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Kinder im Grundschulalter



Kinder im Grundschulalter

Die Einschulung ist nicht nur ein aufregender Tag für viele Kindern, sondern läutet auch einen ganz neuen Lebensabschnitt ein. Die Kinder im Grundschulalter durchleben eine rasante soziale Entwicklung: Neben dem vielen Schulwissen, das sie aufnehmen, lernen sie in einer Gruppe zu agieren und sich an bestimmte Regeln zu halten. Eine neue Situation ist auch, dass sie erstmals ihre Leistungen vor anderen behaupten müssen. Durch diese Entwicklungen im Grundschulalter entwickeln die Kinder eine eigene Identität und lösen sich ein Stückchen mehr von ihren Eltern los.

Soziale Entwicklung der Kinder im Grundschulalter

In der Grundschule lernen die Kinder, dass in einer Gruppe bestimmte Regeln und Grenzen gelten. Anders als im Kindergarten gibt es nun bestimmte Aufgaben, die bis zu einem gewissen Zeipunkt erledigt werden müssen. So stehen Hausaufgaben und erste Arbeiten an und die anderen Kinder sind nicht nur Spielkumpanen, sondern auch Lernpartner. Die Kinder im Grundschulalter lernen also nun spezifisch in einer Gruppe gemeinsam eine Aufgabe zu lösen und entwickeln so ein feineres Teamgefühl.

Außerdem sind die Kinder im Grundschulalter häufiger mit ernsteren Konflikten und Streiten beschäftigt. Wurde im Kindergarten noch herumgeschrien, weil die Schaufel gestohlen wurde, treten jetzt erste Zickenkriege, Eifersucht, Liebeskummer und Meinungsverschiedenheiten auf. Grund für einen Konflikt ist oft, dass manche Kinder schon weiterentwickelt sind oder behaupten, sie sein schon erwachsener als die anderen.

Spielweise der Kinder im Grundschulalter verändert

Sandburg bauen wird zu Räuber und Polizist: Die Spielweise der Kinder im Grundschulalter verändert sich maßgebend und ist entscheidend für ihre Entwicklung. Stand im Kindergarten noch das ausgelassene, freie Spielen im Vordergrund, beschäftigen sich die Kinder im Grundschulalter vorrangig mit Rollenspielen. Kinder, die hieran teilnehmen, haben oft ein starkes Selbstbild. Dieses ermöglicht ihnen nämlich eine neue Rolle einzunehmen und sich in jemanden anderen hineinzuversetzen.

Rollenspiele fördern die Kreativität

In den Rollenspielen ahmen die Kinder im Grundschulalter nicht nur die Realität nach, sondern erfinden auch neue Welten und Wesen. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Rollenspiele fördern somit die Fantasie und die Vorstellungskraft der Kinder, genauso wie das Einfühlungesvermögen und die soziale Kompetenz. Schließlich finden Rollenspiele ja immer in einer Gruppe von Kindern statt.

Regelspiel fördert soziale Kompetenz der Kinder im Grundschulalter

Außerdem richten sich die Spiele der Kinder im Grundschulalter meist nach klaren Regeln, sogenannte Regelspiele. Hierbei üben die Kinder sich an festgelegte Absprachen zu halten und in einer Gruppe zu agieren. Somit trainieren sie auch für das Erwachsenenleben, indem sie sich ja auch an Gesetze und Richtlinien halten müssen, um das Zusammenleben in der Gesellschaft zu meistern.

Kinder im Grundschulalter: Stellenwert Familie und Freunde

Im Grundschulalter beginnen Kinder sich Gleichaltrigen zu zuwenden. Freunde spielen für sie eine immer größere Rolle in ihrem Leben. Auch wenn die Eltern immer noch die wichtigsten Menschen für sie sind, schämen sie sich manchmal für die Erwachsenen oder sind sogar anderer Meinung als die Eltern. Dieser Prozess ist sehr wichtig für die Kinder, damit sie beginnen eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln. Die Selbstbehauptung beinhaltet jedoch auch, dass die Eltern ihre Kinder loslassen und ihnen Freiraum gewähren müssen. Schließlich wollen die Eltern auch, dass aus ihren kleinen Kindern einmal eigenständige, selbstbewusste Erwachsene werden.

Am Ende der Grundschulzeit hat sich der Geschmack und die Eigenständigkeit der Kinder schon so weit entwickelt, dass sie zum ersten Mal beginnen, ihre Klamotten alleine auszusuchen. Das mag für viele Eltern anfangs eine große Umstellung sein, trotzdem sollten sie die Kinder dabei unterstützen eine individuelle Persönlichkeit zu entwickeln.

