×
Rechte für Kinder

Mobilität für Kids: Fahrrad-, Moped- und Autoführerschein

Je älter man wird, umso wichtiger wird es, dass man gewisse Freiheiten bekommt. Irgendwann möchte man sich nicht mehr ständig […]

Mobilität für Kids: Fahrrad-, Moped- und Autoführerschein

Je älter man wird, umso wichtiger wird es, dass man gewisse Freiheiten bekommt. Irgendwann möchte man sich nicht mehr ständig von Mama oder Papa durch die Gegend chauffieren lassen. Als Teenager hast du eine Reihe von Möglichkeiten, dich mobil zu machen.

Vom Fahrrad, über den Moped- bis hin zum Autoführerschein erklären wir dir heute alles, was du wissen musst, bevor du’s angehst.

Das Fahrrad im Straßenverkehr

In der 4. Grundschulstufe kann man den „Fahrradführerschein“ machen. Dieser ist für Kinder in Deutschland zwar nicht zwingend erforderlich, um auf den Straßen unterwegs sein zu dürfen. Allerdings erlernt man dabei, mit schwierigen Situationen im Straßenverkehr richtig umzugehen. Deshalb empfiehlt es sich für die meisten Kids, den freiwilligen Fahrradschein zu machen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Weil damit kaum Kosten verbunden sind, ist diese Sache jedenfalls nicht von Nachteil für Kids und Eltern.

Kinder in Österreich dürfen zwischen 10 und 12 Jahren mit dem Fahrrad nur dann im Straßenverkehr (ohne Begleitperson) fahren, wenn sie die Radfahrprüfung absolviert haben.

Ab dem 12. Lebensjahr dürfen österreichische Kinder auch ohne Fahrradschein alleine im Straßenverkehr unterwegs sein.

Für das Absolvieren des Fahrradscheins solltest du am Verkehrserziehungsunterricht teilnehmen und dich zur Prüfung anmelden. Dafür brauchst du ein Passfoto sowie den ausgefüllten Antrag für den Radfahrschein.

Auch nach der Fahrradprüfung gilt: Halte dich stets an die Straßenverkehrsordnung und fahre niemals ohne Helm! Es gibt länderspezifische Regelungen, was die Radhelmpflicht bei Kindern betrifft. Informiere dich darüber, indem du beim Klassenlehrer oder deinen Eltern nachfragst.

Sobald du regelmäßig mit dem Rad unterwegs bist, solltest du es ab und zu zum Service bringen. Dort wird das Rad hinsichtlich seiner Bremsen, Kette und des Allgemeinzustands untersucht. Mängel werden behoben, sodass du möglichst sicher auf deinem Drahtesel unterwegs bist.

Damit du keinen Unfall verursachst oder ein Problem mit der Polizei bekommst, solltest du außerdem über die Pflichtausstattung deines Rades in deinem Land Bescheid wissen. In Österreich gilt beispielsweise folgendes:

Bei schlechter Sicht und in der Nacht musst du unbedingt mit Licht und Rücklicht fahren. Außerdem gilt für Radfahrer ein Alkohollimit von 0,8 Promille im Blut. Bei einer Übertretung dieses Wertes kommen bereits ab über 0,8 Promille saftige Strafen auf dich zu. Je nachdem, wie hoch dein Promillewert ist, kann eine Strafe von 800 bis 5900 € fällig werden. Verweigert man den Alkotest, dann kostet das zwischen 1600 und 5900 € in Österreich. Natürlich darf man auch unter Drogeneinfluss nicht radfahren. Dafür gibt es ebenfalls hohe Strafen.

Achte außerdem darauf, folgende Verstöße zu vermeiden:

  • Auf dem Radweg oder der Einbahn in falscher Fahrtrichtung unterwegs sein
  • Nachts und bei schlechten Sichtverhältnissen unbeleuchtet fahren
  • Nebeneinanderfahren mehrerer Fahrer
  • Am Gehsteig Radfahren (für Kids über 12)
  • Fußgänger am Schutzweg behindern
  • Sich trotz mangelndem Platz zwischen stehenden Fahrzeugen vordrängen

Um dich selbst bestmöglich zu schützen, kannst du deine Jacke und die Radspeichen mit Reflektoren bestücken. So wirst du auch in der Dunkelheit von Autofahrern gesehen.

Mopeds und Krafträder (AM, A1)

In Deutschland und Österreich gibt es den Mopedschein AM. Während die deutschen Kids erst ab 16 mit dem Moped fahren dürfen, ist das für Österreicher bereits ab 15 Jahren erlaubt. Allerdings braucht man dazu die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

Wenn man bereits den Autoführerschein (B) hat, dann braucht man keinen Mopedführerschein, um mit dem Moped fahren zu dürfen.

Das Moped darf nicht mehr als 45 km/h fahren. Besser gesagt: Es darf nicht möglich sein, mit dem Moped schneller zu fahren (baubedingte Höchstgeschwindigkeit).

Pass auf mit Veränderungen am Moped! Die meisten Modifizierungen sind ausnahmslos verboten und können zu saftigen Bußgeldern führen, wenn sie im Zuge von Verkehrskontrollen entdeckt werden.

Das gilt sowohl für Roller, als auch für Mopeds.

Damit du den Mopedausweis bekommst, musst du eine relativ kurze Ausbildung bei der Fahrschule deiner Wahl absolvieren. Das kostet zwischen 150 und 289 Euro. Im Theoriekurs erfährst du einige Unterrichtseinheiten lang, wie man sich mit einem Kraftfahrzeug im Straßenverkehr richtig verhält. Der Praxiskurs umfasst ebenfalls ein paar Einheiten, die teils im Verkehr, teils am Übungsplatz absolviert werden.

