Wehen fördern: Mit diesen Methoden kannst Du die Geburt anregen

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Gegen Ende der Schwangerschaft warten viele Frauen sehnlich darauf, dass es endlich losgeht mit der Geburt. Wenn bei Erreichen des errechneten Geburtstermins von Wehen noch kein Spur ist werden viele Schwangere ungeduldig und fragen sich, wie sie das Einsetzen der Wehen fördern können.

Hier kannst Du lesen, welche wehenfördernden Mittel und Methoden es gibt und wie sie bewertet werden.

Alternative Methoden zur Anregung der Wehen

Bevor bei „überfälligen“ Kindern zu medikamentösen Methoden der Geburtseinleitung gegriffen wird, sollten erst noch alternative Möglichkeiten ausprobiert werden. Dabei solltest Du beachten.

Methoden zur Wehenförderung können nur dann wirksam sein, wenn Dein Kind reif ist und Dein Körper optimal für die Geburt vorbereitet ist. Vor der 40. SSW solltest Du nicht versuchen, die Wehen anzuregen.

Wehen fördern mit Himbeerblättertee, Eisenkraut und Nelken

Viele Hebammen geben Schwangeren in den Wochen vor der Geburt den Tipp, ab der 37. SSW Himbeerblättertee zu trinken, um den Muttermund weich zu machen und die Wehen zu fördern.

Es gibt jedoch keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Damm oder Muttermund dadurch tatsächlich beeinflusst werden. Möglicherweise wirkt der Tee einfach nur entspannend und hilft der Schwangeren, ihre Verspannungen zu lösen.

In Internetforen werden als wehenauslösende Pflanzen unter anderem noch Eisenkraut, Ingwer, Zimt und Nelken empfohlen. Für die Heißgetränke aus diesen Zutaten werden verschiedene Rezepturen genannt.

Viele Gynäkologen raten von diesen Getränken ab, da man nicht mit Sicherheit sagen kann, was die Tees bewirken und es zudem auch sehr unterschiedliche Angaben zur Dosierung gibt.

Auf den Wehencocktail verzichten?

Den Wehencocktail solltest Du nie unbeaufsichtigt unter eigener Regie trinken, denn er kann gefährliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Meist enthält der ölige Cocktail Rizinusöl, Mandelmus, Aprikosensaft und Alkohol (Sekt, Rotwein, Schnaps).

In manchen Mischungen ist auch Eisenkraut enthalten. Der Alkohol ist zur Lösung des Rizinusöls erforderlich. Jede Hebamme oder Klinik verwendet eine andere Rezeptur für den wehenauslösenden Cocktail. Versuche bitte nicht, den Cocktail selber herzustellen, sondern wende Dich an Deine Hebamme.

Das im Cocktail enthaltene Rizinusöl wirkt durch seine anregende Wirkung auf den Darm und kann dadurch auch Wehen fördern. Rizinusöl kann aber auch schwere Darmkoliken auslösen, starke Wehen, Kreislaufprobleme und Erbrechen.

Weiterhin kann es in den kindlichen Blutkreislauf gelangen. Dies wiederum könnte beim ungeborenen Kind eine Darmentleerung zur Folge haben, die mit einem Risiko behaftet ist. Daher solltest Du Rizinusöl nur niedrig dosiert und nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Kann Treppensteigen und viel Bewegung Wehen auslösen?

Angeblich soll einfaches Treppensteigen die Wehen fördern. Nachgewiesen ist dies allerdings nicht. Allgemein kann aber eine zu schwere körperliche Belastung in jeder Schwangerschaftsphase Wehen fördern. Gynäkologen raten davon ab, Wehen auf diese Weise zu provozieren.

Ansonsten ist Bewegung positiv für den Geburtsvorgang zu beurteilen. Einige Studien weisen auf kürzere Geburtsverläufe bei Schwangeren hin, die sich im Verlauf der Geburt bewegen. Daher schicken manche Hebammen die Gebärenden zu einem Spaziergang, wenn die Geburt nicht richtig in die Gänge kommen will.

