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Kinder in der Pubertät



Kinder in der Pubertät

Gefärbte Haare, knallende Türen und genervte Blicke: Müssen Sie dabei an ihr Kind denken? Dann ist das ein ganz klarer Fall von Pubertät. Wenn Kinder in der Pubertät kommen, scheinen sie für viele Eltern von heute auf morgen ein neuer Mensch geworden zu sein.

Nicht nur bringt die Pubertät Mädchen Brüste und Jungen eine neue Stimme, sondern auch die Interessen scheinen sich in der Pubertät schlagartig gewandelt zu haben: Die Spielzeuge werden durch Smartphones, Schminke und Konsolen ausgetauscht und die Familie ist plötzlich uncool. Kinder in der Pubertät sind keine Kinder mehr, sondern stehen zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter.

Wie lange dauert die Pubertät?

Pubertät Mädchen

Die Pubertät lässt sich in drei Teile teilen die Vorpubertät, die Hochphase der Pubertät und die spätpubertäre Phase. Die Pubertät bei Mädchen beginnt meist früher als die Pubertät der Jungen. Dies liegt daran, dass Mädchen sich körperlich oft vor Jungen entwickeln. So ist ein Junge 13 und noch nicht im Stimmbruch und das Mädchen sieht mit 11 vom Körper schon aus wie eine Frau.

Das entscheidende sind die Hormone: Die Hormone werden für das Wachstum benötigt, und wirken sich auf die Stimmung der Jugendlichen aus. So kommt es bei Mädchen in der Pubertät früher zu Stimmungsschwankungen und Konflikten mit der Familie. Den Eltern wird oft klar, dass die Kindererziehung langsam vorbei ist.

Sexualität spielt in der Beziehung zwischen Eltern und Kind bei Mädchen in der Pubertät oft eine größere Rolle, da hier die Angst vor einer frühzeitigen Gründung einer Familie besteht.

Oft entstehen Konflikte, wenn Mädchen ihren ersen Freund haben oder einen Jungen treffen wollen. Um solche Konflikte zu vermeiden, sollte in der Erziehung schon früh Aufklärung geleistet werden.

Pubertät Jungen

Die Pubertät bei Jungen setzt oft mit dem Stimmbruch ein. Dies kann auch oft deutlich später als bei Mädchen sein. Manche Jungen erleben die Hochphase ihrer Pubertät erst mit 15 oder sogar 16 Jahren. Trotzdem können auch hier früh Konflikte zwischen den Jugendlichen und ihren Erziehungsberechtigten auftreten. Plötzlich haben die Teenager nichts anderes als Alkohol, Partys und Mädchen im Kopf.

Schnell entstehen Konflikte, weil die Teenager Regeln missachten und beim Feiern nicht auf die Uhr gucken. Solche Konflikte können verhindert werden, indem die Eltern anerkennen, dass ihr Sohn anstatt einer Kindererziehung nur noch konsequente Regeln braucht und außerdem als ebenbürtiger Erwachsener akzeptiert werden möchte.

Hilfe bietet also feste Grenzen zu setzen und dem Teenager klar zu machen: Wenn du mit Respekt behandelt werden möchtest, dann möchte ich das auch.

Bei Tochter und Sohn endet die Pubertät meist mit der Volljährigkeit, wenn auch gesetzlich Kinder in der Pubertät zu Erwachsenen werden.

Freiheit in der Pubertät

Offene Gespräche anstatt endloser Streit

Auf die Frage "Und wie war die Schule?" folgt oft nur ein entnervter Laut oder sogar ein unsinniger Streit. Aber wie können Eltern sich den Umgang mit ihren Kindern in der Puberät erleichtern? Wichtig zu wissen ist, dass Pubertierende eine große Unsicherheit in sich tragen und Jungen und Mädchen in der Pubertät deswegen oft alles als Vorwurf verstehen.

Als Eltern müssen Sie wissen, dass die Kinder aus ihrer nett gemeinten Frage ein "Sind deine Noten okay?" oder "Schwänzt du etwa?" heraushören. Sie fühlen sich schnell von ihren Erziehungsberechtigten kontrolliert, dabei wollen die Teenager doch eigene Entscheidungen treffen und selbst die Kontrolle über ihr Leben übernehmen. Diese Entwicklung sollten Väter und Mütter nicht unterbinden, sondern den Jugendlichen bei der Entwicklung zum Erwachsenen Hilfe bieten.

Der richtige Umgang in der Pubertät ist deshalb mit den Pubertierenden offen über alles zu sprechen und den Kindern in dieser Phase offen und ehrlich gegenüber zu treten. Vermeiden Sie lange Diskussionen. Weisen Sie stattdessen den Kindern ihre Grenzen auf und sprechen Sie offen mit den Jugendlichen über ihre Entwicklung. Sein Sie aber nicht beleidigt, wenn die Kinder lieber Zeit mit ihren Freunden als mit der Familie verbringen wollen oder keine Lust haben mit den Eltern ein Gespräch über Ihre Entwicklung zu führen.

