Stille Geburt: Wenn die Geburt zugleich ein Abschied ist

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Ein Sternenkind kommt zur Welt – ein Kind, das nie atmen wird. Eine Stille Geburt wird die Ankunft der Sternenkinder genannt. Still, weil der erste Schrei nicht zu hören ist. Wie wird eine Stille Geburt definiert? Was gilt es rechtlich zu beachten und wie kannst Du mit der Trauer umgehen?

In diesem Text wird über ein trauriges Thema aufgeklärt: Wenn Du Dein totes Kind noch in Dir trägst, kannst Du Dich hier über den Ablauf einer Stillen Geburt informieren. Du erfährst, ob man Wehen erkennen kann und was es mit der 21. SSW auf sich hat.

Traurige Definition: Wann spricht man von einer Stillen Geburt?

Wenn eine die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch ins Haus steht, ist das eine sehr schwere Situation für alle Betroffenen. Vielleicht bist Du auch gerade zum ersten Mal mit dem Thema Totgeburt konfrontiert. Ob es Dich selbst oder eine gute Freundin betrifft, ist ganz gleich: Es ist ein trauriges Thema, über das nicht gerne gesprochen wird.

Doch 4 von 1000 Geburten bringen Sternenkinder auf die Welt. Es ist ein Tabuthema und trotzdem ein natürlicher Teil des Lebens. Darüber zu lesen, macht die Trauer nicht leichter. Aber das Wissen um den Ablauf gibt Dir das Gefühl, der Situation ein wenig besser gewachsen zu sein.

Fehlgeburten vor der 12. SSW geschehen oft fast unbemerkt vom Umfeld. Eltern und Mütter behalten die Information oft für sich. Schwangerschaften vor der 12. SSW dürfen in Deutschland abgebrochen werden.

Mit dem Erreichen der 21. SSW ist die Hälfte der Schwangerschaft vorbei, es beginnt eine Konkretisierungsphase des Babys. Die Gefahr einer Fehlgeburt sinkt. Trotzdem hat die Natur manchmal andere Pläne, und die Schwangerschaft endet nicht mit einem ersten Lebensschrei, sondern mit einem stillen Sternenkind. Weil kein Lebenszeichen mehr ertönt, spricht man von einer Stillen Geburt.

Der Unterschied zur Fehlgeburt ist das Alter und das Gewicht des Kindes – ab der 21.SSW und einem Geburtsgewicht von mindestens 500g wird die Definition einer Totgeburt angewendet: Im Volksmund die Stille Geburt genannt. Die Kinder sterben noch im Mutterleib und kommen tot zur Welt.

Auslöser und Ursachen für eine Stille Geburt:

Es ist sicher nicht leicht, das zu verkraften, aber oft gibt es keinen Grund, keinen Auslöser. Die Kinder sterben ohne erkennbare Ursache. Die totgeborenen Kinder werden Sternenkinder genannt.

Bei einem Sternenkind kannst Du vielleicht erfahren, warum es nicht weiter gelebt hat – bei einem anderen hört einfach das Herz auf zu schlagen, und niemand weiß, warum. Es gibt niemanden, dem man die Schuld geben kann, auch nicht sich selbst.

Wie läuft eine Stille Geburt ab?

Es ist klar geworden, dass Dein Baby nicht weiterleben wird. Du stehst vor der Entscheidung, eine Geburt einzuleiten. Meistens hast Du medizinisch keine Eile – das Fruchtwasser schützt ungeborene Sternenkinder ebenso wie die Gesundheit der Mutter.

Entscheide Dich in Ruhe für einen Tag, um die Stille Geburt einzuleiten. Manche Frauen warten, bis sie Wehen erkennen – aber dieses Warten und diese Ungewissheit sind zermürbend. Du wirst leichter mit der Situation umgehen können, wenn Du den Rahmen dafür selbst schaffen kannst.