Durch viel Bewegung in aufrechter Haltung rutscht das Baby tiefer ins Becken. Der enge Kontakt zwischen Köpfchen und Becken hilft auf natürliche Weise, die Geburt in Gang zu bringen.

Wehen fördern durch eine Stimulation der Brustwarzen

Ein sanftes Massieren einer oder beider Brustwarzen regt das Wehenhormon Oxytozin an. Dabei massierst Du die Brustwarze(n) etwa eine Minute, legst dann eine drei- bis fünfminütige Pause ein, worauf die nächste einminütige Stimulation folgt.

Diese Massage löst Kontraktionen der Gebärmutter aus und kann Wehen fördern. Für die Massage kannst Du auch eine elektrische Brustpumpe verwenden. Die Stimulation kann innerhalb einer Stunde oder bis etwas 72 Stunden Wehen auslösen.

Das solltest Du beachten: Die Stimulation der Brustwarzen solltest Du nur anwenden, wenn Dein Muttermund bereits weich ist. Nur dann ist der Muttermund bereit für die Geburt. In manchen Geburtshäusern fungiert die Brustwarzenstimulation als sogenannter Wehenbelastungstest.

Die Schwangere gilt als geburtsbereit, wenn innerhalb einer Stunde nach der Stimulation Wehen einsetzen. Wenn Dein Baby an der Brust trinkt, wird ebenfalls Oxytozin ausgeschüttet. Dadurch werden unter anderem Nachwehen ausgelöst und damit die Rückbildung der Gebärmutter gefördert.

Heiße Bäder zu Förderung der Wehen

Zur Entspannung der Muskulatur und um das Einsetzen der Wehen zu fördern empfehlen Hebammen oft ein heißes Bad, beispielsweise mit Heublumen. Beckenboden und Muttermund sollen in der Wärme weicher und geschmeidiger werden.

Das Bad hilft auch zur Linderung von Schmerzen. Achte darauf, nicht zu heiß zu baden, weil bei Schwangeren das Blut schnell in die Arme und Beine geht und dadurch eine Ohnmacht ausgelöst werden kann. Daher sollte immer jemand in der Nähe sein.

Einlauf zur Entleerung des Darms

Ein Einlauf galt noch bis vor einiger Zeit als klassische Methode, um Wehen zu fördern. Durch die verstärkten Darmbewegungen sollten spontane Geburtswehen ausgelöst werden. Mehrere Studien haben jedoch bewiesen, dass sich ein Einlauf zur Darmentleerung nicht zur Einleitung einer Geburt eignet. Ein Einlauf verkürzt auch nicht die Wehendauer.

Kann Sex die Wehen fördern?

Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft kann Sex als natürliches Mittel eingesetzt werden, um Wehen zu fördern. Durch den Orgasmus und die Prostaglandine in der männlichen Samenflüssigkeit wird der Gebärmutterhals weicher.

Diese Methode kann aber nur funktionieren, wenn der Muttermund schon geöffnet und der Gebärmutterhals schon verkürzt ist. Die Gebärmutter muss also schon wehenbereit sein. Du musst nicht befürchten, dass Dein Baby durch den Geschlechtsverkehr Schaden nehmen könnte. Nicht mehr ratsam ist der Geschlechtsverkehr nach dem Überschreiten des Geburtstermins. Auch bei vorzeitigen Wehen solltest Du auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Sanfte Bauchmassage

Reibe Deinen Bauch mit einer Mischung aus Mandelöl, Zimt-, Ingwer, Nelken- und Eisenkrautöl ein, um Wehen zu fördern. Frage dazu am besten in einer Apotheke nach oder lass Dich in einem Reformhaus beraten. Vor dem Einölen solltest Du Deinen Bauch mit warmem Wasser befeuchten.

