Die Steißlage – was bedeutet das für die Geburt?

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Die meisten Babys kommen mit der Schädellage zur Welt. Das bedeutet, dass der Kopf bei der Geburt vorangeht. In den meisten Fällen dreht sich das Baby in der 34. SSW, um mit dem Kopf zuerst auf die Welt zu kommen.

Es rutscht immer weiter nach unten. Bei einer Steißlage dreht sich das Baby bis zum Ende der Schwangerschaft nicht.

Was das bedeutet, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist eine Steißlage?

Bei einer Steißlage, die auch als Beckenendlage bezeichnet wird, dreht sich das Baby während der Schwangerschaft nicht.

Das bedeutet, dass es am Ende der Schwangerschaft nicht mit dem Kopf nach unten, sondern mit dem Steiß nach unten im Mutterleib liegt. Eine Steißlage tritt etwa bei drei bis vier Prozent der Schwangerschaften auf.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass Dein Kind mit einem Kaiserschnitt auf die Welt kommen muss. In der Regel sind die Ärzte und Hebammen bestrebt, die Geburt Baby aus der Scheide zu ermöglichen.

In einigen Fällen geschieht noch kurz vor der Entbindung ein Wunder, sodass es sich das Baby noch überlegt und sich dreht.

Verschiedene Geburtslagen bei der Steißlage

Es gibt zahlreiche Geburtslagen. Die häufigste Geburtslage ist die Schädellage, doch auch hier werden verschiedene Lagen unterschieden.

Die häufigste Lage ist die vordere Hinterhauptlage, doch können bei der Schädellage auch die Gesichtslage, die Seitenlage und andere Lagen auftreten. Eine große Gefahr besteht bei einer Querlage, bei der das Baby bis zum Ende der Schwangerschaft quer im Mutterleib liegt.

Um diese Gefahr für Mutter und Kind abzuwenden, ist immer ein Kaiserschnitt erforderlich. Bei der Steißlage oder Beckenendlage liegt das Baby mit dem Becken und häufig mit den Füßen nach unten.

Hier werden verschiedene Lagen unterschieden:

Reine Steißlage

Hierbei liegt das Baby mit dem Steiß nach unten und die Beine sind nach oben geschlagen. Die Füße liegen vor dem Gesicht des Babys.

Vollkommene Steiß-Fuß-Lage

Beide Beine sind angewinkelt und die Knie befinden sich am Bauch des Babys.

Unvollkommene Steiß-Fuß-Lage

Ein Bein ist angewinkelt, das andere ist hochgeschlagen.

Vollkommene Fußlage mit beiden Beinen nach unten ausgestreckt

Bei der Geburt gehen die Füße voran.

Unvollkommene Fußlage

Ein nach unten ausgestrecktes und ein hochgeschlagenes Bein.

Vollkommene Knielage

Beide Beine sind angewinkelt, das Baby kniet.

Unvollkommene Knielage

Das Baby hat ein nach hinten angewinkeltes und ein nach oben geschlagenes Bein.

Die häufigste Form der Beckenendlage ist die reine Steißlage. Die seltenste Form ist die Knielage. Alle Formen der Steißlage sind mit Risiken für Mutter und Kind verbunden. Die Form der Steißlage kann entscheidend sein, ob die Geburt Baby aus der Scheide möglich ist.

Welche Ursachen und Risiken bestehen für eine Steißlage?

Die Steißlage kann vielfältige Ursachen haben. Häufig ist eine Mehrlingsschwangerschaft die Ursache. Bei Mehrlingsschwangerschaften können die Babys unterschiedliche Geburtslagen haben.

Bei einer Zwillingsschwangerschaft können beide Babys in Schädellage oder in Steißlage, aber auch ein Baby in Schädellage und eines in Steißlage auf die Welt kommen.

Darüber hinaus bestehen noch zahlreiche weitere Ursachen für eine Steißlage, auch wenn es sich nicht um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt:

  • Frühgeburt, da sich das Baby zum verfrühten Zeitpunkt der Geburt noch nicht gedreht hat
  • Sehr großes Baby, das keinen Platz hat, um sich in der Gebärmutter zu drehen
  • Wenig Fruchtwasser
  • Sehr viel Fruchtwasser
  • Allgemeine Inaktivität des Babys, sodass es sich wenig bewegt
  • Häufige Bewegungen des Babys
  • Sehr enge Gebärmutter und Anomalien der Gebärmutter
  • Enges Becken oder Beckenanomalie
  • Ungünstige Lage der Plazenta
  • Zu kurze Nabelschnur.

