Eröffnungswehen: So erkennst Du den Geburtsbeginn

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Übungswehen, Senkwehen, Eröffnungswehen: Werdende Mütter haben Angst davor, die Art der Wehen nicht richtig unterscheiden zu können und daher bei der Geburt Deines Kindes nicht richtig zu handeln. In der Tat sind Wehen nicht gleich Wehen.

Auf welche Anzeichen Du besonders achten musst, erfährst Du hier.

Was ist der Unterschied zwischen Übungswehen und Eröffnungswehen?

Wenn sich die Gebärmutter zusammenzieht, spricht man in Fachkreisen von einer Kontraktion bzw. einer Wehe. So ist die Gebärmutter ein relativ großer Muskel, welcher nahezu unaufhörlich in Bewegung ist, um das Ungeborene in die optimale Geburtslage zu bringen.

Zugleich soll die Wehentätigkeit gewährleisten, dass das Baby leichter durch den Geburtskanal gepresst werden kann und möglichst stressfrei auf die Welt kommt.

Der Muttermund öffnet sich

Durch die Eröffnungswehen wird die Geburt eingeleitet und der Muttermund öffnet sich nach und nach. Meist treten die Eröffnungswehen in Abständen von etwa drei bis sechs Minuten auf und werden von Gebärenden sehr individuell wahrgenommen. Für die einen sind sie besonders schmerzintensiv, für die anderen sind sie kaum stärker, als die Senkwehen.

Mit den Eröffnungswehen erfolgt die Verkürzung des Gebärmutterhalses. Daraufhin öffnet sich der Muttermund. Das ist ein echter Kraftakt für den Körper, sodass es wichtig ist, dass Du in den Wehenpausen versuchst, neue Energie zu tanken.

Tipp

Frage Deine Hebamme möglichst im Vorfeld der Geburt nach schmerzmindernden Vorgehensweisen. Es gibt zum Beispiel bestimmte Atemtechniken, mit denen Du die Geburtsschmerzen zum Teil deutlich reduzieren kannst.

Was Du in jedem Fall über die Eröffnungswehen wissen solltest und wie Du selbst schon vor der Niederkunft dazu beitragen kannst, die Schmerzen auszuhalten – das und vieles mehr erfährst Du in diesem Ratgeber.

Jede Eröffnungswehe bringen Dich Deinem Kind ein Stück näher

Um zu verstehen, was Eröffnungswehen tatsächlich sind und welchen „Nutzen“ sie haben, ist es wichtig, dass Du die unterschiedlichen Wehenarten kennst. Sie unterscheiden sich grundsätzlich mit Blick auf ihre Dauer, die Frequenz sowie ihre Intensität.

Die Übungswehen

Die Übungswehen bzw. die Schwangerschaftswehen sind wie eine Art Vorbereitung auf die Geburt zu verstehen. Etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche können sie auftreten. Wenn Du also bereits in diesem Stadium der Schwangerschaft ein leichtes Ziehen im Unterleib verspürst, muss Dich das nicht beunruhigen.

Vielmehr ist das ein ganz natürlicher Vorgang, der Dich schonend – auch mental – auf die bevorstehende Niederkunft vorbereiten soll. Die Übungswehen sind aber in den meisten Fällen so schwach, dass viele Schwangere sie gar nicht wahrnehmen. Erst etwa ab der 20. SSW sind sie allerdings mal mehr, mal weniger deutlich spürbar.

Hinweis

Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Gebärmutter mit dieser ersten Wehentätigkeit bereits die Anspannung für die Geburt „übt“. Wenn Dein Bauch sich leicht härtet, ist das bereits ein deutliches Indiz dafür, dass es sich um eine Wehe handelt. Sie ist in der Regel nicht sonderlich schmerzhaft.

Achte aber darauf, dass die Wehenaktivität nicht öfter als etwa vier Mal innerhalb von 60 Minuten spürbar ist. Sobald Du häufigere Kontraktionen spürst, die immer schmerzhafter werden, solltest Du unbedingt Deinen Gynäkologen aufsuchen.

Die Frühwehen

Vorzeitige Unterleibsschmerzen bzw. Frühwehen stellen ein erhebliches Risiko für das Ungeborene dar. Wenn Du bereits vor der 35. SSW ein Ziehen bzw. einen Druck im Bereich des Unterbauches verspürst und sich im Zuge dessen der Muttermund verkürzt, ist das ein Hinweis auf Frühwehen.

