Listeriose in der Schwangerschaft: Symptome, Ursachen und Behandlung

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Die Listeriose gehört zu den selteneren Infektionskrankheiten. Ausgelöst wird sie durch das Bakterium Listeria monocytogenes. Die Übertragung erfolgt durch kontaminierte Lebensmittel und engen Tierkontakt.

Hier erfährst Du, worauf Du bei der Ernährung in der Schwangerschaft achten solltest, um eine Infektion mit diesem Erreger zu vermeiden.

Was ist Listeriose?

Listeriose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit. Der Erreger, Listeria monocytogenes, gehört zu den sogenannten Listerien. Über kontaminierte Lebensmittel können Listerien auf Menschen übertragen werden.

Gesunde Erwachsene spüren von der Infektion oft gar nichts oder nur wenig. Es können aber auch grippeähnliche Symptome auftreten wie beispielsweise Fieber, Halsschmerzen, Bindehautentzündungen, Erbrechen und Durchfall.

Bei Listeriose in der Schwangerschaft besteht das Risiko, dass der Erreger über die Nabelschnur oder während der Geburt das Kind infizieren und es dadurch zu schwere Schäden kommt. Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem bekommen häufig eine Infektion mit Listerien und sollten daher alle Vorsorgemaßnahmen hinsichtlich der Lebensmittelauswahl und der Hygiene einhalten.

Insgesamt betrachtet ist die Infektion jedoch sehr selten: Im Jahr 2016 gab es in Deutschland 22 Listeriose-Fälle bei Schwangeren.

Wie können sich Schwangere mit Listerien infizieren?

Die Infektion erfolgt durch den Verzehr von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, die mit Listerien kontaminiert sind oder durch den unmittelbaren Kontakt mit infizierten Tieren. Die häufigsten Fälle treten bei Schwangeren mit intaktem Immunsystem und ohne zusätzliche Risikofaktoren auf (HIV, Diabetes).

Für die Übertragung des Erregers von der Mutter auf ihr Kind gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Über die Plazenta: Dies ist der übliche Ansteckungsweg.
  • Über Amnionflüssigkeit, die das Neugeborene versehentlich bei der Geburt einatmet.
  • Durch Erreger, die sich in der Scheide oder im After befinden, kann eine Schmierinfektion mit Listerien verursacht werden.

Wie verläuft eine Infektion mit Listerien?

Bei gesunden Erwachsenen hat eine Infektion mit Listerien meist einen unauffälligen oder harmlosen Verlauf. Auch in der Schwangerschaft sind die Symptome wenig auffällig. Es treten aber auch grippeähnliche Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen auf sowie Erbrechen und Durchfall.

Bei bestimmten Risikogruppen wie älteren oder immungeschwächten Menschen und Säuglingen kommen auch tödlich verlaufende Formen der Erkrankung vor. Ein besonders großes Risiko besteht für Schwangere, da eine Infektion des ungeborenen Kindes schwere Schäden verursachen kann und in etwa 30 Prozent der Fälle tödlich verläuft.

Warum ist die Listeriose in der Schwangerschaft besonders riskant?

Für Schwangere ist eine Infektion mit Listeria monocytogenes ein besonderes Risiko, da eine Infektion des ungeborenen Kindes schwerwiegende Folgen haben kann. Häufig kommt es zu Fehlgeburten, Frühgeburten (typischerweise mit braunem und trübem Fruchtwasser), Totgeburten oder einer nach der Geburt auftretenden Blutvergiftung (Sepsis).

Neugeborenen-Listeriose (Early-onset-Infektion)

Die Neugeborenen-Listeriose tritt in der 1. Lebenswoche auf und wird daher als Early-onset-Infektion bezeichnet. Sie kann sich durch folgende Symptome zeigen:

  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Lungenentzündung
  • Hautläsionen (Granulomatosis infantiseptica)

Die Sterblichkeit liegt mit 20 bis 30% sehr hoch. Ob das Neugeborene infiziert ist, kann mit einer Blut-, Urin- oder Stuhlprobe getestet werden sowie mit einem Nasen- oder Rachenabstrich oder durch eine Hirnwasserpunktion.