Hier hilft sich selbst an seine eigene Jugend zu erinnern, in der es bestimmt auch uncool war sich mit den Eltern blicken zu lassen. Haben Sie einfach Verständnis dafür, dass die Jugendlichen gerade in einer schwierigen Phase der Entwicklung sind: In der Pubertät müssen Kinder erstmal herausfinden, wer sie sind und was sie sein wollen. Gleichzeitig sammeln sie erste aufregende Erfahrungen mit Sexualität, Alkohol und möglicherweise sogar Drogen. Die "Kinder" lernen ihre eigenen Grenzen und ihren Körper kennen. Und als Eltern sollten Sie in der Pubertät den Mädchen und Jungen bei dieser Entwicklung beistehen und stets ein offenes Ohr haben.

Grenzen und konsequente Regeln anstatt Erziehung

Trotzdem ist es wichtig, dass sie in der Pubertät Mädchen und Jungen stets konsequente Regeln aufzeigen. Die Zeit der Kindeserziehung und auch der generellen Erziehung ist in der Pubertät abgeschlossen, doch die Teenager lernen erst eigenständige Entscheidungen zu treffen und sind gesetzlich und auch geistig noch keine richtigen Erwachsenen.

Vereinbaren Sie deshalb feste Augehzeiten ohne lange Diskussionen. So zeigen Sie den Kindern: Ich will keine dauerhafte Kontrolle über dich und ich erlaube dir auch in die Disco zu gehen, im Gegenzug musst du aber in der Disco auf die Uhr gucken und unsere Absprachen einhalten. Denn schließlich können Sie die Jugendlichen in der Pubertät nur wie Erwachsene und mit Respekt behandeln, wenn diese das mit Ihnen tun.

Bei Absprachen von Uhrzeiten können sich Eltern an den Jugendschutzgesetzen orientieren, so können Eltern die Entscheidung ihren Kindern in der Pubertät gegenüber auch gleich begründen. Außerdem sollten sich Eltern nicht auf lange Diskussionen oder Sätze wie "aber Lisa darf auch bis 1 Uhr bleiben" einlassen. So bleiben die Eltern Autoritätsperson.

Welche Regeln sollten in der Pubertät gelten?

Oft ist es schwierig das Mittelmaß zwischen entspannten, ebenbürtigen Eltern und autoritären, respektierten Eltern zu finden. Zu diesen verschiedenen Themen müssen Eltern in der Pubertät Regeln aufstellen:

Umgang mit der Sexualität in der Pubertät

In der Pubertät sind viele Kinder das erste Mal richtig verliebt und haben ihren ersten Freund oder ihre erste Freundin. Da sich ihr Körper nun entwickelt hat, ist das nicht mit dem Kuss auf die Wange in der Grundschule zu vergleichen. Viele Jugendliche sammeln in der Pubertät ihre ersten sexuellen Erfahrungen und fühlen sich sogar bereit für den ersten richtigen Sex.

Eltern haben oft das Gefühl, gerade Mädchen in der Pubertät, vor der Sexualität schützen zu müssen. Die Eltern sollten sich jedoch bewusst machen, dass die ersten Erfahrungen mit Sexualität in der Pubertät ganz normal sind und die meisten Menschen das Erste Mal in der Pubertät haben.

Sexualität Mädchen Pubertät

Aber wie verhindern Eltern, dass ihre Töchter schwanger werden oder ihr Erstes Mal an den falschen Typen verschenken? Vollkommene Kontrolle können und dürfen Eltern nicht über die Sexualität ihrer Tochter erlangen.

Trotzdem ist Aufklärung ein sehr wichtiger Teil der Erziehung. Möglichst früh sollten Eltern offen mit ihren Kindern über Sexualität und Verhütung sprechen. Aufklärung sollte nicht in ein peinliches Gespräch über "die Bienchen und die Blümchen" ausarten, sondern eine offene Unterhaltung über Verhütung und Schutz bei der Sexualität sein.

Schon bei der frühen Kindererziehung sollten Eltern ihren Kindern vermitteln, dass Sexualität nichts peinliches ist und sie über Verhütung offen sprechen können.

Oft fällt es Mädchen trotz aufgeklärter Erziehung das Erste Mal oder das Thema Sexualität bei ihren Eltern anzusprechen. Kommen Sie deswegen vorsichtig auf ihre Kinder zu und bieten Sie ihnen einen Termin beim Gynäkologen an.

Sexualität Jungen Pubertät

Viele jugendliche Jungen haben in der Pubertät nur eine Sache im Kopf: Sex. Meist tun die Jugendlichen so, als würden Sie sich mit dem Thema Sexualität super auskennen und klopfen Macho-Sprüche. Aber keine Sorge, dies ist meist nur ein Weg in der Pubertät die eigentliche Unsicherheit zu überspielen.

Was können Sie als Eltern nun tun, damit ihr Sohn richtig mit seiner Sexualität in der Pubertät umgeht und nichts überstürzt. Auch hier gilt, keine Verbote zu erlassen. In der Pubertät ist es normal, dass Jugendliche ihren Körper und ihre Sexualität entdecken. Als Eltern ist es deswegen ihre Aufgabe den Jugendlichen den richtigen Umgang mit dem Thema Sexualität mit auf den Weg zu geben.

