Blutung in der Schwangerschaft: Das solltest Du beachten

Eine Blutung in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit und kann in unterschiedlichen Phasen auftreten. Meistens sind diese zwar harmlos, sollten aber dennoch ernst genommen werden.
Unerwartete Blutungen können ein Grund zur Sorge sein. Vor allem dann, wenn diese auch noch in der Schwangerschaft vorkommen. Aber ab wann muss man sich nun ernsthafte Sorgen um das Baby machen?

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Menstruation oder Zwischenblutung?

Der erste Gedanke an eine Schwangerschaft kommt bei uns doch meistens auf, wenn wir unsere Menstruation nicht wie erwartet bekommen. Jedoch ist es so, dass die Wahrscheinlichkeit einer Blutung in der Frühschwangerschaft zu bekommen am häufigsten ist. Welche Ursachen kann eine einsetzende Blutung also haben? Ist es bloß eine Schmierblutung oder schlimmstenfalls eine drohende Fehlgeburt?

Grundsätzlich wird erst mal jede Art von Blutung in der Schwangerschaft als eine Zwischenblutung bezeichnet. Zudem lässt sich anhand der Menge nichts über die Auswirkung sagen. Eine leichte Blutung könnte demnach genauso schlimm sein wie eine starke.

Blutung in der Schwangerschaft – Diese Arten von Blutungen treten in der Frühschwangerschaft auf

Die ersten drei Schwangerschaftsmonate fallen unter die sogenannte Frühschwangerschaft. In dieser Zeit ist durchschnittlich eine von fünf Frauen von auftretenden Blutungen betroffen. Diese stammen jedoch nicht von der Plazenta, sondern aus der Gebärmutterschleimhaut, und stellen daher auch erst mal keine Gefahr für das Baby dar.
Als relativ unbedenklich gelten Blutungen mit folgenden Ursachen:

Einnistungsblutung

Kann am 7. bis 12. Tag nach der Befruchtung der Eizelle auftreten, macht sich durch eine meist kurze und helle Blutung bemerkbar.
Kommt durch eine hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft zustande.

Kontaktblutung

Durch Sex oder vaginale Untersuchung herbeigeführte Verletzung kleiner Gefäße.

Ektopie

Ausstülpung der Gebärmutterschleimhaut auf den Muttermund.

Infektionen der Vagina oder des Gebärmutterhalses

Grundsätzlich nicht bedrohlich, müssen aber behandelt werden, um vorzeitige Wehen oder eine Frühgeburt zu vermeiden.
Schwerwiegende Auslöser einer Blutung in der Frühschwangerschaft

Eileiterschwangerschaft

Einnisten der befruchteten Eizelle im Eileiter. Erkennbar an Unterbauchschmerzen und Schmierblutung. Kann bei Blutverlust in den Bauchraum sogar lebensgefährlich sein!
Blasenmole: sehr selten, eine Fehlentwicklung der Plazenta, das Baby ist somit nicht lebensfähig.

Fehlgeburt (Abort)

Frühabort bis zur 12. SSW oder Spätabort von der 13. Bis 24. SSW.

Zervixkarzinom

Äußert sich im Frühstadium als Kontaktblutung, im späteren Stadium als Schmier- oder Zwischenblutung.

Blutung in der Schwangerschaft – Diese Arten von Blutungen treten in der Spätschwangerschaft auf

Ob mit oder ohne Schmerzen – ab der 21. SSW steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Blutungen ein Hinweis auf ernsthafte Komplikationen sein können.

Placenta praevia (Vorderwandplazenta)

Mutterkuchen sitzt zu nahe oder vor dem Muttermund, plötzlich eintretende Blutung, keine bis leichte Wehen.

Vorzeitige Plazentaablösung

Mutterkuchen löst sich zu früh von der Gebärmutterwand (z.B. durch einen Unfall), schmerzhafte Blutung, unterschiedlich stark

Uterusruptur

Achtung, Lebensgefahr! Uteruswand ist teilweise oder komplett zerrissen

Spätabort, Früh- oder Totgeburt

Fruchtwasser tritt aus, wehenartige Schmerzen im Unterbauch
Jedoch kann es sich auch nach der 21. SSW um harmlose Blutungen handeln, die keine Gefahr für Mutter und Kind darstellen.

Kontaktblutung

Nach dem Sex oder vaginaler Untersuchung

Plazentarandblutung

Leichte Blutung ohne einsetzende Wehen

Zeichnungsblutung

Nach der 35. SSW, durch leichte Schmierblutung oder blutige Schleimpfropfen kündigt sich der Geburtsbeginn an.

Blutung in der Schwangerschaft – wie wird sie abgeklärt?

Ob es sich bei einer plötzlichen Blutung um eine Bedrohung für euch und euer Kind handelt, oder ob diese völlig unbedenklich und harmlos ist, kann der Gynäkologe durch eine sorgfältige Untersuchung herausfinden.

Hierbei ist es vor allem bei starken Blutungen entscheidend, möglichst schnell deren Ursprung zu ermitteln, um eventuell entstehende Komplikationen zu vermeiden. Der Gynäkologe verschafft sich bereits durch genaues Abtasten des Bauches einen ersten Überblick.

Zudem liefern Wehenschreiber (CTG) und Ultraschalluntersuchung weitere Informationen. Des Weiteren verrät das Schwangerschaftshormon hCG viel über auftretende Blutungen in der Schwangerschaft. Erhöhte werten könnten dafür auf einen Tumor oder eine Blasenmole hindeuten.

