Infos über Risikoschwangerschaften – Das solltest Du wissen

Viele Schwangerschaften werden von Ärzten als Risikoschwangerschaft eingestuft. Dies kann werdenden Eltern große Sorgen machen. Was eine Risikoschwangerschaft überhaupt ist, nach welchen Kriterien man unterscheidet und wie Du damit umgehen kannst, kannst Du in diesem Artikel herausfinden.

Was ist eine Risikoschwangerschaft?

Bei jeder Schwangerschaft besteht ein Restrisiko, welches sich auch mit bester medizinischer Versorgung nicht eliminieren lässt. Ist das Risiko allerdings höher als üblich, spricht man von einer Risikoschwangerschaft. 

Die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchung geben Aufschluss darüber, ob es sich bei der Schwangerschaft um eine Risikoschwangerschaft handelt. Gewisse Kriterien determinieren dabei, ob eine Risikoschwangerschaft vorliegt. Sobald nur eines dieser Kriterien auf Dich zutrifft, wird Deine Schwangerschaft vermerkt. Dein Arzt ergänzt in Deinem Mutterpass, dass es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt.

Aber keine Panik! Es gibt viele verschiedene Kriterien und nur weil Du eines (oder auch mehrere) davon aufweist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Komplikationen auftreten. Der Vermerk dient Deinen Ärzten als Anhaltspunkt, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Je nach Ausgangssituation kann eine Risikoschwangerschaft allerdings besondere diagnostische oder auch therapeutische Maßnahmen erfordern.

10 allgemeine Kriterien für eine Risikoschwangerschaft

Mögliche Risiken, die auf eventuelle Komplikationen in der Schwangerschaft deuten können, lassen sich aus der medizinischen Vorgeschichte oder anhand des Lebensstils der Schwangeren ableiteten.

Ist auch nur eines der aufgeführten Kriterien erfüllt, wird bereits ein Vermerk im Mutterpass eingetragen.

  • Alter: jünger als 18 oder älter als 35 Jahre
  • Problematische Schwangerschaften in der Vorgeschichte: Früh- oder Fehlgeburten, frühere Kaiserschnitt-Entbindungen
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Drohende Frühgeburt
  • Überschreiten des Geburtstermins
  • Vorerkrankungen: Asthma, Diabetes, Epilepsie, Hepatitis, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Colitid ulcerosa, Morbus Crohn, schwere psychische Erkrankungen, Infektionen oder Schilddrüsenerkranungen 
  • Genetische Belastungen: Erbkrankheiten in der Familie
  • Nikotin- oder Alkoholkonsum
  • Einnahme von Medikamenten
  • Starkes Übergewicht

Welche Rolle spielt das Alter?

Das niedrigste Risiko einer Schwangerschaft betrifft Frauen zwischen 20 und 29 Jahren. Ist die werdende Mutter unter 20 oder älter als 35 Jahre, so ist sie von einer höheren Wahrscheinlichkeit betroffen, dass sie und ihr Kind möglicherweise in der Schwangerschaft gefährdet sein könnten.

Schwangere unter 20 Jahren

Junge Frauen sind stärker gefährdet, frühzeitige Wehen zu bekommen. Auch das Risiko einer Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) oder von Mangelentwicklungen beim Baby ist erhöht. Das Risiko einer Frühgeburt ist bei Schwangeren unter 20 Jahren auch etwas erhöht. 

Mit einer sorgfältigen medizinischen Überwachung können diese Risiken allerdings minimiert oder früh erkannt werden. 

Schwangere über 35 Jahren

Heutzutage ist die Häufigkeit von Schwangerschaften zwischen 35 und 39 Jahren deutlich gestiegen. Vor 20 Jahren war die Häufigkeit noch geringer. Dies liegt vor allem an der stetig besser werdenden medizinischen Versorgung. 

Und auch Schwangerschaften bei Frauen über 40 Jahren sind keine Seltenheit mehr. Dadurch, dass Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen können, können sie sich erst ihrer Karriere widmen und müssen sich um die Familienplanung keine Sorgen machen. Dies verdanken sie den immer größeren medizinischen Möglichkeiten. 

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Eine späte Schwangerschaft hat aber auch psychologische Vorteile! So sind ältere Frauen gelassener und bringen eine gewisse Lebenserfahrung mit. Meistens haben sie einen stabilen finanziellen Hintergrund und befinden sich in stabilen Partnerschaften. Auch haben sie in der Regel einen gesünderen Lebensstil. 

Durch das höhere Alter steigen allerdings auch die Risiken und Komplikationen. Bei Schwangeren über 35 Jahren kommt es häufiger zu Fehl- oder Frühgeburten. Auch die Zahl der Entbindungen per Kaiserschnitt steigt an. 

Für das Baby besteht ein erhöhtes Risiko von Chromosomenveränderungen. Besonders das Risiko, dass das Kind an Trisomie 21 erkrankt ist höher. 

Aber auch für die Mutter bestehen höhere Risiken. So gibt es eine höhere Sterblichkeitsrate bei Frauen über 35 Jahren. 

Schwanger mit 45 Jahren oder älter

Ab 45 Jahren nehmen die Risiken noch weiter zu. Durch eine gute medizinische Überwachung und Behandlung können Risiken und Komplikationen allerdings früh erkannt werden. 