Treten die Wehen öfter als fünf Mal in der Stunde auf? Und empfindest Du sie vor allem im Rücken und im Unterbauch als sehr schmerzhaft? Macht sich überdies die vermehrte Ausscheidung von Scheidensekret bemerkbar?

Der umgehende Gang zum Arzt Deines Vertrauens oder zur Hebamme ist jetzt unerlässlich. Er wird Dir ein wehenhemmendes Präparat verabreichen, um die Frühwehen zu unterbinden.

Die Senkwehen

Vorwehen bzw. Senkwehen weisen darauf hin, dass es jetzt bald losgehen kann: Die Geburt steht nun unmittelbar bevor. Senkwehen schieben Dein Baby praktisch in das Becken hinein.

Dein Bauch senkt sich in der Konsequenz, weil Dein Kind jetzt eine tiefere Position eingenommen hat. Senkwehen halten oft über mehrere Stunden hinweg an. Wenn ihre Intensität abnimmt, kann das ein klares Signal dafür sein, dass Dein Kind in Kürze das Licht der Welt erblicken wird.

Senkwehen werden von jeder Schwangeren unterschiedlich wahrgenommen. Während es einerseits Frauen gibt, die heftigste Schmerzen dabei empfinden, nehmen andere die Senkwehen überhaupt nicht bzw. nur kaum wahr.

Die Eröffnungswehen

Die Geburts- oder Eröffnungswehen wirken direkt auf den Muttermund ein. Die dann eintretenden Austreibungswehen „transportieren“ das Ungeborene durch das Becken direkt in den Geburtskanal. Jetzt wirst Du die so genannten Presswehen spüren.

Sie sind in der Regel extrem schmerzhaft und zeichnen sich außerdem durch ihre besondere Intensität aus. Durch die Presswehen wird die Bauchpresse in Gang gesetzt, sodass die werdende Mutter fast automatisch dazu angeleitet wird, mit den Wehenschmerzen mitzudrücken. Auch dieser Vorgang ist äußerst anstrengend und eine echte Strapaze für die Mutter und auch für das Kind.

Hinweis

Im Allgemeinen sind für Gebärende die Presswehen im Vergleich zu den Übungs- oder Senkwehen als besonders schmerzhaft und Kräfte zehrend. Weil es die Natur aber so eingerichtet hat, dass die Frau bei der Geburt ihres Kindes mitpressen bzw. mitschieben darf, reduziert sich das Schmerzempfinden mitunter. Hinzu kommt meist auch die unterschwellig vorhandene Vorfreude darauf, das lang ersehnte Baby endlich in den Armen halten zu können.

Die Nachgeburtswehen

Du wirst die Nachgeburtswehen spüren, wenn Dein Kind auf die Welt gekommen ist. Die Nachgeburtswehen werden von den meisten frisch gebackenen Müttern kaum mehr in vollem Umfang gespürt. Zu groß ist die Freude darüber, dass das Baby endlich da ist.

Die Nachgeburtswehen sorgen dafür, dass sich nach den überstandenen Strapazen die Plazenta löst und ausgetrieben wird. Deshalb werden diese Art von Wehen auch Austreibungswehen genannt. Üblicherweise machen sie sich in Form von einer bis maximal drei Kontraktionen bemerkbar.

Hinweis

Austreibungswehen helfen dem Körper der Frau bei der Rückbildung der Gebärmutter. Die Erfahrung hat übrigens gezeigt, dass die Intensität der Nachgeburts- oder Austreibungswehen mit jedem weiteren Kind, das die Mutter zur Welt bringt, stärker werden.

Das liegt daran, dass die Widerstandsfähigkeit der Gebärmutter mit jeder weiteren Niederkunft nachlässt. Aus dem Grund braucht sie jedes Mal aufs Neue mehr Kraft, um sich nach der Geburt wieder zusammenzuziehen.

Der Blasensprung

Hat der Blasensprung eingesetzt, so ist das der Startschuss für die bevorstehende Geburt Deines Kindes. Selbst wenn Du zuvor eine heftige Wehenaktivität verspürt hast, wird es erst dann richtig ernst, wenn Deine Fruchtblase geplatzt ist und das Fruchtwasser abgeht.

Hinweis

Beim Blasensprung platzt die Fruchtblase. Dabei ist es möglich, dass das Wasser in einem größeren Schwall austritt. Bei einigen Frauen geht es aber auch nur kontinuierlich und in geringen Mengen ab. Viele Schwangere merken daher erst später, dass die Fruchtblase geplatzt ist.

