Allerdings ist er sich dessen bewusst, dass er nie WISSEN kann, ob es ihn tatsächlich gibt. Dementsprechend beantworten die Agnostiker die Frage „Gibt es Gott wirklich?“ nicht mit „Ja.“ oder „Nein.“, sondern mit „Ich weiß es nicht.“ oder „Das ist nicht wichtig.“

Damit haben sie natürlich nicht ganz unrecht. Denn das kurze Leben des Menschen und seine eingeschränkten Sinne ermöglichen es ihm nicht, die Realität vollständig wahrnehmen zu können. Langer Rede kurzer Sinn: Wir Menschen können nicht alles wissen. Logisch, oder? So gesehen kann man die Meinung der Agnostiker im Raum stehen lassen, da man kaum etwas dagegen einwenden kann.

Du siehst, der Agnostizismus ist eigentlich keine Glaubensrichtung an sich, sondern geht darüber hinaus.

Naturwissenschaften statt Religion

Wie du bereits im vorangegangenen Abschnitt erfahren hast, glaubt nicht jeder Mensch an die Existenz eines Gottes. Während die Agnostiker sich nicht in der Lage sehen, diese große Frage zu beantworten, haben die Atheisten sehr wohl eine Antwort parat. Sie sagen: „Nein. Es gibt keinen Gott.“

Anders, als Christen, Wicca, Buddhisten oder Hinduisten gehen die Atheisten davon aus, dass die Erde (wie auch alles andere) den Urknall als Ursprung hat. Der Urknall war ein kosmisches Ereignis, aus dem nach aktueller wissenschaftlicher Meinung unser Weltall entstanden sein soll.

Atheisten glauben nur an das, was sie sehen, fühlen, erforschen und erleben können. Glauben ist hier eigentlich das falsche Wort. Denn Atheisten möchten WISSEN, nicht glauben.

Einem Atheisten reicht es nicht aus, an die Existenz eines Gottes aufgrund uralter Schriftwerke und Erzählungen zu glauben. Sie brauchen Beweise, um etwas als wahr anzuerkennen.

Viele Atheisten sind selbst Wissenschaftler oder an wissenschaftlichen Arbeiten beteiligt. Andere haben irgendwann für sich entschieden, dass ihnen die Erklärungen der Religionen für die wichtigen Themen des Lebens nicht ausreichen und wurden zu Atheisten.

Gott kann man nicht beschreiben

Für die Atheisten gibt es keinen Gott. Die Agnostiker lassen die Frage nach der Existenz von Gott offen. Dann gibt es noch jene Menschen, die an eine andere Art Gott glauben, als wir es vom Christentum gewöhnt sind.

Der Buddhismus ist eigentlich eher eine Philosophie, als eine Glaubensrichtung. Trotzdem ist er ein gutes Beispiel dafür, dass man kein bestimmtes Bild für Gott haben muss. Wie auch andere, ähnliche Philosophien, beschäftigt sich der Buddhismus mit dem Zusammenwirken der kosmischen Kräfte und ihren Einfluss auf den Tod sowie das Leben danach. Laut buddhistischer Lehren sammeln wir im Laufe unseres Lebens eine Art „Konto“ mit guten und bösen Taten an. Je nachdem, wie wir unser Leben verbracht haben, müssen wir nach dem Tod mit den daraus folgenden Konsequenzen leben. Dieses „Konto“ nennt man auch Karma.

Je nach Art des Karmas wird man als höheres oder niederes Lebewesen wiedergeboren. In jedem Leben lernt man etwas über sich selbst und entwickelt sich weiter. Irgendwann hat man im Idealfall so viel gutes Karma gesammelt, dass man mit dem großen Ganzen eins wird. Man nennt das auch „ins Nirvana eingehen“. Es gibt weltweit sehr viele Menschen, die nach den buddhistischen Lehren leben.

Manche Naturreligionen gehen davon aus, dass es ein „großes Ganzes“ gibt, das auf geheimnisvolle Weise für Ordnung sorgt und die Lebewesen auf der Erde beeinflusst. Sie glauben also an eine Art Gott, den man nicht richtig beschreiben kann. Es handelt sich um eine Energie, die auf den Menschen einwirkt und den Menschen für gute Taten belohnt, während böse Taten irgendwann eine Konsequenz nach sich ziehen.

Arbeitsblatt zum Text

1) Erkläre die schwierigen Wörter aus dem Text.

Was bedeutet…

  • Monotheismus
  • Agnostiker
  • Urknall
  • Karma
  • Atheisten

2) Welcher Religion gehörst du an? Führe am PC eine Recherche über deine Religion durch. Erstelle einen Steckbrief über deine Religion. Halte darauf folgende Informationen fest:

  • Name
  • Entstehungszeit
  • Entstehungsort
  • Ungefähre Anzahl der Glaubensanhänger
  • Propheten, Gottheiten
  • Heiliges Buch
  • Eine bekannte Geschichte daraus

3) Was ist der Unterschied zwischen Atheismus und Agnostizismus?

 

Foto: gracel / bigstockphoto.com

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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