Körperliche Entwicklung der Kinder im Grundschulalter

Der erste Wachstumschub der Kinder ist im Grundschulalter erstmal abgeschlossen. Jetzt steht vor allem die Veränderung der Zähne im Vordergrund. Die Zahnfee kommt und die ersten bleibenden Zähne wachsen. Viele Kinder bekommen in der Grundschule auch eine Zahnspange, um das Wachstum der Zähne frühzeitig positiv zu beeinflussen.
Wie schon im Kindergarten haben die Kinder im Grundschulalter einen großen Bewegungsdrang, dem sie beim Spielen und Rennen auf dem Pausenhof nachgehen können. Beim Spaß auf dem Klettergerüst oder Fußball spielen entwickeln sie außerdem ihre motorischen Fähigkeiten weiter.

Die Pubertät beendet die Kindheit

Am Ende der Grundschulzeit beginnt bei vielen Mädchen die Frühpubertät. Ihr Körper entwickelt sich weiter und zeigt, dass sie langsam kein Kind mehr sind, sondern zur Jugendlichen werden. Bei Jungen dauert diese Entwicklung, körperlich sowie geistig, meist noch ein paar Jahre.

Wann ist mein Kind bereit für die Grundschule?

Im Normalfall werden Kinder mit sechs Jahren eingeschult. Wenn dein Kind vor dem vom Bundesland festgelegten Stichtag Geburtstag hat, erhaltet ihr einen Informationsbrief und dein Kind kann eingeschult werden. Schwieriger ist es bei den sogenannten "Kann-Kindern". Hier können die Eltern, aufgrund des Geburtsdatums, entscheiden, ob die Kinder eingeschult werden sollen oder noch ein Jahr im Kindergarten bleiben.

Als Eltern solltet ihr euch dabei nach der körperlichen, intellektuellen, emotionalen und sozialen Reife eures Kindes richten.

Körperliche Reife

Zur körperlichen Reife gehört, dass dein Kind sich eigenständig umziehen kann, aber auch ein gutes Seh- und Hörvermögen. Nach dem Kindergarten sollte dein Kind keinen Mittagsschlaf mehr brauchen und die feinmotorische Koordination, beispielsweise beim Ausmalen, sollte gut ausgeprägt sein.

Intellektuelle Reife

Kann dein Kind schon in vollständigen Sätzen mit der richtigen zeitlichen Reihenfolge sprechen, sich in Menschen hineinversetzen und sich Namen und Erzähltes merken? Kann es sich länger als fünf Minuten auf etwas konzentrieren und fühlt sich selbst bereit für die Schule? Dann ist dein Kind trotz jungen Alters bereit für die Schule. Kinder, die mit fünf Jahren eingeschult werden, fühlen sich im Kindergarten häufig unterfordert und wollen gerne die Schule besuchen. Falls dein Kind jedoch noch nicht so weit ist, setz es nicht unter Druck. Lass dein Kind die entspannte Zeit im Kindergarten genießen und sich für die Schule fertig entwickeln.

Soziale Reife

Zur sozialen Reife eines Kindes gehört dazu, dass es sich in eine Gruppe integriert, auf fremde Menschen zugeht und Regeln beachtet. Dein Kind sollte in Gruppen auf andere Rücksicht nehmen und mit Worten statt mit der Faust Konflikte regeln.

Emotionale Reife

In die Grundschule sollte dein Kind nicht mit Kuscheltier als Begleiter ziehen. Ein Grundschulkind sollte sich von Bezugspersonen trennen können, keine Angst vor den anderen Kindrn haben und mit Frustration und Wut umgehen können. So ist es darauf vorbereitet, dass nicht alles neu Erlernte sofort funktioniert.

Deine Unterstützung für das Kind im Grundschulalter

Versuche deinem Kind im Alltag soziale, intellektuelle und emotionale Kompetenzen zu vermitteln. Dies funktioniert vor allem, indem du ihm dabei hilfst, selbstständig zu werden und Situationen ohne Hilfe von Mama und Papa zu meistern.

Außerdem solltest du dein Kind auf den zukünftigen Schulweg vorbereiten und mit den Regeln des Straßenverkehrs vertraut machen. Lass dein Kind erst alleine zur Schule laufen, wenn du dir sicher bist, dass es mit Regeln vertraut ist und eigenständig über die Straße laufen kann. Bis es so weit ist, musst du dein Kind noch zur Grundschule bringen.

Kinder im Grundschulalter und Smartphones?