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Von einem Kaiserschnitt wird meistens abgeraten – sprich mit Deinem Arzt und Deiner Hebamme darüber, welche Risiken sie bei einer natürlichen Geburt sehen. Es wäre sinnvoll, eine PDA machen zu lassen, dann hast Du zum emotionalen Schmerz keinen körperlichen dazu.

Außerdem ist Trauer etwas Ruhiges, und eine ruhige Stille Geburt wird Dir eine Hilfe sein.

Weheneinleitung und Wehen erkennen

Meistens dauert es mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen, bis weheneinleitende Medikamente – auch Wehencocktail genannt – ihre Wirkung zeigen. Bevor Du die ersten Wehen erkennen kannst, hast Du noch einmal Zeit, Dich vorzubereiten.

Sprich mit dem Klinikpersonal, ob Du die Klinik nochmal verlassen darfst. Wenn nicht, überlege, was Du noch tun oder besorgen möchtest, bevor die Wehen eingeleitet werden. Du wirst viele Stunden in einer Situation zwischen Trauer, Verzweiflung und trotzdem Glück verbringen – stelle sicher, dass Du Menschen um Dich hast, denen Du vertraust.

Vorbereitung für die Geburt

Möchtest Du Dein Sternenkind nottaufen lassen oder eine religiöse Segnung bekommen? Wenn Du es nicht selbst organisieren kannst, wird das Klinikpersonal das für Dich tun. Du kannst Kontakt zu einem Fotografen aufnehmen. Krankenhäuser kennen die richtigen und taktvollen Fotografen für Sternenkinder.

Vielleicht besorgst Du einen winzigen Babyanzug, den Dein Kind tragen soll. Es ist über die 21.SSW hinaus, es wird vermutlich aussehen wie ein normales kleines Baby. Sprich mit den Ärzten und Hebammen über Deine Sorgen. Auch für Sternenkinder kannst Du den Gipsabdruck von Hand oder Fuß vorbereiten.

So etwas ist ein schönes Andenken, da jedes Kind, ob tot oder lebendig, einen Fußstapfen im Schnee Deines Lebens hinterlässt.

Die Geburt vom Sternenkind

Du bist über die 21.SSW hinaus, Du hast vielleicht schon Bewegungen Deines Kindes gespürt. Sicherlich hast Du schon eine Beziehung zu Deinem Kind aufgebaut. Meistens weißt Du schon, ob es ein kleiner Junge, oder ein kleines Mädchen ist. Du hast Dich bereits gefreut.

Du wirst auch bei der Stilen Geburt ein Glücksgefühl empfinden. Auch Sternenkinder sind Deine Kinder, und es ist wichtig, dass Du die Geburt mit allen Gefühlen erlebst. Halte Dein Kind im Arm, berühre es, sieh es an. Du wirst die Kraft dafür haben.

Wenn Du Angst vor der Begegnung hast, sprich darüber mit Deinen Angehörigen oder dem Klinikpersonal. Du kannst auch nach psychologischer Hilfe und Begleitung fragen. Wenn Sternenkinder geboren werden, legen die Hebammen sie oft einfach nur in ein Handtuch und legen sie der Mutter in den Arm. Vielleicht wird das tote Baby auch gebadet und Dir dann gegeben.

Nach der Stillen Geburt

Du bist glücklich und empfindest Freude und Trauer. Das ist normal. Du wirst einige Zeit mit Deinem Kind verbringen dürfen, meistens etwa drei Stunden. Wenn Du Fotos geplant hast, Babybilder oder besondere Rituale, dann kannst Du das tun, oder auch absagen.

Vielleicht ist es Dir, sobald Dein Kind auf der Welt ist, einfach alles Zuviel. Es ist Deine Entscheidung. Wichtig ist, dass Du Dich verabschiedest. Die Eltern haben sich meistens gemeinsam auf das Kind gefreut – sie sollten auch gemeinsam eine Chance haben, Abschied zu nehmen.