Eine sofortige Wirkung ist durch die Massage nicht zu erwarten. Hier solltest Du schon zwei Tage Geduld haben. Auch bei dieser Behandlung gibt es keinen Nachweis für die Wirksamkeit.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Mithilfe der geburtsvorbereitenden Akupunktur sollen Schwangere optimal auf die Geburt vorbereitet werden. Durch das Setzen der feinen Akupunkturnadeln kann die Wehentätigkeit angeregt werden.

Weiterhin kann die Akupunktur helfen, Geburtsschmerzen zu lindern und den Geburtsvorgang zu verkürzen. Die geburtsvorbereitende Akupunktur kann angeblich auch dazu führen, dass der Gebärmutterhals zu Geburtsbeginn dehnbarer wird.

Genügend Schlaf und gesunde Ernährung fördern Wehen

In den letzten Tagen vor dem errechneten Entbindungstermin solltest Du auf genügend Schlaf und eine gesunde und vollwertige Ernährung achten. Tanke so viel Energie wie möglich! Wenn Du erschöpft bist, kann dies das Einsetzen der Wehentätigkeit verhindern oder zu einem Stocken der Geburt führen.

Können homöopathische Mittel die Wehen anregen?

Manche Ärzte oder Hebammen wenden zur Auslösung der Wehen beispielsweise die folgenden homöopathischen Mittel an: Belladonna (D6), Pusatilla (D6), Gelsemium (D4) oder Caulophyllum (D4).

Eipollösung oder Zervix-Stripping: Was ist das?

Wenn Dein Kind „überfällig“ ist und bereits über eine Geburtseinleitung diskutiert wird, bieten einige Hebammen und Frauenärzte an, den Muttermund zu stimulieren. Was ist damit gemeint? Bei dieser Stimulation bewegt Deine Hebamme oder Dein Frauenarzt während einer vaginalen Untersuchung einen Finger am Muttermundhals hin und her.

Damit sollen die Eihäute um Dein Baby vom inneren Muttermund getrennt werden. Durch die Stimulation werden Prostaglandine freigesetzt, die Wehen fördern und die Geburt in Gang bringen könnten, bevor zu anderen Maßnahmen der Geburtseinleitung gegriffen werden müsste.

Durch die Eipollösung besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Geburtsbeginn innerhalb der folgenden 48 Stunden. Die Stimulierung des Muttermundes hat größere Erfolgschancen, wenn der Muttermund sich schon auf die Geburt eingestellt hat. Durch die Behandlung erhöht sich das Infektionsrisiko weder für Dich noch für Dein Kind.

Die Stimulierung des Muttermundes kann unangenehm sein, da der Gebärmutterhals schwer erreichbar ist, solange die Geburt noch nicht in Gang gekommen ist. Zur Entspannung kannst Du während des Stimulierens Atemtechniken anwenden, die Du bei der Geburtsvorbereitung gelernt hast.

Direkt nach der Behandlung kann es zu einer leichten, unbedenklichen Schmierblutung und unregelmäßigen Wehen kommen. Neuere Studien belegen, dass bei Schwangeren, die nach dem Geburtstermin ein Zervix-Stripping bekamen, die Geburt weniger oft medikamentös eingeleitet werden musste.

Kann ein Wehenbelastungstest die Geburt auslösen?

Bei einem Wehenbelastungstest (auch Oxytocin-Belastungstest oder OBT) werden die Herztöne des Kindes gemessen, während mithilfe eines CTGs (Kardiotokograph, auch Herztonwehenschreiber genannt) künstlich Wehen ausgelöst werden. Der Test zeigt, wie viel Leistungsreserve die Plazenta noch hat und Sauerstoffversorgung Deines Kindes noch ausreichend ist.

Diese Daten sind wichtig nach dem Überschreiben des Geburtstermins und auch wenn die Plazenta nicht optimal funktioniert (Plazentainsuffizienz). Für den Wehenbelastungstest genügt es meistens schon, mit Oxytozin wenige Kontraktionen auszulösen. Durch die ausgelösten Wehen kommt es im Normalfall zu einer kurzfristigen Pulsbeschleunigung des Kindes.