Zu niedrige Werte könnten ein Anzeichen für eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft sein. Es kann sogar sein, dass Dir dein Frauenarzt von einer vaginalen Untersuchung abraten könnte, da dies manchmal sogar Blutungen verschlimmern kann.

Was tun bei einer Blutung in der Schwangerschaft?

Wenn in der Schwangerschaft auftretende Blutungen vom Arzt als harmlos beurteilt werden, wird er Dir empfehlen zunächst auf Schonung zu achten, Stress zu vermeiden und möglicherweise auch auf Sex zu verzichten.

Diagnostiziert Dein Gynäkologe eine ernste Blutung, kann das schlimmstenfalls Lebensgefahr für euch bedeuten. Bei sehr hohem Blutverlust kann sogar ein sogenannter hämorrhagischer Schock drohen.

Wie schnell sollten meine Blutung in der Schwangerschaft abgeklärt werden?

Generell wird empfohlen, sofort einen Arzt aufzusuchen. Um Dir aber zunächst alleine einen Überblick zu verschaffen, kann man unter anderem anhand des Aussehens der Blutung bestimmen, wie schnell man eine Blutung abklären sollte.

Hellrote Blutungen in Deiner gewohnten Periodenstärke

Hellrote, starke Blutungen sollten immer von einem Arzt überprüft werden.

Braune, dunkle Blutungen

Im Zusammenhang mit einer eventuellen schleimartigen Konsistenz, ist oft die Rede von „altem Blut“. Auch hier sollte man zügig reagieren. Allerdings nicht so umgehend wie bei einer hellen, starken Blutung.

Schmerzen und Blutungen

Blutungen können grundsätzlich mit und auch ohne Schmerzen auftreten. Falls Du also Schmerzen empfindest, ist es wichtig, sofort eine Klinik aufzusuchen. Hierbei besteht die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft, oder sogar einer Fehlgeburt.

Leichte Schmierblutungen

Diese kommen sogar recht häufig vor, im Durchschnitt sind davon fast ein Viertel aller Schwangeren betroffen. Oft ist es nur ein Zeichen deines Körpers, das Du dich mehr schonen solltest. Nach ein paar Tagen Ruhe und Entspannung sollte es sich wieder gelegt haben.

Obwohl die meisten Schwangerschaften danach ohne weiter Auffälligkeiten verlaufen, solltest Du auf Nummer sicher gehen, und die Blutung von einem Arzt überprüfen lassen.

Wie gehe ich mit einer Fehlgeburt um?

Der absolute Albtraum jeder werdenden Mutter: der sogenannte Abgang. Allerdings ist die Ursache einer Fehlgeburt nur in den seltensten Fällen genau zu ermitteln.

Häufigkeit von Fehlgeburten

Kaum zu glauben, aber die meisten Fehlgeburten geschehen, ohne dass die Frau es merkt. Dies passiert, bevor sich die Eizelle einnisten kann. Ab dem Zeitpunkt, ab dem man eine Schwangerschaft feststellen kann, also ca. ab der 5.Woche, beträgt die durchschnittliche Fehlgeburtenrate etwa zehn bis 15 Prozent.

Symptome einer Fehlgeburt

Ein typisches Symptom einer Fehlgeburt sind Blutungen. Diese können schwach ausfällen, oder vollkommen ausbleiben. Außer Blutungen können zudem auch noch Schmerzen im Unterbauch auftreten, die sich ähnlich wie Menstruationsschmerzen anfühlen.

Diagnostik und Therapie

In den meisten Fällen wird eine Fehlgeburt mithilfe einer Ultraschalluntersuchung diagnostiziert. Manchmal geschieht dies auch zufällig bei einer Vorsorgeuntersuchung. Die Therapie geschieht meist in Form einer Gebärmutterausschabung, wobei Gewebereste aus der Gebärmutter entfernt werden.

Tritt eine Fehlgeburt allerdings erst nach der 14. Bis 16. SSW auf, ist der Fötus meist schon zu groß, um operativ entfernt zu werden. Daher muss die Geburt eingeleitet werden.

Wie kann ich eine Fehlgeburt vorbeugen?

Wiederkehrende Fehlgeburten lassen sich grundsätzlich nur durch die Behandlung der Ursachen verhindern. Im Allgemeinen hilft zudem auch der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und größere Mengen an Kaffee. Es ist also alles ratsam, was auch gesundheitsfördernd ist.

Grundsätzlich gilt bei einer Blutung in der Schwangerschaft:

  • Erste Warnzeichen ernst nehmen
  • Sofort einen Arzt aufsuchen
  • Stress vermeiden
  • Gönne deinem Körper immer genügend Ruhe
  • Sex in der Schwangerschaft ist völlig harmlos, solange es keine Blutungen verursacht
  • Ungefährliche Sportarten dürfen unbedenklich ausgeübt werden, und werden teilweise sogar empfohlen

 

 

Quellen:

https://www.swissmom.ch/schwangerschaft/faq/komplikationen/schmierblutungen/
https://www.swissmom.ch/schwangerschaft/medizinisches/komplikationen/blutungen/
https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/blutungen-in-der-schwangerschaft/
https://www.baby-und-familie.de/Schwangerschaft/Blutungen-in-der-Schwangerschaft-Was-tun-107069.html
https://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/blutungen-in-der-frueschwangerschaft-5657
https://www.baby-und-familie.de/Schwangerschaft/Fehlgeburt-Viele-Abgaenge-bleiben-unbemerkt-301495.html

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