Wenn Dein Sternenkind Geschwister hat, wissen die oft nach der 21.SSW bereits, dass Du ein Baby bekommst. Je nachdem, wie alt die Geschwister sind, lass auch sie sich verabschieden. Der Abschied der Sternenkinder ist für Geschwister oft leichter, wenn sie es direkt erleben dürfen. Es entsteht so eine Verbundenheit in der Trauer.

Die Zeit danach: Sternenkinder beerdigen

Die Geburt hast Du überstanden. Vielleicht war es das Schlimmste für Dich, die Klinik ohne Baby verlassen zu müssen. Manchmal ist es daher sinnvoll, noch im Krankenhaus eine Trauerfeier zu veranstalten.

Welchen Weg Du auch gehst: Gib Dir Zeit. Du hattest mehr als 21 SSW Zeit, Dich auch Dein Baby zu freuen – jetzt wirst Du auch die Zeit brauchen, um Dich zu verabschieden. Du kannst Dein Kind beerdigen und richtig bestatten lassen.

Dann hast Du einen Ort, zu dem Du mit Deiner Trauer hingehen kannst. Viele Krankenhäuser bieten aber auch die Organisation einen Bestattung an: Der Leichnam des Kindes wird dann medizinisch genutzt und auf Wunsch eingeäschert. Die meisten Friedhöfe haben Sammel- und Gedenkstätten für Sternenkinder.

Deiner besten Freundin steht eine Stille Geburt bevor: Wie kannst Du ihr helfen?

Deine Freundin hat mindestens 21. SSW erlebt. Helfen kannst Du ihr nicht – aber Du kannst für sie da sein. In Tagen der Trauer ist es nicht wichtig, die Mutter des toten Kindes abzulenken – es ist wichtig, Empathie zu zeigen.

Nimm sie in ihrer Trauer ernst, halte es aus. Frage nach, wenn es Dich interessiert – und sei still, wenn Du mit den antworten und Erzählungen nicht umgehen kannst. Wenn Du fragst, musst Du die Antworten aushalten.

Zuhören, ihre Hand nehmen, ihr sagen, dass Du für sie da bist. Wenn sie sich eine Weile verkriecht, dränge sie nicht. Gib ihr einfach immer wieder zu verstehen, dass Du für sie da sein möchtest.

Du wirst gefragt, ob Du eine Stille Geburt begleiten willst? Denke eine Weile darüber nach, bevor Du eine Zusage oder Absage erteilst. Das ist ein sehr emotionaler Moment – und ein großer Vertrauensbeweis, wenn Dich eine Freundin darum bittet.

Es ist aber möglich, dass Du Dich der Situation nicht gewachsen fühlst oder selbst bereits eine Stille Geburt hattest und das Andenken daran nicht verändern möchtest. Höre auf Dein Bauchgefühl.

Stille Geburt: Die rechtlichen Aspekte

Eine Stille Geburt ist ein Geburtsvorgang – und als solcher natürlich behördlich geregelt. Auch Sternenkinder bringen Frauen in der Mutterschutz. Rein rechtlich ist eine Totgeburt eine Entbindung und der Mutter stehen 8 Wochen Mutterschutz zu.

Ist die Stille Geburt eine Frühgeburt, kommt das Baby also mit einem Geburtsgewicht von mehr als 2.500g zur Welt, besteht eine 12-wöchige Schutzzeit. Es ist aber möglich, bereits drei Wochen nach der Stillen Geburt wieder zu arbeiten.

Die Trauerarbeit

Wenn Du bereits Kinder hast, beziehe sie in die Trauerarbeit mit ein. Jedes Stille Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis für euch alle, auch für die Kinder, die Du danach noch lebendig zur Welt bringst. Überlege Dir ein Ritual, vielleicht zündest Du am Jahrestag eine Kerze an oder gehst auf den Friedhof.

Es ist für Geschwister leichter, Deine Traurigkeit und besondere Stimmung zu verstehen, wenn sie von den Sternenkindern wissen. Du kannst auch einen Luftballon zum Himmel steigen lassen.

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