Late-onset-Infektion

Von einer Late-onset-Infektion spricht man, wenn erst nach ein paar Tagen bis zu 4 Wochen Krankheitssymptome auftreten. Meist äußert sich die Infektion in Form einer Hirnhautentzündung. Hier ist die Prognose bei einer geeigneten Therapie sehr viel besser als bei der Early-onset-Infektion.

Die Infektion führt bei bis zu 20% der Fälle zu neurologischen Folgeschäden und zu Langzeitkomplikationen.

Wie wird die Listeriose in der Schwangerschaft und nach der Geburt behandelt?

Wenn bei Dir Listeriose in der Schwangerschaft diagnostiziert wird, bekommst Du für mindestens 2 Wochen Antibiotika verschrieben. Dabei wird insbesondere hochdosiertes Amoxicillin oder Ampicillin eingesetzt. Je schneller Du die Behandlung beginnst, desto bessere Chancen bestehen, die Übertragung des Erregers auf das Ungeborene zu verhindern.

Bei Kindern, die sich während der Geburt oder in den ersten Wochen nach der Geburt infiziert haben, ist eine dreiwöchige Antibiotika-Therapie mit. Für die Behandlung muss der behandelnde Arzt eine höhere Dosis des Antibiotikums wählen als bei nicht schwangeren Patienten, damit es die Plazenta durchdringen kann.

Je früher die Infektion erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen für die Mutter, das Kind nicht zu verlieren. Bei einer späteren Behandlung steigt das Risiko für das Kind, sich zu infizieren und Folgeschäden zu erleiden.

Woran erkenne ich Listeriose in der Schwangerschaft?

Bei einer Listeriose in der Schwangerschaft sind die Symptome oft unspezifisch und ähneln denen einer Grippe. Bei der Schwangeren zeigen sich Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Wenn Du diese Symptome bei Dir beobachtest, solltest Du umgehend Deinen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Je früher die Infektion erkannt wird, desto größer sind die Chancen, möglichen Schäden vom ungeborenen Kind abzuwenden.

In der Schwangerschaft sind die Symptome einer Listerien-Infektion oft unauffällig und können leicht übersehen werden. Grippeähnliche Symptome können auch bei einer Toxoplasmose auftreten. Hier sind nicht Bakterien die Ursauche, sondern ein Parasit (Toxoplasma gondii).

Auch diese Infektion kann sich schädigend auf das ungeborene Kind auswirken. Mit einem Bluttest kann geprüft werden, ob Du bereits Antikörper gegen Toxoplasmose hast und damit geschützt bist. Der Test zeigt auch, ob eine akute Infektion besteht.

Wie kann ich mich vor einer Infektion durch Listerien schützen?

Es gibt noch keine Impfungen gegen Listerien. Gynäkologen und Geburtshelfer empfehlen daher, Lebensmittel mit hohem Verunreinigungsrisiko zu meiden. Du kannst leider weder am Geruch noch am Aussehen der Lebensmittel erkennen, ob sie mit Listerien befallen sind oder nicht.

Ein Befall führt nicht zum Verderbnis der Lebensmittel. Eine Verunreinigung von Lebensmitteln mit Listerien kann auf verschiedenen Stufen der Gewinnung und Verarbeitung erfolgen. Listerien können auch tiefgefroren überleben.

Durch Kochen, Braten sowie Pasteurisieren werden Listerien abgetötet. Das gilt jedoch nur, wenn die Temperatur für mindestens zwei Minuten lang 70 Grad beträgt.

Folgende Regeln solltest Du im Umgang mit Lebensmitteln beachten:

  • Fleisch- und Fischgerichte solltest Du vollständig durchgaren
  • Hackfleisch solltest Du niemals roh essen.
  • Verzichte auf Produkte aus Rohmilch
  • Verzichte auf Produkte aus Rohfleisch
  • Entferne bei Käse immer die Rinde.
  • Beachte das Verbrauchsdatum leicht verderblicher Lebensmittel
  • Obst, Gemüse und Kräuter vor dem Verzehren immer gut waschen
  • Halte eine konsequente Küchenhygiene ein
  • Hebe Lebensmittel möglichst nur kurz im Kühlschrank auf

Vom Bundeszentrum für Ernährung gibt eine eine Übersicht mit Informationen darüber, was Du zur Vermeidung von Listeriose in der Schwangerschaft bedenkenlos essen kannst und was Du besser nicht essen sollten. Den Flyer kannst Du Dir kostenlos auf der Website des BZfE herunterladen.