Danach gibt es eine Überprüfung deines Theoriewissens. Wenn du diese geschafft hast, dann bekommst du den Mopedausweis, vorrausgesetzt du hast das Mindestalter erreicht.

Natürlich musst du das Moped ausreichend beherrschen, um den Ausweis zu bekommen. Das ist aber in der Regel kein Problem.

Achtung! Mopeds sind nicht ungefährlich. Im Gegensatz zum Autofahrer bist du als Mopedfahrer ziemlich ungeschützt unterwegs. Deshalb musst du besonders gut darauf achten, für andere Verkehrsteilnehmer schon von weitem sichtbar zu sein. Kleide dich nicht zu dunkel und kaufe lieber einen hellen Mopedhelm. Für den Fall eines Unfalls gibt es für Mopeds so etwas wie einen Airbag (Lenkerpolster). Gut sichtbare Blinker (LED) und starke Scheinwerfer reduzieren dein Unfallrisiko erheblich. Intakte Spiegel verschaffen dir einen guten Überblick.

Fahre bitte keinesfalls nachts, wenn ein Teil deiner Beleuchtung ausgefallen ist! Das ist sehr gefährlich, weil du dadurch so gut wie unsichtbar für die anderen Verkehrsteilnehmer bist und es sehr leicht zu einem schweren, wenn nicht sogar für dich tödlichen Unfall kommen kann.

Autoführerschein (B)

Wer alt genug ist, wird möglichst bald den Autoführerschein machen. Leider ist dieser im Vergleich zum Mopedausweis ziemlich teuer und bringt weit mehr Aufwand mit sich.

Wer den B-Führerschein machen möchte, muss mitunter mehrere tausend Euro berappen. Ein Vergleich zwischen den Fahrschulen lohnt sich da besonders. Frag‘ dabei unbedingt nach, welches Lernmaterial im Preis inbegriffen ist und wie viele Fahrstunden im Paket dabei sind. Je nach Angebot wird der Gesamtpreis zwischen 1200 und 2000 € ausmachen. Bist du ein sehr unsicherer Fahrer, dann wird es tendenziell etwas teurer für dich, weil du mehr Fahrstunden brauchst, bis du sicher genug für die praktische Prüfung bist.

Die erste Ausbildungsphase beginnt normalerweise mit dem Theorieteil. In der Gruppe geht ihr mit einem Fahrschullehrer gemeinsam die theroetischen Grundlagen und Regeln für Autofahrer durch. Weil der Theorieteil sehr umfangreich ist, nehmen viele Kids die Möglichkeit eines Ferienkurses in Anspruch.

Als nächstes wirst du einige Praxiseinheiten mit deinem Fahrlehrer haben. Es ist auch möglich, Übungsfahrten mit einem Elternteil oder einem anderen erfahrenen Autofahrer zu machen. Damit kannst du dir je nach Art des Angebots sogar einige Fahrstunden bei der Fahrschule und somit bares Geld ersparen.

Hast du früher bereits einen umfangreichen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, dann reicht dieser in der Regel aus. Ansonsten musst du diesen noch nachholen, um die Prüfungen ablegen zu können.

Die theoretische Prüfung ist recht umfangreich. Mittlerweile gibt es spezielle Software, mit der man die einzelnen Fragen nach Karteikastensystem abarbeiten kann. Alternativ dazu kannst du mit dem Buch lernen.

Hast du die theoretische Prüfung geschafft, dann kannst du dich für die praktische Prüfung anmelden. Bei diesem Prüfungstermin musst du einige fahrzeugspezifische Fragen beantworten und dein praktisches Können unter Beweis stellen. Du wirst einparken, Slalom fahren und eine vorgegebene Strecke fahren müssen. Je sicherer du wirkst und je weniger Fehler du dabei machst, umso wahrscheinlicher ist es, dass du durchkommst. Achte darauf, beim Abbiegen und vor Kreuzungen in die Spiegel zu schauen, so wie du es gelernt hast.

Hast du auch diese Hürde geschafft, dann darfst du ab sofort loslegen und selbst mit dem Auto fahren. Nach einer Weile musst du dann eine Perfektionsfahrt absolvieren. Das ist im Prinzip eine ganz normale Fahrstunde, in der dich der Fahrlehrer beobachtet und dir anschließend noch einige Tipps gibt.

Dann gibt es ein Fahrsicherheitstraining, bei dem du unter anderem erlebst, wie es ist, wenn man ins Schleudern gerät. Im kontrollierten Rahmen und in Begleitung des Fahrlehrers wirst du gefährlichen Situationen ausgesetzt, um die richtige Reaktion zu erlernen. Das kann im Ernstfall Leben retten!

Das Fahrsicherheitstraining dauert in der Regel einen Tag. Einige Zeit später kommt es zum Letzten Teil der Ausbildung: der 2. Perfektionsfahrt. Danach hast du es endlich geschafft.

Auch nach Abschluss der Ausbildung gilt es natürlich, dich an die erlernten Regeln und Gesetze zu halten.

Arbeitsblatt zum Text

1) Warum ist es sinnvoll, den freiwilligen Fahrradführerschein zu machen?

2) Was sollte man zur eigenen Sicherheit beachten, wenn man mit dem Moped unterwegs ist?

3) Autoführerschein: Wie sieht die Ausbildung aus? Beschreibe die einzelnen Phasen

 

Foto: 3DClipArtsDe / bigstockphoto.com
><noscript><img src=

Bewertung:
Bewertungen: 887 Ihre Bewertung: {{rating}}

Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

Alle Beiträge anzeigen

Newsletter

Für jede Schwangerschaftswoche die passenden Informationen
kostenlos in Ihren Posteingang!