In der Pubertät sollten Eltern ihren Söhnen zwei Dinge klar machen. Zum einen, dass auch sie Verantwortung für die Verhütung tragen. Obwohl Jungen nicht schwanger werden können, sollten Sie mit ihrer Partnerin gemeinsam über Verhütungsmethoden sprechen. Hier hilft es, ihren Sohn so früh wie möglich aufzuklären, damit er nicht in der Pubertät maßlos überfordert ist. Vermitteln Sie ihm dabei, dass er eine Verantwortung gegenüber seiner Partnerin trägt und respektvoll mit dieser umgehen sollte.

Zweitens sollten Sie ihrem Sohn vermitteln, dass es nicht wichtig ist als erster Sex zu haben, sondern dass es darum geht den richtigen Partner zu finden. Viele Jungen haben das Gefühl schnell ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, damit die Jugendlichen ihren Freunden gegenüber gut dastehen. Nehmen Sie als Eltern den Jugendlichen diese Anspannung und vermitteln Sie ihnen, dass das Erste Mal selten perfekt läuft. Viele Jugendliche haben nämlich große Angst etwas falsch zu machen.

Umgang mit Alkohol in der Pubertät

Neben der Sexualität entdecken viele Jugendliche in der Pubertät den Alkohol. Väter und Müttter haben oft Angst, dass die Teenager ihre Grenzen im Bezug auf Alkohol nicht einschätzen können. Hilfe kann hier sein den Jugendlichen Alkohol nur in Maßen zu erlauben und den Teenagern zu vermitteln, dass sie in der Pubertät beginnen, die Verantwortung für sich zu tragen.

Prinzipiell müssen Eltern selbst entscheiden ab wann und wie viel Alkohol sie den Jungen und Mädchen in der Pubertät erlauben. Allerdings sollten sich die Erziehiehungsberechtigten vor Augen führen, dass Verbote den Reiz meist nur noch erhöhen.

Dramatisieren Sie also nicht die Wirkungen von Alkohol, sondern erklären Sie den Jugendlichen wie Alkohol wirkt und in welchen Maßen es schädlich sein kann. Oft erinnern sich Eltern bei Regelungen bezüglich Alkohol an ihre eigene Jugend und Pubertät zurück.

Da ihre Kinder noch in der Pubertät sind und noch keine vollständigen Erwachsenen haben Sie als Eltern aber das Recht von dem Konsum von Alkohol zu erfahren. Fragen wie "Trinkt ihr auf der Feier, denn auch Alkohol?" sind während der Pubertät. Auch wenn ihnen ihre Kinder in der Pubertät oft weismachen wollen, dass alle anderen Eltern viel lockerer wären, sollten Sie eigene Regeln bezüglich Alkohol festlegen.

Drogen in der Pubertät

Drogenkonsum sollten Eltern ihren Kindern verbieten. Neben der Tatsache, dass Drogen in Deutschland illegal sind, schädigen diese dem Wachstum und der Entwicklung von Kindern. Klären Sie ihre Kinder über die Gefahren von Drogen auf, am besten anhand realer Beispiele. Und vermitteln Sie den Jugendlichen, dass es in der Pubertät viele schöne reale Sachen zu erleben gibt, weswegen Sie den Konsum von Drogen gar nicht nötig hätten.

Teilen Sie persönliche Erfahrungen

Bei allen Absprachen und Regeln, die Sie mit ihren Kindern in der Pubertät treffen, ist es eine Hilfe, wenn Eltern über eigene Erfahrungen aus der Pubertät sprechen. So erkennen die Kinder in der Pubertät, dass ihre Unsicherheiten völlig normal sind und, dass die Eltern sie verstehen.

Freiheit in der Pubertät

Ihre Kinder in der Pubertät sind gerade in einer Phase, in der sie versuchen ein eigenständiger Mensch zu werden und ihren Platz und ihre Rolle in der Gesellschaft zu finden. Eltern sollten ihren Kindern dabei Freiraum geben. Mit der Pubertät ist die Erziehung nun größtenteils beendet und die Jugendlichen müssen lernen selbst Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen.

Loslassen in der Pubertät

Auch wenn es den meisten Eltern schwer fällt, in der Pubertät müssen sie ihre Kinder ein bisschen loslassen. Als Eltern sollten Sie in der Pubertät nicht ihre eigenen Vorstellungen auf ihre Kinder projizieren, sondern diese dabei unterstützen ihren eigenen Weg zu finden.

Die Pubertät ist für viele Eltern eine schlimme Zeit, doch dafür werden nach der Pubertät aus ihren kleinen Kindern selbstständige Erwachsene, die wissen wie Sie mit Alkohol und Sexualität umgehen und ihre eigenen Grenzen kennen.

Quellen:

www.focus.de

www.familienhandbuch.de

www.familie.de