Das CTG zeichnet die Herztöne Deines Kindes sowie Länge und Häufigkeit der Wehen auf. Die Ultraschallköpfe mit den Sensoren werden auf Deinem Bauch platziert. Sobald durch das Hartwerden Deines Bauches Druck entsteht, zeichnet das Gerät eine Welle auf. Mit modernen CTG-Geräten können auch Bewegungen des Kindes aufgezeichnet werden.

Der Wehenbelastungstest dient also nicht der Geburtseinleitung, obwohl dadurch bei einer wehenbereiten Gebärmutter die Geburt ein wenig angestoßen werden kann.

Einleitung der Geburt mit Prostaglandinen

In den folgenden Fällen wird häufig eine Geburtseinleitung mit natürlichen Prostaglandinen eingeleitet:

  • Unreifer Muttermund
  • Geburtstermin um mehr als zwei Wochen überschritten
  • Vorzeitiger Blasensprung bei fehlender Wehentätigket

Prostaglandine werden vaginal als Tablette eingeführt oder als Gel auf den Muttermund gebracht. Nur natürliche Prostaglandine dürfen dabei eingesetzt werden. Sie machen das Muttermundgewebe weicher und fördern die Reifung des Muttermundes.

Die Zeitdauer, bis die Prostaglandine Wehen anregen, kann sehr unterschiedlich sein. In manchen Fällen dauert es mehrere Stunden. Bei manchen Frauen muss zusätzlich Oxytocin gegeben werden, weil die Wehen nicht in Gang kommen.

Wehentropf: Infusion mit Oxytozin

Wenn die Geburt nicht vorangeht, wird häufig ein Wehentropf eingesetzt, um die Geburt medikamentös einzuleiten. Der Wehentropf ist eine Infusion mit einer künstlich hergestellten Form des Hormons Oxytozin. Mithilfe des Oxytozins sollen Wehen ausgelöst werden.

Vor und nach einer Geburt führt Oxytozin zu Kontraktionen der Gebärmutter. Die Wehentätigkeit wird damit angeregt. Der aus dem Altgriechischen kommende Name Oxytocin bedeutet „leicht gebärend“.

Bei einer medizinisch eingeleiteten Geburt sind die Wehen intensiver und kommen in kürzeren Abständen als bei einer normalen Geburt. Mutter und Baby können nicht in einem natürlichen Rhythmus agieren, sondern bekommen den Rhythmus durch die Medikamente diktiert.

Die Schmerzen sind stärker und der Geburtsprozess insgesamt belastender. Die meisten Frauen benötigen für die medizinisch eingeleitete Geburt eine PDA (Periduralanästhesie).

In welchen Fällen wird eine Geburt eingeleitet?

Eine Einleitung der Geburt und damit aktive Wehenförderung können erforderlich sein,

  • Wenn die künstlich zugeführten Prostaglandine nicht ausreichen, um Wehen auszulösen
  • Eine schnelle Geburt erforderlich ist, um die Gesundheit von Mutter und Kind nicht zu gefährden
  • Mutter und Kind bereits stark erschöpft sind von der Geburt
  • Der Geburtsvorgang nach einem termingerechten Beginn durch eine schwache Wehentätigkeit zu lange stockt

Fazit

Es gibt unzählige Hausmittel und Tipps, wie Schwangere Wehen fördern können, wenn der Geburtstermin überschritten ist. Probiere ruhig einige davon aus! Bei einigen Methoden solltest Du besser eine Hebamme oder Deinen Arzt um Rat fragen.

Wenn alle Mittel zur Anregung der Wehentätigkeit nicht den erwünschten Erfolg zeigen, werden natürliche Prostaglandine oder der Wehentropf zur Geburtseinleitung eingesetzt.

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