Gut zu wissen

Ist der Muttermund vollständig geöffnet und platzt erst dann die Fruchtblase, spricht man von einem rechtzeitigen Blasensprung. Gesetzt den Fall, dass die Fruchtblase schon vor der Eröffnungsphase platzt, während der Muttermund noch nicht in vollem Umfang geöffnet ist, dann ist die Rede von einem so genannten vorzeitigen Blasensprung.

Ganz gleich, ob früh- oder rechtzeitig: Wenn die Fruchtblase platzt und Du bist in diesem Moment auf Dich allein gestellt, solltest Du unbedingt Ruhe bewahren. Setze Dich möglichst direkt mit dem behandelnden Arzt oder mit der Hebamme in Verbindung. Wichtig ist außerdem, dass Du Dich ab dem Augenblick in eine liegende Position begibst.

Tipp:

Bei einem vorzeitigen Blasensprung kannst Du eine Unterlage bzw. ein Kissen unter Deinen Po schieben lassen. So wird ein Stückweit verhindert, dass das Baby noch tiefer in das Becken hinein rutscht. Der entscheidende Vorteil hierbei ist, dass sich im Zuge dessen das Risiko eines so genannten Nabenschnurvorfalles reduziert. Sofern sich die Nabelschnur um den Hals des Kindes gewickelt hat, kann das lebensgefährlich sein.

Was, wenn die Eröffnungswehen auf sich warten lassen?

Viele werdende Mütter werden unruhig, wenn der geplante Geburtstermin überschritten ist, der Muttermund noch weitgehend geschlossen ist und die Eröffnungswehen noch immer auf sich warten lassen. Wichtig ist der stete Kontakt mit dem behandelnden Arzt oder mit der Hebamme.

Wenn keine medizinischen Gründe erkennbar sind, die eine Einleitung erforderlich machen, kannst Du ganz entspannt bleiben. Denn Dein Körper „zeigt“ Dir schon, wenn es so weit ist. Insbesondere Dein Baby wird Dir signalisieren, wann für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um geboren zu werden. Nicht Du, sondern Dein Kind „übernimmt also diese Entscheidung“…

Du kannst Dein Kind auf seinem ersten Weg unterstützen

Um die Wehentätigkeit anzuregen, kannst Du regelmäßig ein heißes Bad nehmen. Durch die Wärme werden der Stoffwechsel angeregt und die Durchblutung gefördert. Darüber hinaus entspannt sich Dein Bauch.

Überdies kannst Du durch ausgedehnte Spaziergänge dazu beitragen, dass sich Dein Ungeborenes „langsam, aber sicher auf den Weg macht“. Bewegung wirkt anregend auf die Wehenaktivität. Natürlich solltest Du es mit der körperlichen Anstrengung aber nicht übertreiben.

Es empfiehlt sich, einen oder zwei kleine Schlucke Sekt zu trinken. Das prickelnde Getränk hat ebenfalls einen positiven Effekt auf die Durchblutung und kann dazu beitragen, dass sich der Muttermund weiter öffnet.

Weil darüber hinaus die Stoffwechseltätigkeit angeregt wird, kann auch dies wehenfördernd sein. Mit Hilfe von Akupunktur oder mit homöopathischen Präparaten können die Eröffnungswehen ebenfalls relativ gut in Gang gesetzt werden.

Ist es an der Zeit, dass das Baby zur Welt kommt, aber es „möchte“ offenbar den schützenden Mutterleib noch nicht verlassen, wird die Hebamme oder der Gynäkologe gegebenenfalls einen so genannten Wehencocktail verabreichen. Die Flüssigkeit könnte Stress beim Ungeborenen auslösen, sodass spätestens jetzt die Herztätigkeit sukzessive kontrolliert werden muss.

Fazit

Eröffnungswehen läuten die Geburt des Kindes ein. Mitunter kommt es aber vor, dass werdende Mütter diese mit Übungswehen oder Senkwehen verwechseln. Im Allgemeinen empfindet jede Frau die Eröffnungswehen anders.

Sicherlich sind sie meist sehr schmerzhaft. Es besteht aber die Möglichkeit, durch gezielte Atemtechniken die Schmerzen zu mildern und die Geburt auf diese Weise erträglicher zu machen.

Quellen

https://www.1-2-family.de/schwangerschaft/ich-glaub-es-geht-los-geburtswehen-erkennen-und-richtig-handeln/

https://www.dm.de/glueckskind/magazin/wie-fuehlen-sich-wehen-an-c801288.html

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