"Aber Lisa hat auch schon ein Handy." Schon früh entwickeln Kinder den Wunsch ein Smartphone zu besitzen, vor allem, wenn die beste Freundin gerade ein schickes Touch-Handy bekommen hat. Wann Kinder ihr erstes Handy bekommen, sollten aber alle Eltern alleine entscheiden. Es gibt kein perfektes Alter für ein Smartphone. Voraussetzung ist eher, dass dein Kind sich an Regeln halten kann und bewusst mit dem Handy umgeht.

Eltern als Vorbild

Meistens benötigen Kinder im Grundschulalter jedoch noch kein Smartphone. Um den Wunsch der Kinder weitesgehend einzugrenzen, sollten Eltern als gutes Vorbild vorangehen. Führt in eurem Haus zum Beispiel eine handyfreie Zone ein, seid beim Essen nicht am Smartphone und nutzt es nicht übermäßig. So merken die Kinder, es gibt auch ein Leben außerhalb des Handys und das Smartphone ist nicht lebensnotwendig. Als Eltern habt ihr nämlich immer noch eine große Vorbildfunktion. Hängt ihr den ganzen Tag vor dem Bildschirm, wollen die Kinder das nachmachen.

Tastenhandy vor Smartphone für Kinder im Grundschulalter

Bevor dein Kind ein Smartphone bekommt, kann es auch erstmal ein Handy ohne Internet erhalten. So kann es auf dem Schulweg mit dir in Kontakt bleiben, Freunden erste SMS schreiben und wird erstmals mit der Benutzung des technischen Gerätes vertraut gemacht.

So lernen die Kinder das spätere Smartphone auch richtig wertzuschätzen. Schließlich birgt ja nicht nur der Internetanschluss Gefahren für dein Kind, auch das Handy an sich ist sehr teuer und wertvoll. Dein Kind muss lernen gut auf solch einen Wertgegenstand aufzupassen und das Smartphone nicht als selbstverständlich anzusehen.

Probleme der Kinder im Grundschulalter

Viele Kinder im Grundschulalter kämpfen mit ersten Depressionen oder Selbstzweifeln. Die Situation in derw Schule übt häufig Druck auf die Kinder aus. Sie haben Angst, dass ihre Fähigkeiten nicht gut genug sind. Der Vergleich mit den anderen Kinder ist etwas Neues für sie. Im Kindergarten hatten Leistungen noch nicht so einen großen Stellenwert.

Als Eltern solltet ihr stets ein offenes Ohr für die Probleme der Grundschulkinder haben, denn Mobbing, Depressionen oder Selbstzweifel im Grundschulalter können zu Störungen oder Schädigungen der Psyche im Erwachsenenalter führen.

Angst vor der Grundschule

Kinder im Grundschulalter haben oft und scheinbar grundlos Bauchschmerzen. Grund hierfür können Mobbing in der Schule oder einfach die Angst, schlechtere Leistungen als die Mitschüler zu erbringen, sein. In der Grundschule benötigen die Kinder viel Anerkennung und Bestätigung. Zeig deinem Kind, dass du stolz auf die schulischen Leistungen bist und setze es nicht zu stark unter Druck.

Was tun gegen Angst vor der Grundschule?

Sollte dein Kind mit Bauchschmerzen nach Hause kommen, kannst du erstmal die obligatorische Frage stellen, ob in der Schule alles in Ordnung ist. Kannst du dabei nichts herausfinden, kontaktiere den Lehrer und bitte um ein Elterngespräch.

Zeige deinem Kind außerdem, dass du dir Sorgen um sein Wohlbefinden machst. Jedoch solltest du nicht damit drohen, in der Schule den Übeltäter aufzusuchen oder herumzufragen, das setzt Kinder oft unter Druck. Die Kinder bekommen dann eher Angst und fühlen sich nicht beschützt

Stundenplan oder Hausaufgaben vergessen

In den ersten Schuljahren haben viele Kinder im Grundschulalter Schwierigkeiten, sich die Hausaufgaben oder sogar den Stundenplan zu merken. Eltern verzweifeln oft, wenn ihre Kinder ihnen nicht sagen können, wann das nächste Mal Mathe ist oder was es für Hausaufgaben gibt. Damit ihr als Eltern nicht den Überblick verliert, empfiehlt es sich Kontakt zu den anderen Eltern zu halten. Traut euch ruhig die Eltern der Mitschüler bei Unsicherheiten anzurufen.

Eine weitere Hilfestellungen können Eselsbrücken sein. Gestaltet mit eurem Kind einen bunten Stundenplan. Kleine Symbole oder lustige Sprüche helfen Kindern im Grundschalter sich die Fächer zu merken.

Quellen:

www.elternimnetz.de

www.kindergartenpaedagogik.de

www.kindergartenpaedagogik.de