Mozzarella in der Schwangerschaft – welches Risiko besteht?

Häufig wird vor dem Verzehr von Mozzarella in der Schwangerschaft gewarnt. Wie hoch ich das Risiko, sich über Mozzarella mit Listerien zu infizieren? Mozzarella ist nur dann bedenklich, wenn er aus Rohmilch hergestellt wurde, das heißt aus unpasteurisierter Milch. Ursprünglich ist Mozzarella ein aus Büffelmilch hergestellter Rohmilchkäse.

Diesen Mozzarella dürfen Schwangere nicht essen, da er Listeriose-Erreger enthalten kann. Der im Supermarkt angebotene Mozzarella wird meist auf der Basis von pasteurisierter Kuhmilch hergestellt. Gelegentlich wird im Supermarkt aber auch Büffel-Mozzarella angeboten.

Bitte achte genau auf die Kennzeichnung. Laut Lebensmittelverordnung müssen Rohmilchprodukte deutlich gekennzeichnet sein. Rohen Mozzarella im Restaurant oder bei privaten Essen solltest Du besser meiden, denn hier hast Du keine Garantie, ob es sich nicht doch um ein Rohmilchprodukt handelt.

Mozzarella auf der Pizza oder anderen Speisen aus dem Backofen ist unbedenklich, denn bei den hohen Temperaturen werden die Keime abgetötet.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasit Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Dieser wird insbesondere durch Katzenkot, rohes Fleisch und rohe Wurst verbreitet sowie durch infizierte Erde oder Sand.

Normalerweise verläuft die Krankheit ohne Beschwerden und wird daher gar nicht bemerkt. Bei geschwächtem Immunsystem sind auch grippeähnliche Symptome möglich. In der Schwangerschaft kann die Infektion gefährlich für das ungeborene Kind werden.

Man geht davon aus, dass etwa 40 Prozent aller Schwangeren irgendwann eine unbemerkte Toxoplasmose-Infektion hatten und daher Antikörper dagegen entwickelt haben. Durch die Antikörper sind sie vor einer Neuinfektion geschützt. Auch das Baby ist vor einer Infektion sicher.

Eine Gefahr für das ungeborene Kind besteht jedoch bei einer Erstinfektion der Schwangeren. Hier kann die Toxoplasmose auf das Kind übertragen werden. Das Übertragungsrisiko hängt vom Zeitpunkt der Infektion ab und ob diese behandelt wird. Schätzungsweise werden in Deutschland jedes Jahr etwa 1000 Babys im Mutterleib angesteckt.

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto höher ist das Risiko einer Übertragung von der Mutter auf das Kind. Auf der anderen Seite nimmt dann das Risiko einer schweren Erkrankung des Kindes ab.

Das Risiko für Schäden des Kindes ist um so höher, je früher im Schwangerschaftsverlauf die Erstinfektion stattfindet. Die Übertragungshäufigkeit der Infektion auf das Kind ist dann am geringsten.

Eine Infektion mit Toxoplasmose kann eine Früh- oder Totgeburt zur Folge haben. Schwere Schäden am Zentralnervensystem treten nur in seltenen Fällen auf. Gelegentlich können noch mehrere Jahre später Augenerkrankungen auftreten. Es gibt keine Impfung gegen Toxoplasmose.

Toxoplamose-Vorbeugung für schwangere Katzenhalterinnen

  • Säubere das Katzenklo nicht mehr selbst oder trage immer Plastikhandschuhe und Mundschutz.
  • Reinige das Katzenklo täglich mit über 70 Grad heißen Wasser.
  • Stelle das Katzenklo in möglichst großer Entfernung zu Deinen Wohnräumen auf.
  • Gib Deiner Katze in dieser Zeit möglichst nur Trocken- und Dosenfutter.
  • Du kannst Deine Katze streicheln, solltest danach aber immer die Hände waschen.

Fazit

Listeriose in der Schwangerschaft birgt ein hohes Risiko für das ungeborene Kind. Vor einer Infektion kannst Du Dich am besten schützen, indem Du alle Lebensmittel meidest, die in der Schwangerschaft ein Risiko darstellen. Viele der genannten Maßnahmen eignen sich auch zur Vermeidung einer weiteren Infektionskrankheit, der Toxoplasmose.

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