Körperliche Hinweise für eine Risikoschwangerschaft

Eine körperliche Untersuchung kann bereits erste Infos über eine Risikoschwangerschaft liefern. So neigen beispielsweise kleinere Frauen, also etwa unter 1,50 Metern, aufgrund eines kleineren Beckenausgangs zu einem gestörten Geburtsvorgang.

Bei untergewichtigen Frauen kann es beim ungeborenen Baby zu einer Mangel- oder Unterversorgung kommen.

Übergewichtige Frauen hingegen können aufgrund von Diabetes oder einer Schwangerschaftsvergiftung den Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen. Zudem kann auch das Übergewicht an sich ein Faktor dafür sein, dass der Geburtsvorgang erschwert wird oder die Wehentätigkeit nachlässt.

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Chronischer Bluthochdruck erhöht zusätzlich die Gefahr für Frühgeburten. Durchblutungsprobleme können zur Verstopfung der Blutgefäße führen.

Führt der Arzt zudem eine gynäkologische Untersuchung durch, kann er anhand von gutartigen Wucherungen der Gebärmutter, Veränderungen im Gebärmutterhals oder Fehlbildungen der Gebärmutter auf eventuelle Risiken während der Schwangerschaft schließen.

Infektionen oder Entzündungen im Genitalbereich können sich auch auf eine Schwangerschaft auswirken, sowie die Lage des Kindes im Bauch der Mutter.

Wie gehe ich damit um, wenn in meinem Mutterpass eine Risikoschwangerschaft vermerkt wird?

Ganz wichtig: lass Dir keine Angst einjagen!

Wie bereits erwähnt vermerken Ärzte schon bei dem kleinsten Hinweis eine Risikoschwangerschaft. Dieser Vermerk alleine deutet aber noch nicht auf auftretende Komplikationen hin, sondern ist lediglich ein Hinweis für die bestmögliche medizinische Untersuchung und Überwachung.

Für Dich ist Folgendes wichtig:

Du entscheidest, wie vielen Untersuchungen Du zulassen möchtest

Es geht hierbei um Deinen Körper und um den Deines Kindes. Natürlich ist es wichtig, Deinem Arzt regelmäßige Besuche abzustatten, jedoch kannst Du auch entscheiden, was nötig ist und was nicht.

Vertraue Deinem Körper

Dein Körper erlebt natürlich nicht ständig eine Schwangerschaft, jedoch weiß er auch, wie er damit umgehen muss. Ärztliche Versorgung kann Deinen Körper dabei zusätzlich unterstützen.

Finde den Arzt Deines Vertrauens

Ein Arzt sollte nicht nur medizinische Befunde abhaken, sondern Dich während der Schwangerschaft auch seelisch betreuen, um Dir eventuelle Ängste zu nehmen.

Risikoschwangerschaft – wer übernimmt die Kosten?

Keine Sorge! Grundsätzlich kommt die Krankenkasse für die drei Vorsorgeuntersuchungen auf. Diese betreffen allerdings nur Ultraschalluntersuchungen. Deren Ziel ist es, Risiken einer Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen und zu überwachen.

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Liegt aber eine eindeutige Risikoschwangerschaft vor, werden zudem auch weitere Untersuchungen von der Krankenkasse übernommen. Darunter fallen weitere Ultraschalluntersuchungen, Fruchtwasseruntersuchung oder die Kardiotokographie.

Diesen Untersuchungen musst Du aber eindeutig zustimmen, nachdem Dich Dein Arzt über den Zweck, Ablauf und den Sinn der Untersuchung aufgeklärt hat.

Der Vermerk einer Risikoschwangerschaft ist nur zu Deinem Besten!

Es gibt viele Faktoren wegen denen eine Risikoschwangerschaft vermerkt wird. Dies dient dazu, dass die Ärzte bei eventuellen Komplikationen besser eingreifen können. In den meisten Fällen kommt es jedoch zu keinen Komplikationen.

FAQ zum Thema Risikoschwangerschaft

Ab wann spricht man von einer Risikoschwangerschaft?

Bei jeder Schwangerschaft besteht ein Restrisiko, welches sich auch mit bester medizinischer Versorgung nicht eliminieren lässt. Ist das Risiko allerdings höher als üblich, spricht man von einer Risikoschwangerschaft. Gewisse Kriterien determinieren dabei, ob eine Risikoschwangerschaft vorliegt. Sobald nur eines dieser Kriterien auf Dich zutrifft, wird eine Risikoschwangerschaft vermerkt.

Welche Kriterien gibt es für eine Risikoschwangerschaft?

Es gibt 10 allgemeine Kriterien, von denen nur eines erfüllt sein muss, damit Deine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird. Die Kriterien sind: Patientinnen unter 18 oder über 35 Jahren, Mehrlingsschwangerschaften, eine Vorgeschichte problematischer Schwangerschaften (Früh- oder Fehlgeburten, frühe Kaiserschnitt-Entbindungen), eine drohende Frühgeburt, Überschreiten des Geburtstermins, die Einnahme von Medikamenten, starkes Übergewicht, Nikotin- oder Alkoholkonsum, Erbkrankheiten in der Familie und bestimmte Vorerkrankungen wie zum Beispiel Asthma, Diabetes oder Epilepsie.

In welchem Alter besteht eine Risikoschwangerschaft?

Von einer Risikoschwangerschaft sind Frauen über 20 und über 35 betroffen.

Quellen

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