Wann wird es für das Baby Zeit, sich zu drehen?

Um Komplikationen für Mutter und Kind zu vermeiden, wird die Schwangerschaft engmaschig überwacht. Mit Ultraschalluntersuchungen, aber auch durch Abtasten des Bauches mit den Händen kann der Arzt oder die Hebamme feststellen, ob es sich um eine Steißlage handelt.

Die Position des Babys wird erst im letzten Drittel der Schwangerschaft interessant.

Noch einige Zeit nach der 30. SSW kann sich das Baby drehen. Das Baby dreht sich zumeist in der 34. oder 35. Schwangerschaftswoche, um in Schädellage das Licht der Welt zu erblicken.

Die Schädellänge spielt dabei keine Rolle. In einigen Fällen dreht sich das Baby noch kurz vor der Geburt. Hin und wieder versucht der Arzt eine äußere Wendung, um die Geburt Baby aus der Scheide zu ermöglichen.

Häufig bemerken werdende Mütter nicht, ob sich das Baby mit dem Kopf oder mit dem Becken nach oben in der Gebärmutter befindet. Bei einer Steißlage kannst Du jedoch hin und wieder fühlen, ob sich der Kopf oben befindet und ob das Baby im unteren Bereich der Gebärmutter tritt.

Welche Risiken bestehen bei einer Steißlage?

Bei einer Beckenendlage wird zwar die Geburt Baby aus Scheide angestrebt, doch kann es zu Komplikationen kommen.

Gehen die Füße oder der Po des Babys voran, kann sich der Muttermund oft nicht so gut eröffnen wie bei der Geburt des Babys mit dem Kopf zuerst. Schreitet die Geburt fort, liegt die Nabelschnur zwischen dem Kopf des Kindes und dem Geburtskanal der Mutter.

Auch wenn die Schädellänge eine untergeordnete Rolle spielt, ist der Kopf der größte Teil des Kindes. Die Nabelschnur wird kurzfristig eingeklemmt. Dieses Risiko wird bei einem vorzeitigen Blasensprung noch größer.

Es kann zu einer kurzfristigen Unterversorgung des Babys mit Sauerstoff kommen.

Ist die Unterversorgung des Babys mit Sauerstoff nur kurz, kommt es nicht zu Komplikationen. Anders sieht es bei einer längeren Unterversorgung aus. Sie kann zu schwerwiegenden Behinderungen des Babys führen.

Durch den größeren Druck auf den kindlichen Schädel des Kindes bei der Beckenendlage kann es zu Hirnblutungen kommen. Das Kind muss im Anschluss an die Geburt intensivmedizinisch überwacht werden.

Auch Plexuslähmungen sind aufgrund des schwierigeren Geburtsvorgangs bei der Geburt Baby aus der Scheide möglich. Die Nerven im Arm des Babys können geschädigt werden. Eine Lähmung im Arm kann die Folge sein.

Bei einer Steißlage können sich auch die Extremitäten des Babys verklemmen, was zu Komplikationen führen kann.

Geburt Baby aus der Scheide durch äußere Wendung ermöglichen

Um Komplikationen bei der Geburt zu vermeiden und die Geburt Baby aus der Scheide zu ermöglichen, kann der Arzt oder die Hebamme die äußere Wendung versuchen. Sie wird drei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin vorgenommen.

Zur absoluten Entspannung der Gebärmutter bekommt die Mutter ein wehenhemmendes Mittel. Der Arzt versucht mit sanften Druckbewegungen auf den Bauch der Mutter, das Baby zu wenden. Gelingt das, macht das Baby einen Purzelbaum, sodass es in Schädellage auf die Welt kommt.

Die Erfolgsquote für die äußere Wendung liegt zwischen 50 und 70 Prozent. Die äußere Wendung ist mit Risiken verbunden. Voraussetzung dafür ist, dass die Herztöne des Kindes konsequent überwacht werden.

Die Überwachung erfolgt mit dem Wehenschreiber. Es kommt auf die Form der Beckenendlage an, wie erfolgreich die Wendung ist. Dieser Vorgang dauert ungefähr zweieinhalb Stunden.

Komplikationen können durch eine vorzeitige Ablösung der Plazenta auftreten. Es kann zu einer Frühgeburt kommen. Für den Fall, dass es zu Komplikationen kommt, sollte alles für einen Notkaiserschnitt vorbereitet sein.

Wie Du Dein Baby selbst zur Umkehr bewegen kannst

Du kannst mit verschiedenen Methoden versuchen, das Baby bei einer Beckenendlage zum Drehen zu bewegen. Es gibt dafür keine Erfolgsgarantie. Viele dieser Methoden sind mit verschiedenen Risiken verbunden.

Indische Brücke

Es handelt sich um eine Art Yoga, bei der Du mit dem Kopf auf dem Fußboden liegst und Dein Bauch höher als der Kopf ist. Das Becken solltest Du 15 Minuten lang hochlagern.

Mit der indischen Brücke kannst Du es ab der 32. SSW versuchen. Du solltest die indische Brücke nicht allein vornehmen, da sie zu Komplikationen führen kann.

Akupunktur und Fußreflexzonenmassage

Ab der 35. SSW kann eine Akupunktur erfolgen. Sie sollte nicht vorher vorgenommen werden, da sie vorzeitige Wehen auslösen kann. Die Akupunktur kann dreimal im Abstand von mehreren Tagen vorgenommen werden.

Auch die Fußreflexzone kann Dein Baby zum Drehen bringen.

Moxibustion

Die Moxibustion ist eine Kombination aus Akupunktur und Wärme.

An den Füßen der Schwangeren wird mit einem Moxastäbchen aus Beifußkraut ein bestimmter Punkt erwärmt. Bei vorzeitigen Wehen darf diese Behandlung nicht angewendet werden, da die Wehen verstärkt werden könnten.

Ein Erfolg kann bei allen diesen Methoden nicht garantiert werden. Es kann zu vorzeitigen Wehen und zu einer vorzeitigen Plazentaablösung kommen.

Hin und wieder wird versucht, mit Hypnose, mit einer Taschenlampe oder mit Klangkugeln eine Umkehr des Babys zu erzielen. Alle diese Methoden sind jedoch äußerst umstritten. Wissenschaftliche Beweise für die Taschenlampen- oder Klangkugelmethode liegen nicht vor.

Voraussetzungen für die Geburt Baby aus der Scheide bei der Steißlage

Ein Kaiserschnitt muss bei einer Steißlage nicht immer erfolgen. Er ist jedoch erforderlich, wenn bereits vor der Geburt mit Komplikationen zu rechnen ist oder wenn es während der Geburt Baby aus der Scheide zu Komplikationen kommt.

Damit eine Geburt Baby aus der Scheide möglich ist, müssen verschiedene Voraussetzungen vorliegen. Das Baby sollte nicht mehr als 3.500 Gramm wiegen. Der Bauchumfang des Babys sollte nicht deutlich kleiner als der Kopfumfang sein.

Die Schädellänge ist dabei nicht relevant. Beim Austritt des Bauches wird der Geburtskanal so gedehnt, dass es nicht zu lange dauert, bis der Kopf vollständig durch den Geburtskanal tritt.

Innerhalb von 20 bis 60 Sekunden sollte der Kopf den Geburtskanal passieren. Mit einer Periduralanästhesie durch das Rückenmark ist eine bessere Entspannung der Mutter gewährleistet.

Geburt per Kaiserschnitt bei Beckenendlage

Die Geburt per Kaiserschnitt muss erfolgen, wenn die Voraussetzungen für Geburt Baby aus der Scheide nicht vorliegen. Bei einem Kaiserschnitt ist das Risiko für die Mutter zehnmal größer als bei einer vaginalen Geburt.

Allerdings gilt es, das Risiko für das Baby bei einer Steißlage zu minimieren. Ein Kaiserschnitt ist ein Routineeingriff, doch kann er für die Mutter eine ziemliche Belastung sein. Hast Du bereits einen Kaiserschnitt hinter Dir, ist das kein Risiko für weitere Geburten.

Steißlage: Fazit

Bei einer Steißlage dreht sich das Baby bis zum Ende der Schwangerschaft nicht. Es gibt verschiedene Formen der Steißlage, die auch als Beckenendlage bezeichnet wird. Das Kind kommt nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Steiß zuerst auf die Welt.

Die äußere Wendung kann vom Arzt vorgenommen werden, um das Baby zu drehen. Erfolg ist dabei nicht garantiert. Die äußere Wendung ist mit Risiken verbunden.

Eine Steißlage kann zu Komplikationen führen, da die Nabelschnur abgeklemmt werden kann. Die Geburt Baby aus der Scheide wird angestrebt, doch sind verschiedene Voraussetzungen erforderlich.

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, muss ein Kaiserschnitt erfolgen.

Quellen

https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/beckenendlage/

https://www.babyartikel.de/magazin/steisslage

https://www.gofeminin.de/schwangerschaft/geburt-in-steisslage-beckenendlage-s795282.html

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